SLA-Drucker Elegoo Saturn S im Test: Warum dieser große 3D-Drucker nicht stinkt

Elegoo Saturn S
Pro und Contra
  • erprobtes System mit sinnvollen Upgrades
  • aktive Luftreinigung
  • hohe Druckgeschwindigkeit und super Druckqualität
  • hoher Preis
  • kein Belichtungstest dabei
  • Bauraumhöhe wenig großzügig
  • 5.0

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Der Elegoo Saturn S lockt mit hoch detaillierten Drucken, dank neuem hochauflösendem Mono-Display und einer verbesserten Generation an FEP-Folie 2.0. Auch hat sich Elegoo um den Geruch, der Resin-Drucker umweht, gekümmert.

Elegoo hat seinem Bestseller-Drucker Saturn ein Facelift verpasst. Mit dem ersten integrierten aktiven Luftreiniger ziehen nun die Harzdrucker von der Garage oder Werkstatt ins Büro oder Wohnzimmer ein. TechStage hat ihn getestet.

Wir haben lange darauf gewartet den Elegoo Saturn bzw. den Elegoo Saturn S auf den Zahn zu fühlen. Der Elegoo Saturn hat noch immer den Ruf, hochauflösende Druckergebnisse zu erzielen, die qualitativ vor der Konkurrenz liegen. Das Vorgängermodell, der Elegoo Saturn, ist bei einigen Händlern schon vergriffen. Der Nachfolger der Elegoo Saturn S wurde uns vom Onlineshop 3dJake für diesen Test zur Verfügung gestellt.

Der Elegoo Saturn S tritt ein großes Erbe an. Wir haben schon große Enttäuschungen bei Nachfolgern erfolgreicher Modelle erlebt und hoffen auf eine gute Performance des Elegoo Saturn S. In Sachen Druckqualität hat Elegoo beim Display nachgebessert und ein leicht größeres, höher auflösendes und energiesparenderes Display verbaut. Durch die Verringerung der Pixelgröße und die neu entwickelte FEP-Folie soll die Druckgenauigkeit des Vorgängers übertroffen werden. Auch verspricht uns Elegoo fast eine Verdoppelung der Druckgeschwindigkeit von maximal 40 mm auf 70 mm pro Stunde.

SLA-Drucker sind vorrangig für 3D-Drucke mit hoch filigranen Teilen und Hinterschneidungen geeignet. Die zwei größten Nachteile von SLA-Druckern sind die geringere Bauraumgröße und die Verwendung von flüssigem Polyurethanharz.

Bei dem SLA Verfahren (Stereo Litographie Apparatus) wird das UV-reaktive Harz mittels UV-Licht gehärtet. Die Bauplattform fährt zu Beginn kopfüber bis auf Anschlag in die Harzwanne. Dessen Boden besteht aus einer 0,1 mm durchsichtigen Plastikfolie. Zu Beginn wird bis auf einen hauchdünnen Film jegliches Harz zwischen Harztankboden und Bauplattform verdrängt. Diese erste Schicht wird von der UV-Quelle unterhalb des Harztanks ausgehärtet.

Zwischen UV-Quelle und Tank sitzt ein monochromes Display. Diese Displays kennt jeder in kleineren Ausführungen bei Casio Uhren oder Schlafzimmerweckern. Bei einem SLA Drucker übernimmt ein Mono-Display die wichtige Aufgabe, dort UV-Licht durchzulassen, wo das Harz gehärtet werden soll. Er härtet, wo das Display nicht schwarz verdunkelt.

Ist die erste Schicht an der Bauplattform gehärtet, fährt diese nach oben und löst so den Druck von der Folie. Danach fährt der Druckarm wieder nach unten, aber um 0,05 mm weniger, sodass die nächste Schicht von flüssigem Harz zwischen Druckteil und Folie ausgehärtet werden kann. So wiederholt sich das bis zu 5000 Mal. Als Resultat winken hoch detaillierte Druckergebnisse, mit denen ein Filament Drucker nicht ansatzweise mithalten kann.

Diese Drucktechnologie hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte hingelegt. Elegoo hat mit dem Elegoo Saturn, als eine der ersten Firmen, einen erschwinglichen Großraumdrucker mit einem Bauraum von 192 x 120 x 200 mm und schnelleren Druckgeschwindigkeiten von 30 bis 40 mm/s auf den Markt gebracht. Nun hat Elegoo Bestseller aufgemotzt und bringt die verbesserte Variante Elegoo Saturn S heraus.

