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Sony Xperia 10 III
Pro und Contra
  • Lange Akkulaufzeit
  • Schutz vor Wasser nach IP68
  • Tolles OLED-Display
  • Altbackenes Design 
  • Schwaches mitgeliefertes Netzteil
  • Durchschnittliche Kamera
  • 4.0

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Das Sony Xperia 10 III wirkt mit seinem kleinen Gehäuse wie eine Reise in die Vergangenheit. Doch in dem Smartphone steckt mehr, als es der erste Blick vermuten lässt.

Bereits in der dritten Generation bietet Sony das Xperia 10 III im Segment der kompakten Mittelklasse-Smartphones an. Der Nachfolger des Sony Xperia 10 II (Testbericht) siedelt sich unterhalb der kommenden Top-Modelle Xperia 1 III und Xperia 5 III ein. Mit dem Xperia 10 III setzt Sony konsequent den mit dem Vorgänger eingeschlagenen Weg fort. Optisch ähnelt das kompakte und längliche Smartphone stark dem Vorgänger und setzt erneut auf OLED-Technologie für das Display und ein vor Wasser geschütztes Gehäuse.

Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 430 Euro nimmt es einen Platz in der gehobenen Mittelklasse an – dort tummeln sich allerdings zahlreiche Konkurrenten aus China. Ob das Xperia 10 III sich gegen die Flut an preiswerten Smartphones mit starken Features von Xiaomi, Oppo, Realme und Co. durchsetzen kann, klären wir im Test.

Wenn man das Sony Xperia 10 III das erste Mal in der Hand hält, kommt ein wenig Nostalgie auf. Mit dem relativ kompakten, aber dicken Gehäuse aus Kunststoff und Glas erinnert es stark an Modelle aus alten Zeiten. Ober- und unterhalb des Displays fällt der relativ breite Rand auf, in dem sich die Frontkamera befindet. Es gibt also keine Notch. Die anfängliche Nostalgie weicht schnell der Skepsis: Ist das Smartphone noch zeitgemäß? Das leichte Gewicht und das Material wecken Zweifel an der Hochwertigkeit des Mobilgeräts – andere verwenden in 400-Euro-Smartphones Metall und Glas. Das Design ist darüber hinaus doch recht altbacken, eher einfach und funktionell. Betrachtet man das Sony Xperia 10 III auf den zweiten Blick etwas näher, offenbart sich aber, dass die Verarbeitung tadellos ist – weder Spaltmaße noch wackelige Knöpfe stören den Eindruck.

Das kompakte Gerät im länglichen 21:9 Format mit 6-Zoll-Display ist relativ klein verglichen mit den Geräten der chinesischen Konkurrenz. Die Abmessungen betragen gerade einmal 154 x 69 x 8,3 Millimeter. Damit ist es zwar länger, aber auch schmaler als ein iPhone 12. Das Gewicht fällt mit knapp 169 Gramm ebenfalls geringer aus – vergleichbar mit dem genannten Smartphone von Apple. Größer sind die meisten Konkurrenten mit Android. Ein Samsung Galaxy A52 (Testbericht) überragt das Xperia 10 III zum Beispiel um mehr als einen halben Zentimeter. Das Xiaomi Poco X3 Pro (Testbericht) ist sogar einen Zentimeter länger und breiter, zudem auch noch dicker. Damit passt das Xperia 10 III optimal in jede Hosentasche. Das einhändige Bedienen klappt aber für den oberen Bereich des Displays nicht so gut – dafür ist das Smartphone zu länglich geraten.

Ebenfalls nicht ganz zeitgemäß ist die Screen-to-Body-Ratio des Xperia 10 III – das ist das Verhältnis der Displaygröße zur Gesamtfläche des Smartphones. Diese beträgt bei dem Modell von Sony nur etwa 80 Prozent. Je höher der Anteil, desto größer fühlt sich der Bildschirm an. Moderne Top-Smartphones mit Android bieten mittlerweile eine Screen-to-Body-Ratio von über 90 Prozent – allerdings vornehmlich bei besonders großen Geräten. Mehr dazu zeigen wir in unserer Top 10: Die besten Smartphones mit besonders viel Display. Sony dürfte mit dem Xperia 10 III neben Stammkunden vor allem Käufer ins Visier nehmen, die genug von riesigen Totschlägern chinesischer Bauart haben. Außerdem stört beim Medienkonsum keine Notch.

Wie schon beim Vorgänger schützt Sony das Xperia 10 III ebenfalls vor Spritzwasser und Staub. Das erklärt den gut abgedichteten Kunststoffrand des Gehäuses. Das Handy ist laut Angaben von Sony nach IP68 gegen zeitweises Untertauchen für 30 Minuten bis maximal 1,5 Meter Tiefe geschützt und zudem staubdicht. So oder so: Die Schutzart gilt nur für Süßwasser ohne Zusätze – nicht aber bei Meerwasser oder gechlortem Wasser. Schwimmen sollte man mit keinem nach IP68 zertifizierten Smartphone gehen, da die Herstellergarantie zumeist keine Wasserschäden abdeckt – so auch bei Sony. Zumindest muss man aber nicht gleich in Panik ausbrechen, wenn mal ein Glas Wasser über das Handy geschüttet wird oder man schutzlos in einen starken Regenschauer gerät. Mehr gegen Wasser geschützte Geräte zeigen wir in unserer Top 10: Wasserdichte Smartphones bis 400 Euro.

