Solar-Powerstation Flashfish UA1100 im Test: Autark mit mobiler Steckdose

Flashfish UA1100
Pro und Contra
  • hohe Kapazität
  • hohe Leistung
  • Lüfter erst ab über 300 W
  • UVP vergleichsweise hoch
  • keine Restlaufanzeige
  • keine Abdeckungen für die Anschlüsse
  • 4.5

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Der Solargenerator UA1100 hat zwei 230-V-Steckdosen mit 1200 W Leistung, 1100 Wh Kapazität und kann per Netzteil oder per Photovoltaik-Modul geladen werden. TechStage hat die ausdauernde und lautlose Alternative zum Benzin-Stromgenerator getestet.

Powerstations mit 230 V und integriertem Solargenerator ermöglichen die Stromversorgung fernab und unabhängig vom Stromnetz. Dank zahlreicher Anschlussmöglichkeiten inklusive 230-V-Steckdosen und einer ordentlichen Leistung bieten sich die Geräte für Freizeit, Beruf und als Notstromversorgung an. Das Aufladen der Powerstation geschieht wahlweise per Netzteil an der Steckdose, 12-V- Anschluss im PKW oder mithilfe eines Solar-Panels. So bieten die Geräte eine höchstmögliche Flexibilität und Unabhängigkeit.

Dieser Test einer Powerstation gehört zu unseren Themenwelten Outdoor und Camping. Hier zeigen wir etwa Hightech-Gadgets zum Wandern, Ferngläser mit Entfernungsmesser oder erklären, worauf man beim Kauf einer Taschenlampe achten sollte.

In diesem Einzeltest geht es um die UA1100 von Flashfish, einem Hersteller für Photovoltaik-Module und mobile Solargeneratoren. Das Testgerät hat uns der Onlineshop Banggood zur Verfügung gestellt, wo die UA1100 derzeit für 821 Euro als Flash-Deal mit Lieferung aus einem EU-Land gelistet ist. Regulär kostet die das Modell zwischen 1050 und 1200 Euro. Im Verhältnis zur kompakten Bauweise locken die große Kapazität, die hohe Dauerleistung von 1200 W und der derzeit sehr attraktive Preis.

Das Design der UA1100 gleicht bis auf die Abmessungen der kleineren und auch deutlich schwächeren UA550 (Testbericht). Das hochwertig verarbeitete, an den Ecken abgerundete, Metallgehäuse umschließt Boden, Deckel und Seitenteile des Solargenerators. Lediglich Vorder- und Rückseite bestehen aus Kunststoff. Das sorgt für einen modernen und schicken Auftritt und so ist diese Powerstation nicht nur für den Campingplatz oder Baggersee, sondern auch für den Einsatz in der Messehalle, dem Büro oder auf dem Firmenevent geeignet. Auf der Oberseite des rund 19 x 20 x 31 cm großen Akku-Würfels befindet sich der Handgriff für den Transport der Powerstation mit einem Gewicht von fast 14 kg. Damit ist die UA1100 zwar mobil, aber wegen der Abmessungen und des Gewichts trotzdem weniger für Fahrradtour oder Wanderung geeignet.

Anders als etwa bei der Bluetti Poweroak EB70 (Testbericht) sind die Anschlüsse und Bedienelemente nicht zentral an nur einer Seite positioniert. Die Notbeleuchtung in Form einer Ringleuchte, der Gleichstrom-Eingang zum Anschluss von Ladegerät und Photovoltaikmodul und der Lichtschalter sitzen zusammen mit den Lüftungsöffnungen auf der Rückseite des Gehäuses. Oben auf der Vorderseite ist mittig das helle und mehrfarbige Status-Display installiert. Neben Restkapazität in Prozent, aktuell anliegender Ein- und Ausgangsleistung zeigt es auch die aktivierten Anschlüsse. Farben und Erscheinungsbild der Anzeige erinnern an die Powerstation Xmund XD-PS10 (Testbericht). Auf eine Restlaufanzeige, wie die Ecoflow Delta (Testbericht) oder die Loskii LK-PS31 (Testbericht) verzichtet Flashfish bei seinem Solargenerator.

Die Anschlüsse für elektrische Verbraucher sind in drei Bereiche gegliedert. Links befinden sich die Gleichstromdosen (DC) bestehend aus USB-Ports (USB-C PD 60 W, 2x USB-A 2,4 A, USB-A QC 3.0) und 12-V-Anschlüssen (KFZ-Zigarettenanzünder, 2x 12 V 10 A Rundstecker). Der runde KFZ-Port dient alternativ auch zum Nachladen der Powerstation im PKW oder Wohnmobil. Rechts neben den DC-Ports sind die beiden 230-V-Anschlüsse mit Universaldose (reine Sinuswelle) übereinander angeordnet. Diese funktionieren im Test zwar zuverlässig, trotzdem gefallen uns klassische EU-Steckdose deutlich besser, da sie Steckern mehr Halt geben. Die Ausgänge für USB, 12 V und 230 V verfügen über separate Ein- und Ausschalter. Werden Anschlüsse aktiviert, leuchtet automatisch das Display.

