Samsung Galaxy Z Flip 4 im Test: Klapp-Smartphone für unter 800 Euro

Samsung Galaxy Z Flip 4
Pro und Contra
  • tolles Gesamtpaket mit Falt-Display
  • wahnsinnig schnell
  • Akku jetzt immerhin für 1 Tag gut
  • nur USB 2.0
  • 4.5

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Samsung hat die neueste Version seiner Falt-Smartphones auf den Markt gebracht. Das Galaxy Z Flip 4 ist dabei mehr eine Perfektionierung als ein Neuanfang. Reicht das?

Die Fortschritte bei Smartphones fallen mit den Jahren weniger revolutionär aus als noch am Anfang. Das ist normal. Daher freuen sich Fans der Hosentaschen-Computer umso mehr, wenn dann doch mal wieder etwas richtig Neues auf den Markt kommt – und das waren vor wenigen Jahren die Falt-Smartphones. Entgegen früheren Klapphandys verspricht die Falt-Display-Technik entweder größere Screens oder kleinere Gehäusemaße im Vergleich zu herkömmlichen Modellen – je nach Auslegung.

Die Z-Flip-Reihe steht nach wie vor für die zweite Gattung: Schon Vorgänger Samsung Galaxy Z Flip 3 (Testbericht) bot ein Gehäuse, das zusammengeklappt nur rund halb so groß war wie bei einem Samsung Galaxy S22 Plus (Testbericht), aufgeklappt aber ein vergleichbar großes Display bot. Das hat Samsung beim neuen Modell beibehalten und peppt vor allem das technische Innenleben auf. Wirkliche Neuerungen sieht man aber zumindest auf dem Datenblatt nicht, wohl aber Detailverbesserungen. Das Smartphone ist in der UVP allerdings sogar wieder etwas teurer geworden – passt das trotzdem?

Beim Design gibt es nichts zu meckern – zumindest nicht, wenn man den Vorgänger mochte. Denn die Unterschiede muss man mit der Lupe suchen. So scheint der glänzende Alurahmen unseres Testgerätes im Vergleich breiter geworden zu sein, das Gerät fühlt sich dadurch etwas griffiger an. Ansonsten gibt es wie zuvor mattes Glas auf der optisch zweigeteilten Rückseite, die Samsung in den Farben Gold, Blau, Lila und Anthrazit anbietet. Abgesetzt ist sie immer in glänzendem schwarzem Glas, denn hier befindet sich wieder das kleine, im deaktivierten Zustand unsichtbare Zweit-Display samt den beiden leicht hervorstehenden Kameralinsen.

Zusammenklappen lässt sich das neue Modell noch geschmeidiger als der Vorgänger. Einen Gegendruck des weiter verbesserten Scharniers gibt es dabei nicht. Dadurch lässt es sich mit nahezu perfekt gleichförmiger Kraft aufdrücken, außerdem bleibt es so zur Nutzung des Flex-Modes in jeder beliebigen Klappstellung stehen. Geschlossen liegen die beiden Display-Hälften nun noch etwas näher aufeinander, ein Mindestabstand bleibt aber nach wie vor, damit eventuell eingeschlossener Schmutz nicht das teure Panel verkratzt.

An der Verarbeitung lässt sich nichts aussetzen, hier zeigt Samsung mal wieder perfekt seine Marktführerstellung. Nichts anderes erwartet man aber auch von einem Smartphone, das in der UVP knapp 1100 Euro kostet. Nicht ganz so perfekt ist hingegen der Fingerabdrucksensor rechts im Power-Button untergebracht. Das war schon im Vorgänger so und dürfte einen einfachen Grund haben: Für die perfekte Platzierung ist schlicht und ergreifend das Klappgelenk im Weg. So hat Samsung nur die Wahl, den Bedienknopf höher oder niedriger zu platzieren. Uns ist er über dem Gelenk zu hoch angebracht, selbst mit großen Händen kommt man mit dem Daumen als Rechtshänder nicht ohne leichte Verrenkungen heran. Positiv ist stattdessen die IPx8-Zertifizierung des Z Flip 4 zu erwähnen, die dem Modell Schutz vor Wasser selbst beim Untertauchen bietet. Was die IP-Zertifizierung genau bedeutet, haben wir in unserer Top 10 der besten wasserdichten Smartphones genauer erklärt.

