Samsung QLED Q70A im Test: Preis-Leistungs-Hit für Filme und Gaming

Q70A-Teaser
Pro und Contra
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • HDMI 2.1
  • Sehr gutes Bilddarstellung
  • 120 Hz nativ
  • Keine Connect-Box
  • Tizen statt Android TV
  • Schwache Lautsprecher
  • 4.0

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Samsung liefert eine neue Serie von QLED-Bildschirmen, die neben Filmfans auch Next-Gen-Gamer anlocken soll. Wir testen den 55-Zöller aus der Q70A-Serie.

Samsung stellt mit dem QLED Q70A einen echten Allround-Fernseher vor. Die neue QLED-Technologie besteht dabei prinzipiell aus normalen LED-Fernsehern, die um einen Quantum-Dot-Layer erweitert wurden. Der soll Helligkeit, Farben und Kontraste erweitern und so einen LED-Gegenentwurf zu OLED darstellen.

Und eins vorab: Der Q70A kann diese Versprechen zum Großteil einlösen. Abseits der QLED-Technologie ist der Q70A ein modern ausgestatteter Fernseher mit schlankem Tizen-Betriebssystem, HDR-Support und einer neuen Fernbedienung, die sich auf Wunsch per Solarzelle laden lässt.

Im Test entpuppt sich der Samsung zudem als absoluter Geheimtipp für Gamer: Kurze Latenzen, 120-Hz-Display, variable Bildraten (VRR) und praktische Game-Modi lassen fast keine Wünsche offen. Der Q70A ist zudem baugleich in 65, 75 und 85 Zoll verfügbar.

Der 55-Zoll-Fernseher misst 123 x 77 x 2,6 cm (mit Standfuß 25 cm tief) und kommt in einem recht kompakten Karton (140 x 85 x 15 cm). Für den Aufbau muss lediglich der mittig positionierte Standfuß mit vier Schrauben befestigt werden. Plastikabdeckung drauf und Stromkabel ran – fertig. Alternativ lässt sich der TV auch per Vesa-Halterung (200 x 200 mm) an der Wand befestigen. Samsung bietet mit dem WMN750M/XC (ca. 65 Euro) und dem Slim-Fit Wall Mount (ca. 75 Euro) hier zwei eigene Lösungen an, prinzipiell funktioniert aber jede Standard-Halterung. Da alle Anschlüsse rückseitig seitwärts eingebaut sind, kommt man bei der Wandmontage auch nicht mit den Kabeln ins Gehege.

Das QLED-Display ist baubedingt mit knapp 2,6 cm etwas dicker als etwa moderne OLEDs - insgesamt macht der Fernseher dennoch einen sehr modernen und flachen Eindruck. Das Gehäuse ist aus Plastik, hat auf der Rückseite aber eine gebürstete Metalloptik, was ziemlich schick wirkt. Die gebotenen Schnittstellen sind mit viermal HDMI, zwei USB-Ports, Audio-Eingängen (optisch, composite), Netzwerkbuchse sowie WLAN (Wi-Fi 5) und Bluetooth umfangreich und flexibel gewählt. Die Kabel muss man allerdings selbst besorgen, denn dem Q70A liegen nur Stromkabel, Handbuch und Fernbedienung bei.

Der Fernseher besitzt einen Triple-Dual-Tuner für Kabel, Satellit und DVB-T. Ist ein USB-Speicher angeschlossen, kann man dank der Dual-Tuner etwas aufnehmen (PVR, TimeShift) und gleichzeitig ein anderes Programm ansehen oder Bild-im-Bild nutzen. Moderne Features wie Programmführer und HbbTV sind allesamt an Bord und für Pay-TV-Karten steht ein CI+-Slot zur Verfügung – Samsung legt dem Q70A ein sechsmonatiges HD+-Abo bei.

Ist das passende Fernseh-Kabel angeschlossen, kann der Fernseher eingerichtet werden. Dazu steht ein einfacher Installations-Assistent bereit, der über Kanalsuche bis hin zur WLAN-Anmeldung alles automatisch erledigt. Bei Fragen hilft das umfangreiche Handbuch weiter, der Samsung hat allerdings auch ein e-Manual integriert, das bei Problemen schnell weiterhilft.

Der Q70A ist mit Samsungs Quantum-Processor-4k-Chip ausgestattet und bietet eine insgesamt recht ordentliche Performance: Die Fernbedienung reagiert prompt auf Eingaben, die TV-Umschaltzeiten sind kurz und Menüs lassen sich ruckelfrei bedienen. Das liegt auch an Samsungs eigenem Betriebssystem Tizen OS (6.0). Anders als etwa bei Geräten mit Android TV sind Menüs und App-Verwaltung hier sehr übersichtlich gestaltet. Ähnlich wie bei LGs WebOS lässt sich Tizen ohne Unterbrechung des Programms nutzen und die Menüs sind weniger verschachtelt angelegt. Trotzdem bietet Tizen eine hohe Funktionsauswahl und viele Einstellmöglichkeiten für Ton und Bild – man kann sogar den Farbraum einrichten.

