Sony Xperia 10 IV im Test: Wasserdichtes Mini-Handy mit langer Akkulaufzeit

Sony Xperia 10 IV
Pro und Contra
  • kompakt, leicht und wasserdicht
  • sehr lange Akkulaufzeit
  • Telelinse 
  • mäßige Performance
  • Display nur mit 60 Hertz
  • nur Wifi-5 
  • 4.0

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Das Sony Xperia 10 IV gehört zu den preiswerten Smartphones mit Telelinse und wasserdichtem Gehäuse. Was es kann, zeigt der TechStage-Test.

Bei der vierten Generation des Sony Xperia 10 folgen die Japaner dem gewohnten Rezept und wagen keine großen Experimente. Das Xperia 10 IV ist das günstigste Smartphone im aktuellen Portfolio von Sony. Der Nachfolger des Sony Xperia 10 III (Testbericht) ist erneut nach IP68 staubgeschützt und zudem wasserfest. Wie schon der Vorgänger fällt es mit einem 6-Zoll-Display ungewöhnlich klein aus für ein Android-Handy.

Eher ungewöhnlich für ein Mittelklasse-Smartphone: Eine Telelinse ist ebenfalls mit an Bord, normalerweise ein Ausstattungsmerkmal von hochpreisigen Smartphones. Die übrige Technik ist einfache Kost und bietet gegenüber dem Vorgänger wenig Neuerungen. Wie gut das günstige Foto-Handy ist, zeigt unser Testbericht. Weitere Smartphones zum Fotografieren zeigen wir in der Bestenliste Top 10: Samsung, Sony, Motorola – die günstigsten Foto-Handys mit Teleobjektiv.

Das Xperia 10 IV ist ein Traum für Minimalisten. Schnörkellos und kantig wirkt das rechteckige Gehäuse aus Kunststoff mit seinen leicht abgerundeten Ecken. Die Größe beträgt 153 mm x 67 mm x 8,3 mm. Damit ist es für ein Android-Gerät erstaunlich kompakt, wenn auch etwas in die Länge gezogen wegen des Formats von 21:9. Das längliche Format halten wir nicht für ideal, da auf einem so kleinen Gerät niemand ernsthaft einen Kinofilm ansehen dürfte.

Schmaler ist derzeit nur das iPhone 13 Mini und iPhone SE, wie unsere Top 10 der Mini-Handys: Die besten kleinen Smartphones zeigt. Das Gewicht ist mit 161 g zudem niedrig. Die Größe und Optik entsprechen weitgehend dem Vorgänger, auf den ersten Blick ist ein Unterschied kaum festzustellen. Nicht sehr üppig ist das Verhältnis von Display zu Gehäuse (auch Screen-to-Body-Ratio genannt). Diese beträgt etwa 82 Prozent. Das bedeutet, dass die Display-Fläche im Vergleich zur Größe des Handys kleiner ausfällt. Große Smartphones wie das Realme GT Neo 3 (Testbericht) bieten eine Screen-to-Body-Ratio von fast 94 Prozent.

Auf ein Punch-Hole-Notch für die Frontkamera verzichtet Sony erneut, dafür nimmt ein Balken am oberen Ende einigen Platz ein. Die Triple-Kamera auf der Rückseite ragt so gut wie gar nicht hervor, dadurch liegt das Smartphone eben auf. Dank einer Zertifizierung für IP68 gehört das Xperia 10 IV zu den wasserfesten Smartphones (Bestenliste). Die Verarbeitung des Kunststoff-Gehäuses ist tadellos und kommt ohne Spaltmaße aus. In der matten Lavendel-Lackierung wirkt das Smartphone sehr jugendlich. Für einen seriösen Eindruck empfiehlt sich das Modell in Schwarz.

Sony setzt weiterhin auf OLED-Technologie. Der 6-Zoll-Screen löst wie beim Vorgänger mit 2520 x 1080 Pixel auf. Das führt zu einer überaus hohen Bildschärfe bei einer Pixeldichte von 456 ppi (Pixel pro Zoll). Die Bildqualität ist über jeden Zweifel erhaben und bietet kräftige Farben und ausgeprägte Kontraste. Das Bild bleibt aus allen Perspektiven immer gut zu erkennen.

Was wir allerdings überhaupt nicht nachvollziehen können, ist die Bildwiederholrate von 60 Hertz. Bei dem Preis wären hier mindestens 90 Hertz, eigentlich 120 Hertz zu erwarten wie bei den meisten Mitbewerbern. Eine höhere Bildwiederholrate macht sich beim Scrollen und bei Spielen bemerkbar, also bei schnellen Bewegungen auf dem Display. Beim Xperia 10 IV erscheint die Bilddarstellung bei schnellen Bewegungen aufgrund der 60 Hertz nicht ganz ruckelfrei.

