Smart, hell & viel günstiger als Hue: Licht von Govee im Test

Licht bunt Govee Hue
Pro und Contra
  • sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • beeindruckende Farben, hohe Helligkeit
  • einfache Installation, hohe Zuverlässigkeit
  • umfangreiche App...
  • ... nicht immer selbsterklärend
  • es fehlen App-Funktionen
  • Verarbeitung nicht immer tadellos
  • 4.0

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Govee verkauft smarte Wandleuchten, Ambilight-Sets, Light-Strips und vieles mehr für deutlich weniger als Hue, Nanoleaf & Co. Aber taugt Govee auch was? Wir machen den Test.

Philips Hue ist der Pionier smarter Lichtlösungen und ohne Frage auch deren Marktführer. Kein Wunder, kombiniert Hue perfekt buntes und helles Licht mit einer hohen Zuverlässigkeit und guter Software. Dazu gibt es jede Menge Smart-Home-Produkte von Drittherstellern, die zu Philips Hue kompatibel sind. Hue hat jedoch einen Haken: Es ist teuer. Wie gut Hue tatsächlich ist, klären wir im Artikel Philips Hue im Test: Smartes Licht per App.

Noch bis vor nicht allzu langer Zeit hatte Hue den Vorteil, so ziemlich die einzigen am Markt zu sein, die mit wenigen Schritten dumme Licht smart machen können. Das hat sich grundlegend geändert. Mittlerweile tummeln sich neben vielen weiteren Markenprodukten wie Nanoleaf, Ikea, Ledvance und Eve, die preislich spürbar unter Hue liegen, auch einige chinesische Hersteller wie Govee, Linkind oder Xiaomi, welche die Hue-Preise teilweise massive unterbieten. In einem Vergleich gefällt uns etwa die Linkind-Lösung recht gut: Smarte RGB-Lampe für 7,50 Euro: Dieser Philips Hue Konkurrent lohnt sich richtig.

Hier stellen wir Govee vor, schauen uns deren App genauer an und probieren einige smarte Licht-Produkte aus. Dazu gleich vorneweg: Einige Lösungen sind richtig gut und stehen den viel teureren Markenlösungen in nichts nach.

Die Govee-App ist mächtig. Das muss sie auch sein, schließlich will sie nicht nur unzählige Lampen und Leuchten, sondern auch viele weitere verschiedene Smart-Home-Produkte des Herstellers unter einen Hut bringen. Das erinnert etwas an die Xiaomi-App, die einen ähnlichen Ansatz fährt.

Vor dem ersten Start will Govee zunächst eine Registrierung über E-Mail. Das Einrichten der einzelnen Geräte gelingt uns jedes Mal auf Anhieb, zu Problemen kommt es nicht. Zunächst drückt der Käufer unter dem Reiter Geräte das Plus-Symbol. Danach findet die App nach dem Drücken des Bluetooth-Symbols das gerade frisch an den Strom angeschlossene Gerät. Sollte das mal nicht funktionieren, stellt die App das gesamte Govee-Portfolio zur Direktauswahl bereit.

Der nächste Schritt bestimmt den Namen des Geräts, auf das er zukünftig auch über Alexa und Google Assistant reagiert. Handelt es sich um ein WLAN-Gerät, fragt die App noch nach dem WLAN-Passwort. Danach kommt ein Update für das Gerät. Apropos Update: Govee legt anscheinend Wert darauf, ihre App und ihre Geräte auf den aktuellen Stand zu halten und auch mal mit neuen Features zu versehen. Im Testzeitraum von etwa zwei Monaten kam es bei mehreren Geräten zu spontanen Updates, die neue Funktionen bereithielten. Je nach Gerät kann es bei der Installation zu zusätzlichen Schritten kommen. Beim Ambilight-Nachrüstset war das etwa eine Kalibrierung der Kamera.

Die Einstellungsmöglichkeiten der WLAN-Leuchtmittel sind vielfältig. So bieten sie die Lichtmodi Musik, Farbe, Szene und DIY. Haben die Leuchtmittel oder deren Controller ein Mikrofon eingebaut, passen sie unter dem Punkt Musik Farbe und Rhythmus den Umgebungsgeräuschen an. Unter Farbe mischt der Käufer individuelle Farben an und weist sie unterschiedlichen Segmenten des Leuchtmittels zu. Unter Szenen finden sich je nach Gerät bis zu 50 Lichteffekte. Diese reichen von sanften Farbverläufen, gediegener Abendstimmung, Unterwasser-Ambiente bis hin zum fiesen Strobo-Effekt. Unter DIY können solche Szenen selbst entworfen und gespeichert werden.