Die auffälligste Verbesserung ist das minimal größere und genauere Display. Das alte Display hatte 192 x 120 mm und das neue 196 x 122 mm bei der Breite und Tiefe. Die Pixelgröße und damit die Druckgenauigkeit sind von 50 um auf 48 um verbessert worden. Es sind keine weltbewegenden Größenunterschiede, aber bei den kleinen Bauräumen von SLA Druckern, im Bereich um die 500 Euro, zählt jeder Millimeter. Die Druckhöhe wurde um schicke 10 mm angehoben und beträgt jetzt 210 mm. Das ist eine ordentliche Annäherung an seinen großen Konkurrenten, den Anycubic Mono X (Testbericht), den wir bereits getestet haben. Elegoo hat außerdem eine neue FEP-Folie 2.0 entwickelt, die geringere Trennkräfte zwischen ausgehärteter Schicht und FEP-Folie verspricht.

Das Drucken mit Harz erzeugt immer einen unangenehmen Geruch, der nicht gerade gesund ist. Elegoo verspricht auch hier Abhilfe, indem sie dem Drucker einen Luftreiniger mitliefern. Dieser wird praktisch im Druckraum verstaut und per USB angeschlossen. So kann er die Luft direkt im Druckraum wieder aufbereiten.

Der Elegoo Saturn S besteht aus einem unteren Teil, in dem die Elektronik, die Belichtungseinheit und die Steuerung des Z-Druckarms steckt. Vor der Montage des Resintanks muss die Transportfolie entfernt werden. Schwarze Klebestreifen und die Displayschutzfolie darunter dienen zum Schutz und Fixierung des Displays und bleiben darauf. Beschriftete Sticker weisen genau darauf hin, was weg soll und was nicht.

Danach muss die Druckplatte gelevelt werden. Die Bauplattform wird mit dem großen schwarzen Drehrad am Druckarm fixiert. Dann sollte man die zwei silbernen Schrauben lockern. Ein Blatt Papier dient als Platzhalter für die Folie und wird auf das Display gelegt. Nun per Menü die Plattform auf den Home-Punkt fahren – mit dem Icon in Form eines kleinen Häuschens. Die Plattform fährt bis auf Anschlag auf das Papier.

Jetzt muss man mit einer Hand die Plattform gleichmäßig auf die Unterseite pressen und dann die zwei silbernen Schrauben fixieren. Anschließend sollten Anwender die Bauplattform in 0,1 mm Schritten so einstellen, dass das Papier schwergängig schleift. Danach gilt es, die Z-Null-Position zu bestätigen (confirm). Jetzt muss die Bauplattform wieder nach oben fahren, das Papier sollte entfernt und der Resintank mit zwei Schrauben fixiert werden. Den Luftfilter links stecken Nutzer neben den Arm ein, anschließend füllt man Harz ein und setzt den Deckel auf. Am Ende muss man noch Stromkabel und USB-Stick einstecken und anschalten. Der Drucker ist jetzt eingerichtet.

Auf dem mitgelieferten USB-Stick sind zwei Testdateien, Bedienungsanleitung und der kostenlose (nicht hauseigene) Slicer Chitubox für iOS, Windows und Linux. Diesen sollte man am besten gleich updaten oder direkt von der Chitubox Seite die aktuelle Version herunterladen. Dann muss man in der Software noch das passende Druckermodell Elegoo Saturn S hinzufügen und schon kann es losgehen.

Die Software auf dem Drucker entspricht dem üblichen Layout, wie sie etwa auch beim Voxelab Proxima 8.9 4k (Testbericht) zu finden ist. Sie ist übersichtlich und mittlerweile ist der sogenannte Tank-Cleaner eine Standardausstattung der Software. Mittels einer Belichtung von 15 Sekunden wird eine dünne Schicht auf der kompletten Bauplattform ausgehärtet. Mit einem zuvor aufgelegten Stempel kann die ausgehärtete Schicht inklusive Resten von Fehldrucken entfernt werden.

Wir haben verschiedene Tests mit drei unterschiedlichen Resin-Sorten durchgeführt. Um beste Ergebnisse zu erzielen, wird hier für jedes Harz die richtige Belichtungszeit ermittelt. Diese ist abhängig von Druckermodell, Harz und der Raumtemperatur. Die Geruchsentwicklung hält sich dank des Filters in Grenzen. Der Unterschied zu filterfreien Druckern ist spürbar, die Raumluft bleibt insgesamt deutlich frischer. Völlig geruchsfrei ist die Arbeit mit dem Resin trotzdem nicht, da man den Deckel nach dem Druckvorgang auch mal öffnen muss. Wie viel trotz Filter in der Praxis zu riechen ist, hängt allerdings auch vom genutzten Harz ab, welches sich stark vom Geruchsbild unterscheidet.

