Schokolade aus dem 3D-Drucker: mycusini 2.0 im Test

Schokoladen-3D-Drucker MyCuisini 2.0
Pro und Contra
  • Arbeitet leise und genau
  • große Auswahl an Schokoladen-Varianten
  • einfache Bedienung und viele Druckvorlagen
  • kleiner Bauraum
  • Kartuschen zu klein für große Objekte
  • hoher Preis
  • 4.0

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Schokolade statt Kunststoff. Der mycusini 2.0 druckt nicht mit ABS, PLA oder Nylon, sondern schmilzt Schokolade auf die Unterlage. Wir testen, wie gut das funktioniert.

Dreidimensionale Objekte schichtweise am 3D-Drucker zu erstellen ist weder teuer noch kompliziert. In der Regel kommt als Verbrauchsmaterial unter UV-Licht aushärtendes Harz oder Kunststoff-Filament auf Rollen zum Einsatz. Während in der Industrie auch 3D-Drucker für Metall oder Verbundstoffe zum Einsatz kommen, sind wir nun aber über einen ganz anderen Werkstoff gestolpert: Schokolade.

Neben diversen Selbstbaulösungen gibt es für süßen 3D-Druck mittlerweile auch einen offiziell zertifizierten Lebensmitteldrucker, der so am Markt erhältlich ist: den mycusini 2.0. Dieser wird in Deutschland vom Freisinger Unternehmen Print4Taste entwickelt und hergestellt.

Dieser Einzeltest gehört zur Themenwelt 3D-Drucker. Hier zeigen wir Einzeltest von populären Geräten wie dem Creality Ender 3 V2 (Testbericht), Monoprice MP Mini Delta (Testbericht) oder Flashforge Adventurer 3 (Testbericht) und zeigen etwa verschiedene Filamente im Vergleich.

Der mycusini 2.0 arbeitet mir echter Schokolade, die in unterschiedlichen Farben und verschiedenen Geschmacksrichtungen beim Hersteller erhältlich ist. Selbst eine vegane Schokolade findet sich im Repertoire des mycusini 2.0.

Der Druckraum erscheint auf den ersten Blick klein, doch geht es bei einem Lebensmitteldrucker eher um kleine und detailreiche Ausdrucke, um andere Lebensmittel zu verschönern. Der Schokodrucker kommt mit über 1000 kostenlosen Druckvorlagen. Es handelt sich hier um keinen Bausatz, sondern einen Plug&Play-Drucker. Die sehr einfache und unkomplizierte Bedienung ermöglicht es selbst Nutzern, ohne Erfahrung im 3D-Druck sich schnell zurechtzufinden. Für sehr engagierte Schokodrucker lohnt sich ein Blick auf das Online-Tool, mit dem eigenen Druckvorlagen umgesetzt werden können.

Wir haben die Schoko-Kartuschen in folgenden Varianten getestet: Dark Vegan, Choco Dark, Choco Dark Kokos, Choco Dark Orange, Choco Dark Himbeere und als farbige Varianten Choco White, Choco Blue und Choco Pink. Auch haben wir uns die fünf Pralinenfüllungen mit den Geschmacksrichtungen: Marc de Champagne (weiß), Nougat und Irish Coffee Cream(braun), Pfirsich-Maracuja (orange) und Yoghurt Amarena (pink) auf der Zunge zergehen lassen.

Der Drucker hat die Größe von 240 x 270 x 230 mm und passt somit gut die Küchenzeile. Der Druckraum beträgt 90 x 90 x 46 mm. Das ist nicht groß, aber ausreichend für Tortengarnituren und Schriftzüge. Der Drucker besteht aus einem solide gefertigten Plastikchassis und einem separaten Druckbettschlitten. Dieser wird mit einer magnetischen Führung mühelos in die Druckerbasis eingelegt.

Zu der Ausstattung gehören auch zwei Silikonmatten, die die Druckauflagen bilden. Zwei präzise gefertigte Edelstahlkartuschen und ein Plastikhalterung mit Metall-Inlay, der die Edelstahlkartusche später auf Temperatur bringt, bilden den Druckkopf. Eine SD-Karte mit über 1000 Druckvorlagen, eine kleine Plastikpinzette und ein Handbuch mit allen Druckmodellen gehören ebenfalls zum Lieferumfang. Mit dem Kauf eines mycusini 2.0 erhält man zudem Zugang zu der Internetseite mycusini-Club. Dort kann man weitere Druckvorlagen selbst gestalten oder herunterladen.

