Skullcandy Indy ANC
Pro und Contra
  • guter Sound (dank individuellem Soundprofil)
  • bequemer und zuverlässiger Sitz
  • viele Funktionen per Kopfhörer steuerbar
  • kein AptX
  • leichtes Hintergrundrauschen im ANC-Modus
  • Standard-Sound extrem basslastig
  • 4.5

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Die Indy ANC haben aktive Geräuschunterdrückung, Tracking-Funktion und Wireless-Charging an Board. Ob die True-Wireless-Kopfhörer mit individuellem Soundprofil in der Praxis überzeugen, hat TechStage getestet.

Völlig kabellose In-Ear-Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung gehören mittlerweile zum Standard-Portfolio jedes Audio-Herstellers. In den letzten zwei Jahren haben sich neben der Klangqualität primär Akkulaufzeit und ANC-Funktion enorm verbessert.

Nun haben wir das Modell Indy ANC von Skullcandy auf Herz und Nieren getestet. Der Hersteller steht für stylishes Design und druckvollen Bass. Das hat in der Vergangenheit bereits das Over-Ear-Modell Skullcandy Crusher Evo (Testbericht) eindrucksvoll bewiesen.

Nun muss der TWS-Kopfhörer Indy ANC zeigen, was er in der Praxis leistet und ob sich der Kauf des knapp 100 Euro teuren In-Ears im Vergleich zu günstigen Modellen lohnt. Dieser Einzeltest gehört zur Themenwelt Kopfhörer. Neben ANC-Kopfhörern widmen wir uns hier auch Modellen für Sport, Gaming oder die Nutzung im Homeoffice.

Bei den Indy ANC handelt es sich um In-Ear-Kopfhörer mit weichen Ohrpolstern im klassischen Steg-Design. Eine Besonderheit sind die kleinen Earflaps aus weichem Silikon, welche den Sitz verbessern sollen. Die beiden Kopfhörer samt Ladeschale kommen zusammen mit einem kurzen USB-C-Ladekabel, einem zusätzlichen Paar Earflaps und insgesamt drei verschieden großen Ohrpolstern zum Kunden.

Die beiden In-Ears sind gut verarbeitet, wirken allerdings nicht besonders kompakt, was durch die aufgesetzten Earflaps noch verstärkt wird. Das Gewicht von 6g pro Kopfhörer ist aber Standard. Was uns gut gefällt sind die Details. Das Herstellerlogo, der Skull, ist auch auf den berührungsempfindlichen Bedienfeldern der Ohrstöpsel und auf den Silikonpolstern aufgedruckt oder eingeprägt. Die In-Ears verfügen zudem über eine kleine Status-LED.

Die Ladeschale aus mattem Kunststoff ist, bis auf das mittig aufgedruckte Totenkopf-Logo, weitgehend unspektakulär gestaltet und ausreichend griffig. Der Schnappverschluss des Deckels bleibt zuverlässig geschlossen und lässt sich trotzdem ohne Gefummel öffnen. Die aufrecht gelagerten Ohrstöpsel sitzen dank einer Magnetverbindung ebenfalls verlässlich an ihrem Platz. Das Herausziehen an den Earflaps gestaltet sich bequemer als bei anderen Modellen. Auf der Vorderseite sitzen die unauffälligen Status-LEDs der Ladeschale. Der USB-C-Port zum Laden sitzt auf der Gehäuseunterseite. Auf der Rückseite ist noch ein Logo für die kabellose Ladefunktion aufgedruckt.

Der Klang der Indy ANC erfüllt voll unsere Erwartungen: Die Soundqualität der In-Ears ist gut, wenn auch in den Grundeinstellungen sehr basslastig. Dieses typische Markenzeichen hat der Hersteller also schon einmal erfüllt – leider leidet darunter die Harmonie. Insbesondere bei niedriger Lautstärke können sich Mittel- und Hochtonbereich nicht richtig durchsetzen. Bei mittlerer und hoher Lautstärke kommen dann aber auch diese Klangbereiche ordentlich zur Geltung. Der starke, warme und schön druckvolle Bass bleibt trotzdem dominierend. Für Fans von elektronischer Musik und wummernden Bässen ist das super. Wer lieber Rock, Pop oder Klassik hört, wird sich allerdings etwas mehr Differenziertheit wünschen.