Beim Display hat sich wenig getan. Sowohl die technischen Daten also auch die „weichen Fakten“ sind weitestgehend unverändert, nur bei der Software scheint Samsung etwas Hand angelegt zu haben. Nach wie vor setzt der Hersteller auf einen OLED-Screen mit 6,7 Zoll, 2640 x 1080 Pixel und variabler Bildwiederholungsfrequenz von bis zu 120 Hz. Damit sieht der Screen erneut ziemlich klasse aus, Bildschärfe, Farbwiedergabe und Helligkeit sind wieder sehr gut. Die Helligkeit ist sogar leicht gestiegen, zumindest im manuellen Modus. Hier konnten wir jetzt rund 500 cd/m² messen, mit etwa 1050 Candela ist die Helligkeit im automatischen Modus hingegen weitgehend identisch. Das sind keine Spitzenwerte, OLEDs ohne Faltfunktion in Modellen wie dem Samsung Galaxy S22 Ultra (Testbericht) werden noch einmal deutlich heller. Aber das sind trotz allem ziemlich gute Werte, mit denen sich das Galaxy Z Flip 4 nicht verstecken muss.

Schade ist es hingegen, dass Samsung die Sicht- und Erfühlbarkeit der Knickstelle nicht weiter verbessert hat. Hier sind Konkurrenten wie etwa ein Huawei Mate Xs 2 (Testbericht) schon deutlich weiter, denn hier sieht man die Knickfalte weit weniger. Auch das außenliegende Zweit-Display scheint unverändert vom Vorgänger übernommen worden zu sein. Es bietet wieder 1,9 Zoll und 512 x 260 Pixel mit OLED-Technologie. Das reicht, um mal eben schnell die Uhrzeit ablesen zu können oder den Eingang einer neuen Nachricht zu sehen. Außerdem gibt es jetzt etwas mehr Widgets zur Auswahl. Wer anschließend allerdings antworten will, muss dann aber meist doch wieder das Haupt-Display aufklappen, der Mehrwert des Front-Screens ist daher wie beim Z Flip 3 eher eingeschränkt.

Bei der Kamera hat sich was getan im Vergleich zum Vorgänger – auch hier aber im Verborgenen und nicht unbedingt auf dem Datenblatt ersichtlich. Die Hauptkamera scheint mit 12 Megapixel samt optischem Bildstabilisator (OIS) auf den ersten Blick aus dem Vorgänger zu stammen. Stattdessen kommt aber die Linse aus dem Samsung Galaxy Fold 3 (Testbericht) vom letzten Jahr zum Einsatz, die schon dort leicht besser war. Beim Weitwinkel gibt es ebenfalls auf dem Papier keinen Unterschied, erneut setzt Samsung auf 12 Megapixel. Vorne gilt das Gleiche: 10 Megapixel stehen erneut für Selfies zur Verfügung. Und wie schlägt sich das im Alltag?

Tatsächlich kann sich die Kamera im aktuellen Z Flip 4 im Vergleich zum Vorgänger durchsetzen. Die Bildqualität damit ist zwar nicht ganz auf dem Spitzenniveau eines Samsung Galaxy S22 (Testbericht), kann sich aber gerade bei Farbwiedergabe, Dynamik und auch bei Schärfe vom Vorgänger absetzen. Damit gelingen bei gutem Licht richtig schöne Bilder, erst bei schwachem Umgebungslicht zeigt sich, dass die aktuelle Kamerageneration vorn liegt. Klappen Nachtaufnahmen mit der Hauptkamera aber noch recht ordentlich, sollten Nutzer den Weitwinkel bei schlechtem Licht lieber gleich vergessen oder müssen mit dunklen Aufnahmen mit deutlich weniger Schärfe leben – so wie in der Mittelklasse eben. Ähnliches gilt auch für die Frontkamera, die ebenfalls unverändert vom Vorgänger übernommen wurde. Hier sorgt angepasste Software aber für bessere Farbwiedergabe. Bei Videos trumpft die Hauptkamera des Galaxy Z Flip 4 wieder auf und überzeugt mit toller Bildstabilisierung und scharfen Videos in 4K/60, auch hier bleibt aber ein kleiner Unterschied zu den aktuellen Topmodellen aus eigenem Hause. Ein Teleobjektiv gibt es weiterhin nicht.

