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Smart Heizen ohne Hub: Comet WiFi im Test
Pro und Contra
  • Funktioniert ohne Hub direkt im WLAN
  • Schickes Design, sehr gutes Display
  • App will keine persönlichen Daten
  • Mit 50 Euro zu teuer
  • Unterstützt keine Sprachassistenten
  • Lieblose App
  • 3.0

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Das smarte Heizkörperthermostat Comet WiFi verbindet sich direkt und ohne zusätzlichen Hub mit dem WLAN-Netzwerk. Kling nach einer guten Idee, hat aber seine Haken.

Smartes Heizen mit App-gesteuerten Thermostaten bringt Komfort und spart im besten Fall Heizkosten. Worauf es beim Kauf ankommt, klären wir in unserem Ratgeber Smart Heizen: Darauf sollte man beim Kauf achten . Einen guten Überblick über die lohnenswertesten Thermostate bietet unsere Top-10: Die besten smarten Heizkörperthermostate .

Weit oben in dieser Top-10 findet man die smarten Energiesparregler Comet DECT (Testbericht) von Eurotronic. Sie sind vergleichsweise günstig, zu den AVM Fritzdect 301 (Testbericht) kompatibel und verbinden sich direkt mit einer DECT-fähigen Fritzbox. Dazu empfehlen wir auch unseren Ratgeber: Die beste Fritzbox für VDSL, Kabel, LTE und Glasfaser .

Dagegen fallen die ebenfalls von Eurotronic produzierten Spirit Zigbee (Testbericht) bei uns durch. Das liegt vor allem daran, dass Amazon, mit dessen Zigbee-fähigen Amazon Echo (Testbericht) sich die Thermostate direkt verbinden, viele wichtige Funktionen gestrichen hat.

Nun schauen wir uns mit den Comet WiFi bereits die dritten smarten Heizkörperthermostate aus dem Haus Eurotronic an. Ihre Besonderheit: Sie verbinden sich direkt mit dem WLAN-Netzwerk, wodurch ein zusätzlicher Hub überflüssig wird.

Das Comet WiFi besteht überwiegend aus einem teilweise matten, teilweise glänzenden weißen Kunststoff. Sie sind zylindrisch, gehen jedoch nach vorne leicht auseinander. Das erinnert an eine Tropfenform. Am Anschluss des Ventils sind sie leicht winklig abgeschnitten. Das gibt ihnen eine moderne Form mit Wiedererkennungswert. Insgesamt ist ihr Design gelungen und setzt sich positiv vom Thermostateinerlei ab. Wer seine Heizung nicht hinter Couch oder Tisch versteckt, den wirds freuen.

Der Verzicht auf ein sichtbares Display trägt zusätzlich zum positiven Erscheinungsbild bei. Denn die Comet WiFi setzen ähnlich wie Tado V3+ (Testbericht) und Eve Thermo (Testbericht) auf eine hinter dem Kunststoff versteckten LED-Anzeige. Eingeschaltet leuchtet sie sehr gut sichtbar und komplett blickwinkelunabhängig durch den Kunststoff. Ausgeschaltet ist sie praktisch unsichtbar. Per App kann diese Anzeige auch gespiegelt werden, sollte man das Thermostat kopfüber montieren.

Über die zwei mit je einem Pfeil gekennzeichneten, berührungsempfindlichen Taster bestimmt man direkt am Thermostat die Solltemperatur. Ihre Optik passt hervorragend zum Design der Comet WiFi. Auch reagieren sie zuverlässig auf die Eingabe des Nutzers.

Hinter dem Deckel auf der Front der Comet WiFi versteckt sich das Fach für die zwei mitgelieferten AA-Batterien. Wie lange diese durchhalten, verrät der Hersteller nicht. Eurotronic schreibt dazu auf ihrer Website : "Im Vergleich zu anderen Heizkörperthermostaten, die mit Funkstandards wie z.B. ZigBee, Z-Wave, DECT, Bluetooth arbeiten, weist Comet Wifi den geringsten Stromverbrauch auf ." Diese Aussage lässt uns etwas stutzig zurück. Schließlich benötigt eine Verbindung über WLAN üblicherweise mehr Energie als die erwähnten anderen Verbindungsstandards.

Die Comet-WiFi-Thermostate sind beim Verstellen des Ventils nicht besonders laut, aber durchaus hörbar. Normalerweise sollte das Geräusch nicht stören. Wer es jedoch im Schlafzimmer verwendet, der könnte es als unangenehm empfinden.

Eines der Hauptvorteile der Comet Wifi: Sie benötigen keinen Hub und kein Gateway. Für die Einrichtung ist es zunächst wichtig, dass sich das Smartphone oder Tablet mit der Eurotronic-App im 2,4-GHz-Netz des WLANs befindet. Über App gibt der Nutzer nun das WLAN-Passwort ein, legt die Batterien in das Comet WiFi und verbindet das mobile Endgerät mit dem vom Thermostat erzeugten WLAN: Das Passwort ist 222222. Die darauffolgende Einrichtung dauert bei uns etwa fünf Minuten. Daraufhin wird das Thermostat am Heizkörper montiert. Das anschließende fünfsekündige Drücken der beiden Taster aktiviert die Kalibrierung des Ventils.

