Sony Xperia 1 III
Pro und Contra
  •  Hervorragendes Display
  • Starke Leistung
  • Detaillierte Kameraoptionen
  • Preis enorm hoch für Gebotenes
  • Kameraqualität kommt nicht ganz an Spitzenkonkurrenz heran
  • 4.0

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Sony veröffentlichen mit dem Xperia 1 III ein Handy im obersten Premium-Segment, das mit professioneller Fotofunktion, Power-Prozessor und einem hochauflösenden Display überzeugen soll. Ob das gelingt, klären wir im Test.

Bei dem neuen Sony Xperia 1 III besteht die Zielgruppe laut Hersteller aus Fotografen, Videospielfans und Musikliebhabern. Dabei legt sich Sony hinsichtlich der Ausstattung mächtig ins Zeug und lässt bei Display, Leistung und Kamera die Muskeln spielen. Allerdings ist der aufgerufene Straßenpreis von 1300 Euro kein Zuckerschlecken und richtet sich demnach wohl eher an Technikenthusiasten und professionelle Nutzer – lohnt sich also der Kauf des Highend-Smartphones?

Das Sony Xperia 1 III liegt trotz seiner ungewöhnlichen Maße von 165 x 71 x 8,2 mm gut in der Hand. Zwar ist die Länge des Smartphones etwas gewöhnungsbedürftig, allerdings kommt man schnell damit zurecht – was auch am ordentlichen, gut ausbalancierten Gewicht von 186 Gramm liegt. Die Verarbeitung weiß zu überzeugen, weder ungleiche Spaltmaße noch scharfe Kanten sind auszumachen. Sony hat sich dafür entschieden, die Regler und Knöpfe ausschließlich auf der rechten Seite unterzubringen. Der Lautstärkeregler steht etwas aus dem Gehäuse heraus und besitzt guten einen Druckpunkt sowie optimalen Tastenhub. Die Klickgeräusche sind zwar etwas laut, wirklich störend ist das aber nicht. Power- sowie Google-Assistant-Schalter sind in das Gehäuse eingelassen und gut zu erreichen. Der dezidierte Schalter für den Fotomodus ist geriffelt, erzeugt dadurch einen guten Grip und steht wie der Volume-Regler leicht aus dem Gehäuse heraus. Im Praxistest fällt jedoch auf, dass man ihn beim Aktivieren direkt mittig betätigen muss, da er sonst nicht reagiert – hier haben Führung und Hub eindeutig zu viel Spiel.

In die Rückseite ist das Kameramodul integriert. Es steht ein paar Millimeter heraus, das stört jedoch nicht beim Ablegen des Handys. Fingerabdrücke sind weder auf Rück- noch Vorderseite zu erkennen. Auf der Vorderseite wird Corning Gorilla Glas Victus verwendet, bei der Rückseite kommt Corning Gorilla Glas 6 zum Einsatz. Die Frontkamera ist am oberen Rand des Displays angebracht, auf eine Notch hat Sony verzichtet. Entsprechend sind die Ränder oben und auch unten vergleichsweise breit, auf der linken und rechten Seite hingegen sehr schmal gehalten.

Das 4K-HDR-OLED-Display des Sony Xperia 1 III besitzt eine Auflösung von 3840 x 1644 und eine Bildwiederholrate von 120 Hertz. Die Bildschärfe ist mit 642 ppi (Pixel pro Zoll) sehr hoch, die meisten Smartphones liegen eher um 400 Pixel, sind dann aber auch günstiger. Der Hersteller beschreibt das Display im 21:9-Format als „CinemaWide“, da das Format üblicherweise im Kino verwendet wird. Dieses Format hat bereits mit dem Xperia 1 (Testbericht) Einzug in Sony-Geräte gehalten. Der Bildschirm macht tatsächlich einen sehr großen Eindruck, Apps haben sehr viel Platz und es lassen sich auch problemlos mehrere Webseiten nebeneinander aufrufen, wenn man das Handy quer hält.

