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Oppo A53s

Bild:TechStage.de

Pro und Contra
  • 90-Hz-Display
  • Viel Speicher
  • Starker Akku
  • Miese/fehlende Zusatzkameras
Rating:
  • 4.0
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Für unter 150 Euro kann man nichts erwarten – oder man schaut sich das Oppo A53s an. Denn das bietet viel Akku, schickes Design und ein 90-Hertz-Display. Das ist einzigartig in dieser Preisklasse.

Mit dem Oppo Reno 4 Pro (Testbericht) hat der chinesische Hersteller eindrucksvoll gezeigt, dass er Highend kann. Das Oppo A53s setzt genau am anderen Ende der Preisskala an. Das günstige Smartphone kostet mittlerweile weniger als 130 Euro, bietet dafür aber ein paar Highlights, die selbst in doppelt so teuren Modellen eine gute Figur machen. Klingt super – ist es das auch?

Irgendwo muss man bei einem günstigen Smartphone Abstriche machen. Beim Oppo A53s ist das bei der Materialwahl der Fall. Wobei das zu dramatisch klingt: Ja, Rahmen und Rückseite bestehen nur aus Kunststoff, so richtig schlimm ist das aber gar nicht. Erst recht beim Blick auf den Straßenpreis nicht. Denn das Gerät fasst sich trotz allem dank seiner Rundungen auf der Rückseite und dem kaum spürbaren Übergang von Rahmen nach hinten angenehm an – es fehlt nur die typische Kühle von Glas. Die Verarbeitung ist aber tadellos, auch Verwindungsversuche, die nicht gerade die Schwelle zur Brutalität überschreiten, entlocken dem Gerät keinen Mucks. Die wenigen Hardware-Tasten sitzen fest im Gehäuse und lassen sich hervorragend bedienen.

Schick ist der vergleichsweise dezente Farbverlauf, den Oppo für sein günstiges Smartphone wählt. Unser Testgerät kommt in hellem Blau bis fast Silber zum Kunden, je nach Lichteinfall sieht das Gerät aber auch dunkelgrau bis dunkelblau aus. Alternativ gibt es eine schwarze Version. Mit 8,4 Millimeter sind beide Modelle in Relation zum Preis angenehm dünn, mit 186 Gramm hingegen etwas schwerer als erwartet. Dem guten Gesamteindruck tut das keinen Abbruch, zumal es einen guten Grund dafür gibt: einen starken Akku. Für den Preis ist die Front überraschend modern gehalten. Die Ränder rings um den Screen sind bis auf das untere Ende schmal, die Frontkamera sitzt oben links in einer Punchhole-Notch. Das machen auch klar teurere Modelle nicht besser.

Beim Display überrascht Oppo erneut. Und zwar einmal positiv, einmal negativ. Denn das 6,5 Zoll große IPS-LCD bietet eine Bildwiederholungsrate von 90 Hertz und eine Abtastrate von 120 Hertz, allerdings nur eine Auflösung von 1600 x 720 Pixel. Das sorgt für eine Pixel-Dichte von gerade einmal rund 270 ppi (Pixel pro Zoll) und ist entsprechend nicht hundertprozentig scharf. In der Preisklasse um 130 Euro ist das zwar noch vertretbar, aber etwas schade. Dabei ist die Darstellung sogar schärfer als vermutet. Denn einzelne Pixel sieht man bei Schriften und Grafiken erst bei genauem Hinsehen, vor allem im Vergleich mit einem höher auflösenden Display ist der Unterschied aber klar ersichtlich.

Ansonsten gibt es wenig auszusetzen. Die Helligkeit ist mit rund 480 cd/m2 für den aufgerufenen Preis ordentlich, Farben werden ausreichend intensiv dargestellt und Kontraste gehen auch in Ordnung. Zwar ist die Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung mit einer leichten Betonung auf die Mitte nicht ganz optimal, im Alltag fällt das aber nicht weiter auf. Wem 90 Hertz wichtiger als Full-HD-Plus sind, der macht beim Oppo A53s alles richtig. Wer die dadurch flüssigere Wiedergabe von bewegten Inhalten einmal genutzt hat, will meist nicht wieder zurück zu standardmäßigen 60 Hertz.

Kommen wir zum größten Kritikpunkt des Oppo A53s, nämlich der Kamera. Klar - für unter 150 Euro kann man nicht viel erwarten, entsprechend niedrig war unsere Erwartungshaltung. Die Bildqualität der Hauptlinse mit ihren 13 Megapixel und der eher lichtschwachen f/2.2-Blende ist dem Preis auch durchaus angemessen. Aber statt sich auf diese Linse voll zu konzentrieren und mit außergewöhnlicher Qualität zu überzeugen, baut Oppo lieber noch zwei Alibilinsen ein: Makro- und Tiefensensor mit je 2 Megapixel.

Entsprechend kommt – wie bereits geschrieben – die Hauptlinse nicht über ein “passt schon” hinaus. Die Bildschärfe ist befriedigend und dem Preis entsprechend, für die Bilddynamik gilt das gleichermaßen. Immer wieder ist selbst bei gutem Licht leichtes Bildrauschen zu sehen, offenbar versucht die Software, etwas zu aggressiv nachzuschärfen. Farben wirken manchmal etwas blass, bisweilen aber auch zu intensiv. Fotofetischisten werden hier nicht ganz glücklich, mit diesem Ziel wird aber wohl auch kein Interessent nach einem Smartphone im untersten Preissegment suchen.