Die Verarbeitung ist tadellos. Die Haptik der UA1100 ist hochwertig und das Erscheinungsbild gefällt uns. Lediglich das an Front und Rückseite etwa einen Zentimeter überstehende Kunststoffgehäuse gibt leichten Punkteabzug, da sich hier Staub und Dreck sammeln. Neben der Powerstation gehören noch ein 230-V-Netzteil und eine Anleitung zum Lieferumfang.

Die Bedienung der Powerstation ist dank klarer Beschriftung und durchdachter Aufteilung der Bedienelemente völlig unkompliziert. Zum Ein- und Ausschalten der verschiedenen Anschlüsse braucht es nur einen kurzen Druck auf den jeweiligen Taster. Um Restkapazität, Ein- und Ausgangsleistung zu prüfen, genügt ein kurzer Blick auf das Display. Welche Ausgänge gerade aktiv sind, ist dort ebenfalls ersichtlich. Gleichzeitiges Laden und Entladen der Powerstation ist möglich und funktioniert im Test problemlos. Auch wenn das selbstverständlich erscheint: Die günstige Blitzwolf BW-PG2 (Testbericht) hat gezeigt, dass dies nicht bei allen Solargeneratoren funktioniert.

Zunächst laden wir die UA1100 mit dem beigelegten Netzteil. Etwa zwei Sekunden nach dem Einstecken der Powerstation erleuchtet das Display der Powerstation und zeigt die aktuelle Ladeleistung. Beim Laden mit dem Netzteil (Leistung 100 bis 150 W) bleibt der Lüfter aus, das Gerät wird dabei etwa handwarm. Nach dem vollständigen Aufladen des Lithium-Ionen-Akkus beginnen unsere Belastungstests.

Hier muss die Powerstation etwa die Versorgung der Steckdosenleiste unseres Arbeitsplatzes übernehmen. Neben einem Macbook Pro, zwei 24-Zoll-Monitoren, einem Drucker und Telefon ziehen noch Aktivlautsprecher sowie einige USB-Verbraucher Strom. Trotz einer durchschnittlichen Ausgangsleistung von 98 bis 120 W bleibt die UA550 lautlos. Selbst während Druckvorgängen, bei denen die Leistung 200 W übersteigt, bleibt der Lüfter aus. Für diese mobile Steckdose brauchen wir schon stärkere Verbraucher!

Erst als wir statt unseres Arbeitsplatzes einen 150-W-Baustrahler und insgesamt fünf andere Powerstations an die Mehrfachsteckdose anstecken, beginnt die Flashfish UA1100 mit aktiver Kühlung. Das ist wenig Verwunderlich bei einer nun anliegenden Dauerlast von 920 bis 970 W. Im Vergleich zu anderen Powerstations bleibt das Lüftergeräusch aber auf einem erträglich niedrigen Niveau. Im Vergleich zu den laut surrenden Lüftern der Netzteile von Bluetti ist bei der UA1100 kaum etwas zu hören.

Der Solargenerator ist im gesamten Testzeitraum insgesamt nur selten zu hören, was gerade bei Benutzung in Zelt oder Campingwagen von großem Vorteil ist. Bei anderen Powerstations laufen die internen Lüfter schon bei sehr geringer Last oder auch während des Aufladens, was etwa beim Campen störend ist.

Nach knapp einer Stunde bei fast 1000 W haben wir die Akkus vollständig geleert und dabei insgesamt 957 Wh entnommen. Hinsichtlich der Kapazität von 1100 Wh entspricht das einem Verlust von nur rund 13 Prozent. In einem zweiten Testdurchlauf mit deutlich schwächeren 230-Volt-Verbrauchern kommen wir zwar auf eine längere Laufzeit, allerdings nur auf eine Entnahme von 896 Wh, was einem Verlust von gut 19 Prozent entspricht. Die größte Energiemenge steht mit Gleichstromverbrauchern zur Verfügung. Hier kommen wir auf knapp 1010 Wh Gesamtentnahme, bei einem Verlust von nur 10 Prozent.

Warum der Unterschied? Das hängt das mit den unterschiedlichen Verlusten bei der Bereitstellung von Gleich- und Wechselstrom sowie bei unterschiedlichen Leistungen zusammen. Die höchsten Verluste treten demnach bei der Nutzung von Wechselstromverbrauchern mit wenig Leistung auf. Am wenigsten Verluste gibt es bei der Nutzung von 12-Volt-Gleichstrom. Dementsprechend sind die Werte der UA550 mit den Geräten von anderen Herstellern vergleichbar. In der Regel spricht man von einer nutzbaren Kapazität von rund 85 Prozent.