Die Montage am Heizkörper ist üblicherweise unproblematisch. Eventuell klemmt die Ringmutter des alten Thermostats und muss mit einer Rohrzange oder einem Franzosen gelockert werden. Beim Comet WiFi reicht es, es handfest anzuziehen. Einen Wasserschaden oder Ähnliches braucht niemand zu befürchten, da der Wasserkreislauf des Heizungssystems geschlossen bleibt.

Nach der Einrichtung bestimmt der Nutzer einen Namen für das Thermostat und weist es einem Raum zu. Nun reagiert es innerhalb von einer Minute auf das Verstellen der Solltemperatur per App, das funktioniert auch mit mehreren einem Raum zugeordneten Thermostaten gleichzeitig. Im WLAN muss man sich dafür nicht befinden.

Das Programmieren der Thermostate ist gut gelöst. Die App unterscheidet zwischen Montag bis Sonntag, Montag bis Freitag und Samstag bis Sonntag und bietet dort je vier Änderungen pro Tag an. Das sollte für die meisten Haushalte ausreichen.

In den Einstellungen der App ist es unter anderem möglich, einen Tastensperre zu aktivieren, die Sensibilität und Dauer der Fensteroffenerkennung anzupassen, eine Urlaubszeit zu planen und eine Offset-Temperatur zu bestimmen. Geofencing kennt die App nicht. Gut finden wir, dass die App zu keiner Zeit Daten wie eine Mailadresse vom Nutzer abfragt.

Über einen etwas umständlich anmutenden Umweg ist es möglich, ein zweites Smartphone mit den Comet WiFi zu verbinden. Dafür muss man zunächst mit der mitgelieferten Nadel einen gut hinter dem Batteriefach versteckten Taster drücken und so den Anlernmodus aktivieren. Nun kann man mit dem zweiten Smartphone einen neuen Raum bestimmen und dort das Thermostat hinzufügen.

Was wir jedoch stark vermissen ist die Möglichkeit, die Thermostate über Sprachassistenten zu steuern. Das funktioniert bei dem Comet WiFi weder über Alexa, noch über Google Assistant oder Siri. Schade, der Heizkomfort steigt deutlich, wenn die Thermostate etwa auf "Alexa, heize das Wohnzimmer auf 22 Grad " reagieren.

Insgesamt ist die Nutzerführung der App in Ordnung, schön ist sie jedoch nicht. Sie wird von grauen und schwarzen Elementen dominiert. Auch ist ihr Funktionsumfang verglichen mit den besten Heizkörperthermostaten recht eingeschränkt.

Das Comet WiFi ist erst seit Ende 2020 erhältlich. Seit dem ist der Preis von gut 50 Euro verhältnismäßig konstant. Damit ist es teurer als so manch anders smartes Thermostat. Allerdings fällt bei ihm auch kein Hub an, was üblicherweise um die 50 Euro kostet.

Das Comet WiFi lässt uns mit gemischten Gefühlen zurück. Zum einen gefällt uns die Optik mit der schicken LED-Anzeige hinter dem Kunststoff. Dass sie sich direkt mit dem 2,4-GHz-WLAN unabhängig vom Router verbinden, ist ein echtes Novum. So spart man sich den Hub. Auch, dass die App keine persönlichen Daten will, rechnen wir dem Produkt hoch an. Der Funktionsumfang ist jedoch eingeschränkt. Zumindest auf das Akzeptieren von Sprachbefehlen hätten wir gehofft. Die Einrichtung ist fummelig. Das Hinzufügen eines zweiten Smartphones ist möglich, aber wenig intuitiv. Zudem wirkt die App lieblos.

Zu guter Letzt ist das Comet WiFi aktuell mit gut 50 Euro zu teuer. Wer ein Angebot abwartet, bekommt zu dem Preis bereits das deutlich bessere Tado V3+ (Testbericht) , Eberle Wiser Heat (Testbericht) oder Eve Thermo (Testbericht) . Bei Tado und Wiser ist jedoch ein zusätzlicher Hub nötig. Wer die entsprechende Fritzbox hat, kann sich auch die deutlich günstigeren, zu den AVM Fritzdect 301 (Testbericht) kompatiblen, Comet DECT (Testbericht) anschauen.

Worauf es ganz allgemein beim Kauf eines smarten Thermostats ankommt, klären wir in unserem Ratgeber Smart Heizen: Darauf sollte man beim Kauf achten . Einen guten Überblick über die lohnenswertesten Thermostate bietet unsere Top-10: Die besten smarten Heizkörperthermostate .

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