Deutlich nachgebessert hat Sony bei der Helligkeit. Das Display bleibt auch bei sonnigem Wetter gut ablesbar. Wir konnten einen maximalen Wert von über 600 cd/m² messen, das ist ein deutlicher Zuwachs im Vergleich zu den 385 cd/m² des Vorgängers.

Bei der Triple-Kamera hat sich auf den ersten Blick ebenfalls wenig getan. Zum Einsatz kommen erneut eine Hauptlinse mit 12 Megapixel sowie ein Ultraweitwinkelobjektiv und eine Telelinse mit jeweils 8 Megapixel. Neu hinzugekommen ist der optische Bildstabilisator (OIS) beim Hauptobjektiv.

Bei Tageslicht gelingen mit dem Sony Xperia 10 IV gute Fotos. Der Detailumfang ist stimmig, die Bilddynamik ebenfalls. Farben wirken sehr natürlich, die Bildschärfe ist zufriedenstellend. Bei Dunkelheit nehmen trotz Nachtmodus die Bilddetails dennoch stark ab, sodass es zu ausgeprägtem Bildrauschen kommt.

Die Aufnahmen mit der Weitwinkellinse sind akzeptabel und weichen farblich nur leicht von der Hauptkamera ab. Bilddetails sind etwas weniger ausgeprägt, was bei 8 Megapixel aber keine Überraschung ist. Die Telelinse sorgt für gelungene Vergrößerungen mit zweifachem Zoom. Endlich mal eine Linsenanordnung, die in unseren Augen Sinn macht: Haupt-, Weitwinkel-, Telelinse – keine nutzlosen Makroobjektive oder Dummy-Sensoren für Tiefenschärfe. Allerdings wäre eine dreifache Vergrößerung schön gewesen, für zweifachen Zoom ist fast keine Telelinse mehr nötig, das klappt bei Smartphones jenseits der 50 Megapixel auch schon ganz passabel in digitaler Form.

Videos sind nur maximal in Full-HD (1920 x 1080 Pixel) möglich, was zu eher mäßig scharfen Clips führt. Zur Auswahl stehen 30 oder 60 fps. Der OIS sorgt für ein stabiles Bild. Die Selfie-Kamera bietet wie beim Vorgänger 8 Megapixel. Selfies sehen damit durchweg gelungen aus, weniger gefallen hat uns aber der Porträtmodus. Durch den übermäßigen Einsatz des Weichzeichners wirken fotografierte Gesichter wie in Wachs gegossen. Videos mit der Selfie-Kamera gelingen ebenfalls mit Full-HD, allerdings nur mit 30 fps. Mangels OIS bei der vorderen Kamera sind die Aufnahmen etwas verwackelt. Für einen Videochat mit Freunden oder Familie ist es ausreichend.

Was den Prozessor angeht, hat Sony nur leicht nachgebessert. Zum Einsatz kommt der Snapdragon 695 mit acht Kernen (2x Kryo 660 Gold mit 2,2 GHz und 6x Kryo 660 Silver mit 1,70 GHz). Sonderlich viel Power bietet die Mittelklasse-CPU nicht, die Leistung ist daher mit ausreichend zu bewerten.

Das Leistungsdefizit verdeutlichen die Ergebnisse beim Benchmark Work 3.0 von PCmark. Hier erreichen wir nur Werte von 6800 Punkten. Damit findet sich das Smartphone im unteren Drittel unserer Tests wieder. Bei einem Preis von fast 500 Euro ist das zu wenig. Etwas besser – aber dennoch nicht übermäßig – ist die Grafikleistung. Beim Test „Wild Life“ von 3Dmark erreichen wir 1200 Punkte, das ist etwas mehr als beim Vorgänger, aber ebenfalls kein Spitzenwert. Für gewöhnliche Apps im Alltag sowie Casual-Games reicht das noch aus, bei aufwendigeren Anwendungen kommt der Chip aber schnell an seine Grenzen.

Die Ausstattung beim Arbeitsspeicher mit 6 GByte RAM ist ordentlich. Der interne Speicher fasst 128 GByte. Eine Erweiterung mittels Micro-SD-Karte ist möglich. Zur Navigation greift das Handy auf zahlreiche gängige Satellitennetzwerke zurück, etwa A-GPS, GLONASS, Beidou, Galileo und QZSS. WLAN ist allerdings nur mit Wifi-5 möglich, das ist für den Preis wieder zu wenig. Besser sieht es beim USB-C-Anschluss aus, dieser unterstützt USB 3.1. Das Xperia 10 IV beherrscht zudem Bluetooth 5.1, NFC und 5G. Der Fingerabdrucksensor ist seitlich im Power-Button integriert und arbeitet flott und verlässlich. Sehr erfreulich: Es gibt noch einen Anschluss für einen Klinkenstecker (3,5 mm).

