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Schloss mit App: Burg Wächter SecuEntry im Test
Pro und Contra
  • lange Batterielaufzeit
  • flexibel, viele Funktionen
  • mechanischer Notschlüssel
  • App und Bedienung könnten moderner sein
Rating:
  • 4.0
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Ein smartes Schloss mit Bluetooth zum Nachrüsten, optional mit Fingerabdruckleser, PIN-Eingabe, Fernbedienung und App-Steuerung: Wir haben getestet, wie sich SecuEntry in der Praxis schlägt.

Viele Nachrüstlösungen für smarte Schlösser setzen auf den vorhandenen Schließzylinder auf und drehen einen von innen steckenden Schlüssel per Motor-Antrieb – etwa Nuki. Die Alternative dazu ist ein smarter Schließzylinder, der den vorhandenen ersetzt. Dabei gibt es außen an der Türe einen Drehknauf, der normalerweise ins Leere läuft. Erst nach Freigabe kann man durch Drehen dann die Tür auf- und abschließen sowie den Riegel zurückziehen.

Die Freigabe erfolgt im Falle unseres Testgeräts, dem Burg Wächter SecuEntry easy 5602, wahlweise per Code-Eingabe, per Fingerabdruck, mit einer Fernbedienung oder über eine App. Zifferntastatur und Fingerabdruckscanner sind nicht direkt am Schließzylinder angebracht, sondern auf einem batteriebetriebenen Tastenfeld, das im Umkreis von maximal vier Metern um die Türe per Klebepads oder Schrauben an der Wand fixiert wird. Die Kommunikation mit dem Zylinder erfolgt wie bei der Fernbedienung und der App-Steuerung über Bluetooth 4.0.

Dauerhafte Veränderungen an der Tür muss man übrigens nicht durchführen, daher eignet sich das System auch für Mieter.

Die Konfiguration erfolgt zunächst direkt an der Tastatur. Aufgrund des keinen Text-Displays ist es etwas fummelig, sich durchs Menü zu arbeiten – nicht, weil es schlecht strukturiert oder unlogisch aufgebaut wäre, sondern weil wir zu Smartphone-Zeiten eben Moderneres gewöhnt sind.

Zunächst sollte man unbedingt den Admin-Code ändern. Leider gibt es keinen Zwang dazu, aber immerhin zeigt das Tastatur-Interface bei jedem Einschalten eine entsprechende Warnmeldung an, bis man das erledigt. Danach kann man weitere Schließberechtigungen hinzufügen – Codes, Fingerabdrücke oder Fernbedienungen. Schade, dass die einzelnen Berechtigungen nur Nummern, aber keine Namen tragen. So ist es wiederum etwas fummelig, einzelne Benutzer im Nachhinein zu löschen. Auch hier würden wir uns eine bessere Integration in die App wünschen.

Die App ist selbsterklärend und einfach zu bedienen – vorausgesetzt, iPhone-Nutzer haben das Display-Schema nicht auf Dunkel gestellt. Sollte es bei der Einrichtung zu Problemen kommen, hat es geholfen, die entsprechende Einstellung in den Display-Optionen auf Hell zu setzen. Im laufenden Betrieb spielt das wiederum keine Rolle. Die App steht natürlich auch für Android zur Verfügung.

Um einen Schließzylinder einzulernen, scannt man den QR-Code auf dem mitgelieferten Aufkleber und tippt den Admin-Code ein. Dann legt die App eine neue Berechtigung im Schließzylinder an, und sofort lässt sich der Knauf per Fingertipp einrasten, um die Tür durch eine Drehung öffnen zu können.

Optional gibt es auch die Möglichkeit, das Schloss automatisch zu entriegeln. Dabei erkennt die App anhand des eigenen WLANs, wenn man zuhause ankommt, und der äußere Knauf des Schließzylinders rastet automatisch und ohne weiters Zutun ein. Diversen Berichten im Netz zufolge funktioniert das aber in Abhängigkeit von Handy und Betriebssystemversion mal mehr, mal weniger gut. Bei uns gab es mit einem iPhone Xs keine Probleme.

Für einige Funktionen ist die optionale Bridge nötig, die das Bluetooth-Schloss über WLAN mit dem Internet verbindet. Dann ist beispielsweise eine Fernöffnung auch außerhalb der Reichweite möglich – wenn der Besuch oder die Verwandtschaft schon früher angekommen ist und vor der Tür steht. Die Bridge erwarten wir in den nächsten zwei Wochen und werden den Beitrag dann noch einmal aktualisieren. Außerdem planen wir noch einen Ratgeber zu smarten Schlössern.

Die Batterien in Tastatur und Zylinder sollen für bis zu 40.000 Öffnungsvorgänge ausreichen. Der aktuelle Zustand ist jederzeit im Display zu sehen, und es gibt rechtzeitig eine Warnung, wenn die Ladung zur Neige geht. Sollte die Elektronik komplett versagen, kann man den Zylinder noch mit dem mitgelieferten Notschlüssel entriegeln.

Andere Modelle kommen nur mit Zifferntastatur ohne Fingerabdruckscanner (5601), mit zusätzlicher Leseeinheit für passive Transponder statt Fernbedienung mit Batterie (SecuEntry easy Plus mit (5652) oder ohne Fingerabdruckscanner (5651) oder in einer Pro-Ausführung mit Echtzeituhr und der Möglichkeit, einzelne Schließberechtigungen zeitlich zu beschränken. Die aktive Fernbedienung mit Batterie (sE-Key) funktioniert mit allen SecuEntry-Schlössern, der passive Transponder nur mit den Modellen aus der Plus-Serie. Wer bereits vorhandene Motorschlösser, Türöffner oder Garagentore anbinden will, kann das mit dem Relay-Modul durchführen.

Wer die Tür nicht nur aus dem Nahbereich per Bluetooth, sondern auch aus der Ferne über das Internet freischalten will, braucht die zusätzliche Bridge, die via WLAN Verbindung zum Internet und via Bluetooth Verbindung zum Schloss aufnimmt.

Das SecuEntry-System von Burg Wächter ist extrem flexibel. Es gibt für jeden Einsatzzweck die richtige Lösung – für Wohnungstüren, Büros, Hauseingangstüren, Ferienhäuser, Garagentore, Gartentüren und sogar ganze Hotels. Seine Vorteile spielt es vor allem dann aus, wenn es mehr als eine Tür zu digitalisieren gilt.

App und Konfiguration per Textdisplay wirken nicht ganz zeitgemäß, aber die Technik ist in diversen Vorgängerversionen seit Jahren bewährt und zuverlässig. Außerdem überzeugen die vielen Möglichkeiten, Schließberechtigungen herzustellen – per Code, Fingerscan, Transponder, Fernbedienung, über die App und übers Internet.

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