Aber die App hat noch mehr zu bieten. So tummelt sich eine recht große Community auf der Plattform und teilt Reviews, Videos, Fotos, Anleitung und sogar für das eigene Gerät erstellt DIY-Szenen. Als Käufer kann man sich schnell mal eine Stunde in der App verlieren, so umfangreich ist sie.

Die Alexa- und Google-Assistant-Unterstützung funktioniert gut, unterstützt aber nicht alle Funktionen. Zum Standard-Repertoire gehört An, Aus, Farbe und Helligkeit. Auch die vorgegebenen Szenen aktiviert der Sprachassistent anstandslos. Allerdings erkennt der Sprachassistent keine selbst kreierten DIY-Szenen. Auch gefällt uns nicht, dass man die vorgegebenen Szenen nicht wie etwa bei Nanoleaf anpassen kann. So sind die Szenen häufig optisch beeindruckend, aber schlicht zu schnell. Könnte man deren Geschwindigkeit beim Farbwechsel drosseln, würde das gesamte Lichterlebnis deutlich entspannter werden.

Insgesamt ist die Govee-App gut und besser als viele anderer chinesischer Apps von Herstellern sehr günstiger Hardware. Vor allem ihr immenser Umfang beeindruckt. Im Punkt Nutzerführung liegt sie aber hinter der Philips-Hue-App.

Govee legt Wert auf eine schicke, effiziente und kunststoffarme Verpackung. Die Umverpackung lockt mit edlen dunkle Farbtönen zum Kauf, meist wird jeder Quadratzentimeter genutzt und bis auf dünne Kunststoffumverpackungen um die Geräte ist alles aus Karton und Papier.

Die Qualität der Leuchtmittel selbst ist überwiegend recht hoch. Sie bestehen zwar stets aus sehr viel Kunststoff, aber die Haptik stimmt. Auch bei den Kabeln hat Govee mitgedacht, die sind häufig weiß, sodass sie etwa an weißen Wänden nicht groß auffallen.

Im Folgenden stellen wir eine Auswahl aus dem Angebot von Govee vor. Dabei konzentrieren wir uns auf WLAN-fähige-Lösungen, die über Alexa und Co steuerbar sind. Leuchtmittel mit E27-Sockel lassen wir in dieser Govee-Kaufberatung vorerst außen vor. Wer hier günstige Alternativen zu Hue sucht, sollte sich unseren Vergleich: 6 smarte RGB-Leuchtmittel von billig bis Hue durchlesen.

Ambilight erweitert den Fernsehinhalt auf die dahinter liegende Wand. Von Haus aus können das nur Geräte der Marke Philips. Mehr dazu in unserer Kaufberatung 4K-TV: UHD-Fernseher gibt’s ab unter 250 Euro. Govee hat eine günstige und einfache Nachrüstlösung dafür im Angebot. Sie besteht aus einem farbigen LED-Strip, der an die rückseitigen Ränder des TVs geklebt wird. Eine Kamera an der oberen oder unteren Seite des Fernsehers filmt nun den Bildschirm und überträgt die Farbinformationen auf den LED-Streifen. Das Govee Immersion WiFi LED TV Set ist außerdem über WLAN mit dem Netzwerk verbunden und kann so über App konfiguriert und über Alexa gesteuert werden.

Der so erzeugte Ambilight Effekt ist farbenfroh und hell. Die Verzögerung ist minimal. Allerdings werden einige Farben nicht korrekt dargestellt. Rot, Blau, Grün, Gelb und weitere knallige Farben sehen gut aus. Probleme gibt es bei Schwarz, das wirkt eher Blau, und bei Weiß. Insgesamt beeindruckt der Ambilight-Effekt des Govee Immersion WiFi LED TV Sets, gerade, wenn man den günstigen Preis von etwa 75 Euro beachtet.

Auch um die 75 Euro kostet die Govee Smart LED Lightbar. Sie kommt mit zwei etwa 30 Zentimeter langen Lichstäben, welche dank mitgelieferter Füße links und rechts hinter oder neben dem Fernseher positioniert werden. Auch sie kommen mit einer Kamera, welche die Farbinformationen interpretiert. Die Verarbeitung der Leuchtstäbe ist hochwertig. Zudem sind sie sehr hell und bieten in ihren einzelnen Segmenten beeindruckende Farbverläufe. Per App funktionieren die beiden System mit ein und derselben Kamera. Govee bietet sie auch Set für 140 Euro an.

Viel günstiger ist nur die Blitzwolf-Lösung BW-LT32. Sie kostet aktuell auf Banggood (Kauflink) 17 Euro, später 35 Euro. Wer eine bessere Qualität will, kann etwa zur Philips Hue Play Sync Box in Kombination mit der Hue Play Gradient LED Lightstrip greifen, muss dafür aber tief in die Tasche greifen. Mehr zum Thema im Ratgeber: Ambilight an jedem TV ab 75 Euro nachrüsten.