Wie schon beim Vorgänger setzt Sony für das Xperia 10 III ein OLED-Display ein. Dieses bietet satte und tiefe Schwarzwerte, kräftige Farben und tolle Kontraste. Die Auflösung von 2520 x 1080 Pixel geht absolut in Ordnung für die Größe von 6 Zoll und liefert eine ziemlich gute Pixeldichte von 456 PPI. Die Bildwiederholrate liegt allerdings noch bei 60 Hz – immer mehr Geräte in dieser Preisklasse verfügen schon über Displays mit 90 oder 120 Hz Bildwiederholfrequenz.

Der Bildschirm liefert eine maximale Helligkeit von 385 cd/m², was für ein OLED-Display ein ausreichender Wert ist, der sich im Mittelfeld bewegt. Meistens ist das Display des Xperia 10 III auch bei Sonnenschein im Freien noch ablesbar, was den Spaß mit dem Smartphone im Sommer nur wenig schmälert.

Einer der größten Kritikpunkte beim Vorgänger Sony Xperia 10 II (Testbericht) war die Kamera. Sony scheint hier nicht wirklich etwas unternommen zu haben. Die technischen Daten sind nahezu gleich: Eine Hauptkamera mit einer 12-Megapixel-Linse, ein Teleobjektiv mit f/2.4 sowie ein Weitwinkelobjektiv mit f/2.2 und jeweils 8 Megapixel. Das erlaubt scharfe 4K-Videos bei 30 FPS.

Insgesamt gelingen mit dem Sony Xperia 10 III ordentliche und farbenfrohe Aufnahmen – zumindest bei Tageslicht. Von einem Hersteller wie Sony hätten wir dennoch etwas mehr erwartet. Eine optische Bildstabilisierung gibt es nicht. Auffallend und weniger schön ist ein leichter Grauschleier auf den Bildern bei hellen Lichtverhältnissen. Zudem ist die Bildschärfe und Detailtiefe nicht sehr hoch bei den Aufnahmen.

Die Detailtiefe der Aufnahmen nimmt beim Weitwinkelobjektiv im Vergleich zur Hauptkamera zusätzlich ab. Einen Makromodus gibt es nicht, hier bietet sich am ehesten das Weitwinkelobjektiv an für Nahaufnahmen – allerdings stellt der Autofokus im Nahbereich nicht immer richtig scharf. Bei Dunkelheit nimmt die Performance der Kamera stark ab. Für bessere Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen soll der Nachtmodus sorgen. Dieser hellt die Aufnahmen deutlich auf. Die Details und Bildschärfe der Bilder bleiben aber bescheiden.

Einen durchweg guten Eindruck hinterlässt die Frontkamera für Selfies mit einer 8-Megapixel-Linse. Diese erlaubt zudem die Aufnahme von Full-HD-Videos.

Bei der Wahl des Prozessors greift Sony zum Snapdragon 690 – ein SoC der Mittelklasse. Zum Einsatz kommen dabei zwei Kryo-560-Gold-Kerne mit 2 GHz und sechs Kryo-560-Silver-Kerne mit 1,7 GHz, flankiert von der integrierten Adreno-619L-GPU. Spitzengeschwindigkeiten sind nicht zu erwarten, für den Alltag reicht das aber allemal. Beim Benchmark-Test von PCmark für Android erreichten wir solide 8200 Punkte. Beim Benchmark „Wildlife“ von 3Dmark kommt das Xperia 10 III auf knapp 830 Punkte. Damit bietet das Gerät eine solide Mittelklasse-Leistung und liegt geringfügig hinter dem Niveau der Samsung Galaxy A52 (Testbericht) oder Xiaomi Redmi Note 10S (Testbericht). Im Alltag läuft das Gerät flüssig, Multitasking stellt ebenfalls kein Problem dar. Lediglich Spiele wie Asphalt 9 laufen nur bei mittleren Grafikdetails ausreichend flüssig.

Die Ausstattung mit 6 GByte RAM und 128 GByte Speicherplatz geht in Ordnung – weniger sollte es bei dem Preis aber nicht sein. Ebenfalls wieder mit an Bord ist der Fingerabdrucksensor im Power-Button, der seinen Job zuverlässig verrichtet. Der USB-C-Anschluss unterstützt bereits USB 3.1 Gen 1 – ehemals bekannt als USB 3.0. Das erlaubt Datenübertragungen mit bis zu 5 Gbit/s. Das ist erfreulich, setzen doch viele chinesische Hersteller noch immer USB 2.0 ein, das nur eine langsame Datenübertragung erlaubt. Bei der kabellosen Konnektivität setzt das Xperia 10 III bereits Bluetooth 5.1 ein, was den Einsatz von Audio-Geräten mit dem Codec aptX HD ermöglicht. Ein klassischer Klinkenanschluss ist ebenfalls vorhanden. Für WLAN-Verbindungen unterstützt das Smartphone maximal Wifi-5, nicht aber Wifi-6. Ein NFC-Chip ist erwartungsgemäß an Bord.

