Sport-Kopfhörer Adidas ZNE 01 ANC im Test: Adiletten fürs Ohr

Adidas ZNE 01 ANC
Pro und Contra
  • toller Sound
  • gutes ANC
  • stabiler Sitz auch ohne Silikonflügel
  • keine Lautstärkensteuerung
  • Akkulaufzeit etwas kurz



  • 4.5

Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

Sat-TV: Alles, was Sie über Satellitenschüsseln, LNBs, Receiver, Sat-IP & Co. wissen müssen

Digitalfernsehen per Satellit: Was man über Satellitenschüsseln, LNBs & Receiver wissen muss

Kaufberatung: Notfallhandys bis 20 Euro

Nokia, Doro & Co.: Handys zum Telefonieren & für den Notfall ab 12 Euro

Monatlich kündbar: Die besten Handytarife von 0 bis 30 Euro

Die besten monatlich kündbaren Tarife im Dezember 2022: Unlimitiertes Datenvolumen für 15 Euro

Kosmos, Fischertechnik & Co.: Von Roboter bis Experimentierkasten ab 8 Euro

Kosmos, Fischertechnik & Co.: Von Experimentierkasten bis Roboter ab 5 Euro

Die In-Ear-Kopfhörer Adidas ZNE 01 ANC locken Sportler – aber reicht der Name, um wirklich guten Sound zu produzieren? Wir testen die Sportkopfhörer.

Adidas kann auch Kopfhörer. Das hat das Unternehmen (genauer gesagt, Zound Industries, von denen die Audio-Geräte kommen) mit dem On-Ear-Sportkopfhörer Adidas RPT-01 (Testbericht) gezeigt. Doch ein Kopfhörer wäre zu langweilig und natürlich muss man aktuell auch In-Ears fürs Training anbieten.

Deswegen haben wir uns die Adidas ZNE 01 ANC (ZNE steht übrigens für Zero Negative Energy) in die Redaktion geholt. Zeit, die True-Wireless-Kopfhörer im Rahmen unserer Themenwelt Sportkopfhörer im Alltag und beim Training ausgiebig zu testen.

Wie die RPT-01 kommen auch die ZNE 01 ANC von Zound Industries. Das Audio-Unternehmen kennt sich aus, es baut etwa auch die Marshall-Kopfhörer und -Bluetooth-Boxen. Und das Design der ZNE 01 ANC ist keineswegs Standardware. Ladeetui und die Kopfhörer sind entweder schwarz oder grau und mit einem unregelmäßigen Muster durchzogen. Das Adidas-Logo auf der Front ist dezent, aber dennoch ein Blickfang.

Die Ohrstöpsel folgen dem True-Wireless-Standard: Ein großer oberer Bereich für die Treiber und Technik, an dem auch die auswechselbaren Ohrstöpsel sitzen. Der kleine Steg ist mit Gitter-Applikationen besetzt, der Kontrast sieht gerade beim schwarzen ZNE 01 ANC ziemlich gut aus.

Die Ladeschale ist rechteckig und angenehm klein, sie hat etwas mehr Volumen als zwei Tic-Tac-Boxen. Die Hülle ist geriffelt und liegt gut in der Hand. Die Ohrstöpsel halten dank Magneten fest in der Box und werden automatisch geladen.

Die Adidas ZNE 01 ANC funken per Bluetooth 5.2 mit dem Android- oder iOS-Smartphone. Bei Android ist es erfreulich einfach, dank Fast Pair tauchen die Kopfhörer fürs Pairing auf, wenn man den Deckel öffnet. Während des Setups kann man die Adidas Headphones App herunterladen. Mehr zur App später. Um manuell in den Bluetooth Pairing Modus zu schalten, drückt man einfach lange auf das Adidas-Logo an der Front.

Bei den ZNE 01 ANC handelt es sich um Sportkopfhörer, entsprechend sind sie mit IPX5 gegen Strahlwasser geschützt. Das Ladeetui ist mit IPX4 gegen Spritzwasser geschützt.

Für Sportkopfhörer ungewöhnlich: Die Adidas ZNE 01 haben weder kleine Silikonflügel noch andere Halterungen, die sie beim Sport fixieren. Stattdessen stecken sie in einer etwas rauen Anti-Rutsch-Kunststoffhülle. Wir waren skeptisch, ob die Kopfhörer wirklich beim Training halten.

Also, Laufschuhe an und los. Während einer 8-km-Laufrunde hielten die Kopfhörer sicher im Ohr, so gut, dass wir sie teilweise sogar vergaßen. Das gilt auch fürs Training im Fitness-Studio. Das Design-Team der Kopfhörer hat wirklich gute Arbeit geleistet. Der große Vorteil ist, dass die Kopfhörer dadurch keine Druckstellen erzeugen – wirklich clever.

Die Headphones-App von Adidas kümmert sich um die Verwaltung und die Firmware-Updates. Man benötigt sie für den Betrieb eigentlich nicht – da sie aber keinen Account benötigt, kann man sie recht bequem installieren. Insgesamt ist die App in Ordnung, allerdings fehlt es uns an Einstellungsmöglichkeiten. Ähnlich wie bei den RPT-01 gibt es einen Schnellzugriff durch langes Drücken, den man aber nur mit ANC, Spotify, Adidas Running oder dem Standard-Sprachassistent belegen kann. Schöner wäre hier eine Lautstärkensteuerung oder ein freies Belegen der Funktion.

Ist die App gerade nicht zur Hand, kann man die Kopfhörer übers Antippen steuern. Das ist an sich bequem und intuitiv (1 x tippen – Play/Pause, 2 x tippen – nächster Track usw.).