Bevor wir den ANC- und Transparenz-Modus testen, widmen wir uns kurz der App von Skullcandy. Diese bietet neben den Möglichkeiten, unkompliziert neue Firmware aufzuspielen oder Soundmodi zwischen Normal, Transparenz und ANC zu wählen, auch einen integrierten Equalizer mit vordefinierten Profilen. Außerdem ist es hier möglich, ein individuelles Soundprofil zu erstellen. Hierzu analysiert die App das Gehör des Nutzers und macht daraus ein eigenes Klangprofil. Dieses hört sich subjektiv gleich deutlich besser und harmonischer an. Zwar ist der Bass auch hier noch stark, trotzdem ist der Klang insgesamt deutlich ausgewogener. Im Test nutzen wir deshalb dieses eigene Profil, da wir mit dessen Sound voll zufrieden sind.

Die aktive Geräuschunterdrückung funktioniert erfreulich gut und effektiv – der Effekt wird zusätzlich von der physischen Abschirmung der Silikonpolster verstärkt. Insbesondere Hoch- und Tieftonbereich werden hörbar abgemildert. Bei den Mitteltönen haben die Indy ANC, wie praktisch alle bisher getesteten In-Ears, noch Verbesserungspotenzial. Nebengeräusche wie brummende Lüfter, Straßenverkehr oder die laufende Spülmaschine sind bei aktiviertem ANC trotzdem kaum bis gar nicht mehr wahrnehmbar. In den Musikpausen ist dann allerdings ein leichtes Brummen zu hören. Während der Wiedergabe fällt das zwar kaum auf, trotzdem ist das bei anderen Kopfhörern besser gelöst.

Der Transparenz-Modus, der die Außengeräusche wie heranfahrende Pkw bewusst verstärkt, funktioniert ebenfalls gut und zuverlässig. Hier tritt das Hintergrundrauschen des ANC-Modus nicht auf. Allerdings klingen die Umgebungsgeräusche etwas metallisch und unnatürlich. Das ist aktuell ein Standardproblem aller In-Ear-Modelle. Wer hier einen völlig natürlichen Klang erwartet, muss derzeit noch zu teuren Over-Ear-Modellen wie den Apple Airpods Max (Testbericht) greifen.

Zum Fernsehen und Zocken sind die Indy ANC wegen der genutzten Codecs AAC und SBC bedingt geeignet. Zwar kommt es bei der Übertragung zu einer minimalen Latenz, allerdings ist die Verzögerung gering und fällt nur bei genauem Hinsehen auf. Für ausführliche Gaming-Sessions und Serien-Marathons würden wir trotzdem Kopfhörer mit AptX empfehlen.

Zum Telefonieren oder für Videochats sind die In-Ears von Skullcandy gut geeignet. Die Stimme wird klar, natürlich und ausreichend laut wiedergegeben. Zwar sind Umgebungsgeräusche für unser Gegenüber hörbar, die Sprachqualität ist für den Normalgebrauch aber völlig ausreichend.

Das Tracking der Kopfhörer über die Tile-App funktioniert ebenfalls zuverlässig. Der Alarm der Suchfunktion ist zwar nicht besonders laut, das Wiederfinden in ruhiger Umgebung klappt aber prima.

Das Handling der Indy ANC ist im Test mit verschiedenen Smartphones und einem MP3-Player (Ratgeber) problemlos. Die Koppelung klappt bei allen Geräten auf Anhieb.

Die Bedienung anhand der berührungsempfindlichen Rückseite der Kopfhörer klappt zuverlässig, aber mit einer kurzen Verzögerung. Zwar muss man sich erst an die vielen verschiedenen Touch-Gesten gewöhnen, dann aber ist neben Start und Stopp auch die Titelwahl, eine Lautstärkeregelung, die Wahl des Equalizer- sowie die des Sound-Modus möglich. Auch das Starten des Sprachassistenten des Smartphones funktioniert per Berührung. Eine Trageerkennung ist bei den Indy ANC nicht an Bord.