Was Tizen allerdings fehlt, ist die große Anzahl an installierbaren Apps: Wo Android TV unzählige Programme liefert, sind es beim Samsung nur um die 300 Apps. Die wiederum decken aber die meisten notwendigen Streaming-Dienste wie Sky, Netflix, Prime, Disney Plus (Ratgeber), YouTube, Spotify, Plex ab. Dazu kommen Angebote für Nachrichten, Kinder, Lifestyle und mehr. Vereinzelt wird man im Gegensatz zu Android aber auch Apps vermissen: So gibt es etwa keine Twitch-App – allerdings kann man diesen Content dann alternativ über den Web-Browser des Fernsehers anschauen.

Samsung bietet keine dedizierte Smartphone-App für den Fernseher. Besitzer aktueller Galaxy-Smartphones können das Gerät aber über den Bixby-Assistenten steuern. Das funktioniert ziemlich gut, so kann eine zweite Person über das Smartphone etwas anderes schauen (Multiview, Mirroring). Dank „Private Listening“ lässt sich der TV-Sound auch nur auf dem Smartphone ausgeben – das ist ziemlich clever, wenn man nicht zu laut sein möchte. Man kann beim Q70A zudem eine Webcam per USB installieren, die dann etwa in Chat-Apps zur Verfügung steht – offiziell unterstützt Samsung aber nur Logitech-Webcams. Außerdem bringt der Fernseher auch einen ordentlichen Media-Player mit: Eigenes Film- und Fotomaterial auf USB-Speichern, Kameras oder aus dem Netzwerk werden unkompliziert abgespielt. Der Samsung unterstützt dabei alle gängigen Video- und Audioformate, darunter auch mkv-Dateien (Matroshka).

Prinzipiell benötigt man zur Bedienung aber eigentlich keine App. Die neue Fernbedienung ist zwar tastenmäßig etwas abgespeckt und aufgeräumt worden. Funktionsmäßig ist sie aber so gut angelegt, dass man mit wenigen Klicks überall hinkommt, zudem stehen für Netflix, Prime und Samsung TV Plus drei Direkttasten zur Wahl. Zusätzlich bietet sie auch eine Sprachbedienung, die eine ganz ordentliche Stimm-Erkennung mitbringt. Ganz neu: Statt einer Batterie hat die Fernbedienung jetzt einen Akku, der entweder über USB-Kabel oder – und das ist doch recht erfreulich – über eine Solarzelle auf der Rückseite geladen werden kann. So ist kein nerviger Batterietausch mehr nötig.

Da der Samsung über ein VA-Panel verfügt, fallen die Blickwinkel im Vergleich zu anderen Technologien nur durchschnittlich aus – das macht sich aber nur bemerkbar, wenn man direkt von der Seite drauf sieht. Das QLED-Display bietet für diese Preisklasse aber einen sehr hohen Kontrast und eine hervorragende Helligkeit, die laut Samsung auch auf die eigene Dual-LED-Technologie zurückzuführen ist. Ausreichender Kontrast und hohe Helligkeit sind hauptsächlich wichtig für die Wiedergabe von HDR-Material, und hier unterstützt der Samsung die Standards HDR10, HDR+ und mit HLG auch den Standard der TV-Sender. Nur das von Streaming-Anbietern teils genutzte Dolby Vision fehlt dem Q70A – für die Preisklasse ist das aber völlig normal.

Insgesamt kann man sagen, dass der Fernseher in puncto HDR ordentlich was auf dem Kasten hat. Und das alles, obwohl der QLED-Fernseher kein Local Dimming besitzt – gegenüber Top-Modellen und vor allem OLEDs werden die möglichen Schwarzwerte hier immer nur eine Annäherung sein. Aber egal ob Streaming, Games oder Blu-ray, die HDR-Wiedergabe wirkt stimmig und macht einfach Spaß. Und: Das fehlende Local Dimming kann auch Vorteile haben, so entsteht etwa keine Überbelichtung an Untertiteln (Blooming).

Auch bei Nicht-HDR-Inhalten macht der Q70A einen sauberen Job. Von älteren Blu-rays oder DVDs bis hin zu TV-Programme wird jederzeit ein starkes Bild wiedergegeben. Und das in den meisten Fällen schon mit Standard-Einstellungen „out of the box“. Und wenn etwas mal nicht passt, kann man entweder in den umfangreichen Einstellungen nachhelfen oder einen der vordefinierten Film-Modi wählen: Dabei stehen „Dynamisch“, „Standard“, „Natürlich“, „Film“ oder „Filmmaker Mode“ zur Verfügung. Letzterer ist der offizielle Standard der UHD-Alliance und wird von vielen berühmten Filmemachern unterstützt: Knapp gesagt, verzichtet dieser Modus auf jegliche Optimierung und stellt den Film so dar, wie es der Direktor geplant hat. Das kann durchaus Spaß machen, teils neigen nicht optimierte Filme aber auch zu starkem Grießeln und versinken gerne in zu dunklen Schatten – letztlich ist es reine Geschmacksache.

