Sony Xperia Pro
Pro und Contra
  • Zusatzfunktionen dank HDMI-Eingang
  • Zu wenig Funktionalität als Feldmonitor
  • wesentlich zu hoher Preis
  • 3.5

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„Das professionelle Smartphone mit HDMI-Eingang“ schreibt Sony über das Xperia Pro und verspricht „maßgeschneiderte Qualität für Profis“. Ist das wirklich so viel Geld wert?

Wer sich vorher nicht mit dem Sony Xperia Pro beschäftigt hat, bekam von dem außergewöhnlichen Smartphone vor allem eines mit: Das Gerät kostet satte 2500 Euro. Wenn dann das große Testpaket mit der riesigen Aufschrift „Warning: This is not a Phone“ beim Tester ankommt, kann das schon mal für Verwirrung sorgen. Ein Blick hinein zeigt eine Highend-Fotokamera, die Sony Alpha S7 III samt Objektiv und zahlreichen Extras – sollte Sony etwa so von der Kameraqualität des Smartphones überzeugt sein, dass der Hersteller sogar den Vergleich zu einer Spitzenkamera für mehrere tausend Euro nicht scheut?

Etwas Recherche zeigt schnell, dass diese Erwartung enttäuscht wird. Denn das Sony Xperia Pro stellt trotz des Preises nicht einen Ersatz für die besagte Alpha S7 dar, sondern eine Erweiterung. Tatsächlich wendet sich das Pro an Pros – nämlich an professionelle Content-Creator vom erfolgreichen Live-Blogger bis hin zum Profi-Fotografen. Wichtigste Eigenschaft ist dafür der HDMI-Eingang, den so kein zweites Smartphone-Modell bietet.

Es geht zwar nicht um das Sony Xperia Pro als Smartphone, doch diese Funktionalität kauft man als wohlhabender Foto- oder Video-Profi natürlich mit. Eigentlich müsste hier eine lange Litanei an Ausstattungs-Features folgen, schließlich hat das Gerät einiges zu bieten. Stattdessen reicht allerdings ein Blick in unseren Test des Sony Xperia 1 II (Testbericht), denn tatsächlich handelt es sich im Wesentlichen um ein etwas aufgebohrtes Spitzen-Smartphone aus dem Vorjahr. Der Grund, warum das Pro nicht auf dem aktuellen Xperia 1 III (Testbericht) basiert, ist einfach: Das Pro kam in Japan und den USA schon vor dem 1 III auf den Markt und erreichte Deutschland deutlich später.

Die Unterschiede beschränken sich vor allem auf mehr Speicher (12/256 statt 8/256 GByte), den bereits erwähnten HDMI-Eingang, eine zusätzliche Schnellwahltaste und ein überarbeitetes Design aus Kunststoff statt Glas auf der Rückseite. Letzteres ist dem geplanten Einsatzzweck geschuldet, denn im hektischen Berufsalltag eines Fotografen kann auch schon mal ein Missgeschick geschehen und das Pro-Modell bietet mit seinen breiten Kunststoffrändern bessere Widerstandskraft gegen mechanische Einflüsse wie Stürze oder Schläge. Dadurch wird das Gerät allerdings etwas länger und breiter sowie schwerer.

Mehr Speicher und ein robusteres Äußeres sind zwar mit dabei, Highlight ist aber der Mikro-HDMI-Eingang. Denn damit dient das Smartphone als externer Monitor für eine Vollformatkamera und erlaubt Live-Streaming und Datentransfer mit 5G-Geschwindigkeit. Nach Angaben von Sony funktioniert das mit Sony Alpha 1, Alpha S7 III und Alpha S9 sowie S9 II, eingeschränkt soll das aber auch mit aktuellen hochwertigen Kameras anderer Hersteller funktionieren – testen konnten wir das allerdings nicht. Stattdessen haben wir die auf Videos spezialisierte spiegellose Systemkamera Alpha S7 III aus dem umfangreichen Testpaket von Sony ausprobiert.

Mittels Display-Stativs lässt sich das Smartphone am Blitzschuh der Kamera befestigen, die Verbindung erfolgt dann per HDMI-Kabel. Ein parallel angeschlossenes USB-Kabel versorgt die Kamera auf Wunsch zusätzlich mit Strom. Tipp: Lange Kabel verheddern sich schnell und stören, daher sollten Nutzer möglichst kurze verwenden. Mittels der auf dem Xperia Pro installierten App Externer Monitor wird anschließend das Live-Bild der Systemkamera angezeigt. Leider fehlen hier Dinge wie Fokus-Peaking, die Möglichkeit zum Setzen von Fokuspunkten oder eine Überbelichtungs-Anzeige (Zebra), über das Smartphone-Display können Nutzer lediglich per Doppeltipp voreingestellt 2-, 3- oder 4-fach Zoomen.