Als Betriebssystem läuft Android 12. Sony hält sich sowohl mit unnötigen Apps (Bloatware) als auch größeren Anpassungen am Interface angenehm zurück. Weniger schön: Das Sicherheits-Update stammt noch vom April und ist damit nicht mehr auf dem neuesten Stand. Ein weiteres Ärgernis: Bei Updates ist Sony zurückhaltend, so soll es neue Android-Versionen maximal für zwei Jahre und Sicherheits-Patches für höchstens drei Jahre geben.

Deutlich nachgebessert hat Sony beim Akku. Dieser fasst jetzt 5000 mAh statt 4500 mAh. Das ist für ein so kompaktes Gehäuse wirklich ungewöhnlich. Daran sollten sich einige andere Hersteller ein Vorbild nehmen. In Verbindung mit dem gemächlichen Prozessor und dem kompakten Screen mit 60 Hertz sorgt das für eine ausgezeichnete Akkulaufzeit: Beim Battery Test kamen wir auf eine simulierte Laufzeit von über 16,5 Stunden. Das hat schon lange kein Smartphone mehr geschafft. Besser war hier nur das klobige Outdoor-Smartphone Gigaset GX290 Plus (Testbericht) und das Budget-Handy Vivo Y72 5G (Testbericht).

Aus Gründen der Nachhaltigkeit verzichtet Sony auf ein Ladekabel und ein Netzteil. Das mag aus Umweltgründen eine gute Idee sein, ist aber ärgerlich, wenn man nur ein altes Netzteil zur Hand hat. Wer ein passendes Ladegerät sucht, dem empfehlen wir den Beitrag USB-C-Ladegeräte im großen Vergleichstest: Das Beste kostet nur 11 Euro.

Die Ladezeit hat Sony etwas verbessert. Statt mit 18 Watt sind jetzt Ladevorgänge mittels Power Delivery (PD) bei 30 Watt möglich. Mit einem älteren Samsung-Ladegerät mit 25 Watt braucht das Xperia 10 IV dennoch fast zwei Stunden, bis es aufgeladen ist. Von chinesischen Handys sind wir hier mittlerweile deutlich schnellere Ladezeiten gewohnt.

Für ein Mittelklasse-Gerät ist das Sony Xperia 10 IV zu teuer. Die UVP liegt bei 499 Euro. Das beste Online-Angebot beträgt aktuell etwa 469 Euro. Wählbar ist das Smartphone in den Farben Schwarz, Mintgrün, Weiß oder Lavendel.

Das Sony Xperia 10 IV bietet nur kleine Veränderungen im Vergleich zum Vorgänger. Optisch, wie auch bei der Ausstattung, ähnelt vieles dem Sony Xperia 10 III (Testbericht). Deutlich besser geworden ist die Display-Helligkeit, die Kamera hat jetzt endlich einen optischen Bildstabilisator (OIS) und die Akkulaufzeit sucht derzeit ihresgleichen. Eine Telelinse gehört auch hier zur Ausstattung. Zudem gibt es nur noch wenige Smartphones, die so leicht und kompakt sind, wie das Xperia 10 IV.

Vieles wirkt aber nicht mehr zeitgemäß. So ist das Design altbacken, die CPU bietet lediglich eine mäßige Performance und das sonst tolle OLED-Display flimmert nur mit 60 Hertz. Für einen Preis von knapp unter 500 Euro ist das zu wenig. Dennoch dürfte das Handy seine Fangemeinde finden, denn es besetzt eine Nische durch die kompakte Größe, das wasserdichte Gehäuse und die insgesamt gute Kamera mit Telelinse.

Zum fast gleichen Preis bietet das Samsung Galaxy S21 FE (Testbericht) ebenfalls ein Teleobjektiv und dafür deutlich mehr Performance. Eine günstigere Alternative mit toller Kamera ist zudem das Realme 9 Pro+ (Testbericht). Wer noch kleinere Mobilgeräte sucht, findet diese in der Top 10 der Mini-Handys: Die besten kleinen Smartphones. Weitere günstige Smartphones mit guter Zoom-Funktion zeigen wir in der Top 10: Samsung, Sony, Motorola – die günstigsten Foto-Handys mit Teleobjektiv.

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