Smartphone Honor 70 im Test: elegant & richtig gut für unter 500 Euro

Honor 70
Pro und Contra
  • schickes und leichtes Design
  • ausgezeichnetes Display
  • gute Kamera
  • keine IP-Zertifizierung
  • kein Qi
  • nur USB 2.0
  • 4.5

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Das Honor 70 hat das Potenzial zum Verkaufshit. Es ist bezahlbar, sieht aus wie ein Top-Smartphone, Display und Kamera überzeugen. Ob es einen Haken gibt, zeigt der Test von TechStage.

Mit dem Honor Magic 4 Pro (Testbericht) hat der chinesische Hersteller gezeigt, dass er exzellente Flagship-Smartphone bauen kann. Jetzt kommt mit dem Honor 70 Zuwachs in die gehobene Mittelklasse. Das Mobilgerät kann als Nachfolger des Honor 50 (Testbericht) verstanden werden. Es bietet für einen Preis von knapp unter 500 Euro ein leistungsfähiges und schickes Smartphone, das für jeden Zweck gewappnet zu sein scheint. Wie gut sich das Honor 70 im Alltag schlägt, zeigt unser Test.

Das Honor 70 ist ein echtes Schmuckstück. Die Verarbeitung wirkt edel und hochwertig. Spaltmaße gibt es keine. Sowohl das Curved Display als auch die Rückseite aus Glas sind abgerundet und verlaufen harmonisch zum Metallrahmen. Der Rand der Display-Schutzfolie fühlt sich etwas rau an.

Auffällig auf der Rückseite ist die Hauptkamera mit drei Linsen und einem LED-Blitz. Diese sind verteilt auf zwei kreisrunde Elemente in glänzendem Schwarz, die wenige Millimeter herausragen – ein typisches Design-Element von Honor. Die Rückseite glänzt auffällig in der Farbe Crystal Silver. Diese sieht effektvoll aus, ist aber sehr anfällig für Fingerabdrücke. Im Alltag empfehlen wir ohnehin, die transparente Schutzhülle aus Silikon zu nutzen, die zum Lieferumfang gehört. Denn das Honor 70 wirkt sehr zerbrechlich und filigran.

Das Honor liegt gut in der Hand. Das hat es der schmalen Bauform und dem relativ leichten Gewicht von 180 g zu verdanken. Die Abmessungen betragen 161,4 x 73,3 x 7,9 mm – fast identisch mit dem Vorgänger. Eine IP-Zertifizierung zum Schutz vor Wasser und Staub hat das Honor 70 nicht.

Das OLED-Display ist eine wahre Augenweide. Das gestochen scharfe Bild strahlt dem Betrachter mit kräftigen Farben und hoher Leuchtkraft entgegen. Kontraste und Schwarzwerte sind ausgeprägt und stimmig. Mehr braucht es eigentlich bei einem Display. Dank der ausgeprägten Blickwinkelstabilität bleibt das Display aus allen Positionen gut ablesbar. Die Bildwiederholrate beträgt 120 Hertz, was sich besonders positiv beim Scrollen oder bei Spielen bemerkbar macht.

Die Diagonale beträgt 6,67 Zoll bei einer Auflösung von 2400 x 1080 Pixel. Damit kommt die Anzeige auf eine Bildschärfe von 395 ppi (Pixel pro Zoll), was mehr als ausreichend scharf ist. Ab einer Pixeldichte von etwa 300 ppi sind Pixel mit dem menschliche Auge kaum wahrzunehmen auf die Distanz, in der man das Handy vor sich hält.

Ausreichend hell ist der Bildschirm ebenfalls. Im manuellen Modus haben wir 480 cd/m² gemessen. Bei automatischer Helligkeit kommen wir auf bis zu 850 cd/m². Getestet haben wir das mit einer Tageslichtlampe. Das ist ein guter Wert für ein Mittelklasse-Smartphone. Damit bleibt es im Freien gut ablesbar.

Beim Honor 70 kommen drei Objektive zum Einsatz: Eine Hauptlinse von Sony (IMX800) mit 54 Megapixel (f/1.9), ein Weitwinkelobjektiv mit 50 Megapixel (f/2.2) sowie eine 2-Megapixel-Linse für Tiefenschärfe. Für Nahaufnahmen dient die Weitwinkellinse, ein Makroobjektiv entfällt damit.

Das Honor 70 macht wirklich gute Aufnahmen bei Tageslicht. Der Dynamikumfang ist stimmig. Die Hauptlinse liefert Fotos mit ausgeprägten Bilddetails. Deutlich nachgebessert ist im Vergleich zum Honor 50 die Weitwinkelkamera. Diese weicht farblich kaum vom Hauptobjektiv ab, lediglich die Details sind etwas weniger umfangreich. Makroaufnahmen sehen ebenfalls gut aus, könnten aber etwas schärfer ausfallen. Der Nachtmodus hellt Aufnahmen spürbar auf, allerdings nimmt das Bildrauschen bei Nacht deutlich zu.

Videos sind mit 4k bei 30 fps (Frames pro Sekunde) oder Full-HD mit bis zu 60 fps möglich. Die Bildqualität ist überzeugend. Eine optische Bildstabilisierung hat das Honor 70 allerdings nicht. Selfies mit der Frontkamera sind gelungen. Im Porträtmodus gibt es einen Bokeh-Effekt sowie Weichzeichner und weitere Effekte.