Allerdings haben wir im Alltag ein paar Anmerkungen. Zunächst nervt, dass man die Lautstärke nicht über die Kopfhörer regeln kann. Auch der Wechsel der verschiedenen Betriebsarten der Geräuschunterdrückung ist wegen fehlender Ansagen nicht gut gelöst. Anwendern bleibt nichts anderes übrig, als sich die verschiedenen Tonsignale einzuprägen. Hier wäre ein „ANC An“ oder „ANC Aus“ deutlich hilfreicher gewesen.

Übrigens: Die Kopfhörer lassen sich mit Android über die „Gerät finden“-App lokalisieren. Zumindest teilweise, denn man sieht nur, wo sie zuletzt mit dem aktiven Smartphone verbunden waren. Das dürfte aber reichen, um zu sehen, ob man sie beispielsweise im Fitness-Studio vergessen hat.

Sportkopfhörer verbindet man häufig mit einem übertriebener Bass? Zum Glück nicht. Ja, der Bass ist bei den ZNE 01 ANC deutlich, aber Mitten und Höhen saufen nicht ab. Bei Songs wie Every You, Every Me von Placebo kann man schön die Details heraushören. Aktueller Songs, etwa Edamame von bbno$ oder Klassiker wie Zipfeschwinga der Bayern-Hip-Hopper von Dicht & Ergreifend profitieren ebenfalls. Wer mag, der kann über die App die ausgeglichenen Adidas Equalizer-Einstellungen gegen andere Presets tauschen oder anpassen. Eigene Settings kann man leider nicht erstellen. Für den Sport passen die Einstellungen gut, für den Alltag muss man wahrscheinlich etwas herumspielen, wenn der Bass zu extrem ist. Insgesamt haben wir die Kopfhörer aber gerne auch im Alltag genutzt.

Das liegt auch an der guten Geräuschunterdrückung. Sie kommt im direkten Vergleich zwar nicht ganz an Geräte wie die Sennheiser Momemtum True Wireless 3 (Testbericht) oder die Huawei Freebuds Pro 2 (Testbericht), reicht aber locker, um Kollegen im Büro oder Lärm beim Pendeln auszublenden.

Gut gefallen hat uns, dass die Kopfhörer auch ohne aptX Videos ohne Verzögerung beim Audio wiedergeben können. Wir haben uns etwa The Gray Man via Netflix damit angesehen, ohne dass eine Latenz merkbar gewesen wäre.

Beim Telefonieren leiden die ZNE 01 ANC unter dem gleichen Problem wie alle anderen In-Ears. Der Weg vom Mikrofon zum Mund ist einfach weit und selbst wirklich gute Mikrofone haben irgendwo ihre Grenzen. Sprich, man kann damit schon telefonieren, muss aber etwas lauter sprechen. Zugleich sollte man eine ruhige Ecke nutzen.

Mit ANC und bei voller Lautstärke kommen wir im Test auf knapp unter vier Stunden, das ist vergleichbar mit den Nothing Ear 1 (Testbericht). Kein Top-Wert, aber auch nicht wirklich schlecht. In der Praxis nutzen wir die Kopfhörer maximal mit 75-Prozentiger Lautstärke, da sollte also noch etwas Luft sein. Das Case lädt die Kopfhörer dreimal auf, dann muss es selbst an die Ladestation. Das Etui selbst lädt kabellos per Qi (Bestenliste) oder klassisch übers USB-C-Kabel.

Interessant ist, dass man über die App eine Eco-Ladefunktion aktivieren kann, die die Kopfhörer nur mit maximal 80 Prozent lädt und so den Akku schont. Ob das langfristig etwas bringt, konnten wir im Test noch nicht verifizieren, wir haben die Option aber (nach der Batterie-Laufzeitmessung) aber mal aktiviert.

Der UVP der Adidas ZNE 01 ANC liegt bei 189 Euro. Der Straßenpreis ist mit 145 Euro deutlich niedriger. Neben der Variante mit aktiver Geräuschunterdrückung gibt es die Adidas ZNE 01 auch ohne ANC (günstiger und etwas anderes Design).

Was die Adidas ZNE 01 ANC von vielen anderen guten Sportkopfhörern unterscheidet, ist ihr Design. Ein solider Halt beim Training, ganz ohne Haken oder Flügel, das haben wir so noch nicht erlebt. Dennoch funktionieren die Kopfhörer beim Sport überraschend gut.

Die restlichen Werte sind für Kopfhörer für 150 Euro guter Durchschnitt: Der Sound ist Top, ANC ist im oberen Mittelfeld, die Akkulaufzeit könnte besser sein. Unverständlich ist, warum eine Lautstärkenkontrolle fehlt, gerade beim Workout will man nicht erst das Smartphone aus der Tasche ziehen müssen oder mit virtuellen Assistenten diskutieren. Adidas-Fans können aber zugreifen.

Wer auf ANC verzichten kann und einfach den zusätzlichen Halt durch Silikonflügel möchte, der sollte sich die knapp 100 Euro teuren Sennheiser Sport True Wireless (Testbericht) ansehen. Und wer On-Ear-Kopfhörer fürs Training sucht, dem empfehlen wir einen Blick in den Test der Adidas RPT-01.

Der Test ist Teil unserer Themenwelt Sportkopfhörer. Wer In-Ear-Alternativen sucht, dem empfehlen einen Blick in die Tests der JLab Go Air Sport (Testbericht) oder der Audio-Sonnenbrille Bose Frame Tempo (Testbericht).

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.