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Smartphone Realme 7 im Test: 90 Hertz zum Sparpreis
Pro und Contra
  • Gutes 90-Hz-Display
  • Ordentliche Kamera
  • Starker Chipsatz
  • Makrokamera überflüssig
  • 4.0

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Realme geht mit dem Realme 7 in die Preisoffensive. Quad-Kamera, jede Menge Power und ein 90-Hz-Display – das klingt richtig gut. Gibt es einen Haken?

Seit Anfang 2020 ist Realme auch auf dem deutschen Markt aktiv. Smartphones wie das Realme 6 (Testbericht) zeichneten sich besonders durch ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aus, das soll auch beim Nachfolger, dem neuen Realme 7, nicht anders sein. Das Mittelklasse-Smartphone will mit Quad-Kamera, 90-Hz-Display und leistungsfähigem Gaming-Prozessor punkten. Wir haben im Test überprüft, ob das klappt.

Das Realme 7 liegt sehr gut in der Hand und ist mit seinen 198 Gramm nicht zu schwer, aber auch nicht zu leicht. Erfreulich ist auch, dass auf scharfe Kanten verzichtet wurde und die Finger so nirgends hängen bleiben. Bei der Farbe hat man die Auswahl zwischen Mist Blue und Mist White, die sich angenehm unaufdringlich präsentieren und durch die matte Lackierung einen durchaus kratzer- und Fingerabdruck-resistenten Eindruck machen – was beim Vorgänger-Modell mit der glänzenden Rückseite nicht der Fall war.

Der Rahmen ist aus Kunststoff gefertigt, sieht aber wie Aluminium aus, das geht in der Preisklasse bis 200 Euro voll in Ordnung. An der Unterseite sind USB-C-Anschluss, Mono-Lautsprecher sowie ein Klinken-Kopfhörer-Anschluss untergebracht. Die Frontcam fügt sich mit ihrer Punch-Hole-Notch gut in das Gesamtbild ein und auch die von Haus aus aufgetragene Schutzfolie verrichtet problemlos ihren Dienst - auch wenn diese bei unserem Test-Gerät bei Auslieferung etwas schmutzig war. Kein Problem, bei Bedarf lässt sie sich leicht abziehen.

Auf der Rückseite befindet sich zudem das Kameramodul, bei dem die vier Objektive untereinander in einer Linie angeordnet sind. Zwar ragt das Modul etwas heraus, bei Nutzung der mitgelieferten Schutzhülle schließt sie aber bündig ab, wodurch beim Ablegen des Smartphones auf gerade Oberflächen nichts mehr wackelt. An der linken Seite befindet sich der Lautstärke-Regler, gegenüber sitzt die Sperrtaste inklusive Fingerabdruck-Scanner, der auch mit Schutzhülle im Test problemlos seinen Dienst verrichtet und reibungsfreies Freischalten ermöglicht.

Das IPS-Panel mit 6,5 Zoll besitzt eine Auflösung von 2400 x 1080 Pixel, das entspricht Full-HD+ und sorgt für eine hohe Bildschärfe von 405 ppi (Pixel pro Zoll). Die Helligkeit liegt bei rund 380 cd/m², das ist für den aufgerufenen Preis von nicht einmal 200 Euro ein ausreichender Wert. Während das Display im normal beleuchteten Räumen gut zu erkennen ist, geht ihm bei direkter Sonneneinstrahlung allerdings etwas die Puste aus. Das lässt sich in der Preisklasse aber verschmerzen. Die Kontraste sind gut, auch die Blickwinkelstabilität geht vollkommen in Ordnung. Außer normaler Abdunklung bei steileren Blickwinkeln sind kaum Farbveränderungen zu sehen. Lichthöfe gibt es ebenfalls nicht, was keine Selbstverständlichkeit ist und auch bei hochpreisigeren Modellen durchaus vorkommen kann.

Ein besonderes Highlight ist die 90-Hz-Bildwiederholungsrate, dank derer bewegte Bildinhalte noch flüssiger wirken. Die Bildschirmaktualisierungsrate wird ab Werk automatisch eingestellt. Wer seinen Akku schonen möchte, hat auch die Möglichkeit, dauerhaft 60 Hz einzustellen. Mit Blaufilter, Dark-Mode und anpassbarer Farbtemperatur sind die weiteren Einstellungsmöglichkeiten zwar nicht gerade übermäßig üppig, aber im Alltag vollkommen ausreichend.Der Dark-Mode ist wegen der Verwendung eines LCD eher Spielerei, er bietet keinen Vorteil beim Stromverbrauch.

Wie das Vorgänger-Modell wartet auch das Realme 7 mit einer Quad-Kamera-Ausstattung auf. Die Hauptkamera glänzt auf dem Papier mit 48 Megapixel und 26 Millimeter Brennweite sowie einer f/1.8-Blende. Die Weitwinkellinse liegt bei 16 Millimeter mit 8 Megapixel sowie einem Sichtfeld von 119 Grad und einer f/2.4-Blende. Die Portrait-Kamera besitzt eine f/2.4-Blende. Zu guter Letzt kommt noch die Makro-Kamera mit einem Fixfokus auf 4 Zentimeter Distanz und einer f/2.4-Blende. Wie der Tiefensensor bietet auch die Makrokamera nur 2 Megapixel - und darf daher getrost vergessen werden. Auf der Vorderseite kommt eine Weitwinkel-Kamera mit 16 Megapixel sowie einer f/2.1.-Blende zum Einsatz.