Was den Prozessor angeht, bleibt gegenüber dem Vorgänger fast alles beim Alten. Der Snapdragon 778G Plus ist leicht verbessert gegenüber dem 778G aus dem Vorgänger. Für alltägliche Aufgaben liefert die CPU ausreichend Leistung. Allerdings wäre es eine Chance gewesen, den neuen Snapdragon 7 Gen 1 einzusetzen.

Die Leistung ist für alltägliche Aufgaben stark: Bei PCmark Work 3.0 kommen wir auf 12.600 Punkte. High-End-Prozessoren sind in diesem Benchmark nur minimal besser. Etwas Federn lässt der Chip beim Gaming. So erreichten wir beim Benchmark Wild Life von 3Dmark etwa 2600 Punkte. Damit eignet sich das Smartphone auch zum Zocken – außer für sehr grafiklastige Spiele. Zum Vergleich: Ein Snapdragon 888 liefert hier etwa 6000 Punkte, der Snapdragon 8 Gen 1 über 10.000 Punkte. Im Alltag läuft das Smartphone geschmeidig und ohne nennenswerte Ruckler.

Der Arbeitsspeicher fällt mit 8 GByte üppig aus. Der interne Speicher bietet je nach Ausführung 128 bis 256 GByte. Eine Erweiterung über eine Micro-SD-Karte ist nicht möglich. Der USB-C-Anschluss unterstützt leider nur den langsamen Standard USB 2.0. Wer also größere Daten per Kabel zwischen Smartphone und PC bewegen will, braucht Geduld. In dieser Preisklasse finden sich allerdings kaum Geräte mit USB 3.1.

Bei der kabellosen Konnektivität ist alles auf dem neusten Stand: Wi-Fi 6, 5G, NFC, Bluetooth 5.2. Zur Ortung nutzt das Handy A-GPS, GLONASS, Beidou und Galileo. Der Fingerabdrucksensor sitzt unten im Display und arbeite flott und verlässlich.

Als Betriebssystem läuft Android 12 mit der Honor-Benutzeroberfläche Magic UI 6.1. Einen App-Drawer gibt es standardmäßig nicht. Honor packt eine ganze Reihe eigener Apps aufs Smartphone, die Google-Dienste ersetzen sollen. Für unseren Geschmack sind das etwas viele, die Pendants von Google muss man separat nachinstallieren. Das betrifft etwa auf den Kalender oder die Bildergalerie zu. Selbst ein eigener App-Store von Honor ist vorhanden. Der Sicherheits-Patch stammt von Juli und ist somit nicht mehr aktuell. Für das Honor 70 sieht der Hersteller eigentlich monatliche Sicherheit-Updates vor.

Für ein so schlankes Smartphone ist die Akkukapazität mit 4800 mAh sehr ausgeprägt. Dennoch ist das Honor 70 kein Ausdauerläufer. So kommen wir im Battery Test von PCmark auf eine simulierte Laufzeit von etwa 10 Stunden. Gegenüber dem Vorgänger macht das Honor 70 eine Stunde gut. Verglichen mit den anderen Smartphones liegt es damit aber nur im Mittelfeld. Einen vollen Tag sollte es durchhalten, wenn man es nicht mit Videos oder Spielen übertreibt. Für mehr reiht es aber eher nicht.

Das Netzteil liefert 66 Watt. Was vor einem Jahr noch brutal war, erscheint angesichts von neuen Smartphones mit Netzteilen von bis zu 150 Watt fast bescheiden. Der Ladevorgang dauert damit etwa eine Stunde. Kabelloses Laden beherrscht das Honor 70 nicht.

Angeboten wird das Honor 70 mit 8/128 GByte sowie 8/256 GByte. Erhältlich ist es in den Farben Silber (Crystal Silver), Grün (Emerald Green) und Schwarz (Midnight Black). Die UVP für die Version mit 128 GByte liegt bei 549 Euro.

Die günstigsten Angebote für den kleinen Speicher starten ab 480 Euro, mit 256 GByte sind mindestens 510 Euro fällig – ein vergleichsweise kleiner Sprung. Damit liegt es preislich auf einem ähnlichen Niveau wie beim Verkaufsstart des Vorgängers Honor 50.

Das Honor 70 ist ein wirklich gutes Smartphone. Es knüpft nahtlos an das gelungene Honor 50 (Testbericht) an, ohne allzu große Neuerungen mit sich zu bringen. Optisch könnte man es fast für ein Flagship-Smartphone halten. Das brillante Display gefällt uns besonders gut, das Design ist rundum gelungen. Genügend Leistung bietet der Prozessor. Gelungene Fotos schießt es auch. Zu den wenigen Schwächen gehören das Fehlen von kabellosem Laden sowie USB 2.0. Einen Schutz vor Wasser hat es nicht.

Eine Alternative ist das Samsung Galaxy S21 FE (Testbericht). Das Ex-Flagship ist nicht mehr ganz neu, bietet aber für den gleichen Preis eine Telelinse, eine schnellere CPU, Qi und ist wasserdicht. Günstiger und mit OIS ausgestattet ist das Motorola Edge 30 (Testbericht). Vergleichbar ist zudem das Nothing Phone 1 (Testbericht). Weitere Geräte dieser Art zeigen wir in der Top 10: Die besten Smartphones bis 500 Euro ohne Vertrag.

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