Neue Smartphone-Generation, neuer Chipsatz: Das neue Samsung Galaxy Z Flip 4 setzt auf den allerneuesten Chips, nämlich den Snapdragon 8 Plus Gen 1. Im Gegensatz zum Vorgänger wird der nicht mehr von Samsung produziert, wo es Probleme bei der Produktion gegeben haben soll, sondern wieder von TSMC. Nur durch diesen Schritt soll ohne weitere Veränderung die Leistung um 10 Prozent gestiegen und der Verbrauch um rund 15 Prozent gesunken sein. Die Mehrleistung dürfte vom gesteigerten Chiptakt kommen, der alle drei Chiparten und die GPU betrifft. So leistet der Prime-Kern (Cortex-X2) nun 3,2 statt zuvor knapp 3 GHz, die drei Cortex-A710-Kerne sind nun auf 2,75 statt 2,5 GHz getaktet und die vier kleinen Cortex-A510-CPUs liegen nun bei 2 GHz statt zuvor 1,8. Eine genaue Angabe zur Adreno-730-GPU macht Entwickler Qualcomm nicht, hier ist nur die Rede von 10 Prozent höherer Taktrate. Entsprechend müsste die nach 818 MHz jetzt bei rund 0,9 GHz liegen. Das klingt so, als passe das zu den versprochenen 10 Prozent mehr Leistung.

Tatsächlich macht sich das bei PCmark Work 3.0 aber gar nicht großartig bemerkbar, hier kommt das Z Flip 4 auf stramme 14.100 Punkte, bei Wild Life Extreme von 3Dmark sind es hingegen 2200 Punkte. Das ist im Falle von PCmark in etwa auf dem Niveau von Smartphones mit Snapdragon 8 Gen 1, bei 3Dmark lässt sich hingegen ein kleiner Leistungsanstieg erkennen.

Letzteres bemerkt man Games oder im Alltag nicht, denn flüssiger als flüssig geht einfach nicht. Hervorzuheben ist hier nur der Umstand, dass es beim Klapp-Smartphone keine anfänglichen Performance-Probleme wie gelegentliches Hakeln gibt. Die S22-Modelle hatten hier anfänglich mehr Probleme. Im Test lief das Galaxy Z Flip 4 einfach immer rasend schnell, dieser Eindruck wird natürlich vom tollen 120-Hz-Display noch unterstützt. Etwas scheint man in Spielen hingegen doch bemerken zu können: Das Klappmodell wird zwar warm, aber nicht unangenehm heiß. Ob das wirklich dem gesenkten Stromverbrauch angelastet werden darf oder einfach nur Täuschung wegen des Wissens um die bessere Effizienz ist, können wir an dieser Stelle nicht restlos beantworten.

Während man Mehrleistung und verminderten Stromhunger durchaus vermuten durfte, überrascht Samsung an anderer Stelle unerwartet negativ. Denn es wirkt so, als habe der Hersteller bei allen positiven Anpassungen schlichtweg etwas vergessen: den USB-Port. Der verwendet natürlich wieder USB-C als Anschlusstyp, verbleibt aber beim für diese Preisklasse zu langsamen USB-2.0-Standard. Der Nachfolger muss hier definitiv endlich schneller werden! Der Rest ist hingegen überraschungsfrei. So bietet das Klapp-Smartphone wieder 8 GByte RAM, 128, 256 oder 512 GByte internen Speicher (nicht erweiterbar) und die bekannten Standards wie Wifi-6, Bluetooth 5.2 und 5G. Weitere technische Spezifikation zeigt unsere Tabelle.