Im praktischen Einsatz zeigt die Kamera dem Preis angemessene Bildqualität. Grundsätzlich ist die Bildschärfe der dank Pixelbinning 12 Megapixel großen Bilder in der Grundeinstellung in Ordnung, allerdings ist die Nachbearbeitung der Software immer mal wieder zu aggressiv. Dann entsteht auch bei Tageslicht Bildrauschen. Die Bilddynamik haben wir schon besser gesehen, auch bei Mittelklasse-Kameras. Farben werden relativ intensiv wiedergegeben - bisweilen stechen einzelne Farben wie Rot stark hervor. Bei wenig Licht leitet der Nachtmodus erstaunlich gute Arbeit - für die Preisklasse zumindest.

Dem Weitwinkel-Ojektiv fehlt es etwas an Farbintensität und das Bild wird an den Rändern sichtbar unscharf. Das gilt insgesamt auch für den Super-Makro-Modus. Er gestaltet sich etwas Farbarm und kraftlos, es fehlt insgesamt an Schärfe - kein Wunder bei nur 2 Megapixel. Die Selfie-Kamera hingegen verrichtet ihren Dienst gut, auch der Porträt-Modus der Hauptkamera funktioniert tadellos und überzeugt mit guter Freistellung des Motivs. Die Kamera des Realme 7 liefert dem Preis entsprechend angemessene Bildqualität.

Der MediaTek Helio G95 stellt den Antrieb für das Realme 7 dar. Der kräftige Chip macht sich im Alltag durchaus positiv bemerkbar. Alle acht Kerne des Chips sind auf 2,05 GhZ getaktet, sie werden von einer Mali-G76-GPU unterstützt. Je nach Version 6 oder sogar 8 GByte DDR4x-RAM sind für den angesetzten Preis durchaus ein Wort. Im neuen 3DMark-Wildlife-Benchmark kommt das Smartphone auf 1432 Punkte, beim PCMark Work 2.0 Performance-Score sind es 9659 Punkte. Das belegt unseren subjektiven Eindruck: Auch anspruchsvollere Apps und Spiele laufen weitestgehend flüssig, besonders dann, wenn sie auch im 90-Hertz-Modus spielbar sind. Die 128 GByte interner Speicher unseres Testmodells sind für den aufgerufenen Preis ziemlich üppig. Wer möchte, hat auch die Möglichkeit, den Speicher per Micro-SD zu erweitern. Außerdem bietet der Kartenslot Platz für zwei Nano-Sims. Mit Sensoren für Licht, Annäherung, Beschleunigung sowie einem Gyroskop und Kompass ist das Realme 7 auch im Alltag gut aufgestellt.

Software-technisch liefert Android 10 den Unterbau, ein Update auf Android 11 wurde für Dezember angekündigt. Darüber liegt die Realme-UI-Benutzeroberfläche des Herstellers. Diese basiert auf dem ColorOS von Oppo und weist ein aufgeräumtes und übersichtliches Design auf. Unter anderem dürfen Nutzer im Design-Center das Icon-Layout anpassen, Gaming-Center und App-Cloner sind ebenfalls vorhanden. Das Sicherheits-Patch war zum Testzeitpunkt ausreichend aktuell.

Zur Stromversorgung wartet das Realme 7 mit einem 5000mAh-Akku auf und legt damit noch einmal 700 mAh mehr darauf als der Vorgänger. Das ist durchaus sinnvoll, da der G95-Gaming-Prozessor nicht gerade sparsam ist. Im Test erreicht er eine Dauerlaufzeit von knapp 10 Stunden im Battery Test von PCmark – was durchaus in Ordnung ist. Denn das gilt für aktivierte 90-Hz-Wiedergabe, auf 60 Hz hält das Gerät rund 1,5 Stunden länger durch.

Im regulären Einsatz schlägt sich das Realme 7 entsprechend gut, auch wenn man bei intensiver Nutzung um den Stromanschluss vorm Schlafengehen nicht herumkommt – ein Ritual, dass die meisten Smartphone-Nutzer gewöhnt sein werden. Erfreulich ist die 30-Watt-Schnellladefunktion. Schon nach einer halben Stunde ist mehr als die Hälfte des Akkus wieder geladen, in gut einer Stunde ist der gesamte Akku voll. Das gleicht den etwas fordernden Prozessor zwar wieder aus, aber etwas mehr Energie-Optimierung wäre schön gewesen.

Als Test-Gerät liegen die Variante mit 8 GB RAM und 128 GB Speicher für 249 Euro (UVP) vor, zur Auswahl stehen zudem noch 4/64 GB für 179 Euro und 6/64GB für 199 Euro. An Farben stehen das eingangs angesprochene Weiß und Blau zur Auswahl.

Das Realme 7 überzeugt in seiner Preisklasse auf ganzer Länge. Der kraftvolle Prozessor, das gute Display in Verbindung mit der 90-Hertz-Bildwiederholungsrate und die Schnellladefunktion gleichen die punktuell schwächelnde Kamera wieder aus. Besitzer eines Realme 6 haben wenig Grund, aufzurüsten – der etwas leistungsfähigere Prozessor in Kombination mit dem stärkeren Akku rechtfertigt keine Neuanschaffung. Ein gutes Gesamtpaket ist das Realme 7 dennoch: Wer auf der Suche nach einem All-Round-Smartphone mit einer realistischen Halbwertszeit zu einem starken Preis ist, kann durchaus einen Blick riskieren.

Etwas mehr kann das Realme 7 Pro (Testbericht) zu einem leicht höheren Preis. Primus in der Mittelklasse sind nach wie vor Oneplus Nord (Testbericht) und Xiaomi Poco X3 NFC (Testbericht) .

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