An den hohen Tragekomfort der bequemen Indy ANC haben wir uns schnell gewohnt. Die beiden Ohrstöpsel sitzen dank Polster und Earflaps zuverlässig fest und sind dabei kaum zu spüren. Selbst das Tragen über mehrere Stunden führt nicht zu unangenehmen Druck. Positiv fällt auf, dass der Sound auch bei nicht sehr weit ins Ohr geschobenen In-Ears sehr ordentlich ist. Bei anderen TWS-Kopfhörern leider der Klang oftmals rasant, wenn die Kopfhörer nur mit wenig Druck eingesetzt werden.

Dank der zusätzlichen Silikon-Flügelchen sitzen die Kopfhörer fast so fest wie echte Sport-Kopfhörer. Einen Sprint zur Bushaltestelle oder eine Fahrt mit dem Rad machen die In-Ears völlig problemlos mit.

Die Akkulaufzeit der In-Ears liegt laut Hersteller bei fünf Stunden mit ANC und bei neun Stunden ohne ANC. Über die Ladeschale lassen sich die Indy ANC zusätzlich zweieinhalb Mal nachladen, was für zusätzliche 14 Stunden Wiedergabe mit ANC und 23 Stunden ohne ANC sorgen soll. Im Praxisbetrieb bei mittlerer bis hoher Lautstärke in verschiedenen Soundmodi, erreichen wir mit einer Akkuladung knapp siebeneinhalb Stunden Wiedergabe. Dieser Wert ist gut und alltagstauglich. Das kabellose Laden funktioniert im Test zuverlässig. Zudem verfügen die In-Ears über eine Schnellladefunktion. Zehn Minuten in der Ladeschale reichen für über eineinhalb Stunden Wiedergabe (mit ANC bei hoher Lautstärke).

Die Reichweite der Bluetooth-Verbindung liegt bei etwa 10 bis 12 Metern auf freiem Feld. In Innenräumen ist die Distanz stark wie üblich von der Gebäudestruktur abhängig. Ein Gang ins Nebenzimmer ist selbst in Stahlbetonbauten problemlos möglich.

Wichtiger ist hier die Zuverlässigkeit der Verbindung. Im Testbetrieb kam es anfänglich bei einem unserer Smartphones zu regelmäßigen kurzen Aussetzern. Dies wurde allerdings durch ein Firmware-Update behoben. Seitdem kommt es zu keinerlei Abbrüchen oder Aussetzern.

Mit einem Preis ab 100 Euro gehören die Skullcandy Indy ANC zur Mittelklasse der True-Wireless-Kopfhörer. Dank gutem Sound inklusive individuellem Soundprofil und hohem Tragekomfort erscheint uns der Preis gerechtfertigt. Die Kopfhörer sind in den Farben Schwarz, Grau und Pink erhältlich.

Die stylishen Kopfhörer mit dem Totenkopf-Logo bieten neben dem Hersteller-typischen, satten und basslastigen Sound eine effektive aktive Geräuschunterdrückung und einen hohen Tragekomfort. Auch in Sachen Bedienung und Akkulaufzeit hinterlassen die In-Ears einen positiven Eindruck.

Lediglich das leichte Hintergrundrauschen im ANC-Modus und die zu basslastigen Standardeinstellungen sind im Test negativ hängen geblieben. Auch wer Kopfhörer zum Serien schauen oder für Gaming sucht, sollte lieber auf ein Modell mit latenzfreiem AptX-Codec setzen.

Wer sich mehr Funktionen und ab Werk erstklassig abgestimmten Klang wünscht, muss aktuell deutlich mehr investieren. Hier kommen etwa die Modelle Bose QuietComfort Earbuds (Testbericht), Sennheiser Momentum True Wireless 2 (Testbericht) oder unsere aktuellen Testsieger Sony WF-1000XM4 (Testbericht) infrage. Wer mit weniger Einstellungsmöglichkeiten leben kann und weniger investieren will, wollte sich die günstigen Earfun Air Pro 2 (Testbericht) mit ANC, Wireless-Charging und Trageerkennung ansehen.

Weitere Tests zu True-Wireless-Kopfhörern finden sich in unserer Themenwelt Kopfhörer.

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