Testweise schließen wir auch stärkere Verbraucher wie elektrische Werkzeuge, unseren 42-Zoll-TV (LED) und verschiedene Küchengeräte an. Während Fernseher, Bohrhammer, Heißklebepistole und Eiswürfelmaschine mit weniger als 1200 W problemlos funktionieren, kommt die Powerstation bei Fritteuse und Induktionskochplatte mit 1800 bis 3000 W schnell an ihre Grenzen. Wie vom Hersteller angegeben, sind zwar mehrere Sekunden lange Peaks bis zu 2000 W möglich, bei längerer Benutzung oder höherer Leistung schaltet die UA1100 die überlasteten Ausgänge umgehend und zuverlässig ab. Die Lüfter der Powerstation springen direkt nach dem Einschalten kurz an und bleiben ansonsten die meiste Zeit über stumm. Erst ab einer Abgabeleistung von über 350 W schaltet sich der erträglich leise Lüfter zu.

Das Laden der Powerstation mit dem universellen 200-W-Photovoltaik-Paneel Kroak SP-06 testen wir ebenfalls. Bei gutem Wetter mit nur wenig Bewölkung benötigt das günstige China-Panel gut eineinhalb Tage (je 8 Stunden), um den Akku der UA1100 komplett zu füllen. Zugegebenermaßen lag das Solarmodul in den Morgen- und Abendstunden allerdings auch im Halbschatten und lieferte deutlich weniger als die angegebenen 200 W Leistung.

Das Laden mit dem mitgelieferten Netzteil dauert im Test gut neun Stunden, was nach unserem Geschmack zu langsam ist. Hier sind wir allerdings auch durch die Schnellladefunktion der Modelle Ecoflow Delta (Testbericht) und River (Testbericht) verwöhnt. Hier benötigt der Ladevorgang für die bis zu 1260 Wh nur knapp 1,5 Stunden.

Das Modell haben wir für diesen Test von Banggood zur Verfügung gestellt bekommen, wo das Gerät mit Lieferung aus einem EU-Lager für über 1000 Euro gelistet ist. Derzeit ist die UA1100 aber als Flash-Deal für knapp 821 Euro verfügbar.

Neben dieser zugegebenermaßen hochpreisigen, dafür ausdauernden Powerstation, gibt es das Modell von Flashfish auch als UA550 (Testbericht). Hier stehen maximal 600 W und eine Kapazität von 550 Wh zur Verfügung. Die kleine Variante kostet derzeit etwa 483 Euro.

Der aktuelle Marktpreis ist angemessen und mit ähnlich ausgestatteten Geräten vergleichbar. Im Vergleich zur Ecoflow Delta erscheint uns lediglich die UVP von über 1200 Euro zu hoch.

Der Solargenerator Flashfish UA1100 hinterlässt einen positiven Eindruck. Neben der hochwertigen Verarbeitung und dem schicken Gehäuse gefallen uns der meist lautlose Betrieb und die Kombination aus Größe, Leistung und Kapazität. Die nutzbaren knapp 1000 Wh und die satten 1200 W Dauerleistung sind selbst für Verbraucher wie Rasentrimmer oder kleine Kompressoren ausreichend.

Wer eine schicke Powerstation für Beruf, Freizeit oder Camping sucht, ist mit der Flashfish UA1100 gut beraten. Dank lautlosem Betrieb macht dieser Solargenerator im Zelt oder am Arbeitsplatz eine gute Figur. Lediglich der Normalpreis von über 1000 Euro erscheint uns zu hoch angesetzt. Für dieses Budget gibt es auch schon eine Ecoflow Delta (Testbericht) mit 1260 Wh, 1800 W und einer sehr praktischen Schnellladefunktion.

Wer auch mit weniger Leistung und geringerer Kapazität zurechtkommt, sollte sich alternativ die günstigere UA550 (Testbericht) ansehen. Wer Verbraucher über 1200 W über längere Zeiträume nutzen will, muss sich nach einer Alternative umsehen. Hier kommt etwa Ecoflow Delta (Testbericht) oder Ecoflow River (Testbericht) mit bis zu 1800 W infrage.

Weitere Artikel zu den Themen Outdoor und Camping zeigen unsere Themenwelten. Hier haben wir etwa Hightech-Gadgets zum Wandern getestet, Ferngläser mit Entfernungsmesser ausprobiert oder erklären, worauf man beim Kauf einer Taschenlampe achten sollte. Mehr zu Powerstations zeigen unsere Ratgeber Gadgets gegen den Blackout und Notstrom ohne Lärm: Powerstations mit Akku und 230-V-Steckdose.

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