Der Aufbau unseres ersten Druckers für Schokolade gestaltet sich problemlos. Drucker auspacken, Stromkabel anstecken und die Druckplattform in den Boden einlegen. Die Plattform rastet durch Magnete wie von allein ein. So geht echtes Plug&Play!

Nun zu dem schwarzen Gold. Die Schoko-Kartuschen werden verpackt und verschweißt im 5er-Pack mit Verfallsdatum und Zutatenangaben geliefert. Die Lebensmittel samt Verpackung geben einen guten Ersteindruck, so dass wir sie bedenkenlos verzehren wollen. Die in Plastik eingeschweißten Stangen haben in der Mitte eine Sollbruchstelle und lassen sich einfach auseinanderbrechen. Danach sollte man die Plastikummantelung an der Kante möglichst gerade mit einem Messer abschneiden. Die Sollbruchstelle der Stangen ist leider nicht exakt mittig, dadurch entsteht immer ein um 2-3 mm längeres Teilstück, welches so nicht in die Edelstahlkartusche hineinpasst, weshalb man hier nachhelfen muss. Ist die Kartusche zu lang, muss die Schokolade gekürzt werden. Bei unseren Tests haben wir schlussendlich alle Stangen um einige mm gekürzt, um schneller arbeiten zu können.

Jetzt wird die Edelstahlkartusche geladen. Dazu kommt sie in die Plastikhalterung, die oben mittig im Drucker einrastet. Der Drucker braucht indessen 13 Minuten bis die Schokolade aufgeheizt und flüssig ist. Nun wird einfach eine der unzähligen Vorlagen ausgewählt und der Druckvorgang kann fast schon starten. Doch zunächst verlangt der Drucker noch eine sogenannte Vordosierung. Die Vordosier-Taste wird hierbei so oft gedrückt, bis die Schokolade kontinuierlich aus der Düse fließt. Jetzt kann der Druckvorgang freigeben werden.

Auch der Wechsel der Schokokartuschen gestaltet sich dank der mitgelieferten Plastikpinzette einfach. Zunächst die Druckkopfkartusche mit einem Dreh nach rechts aushaken, anschließend den leeren Plastikschlauch herausziehen und neu laden. Die Plastikpinzette hat unseren starken Griff allerdings nicht lange standgehalten und ist zerbrochen. Aber hier tut es auch jede andere Pinzette.

Bei der Technik hat Print4Taste ordentlich gearbeitet und nicht gespart. Es ist ein ARM 32Bit (72MHz) Mainboard verbaut, mit integrierten TMC2209 Schrittmotortreibern. Diese arbeiten auf UART Modus und ermöglichen so Sensorless-Homing. Die hochwertigen Hard- und Softwarekomponenten ermöglichen dem der Drucker einen flüsterleisen Betrieb und reibungsloses Arbeiten.

Das Menü des Druckers ist übersichtlich und intuitiv aufgebaut. Hier gibt es etwa den Ordner mit Druckvorlagen, unterteilt in Rubriken wie Namen, Hohlformen, Halloween, Weihnachten, Sport und viele mehr. Zudem gibt es ein ausgedrucktes Heft, in dem alle Formen illustriert sind. So ist schnell etwas Passendes zum Drucken gefunden.

mycusini ermöglicht auch, selbst Druckvorlagen zu erstellen. Es ist lediglich eine Anmeldung im mycusini-Club notwendig. Dort gibt es dann verschiedene Auswahlmöglichkeiten. Schriftzüge(verbunden), Textbotschaften, 3D Objekte (beta), Umrisse, eigene STL-Dateien und Hohlformen. Auch gibt es noch kostenpflichtige Apps, die einem ermöglichen, aus digitalen Bildformaten wie JPEG oder PNG Dateien fertige Vorlagen zu erstellen.

Unser Appetit ist bei den ersten Tests mindestens so hoch wie unsere Erwartungen an den Drucker. Uns hat zunächst am meisten überrascht, wie schnell die extrudierte Schokolade erstarrt und eine stabile Basis für die nächste Schicht bildet.