Die optionale 120-Hertz-Bildwiederholungsrate ermöglicht ein flüssiges Scrollen, allerdings wirkt sich dies auch auf die Akkulaufzeit aus – bei Bedarf lässt sich in den 60-Hertz-Modus schalten, der weniger Energie benötigt. In Sachen Farben, Kontrast und Blickwinkel zeigt sich das Sony Xperia 1 III von seiner besten Seite. Dank HDR-Funktion sehen Inhalte natürlich und kraftvoll aus, der Kontrast ist gestochen scharf und auch die Blickwinkelstabiliät überzeugt in hohem Maße. Nur bei der Helligkeit schwächelt Sony etwas, hier wäre der Preisklasse entsprechend mehr drin gewesen. Bei voller Sonneneinstrahlung erkennt man zwar noch alles auf dem Bildschirm, aber man merkt deutlich, dass der Screen an seine Grenzen kommt.

Als Highlight stellt Sony auch noch die Touch-Scanrate von 240 Hertz heraus, womit die Berührungen auf dem Display sogar viermal schneller als beim Vorgängermodell erkannt werden soll – gerade für Spieler, bei denen es auf schnelle Reaktionen ankommt, ist das ein Bonus. Beim Test konnte dies nicht genau ermittelt werden, allerdings reagiert das Smartphone bei allen Anwendungen ohne Verzögerung. Fotografen und Grafiker freuen sich zudem über die Möglichkeit, die wiedergegebenen Farben hinsichtlich ihrer Farbtemperatur auf D50 oder D55 zu kalibrieren und sie so für professionelle Anwendungen wie einen Druck zu überprüfen.

Die Kamera mit ihren umfassenden Funktionen ist das Highlight des Sony Xperia 1 III. Sony setzt wie bei dem Vorgänger auf hochwertige Zeiss-Linsen, deren Objektive sogar mit der Zeiss T* Beschichtung ausgestattet sind, die für weniger Reflexionen und hohem Kontrast sorgen soll. Bei der Dreifach-Kamera gibt es insgesamt vier Objektivmöglichkeiten. Die Hauptkamera ist mit 16 mm Brennweite ausgestattet, besitzt eine F2.2 -Blende und eine Auflösung von 12 Megapixel. Das Weitwinkelobjektiv mit F1.7-Blende hat ebenfalls eine Auflösung von 12 Megapixel, die Brennweite liegt bei 24 mm. Star des Kameramoduls ist das optische Teleobjektiv, bei dem sich die Brennweite von 70 auf 105 mm stufenlos justieren lässt. Der eingebaute Dual-PDAF Sensor sorgt laut Sony zudem für eine bessere Zusammenarbeit von Objektiv und Autofokus. Die Blende geht von F2.3 und F2.8, die Auflösung liegt ebenfalls bei 12 Megapixel. Die Frontkamera hat eine Auflösung von 8 Megapixel und eine F.2.0-Blende. Videos können wahlweise in 4K-HDR mit 24, 25, 30, 60 und 120 Bildern pro Sekunde aufgenommen werden. Hier bietet Sony mit der Experten-App Cinema Pro eine breite Palette an Aufnahmemöglichkeiten.

Mit der App Photography Pro gibt Sony dem Nutzer nun die gleichen Steuerungsoptionen an die Hand wie bei ihren professionellen Kameras, die Benutzeroberfläche orientiert sich dabei an Kameras der α-Serie von Sony. So lässt sich bei Bedarf mit automatischer Einstellung fotografieren und in der manuellen Steuerung Blende, Belichtungszeit, Iso-Wert und viele weitere Einstellungen tätigen. Sony unterstreicht den professionellen Anspruch zudem, indem man das Xperia 1 III auch als Bildschirm für Kameras der α-Serie verwenden und diese dann entsprechend fernsteuern kann.