Das Gute am Govee Immersion WiFi LED TV Set und den Lightbars: Werden sie nicht mehr als Ambilight-Nachrüst-Set gebraucht, kann man sie nach wie vor als smarte Beleuchtung nutzen und per Alexa steuern.

Die Govee Wandleuchten Glide Wall Light kommt in zwei Ausführungen. Das Set für 90 Euro bietet sechs 30 Zentimeter lange Elemente und eine Ecke, das Set für 160 Euro hat achte lange Elemente und vier Ecken. Ausgeschaltet sind sie mattweiß und erinnern an eine Leuchtstoffröhre. Eingeschaltet leuchten sie in den buntesten Farben. Dabei ist jedes Element in einzeln ansteuerbare Farbzonen unterteilt.

Der Clou: Die Elemente lassen sich über ein Stecksystem miteinander verbinden und bilden so lange Lichtkanäle. Dabei muss man sie nicht etwa hinter der Couch, dem Fernseher oder dem Regal verstecken. Denn trotz einer recht hohen Helligkeit blenden sie dank des diffusen weißen Kunststoffs kaum.

Nicht so gut gefällt uns das Stecksystem. Es besteht komplett aus einem Kunststoff und jedes Mal bei ein- und ausklicken haben wir das ungute Gefühl, dass gleich etwas abbricht.

Die Govee WiFi LED Tischlampe steht in direkter Konkurrent zur Philips Hue Go 2.0 White & Color Ambience Leuchte, kostet aber statt 80 Euro nur 55 Euro. In unseren Augen ist Govee gerade in Anbetracht des viel günstigeren Preises eine sehr gute Alternative. Die Lichtschüssel mit einem Durchmesser von gut 15 Zentimeter sieht einfach fantastisch aus, ist hochwertig verarbeitet, ausreichend hell und farbenfroh. Dazu erlaubt der integrierte 3350-mAh-Akku bei mittlerer Helligkeit gut drei Stunden Licht ohne Netzanschluss. Im Akkumodus reagiert sie jedoch nur auf Bluetooth, nicht mehr auf WLAN. Achtung: Die Tischlampe gibt es auch als Version ohne WLAN für 45 Euro. Sie ist dann nicht mehr Alexa-fähig. Wir empfehlen die 10 Euro extra zu investieren und die Smarthome-fähige WLAN-Variante zu kaufen.

Die Nachttischlampe Govee Smart WiFi wirkt ausgeschaltet wenig beeindruckend. Sie ist 20 Zentimeter hoch, hat einen Durchmesser von zehn Zentimeter und kommt in zylindrischer Form. Sie besteht komplett aus einem hellen Kunststoff, wobei der obere und untere Abschluss wenig edel wirkt. Hier hätte Govee gerne auf Metall setzen dürfen. Auf ihrer Oberseite dienen Taster zur direkten Bedienung ohne Smartphone oder Alexa.

Einmal angeschaltet und eine Szene wie Fischtank, Essende Punkte, Traumland oder Sonnenaufgang gewählt, überzeugt die Govee Smart WiFi mit abwechslungsreichen und kreativen Farbwechseln, die intensiv leuchten und auf Wunsch auch richtig hell sind. Bei der Szene Essende Punkte etwa umkreist ein roter Punkt auf blauem Hintergrund die Lampe und verspeist dabei kleinere gelbe Punkte. Das ganze erinnert stark an Pacman. Kritikpunkt: Auch bei der niedrigsten Helligkeitsstufe ist sie uns noch zu hell.

Govee ist noch recht neu auf dem Markt. Doch schon jetzt bieten sie ein sehr breites Portfolio an Produkten, die zwar bezüglich ihrer Hard- und Software häufig nicht ganz mit Philips Hue und Co mithalten können, dafür aber nur einen Bruchteil kosten. Wir haben nun insgesamt fünf Produkte ausprobiert und sind beeindruckt vom sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Die mächtige App gefällt uns in großen Teilen und die Firmwareupdates der Produkte fügen ihnen regelmäßig neue Funktionen hinzu. Trotzdem könnte die App einige Features mehr haben. Etwa wäre es toll, wenn man bestehende Szenen anpassen könnte.

Wer sich für das Thema interessiert, der sollte sich unseren Ratgeber: Smartes Licht für Einsteiger durchlesen. Richtig abgefahrene Lichtlösungen zeigen wir in Fackeln, Ambilight & Laser: Smarte und günstige Lichteffekte für Zuhause.

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