Während des Tests lernten wir schnell: Das A und O für einen erfolgreichen Schokodruck ist immer genügend Material vorzudosieren. Die Schokolade muss wirklich kontinuierlich fließen, bevor der Druck freigegeben wird. Ist dies der Fall, dann ist auch die erste Schicht kompakt und durchgängig gedruckt. Manchmal kam es vor, dass der erste Druck nach dem Kartuschenwechsel noch Lücken im Druckbild hatte. Zum Glück kann bei Schokoladendrucken das fehlerhafte Stück schnell "entsorgt" und der Druck neu gestartet werden.

Im Großen und Ganzen sind wir sehr begeistert von den Druckergebnissen. Um ein professionelles Meinungsbild zu bekommen, haben wir unsere Ausdrucke einer Konditormeisterin gezeigt. Bei manchen Teilen musste sie natürlich schmunzeln, geschwungene Schriftzüge sind das Alltagsgeschäft in einer Konditorei. Auch werden Pralinenhohlformen in einer Konditorei in Serie schneller hergestellt als mit dem 3D Drucker. An dieser Stelle hätten wir uns gewünscht, dass man mehrere Drucke in einem Druckvorgang durchführen könnte. Dies ist aber mit dem mycusini 2.0 baubedingt und materialtechnisch nicht möglich. Doch auch die Konditorin hat anerkannt, dass Drucke mit vielen geraden Linien wie bei den Ornamenten oder den eckigen Buchstaben mit der Hand so nicht möglich sind.

Natürlich ist der mycusini 2.0 nichts für eine professionelle Konditorei, da dort auf Menge produziert wird. Für professionelle Anwender hat Print4Taste auch den größeren Bruder, den Procuisini, mit einer größeren Plattform und einer größeren Schokoladenkartusche für 3552 Euro im Angebot.

Bei den Vorlagen von Frauenkirche, Pyramide und 3D Modellen von Tieren finden wir auch, dass noch Luft nach oben ist. Dennoch ließ sich das gedruckte Modell immer gut erkennen.

Die Größe der Schokoladenausdrucke kann maximal 96 x 96 x 45 mm betragen. Leider fiel uns beim Ausdruck des Schlosses Neuschwanstein auf, dass die Druckgröße auch durch das Volumen der Kartuschen begrenzt ist. Ist die Patrone leer, wird der Druck abgebrochen und kann nicht mehr fortgesetzt werden. Eine Kartuschenfüllung hat die ungefähren Maße von 18 mm im Durchmesser und 50 mm in der Länge. Mit 3D-Modellen größer als 10 x 5 x 5 cm kamen wir schnell an das maximale Druckvolumen.

Alle Schriftzüge, Hohlformen, 3D Modelle mit Umrisslinien ließen sich problemlos drucken. Die Genauigkeit, mit der die mycusini 2.0 Ornamente, gerade und geschwungene Linien zieht, ist tadellos.

Bei dem Kauf eines mycusini 2.0 kann der Nutzer zwischen verschiedenen Paket-Optionen wählen. Hauptunterschied der Pakete ist die Anzahl an mitgeliefertem Zubehör. Der ältere mycusini Schokoladen-Drucker der ersten Generation ist aktuell ab 444 Euro erhältlich.

Auf jeden Fall waren wir als Hobbybäcker und 3D-Druck-Experten begeistert von der Genauigkeit, mit der die mycusini 2.0 Schriftzüge, Ornamente, Hohlformen und Buchstaben druckt. Auch die einfache Inbetriebnahme und die unkomplizierte Bedienung haben im Test überzeugt. Wer tatsächlich Bedarf an diesem süßen Drucker hat, der kann zuschlagen und sich diesen sehr speziellen 3D-Drucker anschaffen.

Mit einem Preis von 798 Euro für den 3D-Drucker und zwischen 8 und 10 Euro für das 10er-Pack Schoko-Kartuschen ist der Spaß allerdings kein Schnäppchen. Wer oft und gerne backt und eine kreativere Variante als die Standardbuchstaben aus dem Supermarkt sucht, findet in dem mycusini 2.0 das passende Werkzeug. Mit ihm können Cupcakes, Eisbecher und vor allem Geburtstagstorten auf ein neues kreatives Niveau gehoben werden.

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