Bei den vorliegenden Bildern wurde der Basic-Modus verwendet, mit dem sich schnell und unkompliziert Fotos im Alltag machen lassen. Die Bilder der Hauptkamera überzeugen mit scharfen Bildern, allerdings wirken die Farben etwas kraftlos. Hier macht es den Eindruck, als würden sie nicht realitätsgetreu wiedergegeben werden, lassen dadurch aber mehr Bearbeitungsspielraum. Die Weitwinkelkamera wirkt ebenfalls etwas kraftlos in den Farben, positiv ist jedoch herauszustellen, dass sie an den Rändern nicht verzerrt. Das Teleobjektiv begeistert mit einem stufenlosen Zoom, die Fotomotive sind auch von Weitem noch gut zu erkennen. Optional lässt sich auch noch digital heranzoomen, hier wird die Bildwiedergabe früher oder später erwartungsgemäß jedoch pixelig. Auch im Nachtmodus fehlt für den aufgerufenen Preis des Xperia 1 III noch das gewisse Etwas. Zwar erkennt man die Motive nachts, aber Konkurrenten, wie das Samsung Galaxy S20 FE (Testbericht), die deutlich günstiger sind, machen das deutlich besser. Positiv lässt sich allerdings anmerken, dass der Weißabgleich meist gelungen ist und Nachtaufnahmen wegen ihrer verhaltenen Aufhellung eigentlich natürlicher als bei der Konkurrenz wirken. Die Selfiekamera bietet eher Mittelmaß. Videofunktion verrichtet ihren Dienst, auch wenn hier die Farben ebenfalls etwas kraftlos sind.

Zwar kann man argumentieren, dass für die individuellen Vorstellungen die beiden Modi Photography Pro sowie Cinema Pro vorhanden sind, allerdings fordern diese ein hohes Maß an technischem Know-How und erfordern auch einen gewissen Zeitaufwand, um sie entsprechend effektiv zu bedienen. Den meisten Nutzern wird das zu viel sein. In der alltäglichen Nutzung schlägt sich der Basic-Modus zwar gut, aber bei einem Smartphone in der absoluten Premium-Klasse sollte mehr drin sein. Hier schneidet die Konkurrenz von Apple, Samsung oder Xiaomi deutlich besser ab und ist dabei auch noch günstiger.

Das Sony Xperia 1 III ist mit einem Qualcomm Snapdragon 888 Mobile Prozessor mit acht Kernen ausgestattet und mit bis zu 2,84 GHz getaktet. Der Prozessor wurde Ende letzten Jahres vorgestellt und ist entsprechend aktuell, auch wenn es mittlerweile eine Plus-Variante mit höherer Taktung gibt. Der Arbeitsspeicher liegt bei zünftigen 12 GByte, gerade im Alltag merkt man die Geschwindigkeitsvorteile dieser Menge, besonders durch schnelle Ladezeiten und fehlender Latenz bei vielen im Hintergrund geöffneten Programmen. Konkurrenten wie das OnePlus 9 (Testbericht) kosten allerdings die Hälfte und besitzen ebenfalls 12 GByte RAM. Nichtsdestotrotz weiß das Sony Xperia 1 III in Sachen Leistung, gerade wegen des Prozessors, zu glänzen.

So erreicht es im beim Work-Performance-Test von PCMark stolze 11.800 Punkte und beim Storage-Score-Test kommt es auf 32.300 Punkte – beides sehr gute Werte. Auch beim neuen 3DMark-Wildlife-Benchmark erreicht das Smartphone einen überzeugenden Wert von etwa 5850 Punkten – gerade Fans von Videospielen sollten lange ihre Freude mit so viel Leistung haben. Der interne Speicher liegt bei 256 Gigabyte und kann bei Bedarf noch per microSDXC-Karte mit bis zu einem TByte erweitert werden. Der Dual-Sim-Hybrid-Kartenslot nimmt optional auch zwei SIM-Karten auf. Besonders löblich ist hierbei das unkomplizierte Öffnen des Kartenslots an der oberen linken Seite des Gehäuses. Hier kann man auch ohne Tool den Kartenschacht problemlos öffnen. Mit Wi-Fi 6, Bluetooth 5.2, 5G und NFC ist das Smartphone auch für die Zukunft optimal aufgestellt. Eine IP-Zertifizierung sorgt vor Schutz gegen Wasser.