Ein weiteres Problem: Zwar ist der 4K-OLED-Screen des Smartphones in seiner generellen Darstellung brillant, allerdings fehlt es im Außeneinsatz unserer Meinung nach für ein Profi-Tool gelegentlich etwas an maximaler Helligkeit. Außerdem ist das langgezogene 21:9-Format des Displays unpassend. Da die Alpha-Kamera in 4:3 aufnimmt, zeigt der Handy-Bildschirm bei Verwendung als Fieldmonitor seitlich lediglich breite schwarze Ränder statt Zusatzinformationen.

Neben der Verwendung als Monitor für die Alpha-Kamera bietet die Kombination zusätzlich Live-Streaming-Kapazitäten. Zwar ist dafür keine App auf dem Xperia Pro vorinstalliert, Alternativen wie Streamlabs lassen sich aber schnell im Play Store herunterladen. Die App bietet als Streaming-Plattformen etwa Twitch und Youtube an. Zwar sinkt die Bildqualität wegen einer vergleichsweise geringen Bitrate im Vergleich zum Original der S7 III, dafür bieten sich Vorteile bei der Lichtempfindlichkeit dank wesentlich größerem Sensor und lichtstärkeren Objektiv im Vergleich zur Smartphone-Kamera. Zudem erlaubt die Vollformatkamera deutlich mehr Eingriffe in Aufnahmeparameter, die es vor allem Profis erlauben, noch mehr aus einer Aufnahme herauszuholen.

Zwar beherrschen moderne Kameras immer öfter Datenübertragung via USB oder WLAN, Daten an einen FTP-Server via Mobilfunk, also 4G oder 5G, zu schicken, ist aber noch die Ausnahme. Sony setzt dafür auf das per USB-Kabel verbundene Xperia Pro. Sind in der Kamera die entsprechenden Einstellungen im Menü für FTP-Übertragungsfunktionen getätigt, lassen sich Fotos und Videos per 5G übertragen. Zum Überprüfen der 5G-Verfügbarkeit und -stärke installiert Sony auf dem Xperia Pro die App Network Visualizer – gut mitgedacht.

Das Sony Xperia Pro gibt es ausschließlich in Schwarz, das Modell kostet stolze 2500 Euro in der UVP des Herstellers.

Sieht man das Sony Xperia Pro nur als Smartphone, dann ist der aufgerufene Preis von unglaublichen 2500 Euro für mehr Speicher geradezu ein Witz. Die Rückseite aus Kunststoff ist zwar griffiger als beim technischen Vorbild Xperia 1 II (Testbericht), in puncto Wertigkeit aber eher ein Rückschritt. Mehr Speicher ist toll, aber das wiegt die Tatsache, dass es sich beim Pro-Smartphone um das Vorjahres-Topmodell mit entsprechend nicht mehr aktueller Technik handelt, auch nicht auf. Als reines Smartphone bringt der HDMI-Eingang zudem exakt gar keinen Mehrwert.

Aber das Sony Xperia Pro will gar kein reines Smartphone sein. Es richtet sich an professionelle Content Creator, also Foto- oder Videografen, die unterwegs flexibler mit ihrem Profi-Equipment hantieren und auf sperrige Zusatzmonitore oder mobile Router verzichten wollen. Das passt schon eher – denn nur Profis brauchen solche Zusatzausrüstung und nur Profis können (hoffentlich) die benötigte Hardware sowie das teure Xperia Pro bezahlen.

Die Frage bleibt, ob diese Profis tatsächlich mit der Leistung des Xperia Pro als Monitor zufrieden sind. Klar sind entsprechende Fieldmonitors groß, schwer und teuer – aber sie bieten auch mehr: nämlich mehr Helligkeit und mehr Funktionen. Unterm Strich erscheinen uns die Idee des Sony Xperia Pro daher als sehr spannend, die Umsetzung – gerade zu dem exorbitant hohen Preis – aber als unzureichend.

Alternativen wollen wir an dieser Stelle entgegen unserer sonstigen Vorgehensweise nicht nennen. Zwar gibt es (für ihr Geld) bessere Smartphones, keines hat aber die Zielsetzung des Sony Xperia Pro. Das Smartphone ist so etwas wie ein Einhorn: einzigartig.

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