Was für die Fotoqualität gilt, trifft auch auf Videos zu: Ist schon okay für eine gelegentliche Aufnahme, kann insgesamt aber nicht überzeugen. Maximal 30 Bilder sind bei Full-HD-Auflösung drin, das war's. Das allein ist schon kein Ruhmesblatt (wenn auch dem Preis angemessen), mangels effektiver Bildstabilisierung verkommen selbst sommerliche Videoaufnahmen vom Kinderfest in Idar-Oberstein schnell zu einer Neufassung des Blair Witch Project – schade. Die Selfiecam mit ihren 8 Megapixel ist zumindest in Bezug auf die Bildschärfe beinahe schon das Highlight des Kamerasortiments beim A53s, Wunder sollte man aber auch hier nicht erwarten.

Als Antrieb dient dem Oppo A53s der relativ neue Snapdragon 460 mit einer Adreno 610, der Chipsatz wird im 11-Nanometer-Verfahren gebaut. Das sind beileibe keine Bestwerte, entsprechend fallen Benchmark-Ergebnisse auch nicht überragend aus. So erreicht das Gerät im PCmark Work 2.0 mittelmäßige 5600 Punkte, der Speicher ist mit knapp 9500 Punkten nicht der schnellste, aber ebenfalls im Mittelklasse angeordnet. Spitzengeräte liegen hier bei über 30.000 Punkten. Den Wildlife-Test von 3DMark schafft das Smartphone mit knapp 250 Punkten, Topmodelle mit Android liegen bei über 6000 Punkten. Zumindest bei PCmark Work 2.0 ist das aber mehr als gedacht. Unterm Strich profitiert das Gerät dabei vermutlich von der niedrigen Display-Auflösung - weniger Pixel bedeutet weniger Rechenaufwand. Das bemerkt man auch im Alltag. Dank der 90 Hertz des Displays wirkt das günstige Smartphone in vielen Situationen performanter als manches auf dem Papier stärkere Modell. Mit 4 GByte fällt der Arbeitsspeicher auch ordentlich aus. Starke Ruckler oder Hänger bemerkten wir im Test nicht.

Der Rest ist Standardkost und das ist an dieser Stelle gerade wegen des sehr guten Preises gar nicht negativ gemeint. Zur Ausstattung gehören USB-C 2.0, 3,5-Millimeter-Klinke, WLAN ac, Bluetooth 5.0 und ein Fingerabdrucksensor auf der Rückseite. Der funktioniert schnell und zuverlässig. Die beiden (!) Lautsprecher verrichten im Oppo A53s ihre Arbeit erstaunlich gut, selbst auf höchster Lautstärke klirrt es nicht und der Sound ist ausreichend voll. Bei der Software setzt Oppo bei seinem bislang günstigsten in Deutschland zu bekommenden Smartphone auf eine Kombination aus Android 10 und ColorOS 7.2. Die Oberfläche wirkt aufgeräumt und bietet dennoch einige sinnvolle Ergänzungen wie den Game Space und eine Splitscreen-Lösung. Der Sicherheits-Patch stammt von Februar 2021 und ist damit zum Testzeitraum topaktuell.

Eines der Highlights des Oppo A53s ist der Akku. Er leistet in dem flachen und in Anbetracht der Akkuleistung leichten Smartphone satte 5000 mAh, das verspricht stramme Ausdauer. Tatsächlich überzeugte das A53s damit im Test auf ganzer Linie. Mit 13,5 Stunden im Battery Test von PCmark erklimmt das Gerät bei uns zwar nicht ganz den Thron (Bestenliste der ausdauerndsten Smartphones), mischt aber ziemlich weit oben mit – trotz 90 Hertz in der Automatik-Einstellung! Das ist ein sehr beachtliches Ergebnis, das die meisten Normalnutzer über zwei Tage bringen sollte, bei gemäßigter Nutzung sogar über drei. Kabelloses laden gibt es in dieser Preisklasse natürlich nicht. Per Kabel ist das Gerät mit 18 Watt in unter 1,5 Stunden wieder voll.

Wie bei den anderen Smartphones von Oppo gibt es auch das A53s nur in der einen Speicherkonfiguration, die wir getestete haben. Farblich stehen Schwarz und die blaue Version aus dem Test zur Verfügung. Die UVP liegt bei 189 Euro.

Highend ist das Oppo A53s natürlich nicht, entsprechend eher etwas für kühle Rechner. Und die bekommen einiges zu tun: Das Display ist ordentlich und bietet in der Preisklasse unter 150 Euro mit 90 Hertz ein Alleinstellungsmerkmal. Allerdings muss man im Gegenzug mit HD-Auflösung leben - was besser als gedacht geht. Die Akkulaufzeit ist hervorragend – trotz 90 Hertz. Der Speicher ist für diese Preisklasse ebenfalls erwähnenswert und das Design – wenngleich aus Kunststoff – ebenfalls gelungen. Selbst die Leistung bereitet im Alltag keine Kopfschmerzen – da kann man bedenkenlos zugreifen!

Zumindest, wenn man keinen großen Wert auf die Kamera legt. Denn die bietet schon aufgrund ihrer Auslegung ohne Weitwinkel- und Teleobjektiv wenig und auch bei der Qualität der Hauptlinse sollte man nicht zu viel erwarten. Für gelegentliche Aufnahmen reicht es bei gutem Licht aber locker. Wer mit HD-Auflösung (die sich im Alltag selten als störend herausstellte) und vergleichsweise schwacher Kamera leben kann, macht mit dem Oppo A53s nichts falsch. Ist die Kamera hingegen wichtig, sollte mehr Geld eingeplant werden. Für ein paar Euro mehr gibt es dann etwa das Huawei P40 Lite (Testbericht) (Achtung: Keine Google-Dienste!), ein Xiaomi Redmi Note 9 (Testbericht) oder gleich ein Xiaomi Poco X3 NFC (Testbericht). Die haben alle eine bessere Kamera, mehr Power und obendrein-Full-HD-Displays.

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