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Samsung Gear 360 (2017): 4K, neues Design und für iPhone
Pro und Contra
  • Live-Streaming
  • 4K
  • guter Formfaktor
  • Akku nicht tauschbar
  • schlechte Fotoauflösung
  • kein Bildstabilisator
  • 4.0

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Bei der Neuauflage der Gear 360 hat Samsung viel verändert: Bis auf den Produktnamen unterscheiden sich die Modelle grundlegend. Wir haben getestet, was das Nachfolgemodell kann und ob sich der Umstieg lohnt.

Das Gehäuse der neuen Gear 360 ist nun nicht mehr rund, sondern erinnert eher an die Mitkonkurrenten Ricoh Theta S und LG 360 Cam. Oben zwei getrennte Linsen auf Vorder- und Rückseite und unten der Haltegriff. Unserer Meinung nach ist das ein Schritt in die richtige Richtung. Endlich können wir die Gear 360 ohne zusätzliches Zubehör bequem in der Hand halten und mobil einsetzen. Das alte Design ist zwar schön kompakt, in der Praxis aber unpraktisch.

Was uns zuerst ins Auge sticht, ist die nicht abgedeckte USB-C-Buchse. Die neue Gear 360 ist zwar staub- und spritzwassergeschützt, aber leider nicht wasserdicht. Statt eines Einschubs für die microSDXC-Speicherkarte setzt Samsung auf eine kleine Schublade für das Speichermedium. So kennen wir das bisher nur von der SIM-Karte im Smartphone. Einen Vorteil können wir darin nicht erkennen. Im Gegenteil: Die kleine Aufnahme aus Plastik wirkt nicht besonders stabil und geht bestimmt gern verloren.

Seitlich am Kamerakopf finden sich zwei Taster. Der Auslöser sitzt auf dem unteren Griffteil. Darunter hat Samsung ein kleines Display positioniert. Ein Standard-Stativgewinde ist ebenfalls integriert. Es befindet sich logischerweise unten am Gehäuse.

Nicht nur äußerlich, sondern auch an der Technik, hat sich viel geändert. Die maximale Auflösung der Videos beträgt nun 4k (4096 × 2048 Bildpunkte bei 24 Bildern pro Sekunde). Benutzen wir nur eine Linse für eine 180-Grad-Aufnahme, hat das Video Full-HD-Auflösung (1920 × 1080) mit flotten 60 fps (frames per second). Der Vorgänger Gear 360 aus dem Jahr 2016 macht die einseitigen Aufnahmen sogar mit höherer Auflösung (2560 × 1440), aber einer geringeren Wiederholrate (30 Bildern pro Sekunde). Die Audioqualität ist für Umgebungsgeräusche ausreichend, für hochqualitative Tonaufnahmen etwa in Interview-Situationen eignet sich das integrierte Mikro allerdings nicht.

Auch bei den Fotos hat die alte Gear mehr zu bieten: Waren 2016 noch 30 Megapixel möglich, so knipst die aktuelle Version nur noch 15-Megapixel-Fotos.

Was uns gut gefällt, ist die Live-Streaming-Funktion der neuen Gear 360. Wir können Videos nun mit einer Auflösung bis zu 2K live auf Facebook, YouTube oder Samsungs VR-Plattform streamen.

Neben dem normalen Foto- und Videomodus bietet die Kamera einen HDR-Foto-Modus und eine Zeitrafferfunktion. Die Abstände der Fotos für Timelapse-Aufnahmen können wir zwischen 0,5 Sekunden und 60 Sekunden einstellen.

Videos kann die die aktuelle Gear 360 aber nicht mehr im High-Definition-Range-Modus aufzeichnen. Auch der digitale Bildstabilisator des Vorgängers ist nicht mehr vorhanden.

Die Bedienung der Gear 360 ist angenehm unkompliziert. Dank des integrierten Displays klappt die Handhabung auch ohne Smartphone. Allerdings ist das Einstellen am Handy deutlich komfortabler. Die kostenlose App ist für Android und iOS erhältlich. Das ist auch der nächste große Pluspunkt am neuen Modell: Die Kamera ist zu deutlich mehr Geräten kompatibel. Möglich ist die Nutzung folgender Geräte:

  • Samsung Galaxy S8
  • Galaxy S8+
  • Galaxy S7
  • Galaxy S7 edge
  • Galaxy S6
  • Galaxy S6 edge
  • Galaxy S6 edge+
  • Galaxy Note 5
  • Galaxy A5 (2017)
  • Galaxy A7 (2017) ab Android 5.0.

Auch iOS-User dürfen sich freuen: die Geräte iPhone 7, 7+, 6S, 6S+ und SE funktionieren ebenfalls (ab iOS 10.0).

Der Akku der neuen Gear wurde von 1350mAh (2016) auf nun 1160mAh reduziert. Die von Samsung versprochene Batterielaufzeit von 130 Minuten haben wir annähernd erreicht (bei einer Auflösung von 2560 × 1280 Bildpunkten und 30 Bildern pro Sekunde). Zwei Stunden klingt zwar viel, in der Praxis ist das aber gerade so ausreichend. Die Kamera kann zwar während des Betriebs geladen werden, ein Austausch des Akkus ist aber nicht möglich.

Leider können wir die Foto- und Videoqualität nicht direkt miteinander vergleichen, da wir nur die aktuelle Gear 360 vorliegen haben. Subjektiv hat sich die Qualität der Aufnahmen aber etwas verschlechtert. Die Videos haben zwar eine geringfügig höhere Auflösung, sehen können wir den Unterschied aber praktisch nicht. Die Fotos hingegen sind definitiv nicht mehr so gut wie beim Vorgänger. Die halbierte Auflösung macht sich deutlich bemerkbar: Die Bilder sehen etwas unscharf aus und es mangelt an Kontrast.

Insgesamt sind die Aufnahmen zwar brauchbar, aber gerade bei der Betrachtung in der VR-Brille machen die Aufnahmen der letztjährigen Gear einfach mehr her.

Zum Lieferumfang der Samsung Gear 360 (2017) gehören ein USB-Netzteil, ein USB-C-Kabel, ein Stoffsäckchen zur Aufbewahrung, eine Handschlaufe und ein Gummiring, der als Standfuß dient.

Samsung hat sich getraut und viele Dinge verändert, leider aber nicht nur zum Besseren. Die Fotoqualität ist nicht mehr so gut wie die des Vorgängers. Bei den Videos ist das Ergebnis trotz erhöhter Auflösung zwar nicht schlechter, aber eben auch nicht deutlich besser. Auch der jetzt fest verbaute Akku kann nicht bei uns punkten.

Vorteile bietet das Modell 2017 aber durchaus: Das Handling gefällt uns insbesondere aufgrund des Formfaktors weit besser. Auch die Streaming-Funktion ist ein echter Pluspunkt – zumindest, wenn man sie tatsächlich nutzt. Wer vor allem aus der Hand filmen möchte, ein iPhone nutzt oder live streamen möchte, sollte sich für die aktuelle Version entscheiden.

Wem es rein auf die Bildqualität ankommt, der sollte sich die aktuell reduziert angebotene Gear 360 vom letzten Jahr zulegen.

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