Als Software kommt Android 11 zum Einsatz, das im September 2020 veröffentlicht wurde und die bisher neueste Version darstellt. Das hauseigene Xperia UI Android orientiert sich größtenteils an dem klassischen Layout, bietet jedoch im Detail viele Einstellungsmöglichkeiten, wie etwa beim Klang. Sony betonen hier den audiophilen Anspruch und spendieren dem Sony Xperia 1 III Features wie Dolby Atmos, 360 Spatial Sound oder etwa DSEE Ultimate, das per KI-Technologie komprimierte Musik hochauflösender darstellen soll. Da nicht alle Hifi-Kopfhörer über Bluetooth verfügen, besinnt sich Sony zurück auf den 3,5 mm Klinkenanschluss, so lassen sich problemlos die unterschiedlichsten Typen von Kopfhörern anschließen. Im Test wissen die Features bedingt zu überzeugen, hier braucht es in der Regel hochauflösende Audiosignale fernab der meisten Streaming-Dienste, um die volle Klangwirkung zu entfalten. Außerdem ist bei der KI-gestützten Aufwertung des Audiosignals eine gewisse Künstlichkeit nicht zu überhören. Vielspieler freuen sich mit Sicherheit über die Möglichkeit, einen Dualshock-4-Controller der Sony Playstation direkt mit dem Handy zu verbinden zu können.

Der Sicherheits-Patch ist das zuletzt im April aktualisiert worden, hier sollte schnell nachgebessert werden. Fingerabdruckscanner und Gesichtserkennung arbeiten tadellos.

Überraschenderweise ist das Sony Xperia 1 III „nur“ mit 4500 mAh ausgestattet. Zum Vergleich: Das Asus Zenfone 7 Pro Turbo (Testbericht) besitzt bereits 5000 mAh und verfügt ebenfalls über viele energieschluckende Features. Im PCmark Battery Test erreicht das Sony mit 120-Hertz-Bildwiederholungsrate einen Wert von 8,5 Stunden. Im stromschonenderen 60-Hertz-Modus sind es immerhin über 10,5 Stunden. Das geht zwar in Ordnung, aber ist nicht übermäßig beeindruckend – gerade auch in Relation zum Preis. Kabelloses Laden ist möglich, auch lassen sich per Akkufreigabefunktion andere Geräte – auch kabellos – laden. Im Lieferumfang enthalten ist ein 30-Watt-Netzteil, das den Akku innerhalb von 30 Minuten nahezu um die Hälfte auflädt. Das ist nicht enorm schnell, aber völlig in Ordnung.

Das Sony Xperia 1 III ist zum Testzeitpunkt in den Farben Violett und Schwarz zum Straßenpreis von knapp 1300 Euro verfügbar.

Das Sony Xperia 1 III überzeugt mit makellosem Design und tadelloser Verarbeitung. Das Display begeistert mit gestochen scharfer Auflösung, auch wenn die Helligkeit nicht ganz perfekt ist. Hinsichtlich der Leistung mischt es weit vorne mit und ist mit seinen zahllosen Funktionen für die angesprochenen Videospielfans und audiophilen Enthusiasten interessant, auch wenn bei der Akkulaufzeit mehr drin gewesen wäre.

Höhepunkt ist die Kamera in Kombination mit den beiden Experten-Apps Photography Pro und Cinema Pro, die allerdings ein entsprechendes Maß an Fachwissen oder Einarbeitungszeit voraussetzen, im Basic-Modus hingegen zwar überdurchschnittlich, aber nicht spitzenmäßig ist. Wer allerdings das Xperia 1 III nur für alltägliche Anwendungen benutzen möchte, der wird vermutlich mit dem hohen Preis seine Schwierigkeiten haben, besonders, da die Konkurrenz für sehr ähnliche Hardware teils nur die Hälfte des Preises aufruft und bis auf die Kameraoptionen gut mithalten kann.

Alternativen sind Oppo Find X3 Pro (Testbericht), OnePlus 9 Pro (Testbericht) und Samsung Galaxy S21 Ultra (Testbericht). Alle drei Modelle sind günstiger, teils sogar deutlich.

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