Der Monolautsprecher erreicht eine ordentliche Lautstärke und ist recht ausgewogen im Klang. Für kurze Videoclips oder für Spiele ist das ausreichend, auch wenn Stereo-Sound schöner gewesen wäre. Als Software kommt Android 11 zum Einsatz. Sony hält sich mit größeren Anpassungen beim Betriebssystem sowie Bloatware angenehm zurück. Der Sicherheitspatch stammt vom 1. April 2021 und hinkt damit mehr als einen Monat hinterher.

Die Akkukapazität des Sony Xperia 10 III beträgt 4500 mAh. Das ist eine ordentliche Steigerung im Vergleich zum Vorgängermodell mit mageren 3600 mAh. Einige chinesische Hersteller bieten allerdings bei vergleichbaren Handys bereits 5000 mAh und mehr.

Sony hat hier dennoch einen glänzenden Job gemacht. Im Battery Test von PCmark hielt das Xperia 10 III bei einer simulierten Nutzung fast 15 Stunden durch, bevor der Akku einen Stand unterhalb von 19 Prozent erreicht. Das ist ein ausgezeichneter Wert. Das Smartphone von Sony überbietet sogar das Samsung Galaxy A52 (Testbericht), welches bei dem Test starke 14 Stunden erreicht. Andere Konkurrenten wie das Xiaomi Redmi Note 10S (Testbericht) schaffen trotz 5000 mAh-Akku „nur“ 12 Stunden bei ebenfalls 60 Hertz.

Weniger überzeugend ist das beigelegte Netzteil von Sony. Zwar unterstützt das Xperia 10 III eine Ladeleistung bis 18 Watt, das schwache 7,5-Watt-Netzteil lädt das Smartphone aber sehr gemächlich. Bis der leere Akku wieder aufgeladen ist, vergehen fast 3 Stunden. Das OnePlus 8T (Testbericht) lädt zum Beispiel in weniger als einer Stunde komplett auf. Mit einem stärkeren Netzteil kann man die Ladezeit verkürzen. Alternativen zeigen wir im großen Vergleichstest der USB-C-Ladegeräte. Kabelloses Laden ist beim Xperia 10 III ebenfalls nicht möglich - auch das wäre eine Möglichkeit für Sony gewesen, sich von der Konkurrenz abzugrenzen.

Das Angebot an Varianten des Sony Xperia 10 III ist angenehm übersichtlich: Die Hardware ist immer gleich, es stehen vier Farben zu Auswahl: Weiß, Schwarz, Blau und Pink. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 430 Euro. Einige Anbieter verlangen zum Artikelzeitpunkt knapp über 420 Euro für das Smartphone.

Sony liefert mit dem Xperia 10 III ein solides Mittelklasse-Smartphone ohne Wow-Effekt. Das helle OLED-Display sorgt für genug Schärfe und Bildqualität. Die Performance des Geräts bewegt sich auf durchschnittlichem Niveau und reicht für tägliche Aufgaben absolut aus. Die Kamera liefert ordentliche Bilder, konnte uns aber nicht gänzlich überzeugen. Dank einer IP68-Zertifizierung dürfte das Xperia 10 III Unfälle im Kontakt mit Wasser gut überstehen.

Alleinstellungsmerkmal des Xperia 10 III ist das kompakte, leichte und wasserfeste Gehäuse. Wer ein möglichst kleines und wasserfestes Smartphone mit OLED-Display sucht, kommt am Xperia 10 II nur schwer vorbei. Die Preisempfehlung von 430 Euro ist allerdings für das Gebotene zu hoch gegriffen. Sony es hier mit einer Vielzahl an Konkurrenten in diesem Preissegment zu tun, chinesische Handys sind mit deutlich mehr Leistung und OLED-Technologie bereits für 300 Euro und weniger zu haben.

Eine gute Alternative mit ähnlich starkem Akku, wasserdichtem Gehäuse und tollem Display ist das 100 Euro günstigere Samsung Galaxy A52 (Testbericht), das aber größer ausfällt. Das Xiaomi Redmi Note 10S (Testbericht) bietet vergleichbare Features des Xperia 10 III sogar zum halben Preis – ist aber nicht gegen Wasser geschützt. Ebenfalls recht kompakt und wasserfest ist das unwesentlich teurere Samsung Galaxy S20 FE (Testbericht). Wer sich nicht an großen Handys stört und viel Leistung für wenig Geld wünscht, sollte einen Blick auf das Xiaomi Poco F3 (Testbericht) wagen.

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