Wir haben uns den Resin XP2 Validation Test und für die Siraya Testfile entschieden. Die Testobjekte sind sehr niedrig und der Druck dauert nicht lange. Beim Resin XP2 Validation Test haben wir circa eine halbe Stunde für vier Tests benötigt. Die Modelle bestehen aus Erhebungen und Vertiefungen, die bei unterschiedlichen Belichtungszeiten andere Ergebnisse zeigen. Bei Überbelichtung sind die Spitzen klar und deutlich, bei Unterbelichtung sind Vertiefungen genauer. Eine Überbelichtung verschmilzt Hohlräume stärker und Unterbelichtung führt zu instabilen Spitzen. Ziel ist es, für alle Bereiche einen guten Mittelwert zu finden. Beim Elegoo Saturn S liegen die Belichtungszeiten zwischen 2 und 3 Sekunden bei einer Raumtemperatur von 18 Grad.

Das beste Ergebnis bei einer Raumtemperatur um die 15 bis 18 Grad hatten wir bei Anycubic Resin White bei 2,5 Sekunden und bei Anycubic Resin Craftman mit 2 Sekunden.

Nun zur Druckqualität: Die Kathedrale hatten wir schon bei dem Creality Halot One (Testbericht) und dem Voxelab Proxima 8.9 4k (Testbericht) als Testobjekt genutzt. Beide lieferten gute Ergebnisse. Sie hatten aber bei den schmalen Geländern der Türme und den Balustraden des Mittelschiffs minimale Haftungsprobleme. Ganz klar, eine lange gerade Fläche mit feinsten Verstrebungen nach unten ist eine Herausforderung für die Haftung am Bauteil statt an der Folie. Der Elegoo Saturn S hebt hier das Niveau noch mal an. Entweder liegt es an der neuen FEP-Folie 2.0, die weniger Haftung zulässt oder an der präziseren Lichtführung durch die kleineren Pixel. Auf jeden Fall haben wir hier ein hervorragendes Druckergebnis, das feinste Details in einer Qualität zeigt, die wir so bisher nur beim Anycubic M3 Plus (Testbericht) gesehen haben. Wir haben bei Fusion360 nachgemessen: Die Verstrebungen der Türme messen in ihrem minimalen Durchmesser gerade einmal 0,1 mm und die des Seitenschiffes 0,34 mm. Das ist schon exzellent.

Der nächste Punkt ist die Glätte von runden oder planen Formen. Es gibt ein nützliches Feature in jeder Slicer Software namens Antialiasing. Dieses Feature glättet die berechneten die Kanten. Das Antialiasing haben wir bewusst so niedrig wie möglich eingestellt, um möglichst genaue Vergleichswerte auf Dauer herauszufiltern. Auch bei der Fantasy-Kriegerin hat uns die Druckqualität ohne Antialiasing überzeugt. Sie zeigt mit Ihren 21 cm auch die maximale Druckraumhöhe. Rocket, unser Resin-Printer-Maskottchen, hatte einen Druckfehler. Dies ist aber auf zu schnelles Nachfüllen von Harz zurückzuführen. Ansonsten gabs hier auch sehr wenig zu meckern. Selbst die kleinen Pflanzen auf Groot wurden mit gedruckt. Unsere eigens erstellte Testdatei, eine filigrane Kugel aus Verstrebungen bewältigte der Elegoo Saturn S auch sehr ordentlich.

Aktuell ist der Elegoo Saturn für 519 Euro im Preisvergleich gelistet, was uns als angemessenen erscheint. Das Vorgängermodell Elegoo Saturn gibt es ab 459 Euro.

Elegoo hat seinem Dauerbrenner erfolgreich ein Facelift verpasst, das schnelleres und präziseres Drucken ermöglicht. Das innovative Highlight der Luftfilter ermöglicht geruchsärmeres Drucken und so eine gesündere Umgebung. Er steht dem Ruf seines Vorgängers in nichts nach und die Druckqualität hat uns einfach begeistert.

Wer eine derart hohe Druckqualität erwartet, hat derzeit wenig Alternativen. So brillante Ergebnisse liefert sonst nur etwa der Anycubic M3 Plus (Testbericht). Eine nur minimal niedrigere Qualität, einen kleineren Bauraum, aber einen deutlich günstigeren Preis gibt es etwa beim Creality Halot One (Testbericht). Weitere Einzeltests, Vergleichstests und Ratgeber gibt es in unterer Themenwelt 3D-Drucker.

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