Ein kleiner Wermutstropfen ist die Audio-Qualität der beiden 10-Watt-Lautsprecher. Die erledigen ihren Job, machen aber erwartungsgemäß wenig Druck. Bei einem Fernseher, der so für Filme und Games prädestiniert ist, macht der Anschluss einer Soundbar, eines AV-Receivers oder der Stereo-Anlage Sinn. Mehr dazu im Ratgeber Soundbars oder in Lautsprecher, Subwoofer und AV-Receiver: Das braucht man wirklich für gutes Heimkino.

Der Samsung besitzt ein 120-Hz-Display, das sich bestens fürs Spielen per Konsolen oder Computer anbietet. Mit HGiG unterstützt er zudem den HDR-Standard der Gaming-Branche. AMDs FreeSync ist ebenfalls an Bord – Nvidias G-Sync allerdings nicht. Letzteres ist nicht weiter problematisch, da immer mehr Spiele ohnehin auf die VRR-Technik (variable refresh rate) zurückgreifen und hier ist der Q70A wiederum mit dabei. Typischerweise geben Konsolen oder Grafikkarten das Bild in einer anderen Bildrate (fps) aus, als sie der Fernseher wiedergibt - das kann zu einigen Problemen führen, wie etwa Tearing oder Bildartefakten.

Mit einer variablen Bildrate, wie sie VRR bietet, wird das Bild zwischen Konsole und TV synchronisiert - das führt zu einer insgesamt besseren Wiedergabe und kann je nach Game und verwendeter Konsole/Grafikkarte auch zu insgesamt höheren Bildraten führen – und beim Q70A im besten Fall eben bis zu 120 Bilder pro Sekunde erreichen. Allerdings unterstützen nicht alle Games und Konsolen schon VRR: PS5 und Xbox Series (und One) sind dabei und erhalten immer mehr VRR-fähige Spiele und auch viele aktuelle Grafikkarten unterstützen die Technik. Ältere Grafikkarten und Konsolen, sowie die Nintendo Switch (Testbericht) bleiben aber außen vor.

Abseits der variablen Bildraten bietet der Fernseher zudem sehr kurze Reaktionszeiten von rund 10ms bei 60Hz und 5ms bei 120Hz. Der HDR-Modus bei den Games erfüllt seinen Zweck, erreicht aber noch nicht die selbe Qualität wie bei Filmen. Aber insgesamt betrachtet, erzeugt der Samsung selbst bei sehr schnellen Games, wie Shootern oder Rennspielen, ein erstklassiges Bild. Per Fernbedienung erreicht man während des Spielens zudem die „Spieleleiste“, über die sich Latenzen und Bildraten in Echtzeit anzeigen lassen. Außerdem sieht man, ob HDR oder VRR aktiv sind und kann diese bei Bedarf noch manuell optimieren. Auch für Bildauflösungen und die Tonausgabe stehen Menüpunkte bereit.

Sehr praktisch ist auch der „Dynamische Schwarz-Equalizer“ mit dem sich allzu dunkle Bereiche in Spielen natürlich aufhellen lassen. Wer bei Games öfter mal fluchen muss, weil er wieder mal in Gegner läuft, die in dunklen Ecken nicht zu sehen sind, wird diese Technik lieben. Was zunächst nach Cheat-Modus klingt, entpuppt sich bei der Benutzung als taktische Spielhilfe, die man bei vielen Games nicht mehr missen will.

Samsung packt beim Q70A überraschend viel Top-Liga in die Mittelklasse. Der moderne Fernseher hat mit Tizen ein schnelles und unkompliziertes Betriebssystem am Start und bietet tollen Kontrast und eine klasse Maximal-Helligkeit, was wiederum zu einer sehr guten (HDR-)Bildqualität führt. Dabei ist es dem Samsung völlig egal, ob gerade ein TV-Sender, eine Netflix-Serie, eine Blu-ray oder eine DVD abgespielt wird. Dank kurzer Latenzen, 120-Hz-Display und VRR ist der Q70A auch ein Volltreffer für Gamer.

Der Test zum Samsung QLED Q70A erscheint in unserer Themenwelt Fernseher. Dort haben wir neben weiteren Einzeltestes mehrere Ratgeber veröffentlicht, etwa HDMI-Kabel ab 5 Euro: Unterschiede, HDMI 2.1, 4K, HDR oder Ratgeber: Ambilight an jedem TV ab 15 Euro nachrüsten.

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