Bei der Software setzt Samsung auf Android 12 und OneUI 4 als Nutzeroberfläche. Im Vergleich zu früheren Samsung-Oberflächen ist diese inzwischen recht übersichtlich, bietet aber doch einige Zusatzfunktionen im Vergleich zu Vanilla-Android. Beim Z Flip 4 ist das wieder der bekannte Flex-Modus, bei dem einige Apps wie der Browser zweigeteilt werden, wenn das Smartphone nur „angeklappt“ wird. Dann kann man etwa ein Video anschauen, während das Smartphone angewinkelt vor einem auf dem Tisch liegt. Eine Funktion, die es in der S22-Reihe gibt, fehlt beim Z Flip 4 allerdings: die Unterstützung für das Desktop-System Dex. Dafür gibt es an andere Stelle wieder gute Nachrichten für Käufer: Samsung hält weiter an seinem Update-Versprechen fest, entsprechend gibt es die nächsten 4 Jahre Versions-Upgrades für Android und die nächsten 5 Jahre Sicherheits-Updates. Das ist der Goldstandard bei Android, den auch Google selbst für seine Pixel-Modelle anbietet.

Ein wichtiger Kritikpunkt am Vorgänger Samsung Galaxy Z Flip 3 (Testbericht) war die Akkulaufzeit, die in vielen Fällen nicht einmal für einen ganzen Tag reichte. Der Nachfolger hat daher 400 mAh mehr Leistung bekommen, insgesamt sind es jetzt 3700 mAh. Im Vergleich zu „normalen“ Smartphones ohne Falt-Display ist das immer noch wenig und so verwundert es nicht, dass der Battery Test von PCmark dem neuen Galaxy Z Flip 4 auch nur eine Laufzeit von knapp 8,5 Stunden bescheinigt, sofern das Display im Automatikmodus 120 Hz wiedergibt. Das ist immerhin eine gute Stunde mehr als beim Vorgänger und zusammen mit den Erkenntnissen aus dem Test können wir dem neuen Klappmodell jetzt immerhin eine Laufzeit von rund einem Tag bescheinigen. Wirklich stark ist das aber nach wie vor nicht.

Das gilt auch für eine weitere Eigenheit, die sich Samsung bei seinen Topmodellen angewöhnt hat: Ein Netzteil fehlt mal wieder, lediglich ein USB-Kabel findet sich in der flachen (aber für ein Netzteil nicht zu flachen!) Verkaufsbox. Wir wiederholen uns hier gern: Das geht bei den aufgerufenen Preisen für das Z Flip 4 (ab 1100 Euro UVP!) gar nicht! Immerhin lädt das Modell auch kabellos.

Das Samsung Galaxy Z Flip 4 gibt es in den vier Farben Gold („Pink Gold“), Blau („Blue“), Lila („Bora Purple“) und Anthrazit („Graphite“). Außerdem haben Interessenten die Wahl zwischen den Speicherversionen 128, 256 und 512 GByte. Die UVP beginnt bei 1100 Euro.

Wer das Smartphone mit Tarif kaufen will, zahlt im Vertrag derzeit ab einmalig 30 Euro für das Handy. Zugehörige Tarife starten bei 1 GByte und 30 Euro im Monat. Unter den günstigsten Angeboten findet man fast ausschließlich Verträge im O2-Netz.

Samsung erfindet das Rad beim Galaxy Z Flip 4 nicht neu, verpasst dem neuen Klapp-Smartphone aber eine gehörige Portion Feinschliff. Alles wirkt noch geschmeidiger, schicker und einfach besser als beim Vorgänger, auch wenn der Unterschied nicht groß ist. Die größte Verbesserung betrifft den Akku, der nun – zumindest für die meisten Nutzer – endlich als 1-Tages-Akku durchgehen dürfte. Der Geschwindigkeitszuwachs ist für uns im Alltag hingegen deutlich weniger wichtig als die verbesserte Energieeffizienz, die wir nicht nur bei der Laufzeit, sondern auch der Temperaturentwicklung ausgemacht zu haben glauben. Ansonsten bleibt das Z Flip 4 derzeit das wohl beste „Einsteigermodell“ in den Kosmos der Falt-Display-Smartphones, denn Patzer erlaubt sich das Gerät – abgesehen von der USB-2.0-Nummer – nicht, sondern bietet überall überzeugende Oberklasseleistung.

Wer weniger Geld ausgeben will, sollte einen Blick in unsere Bestenlisten werfen. Die sind gestaffelt nach Straßenpreis – etwa unsere Top 10 der besten Smartphones bis 300 Euro, bis 400 Euro und bis 500 Euro.

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