Samsung Galaxy Z Flip 3 5G
Pro und Contra
  • tolles Foldable
  • schnell und top ausgestattet
  • Preis deutlich niedriger als bei Vorgänger
  • Preis immer noch sehr hoch
  • Akku zu schwach und kein Netzteil dabei
  • 4.5

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Das Samsung Galaxy Z Flip 3 5G schickt sich in der dritten Generation an, mit Detailverbesserungen und niedrigerem Preis endlich massentauglich zu werden. Das klappt sehr gut – mit einer Ausnahme.

Eigentlich sollten Smartphones mit faltbarem Display „the next big thing“ werden, also die nächste große Evolutionsstufe bei Smartphones. Bislang wurde das aber nichts, schuld dürfte vor allem der Preis sein. Denn auch wenn man sich langsam an Preise von jenseits der 1000 Euro-Grenze für herkömmliche Smartphones gewöhnt hat, so sind um die 2000 Euro für ein Falt-Smartphones für den Großteil der potenziellen Interessenten wohl trotzdem nach wie vor undenkbar.

Das hat offenbar auch Samsung eingesehen und ruft für das Galaxy Z Fold 3 5G „nur“ noch 1049 Euro in der UVP auf – fast 250 Euro weniger als beim Vorgänger Samsung Galaxy Z Flip (Testbericht). Hinzu kommen Verbesserungen im Detail, die einerseits den Alltagsnutzen erhöhen, andererseits das Smartphone auf den aktuellen Stand der Technik bringen sollen. Im Wesentlichen klappt das richtig gut, ein großer Kritikpunkt bleibt aber.

Am Design hat sich beim Samsung Galaxy Z Flip 3 5G im Vergleich zum Vorgänger kaum etwas geändert. Nach wie vor bekommen Käufer des Modells zusammengefaltet ein fast quadratisches Gerät mit den groben Außenmaßen 7 x 8 x 2 Zentimetern, wobei die 8 Zentimeter etwas knapp bemessen sind. Außerdem ist das Gerät 2 Zentimetern Bauhöhe an der dünnsten Stelle eher 1,5 Zentimeter dick. An der dünnsten Stelle deshalb, weil das z Flip 3 nach wie vor seine beiden Display-Hälften nicht plan aufeinander klappt, da eingeschlossener Schmutz deren Oberfläche verkratzen könnte. Stattdessen sieht man von der Seite betrachtet wieder einen leicht keilförmigen Spalt: Nahe des Faltgelenks beträgt der rund 2 Millimeter Luft. Auf der anderen Seite liegen die Hälften ganz außen komplett aufeinander.

So zusammengefaltet gibt es vor allem das jetzt viel größere Außendisplay zu bestaunen. Das ist mit 1,9 Zoll zwar immer noch vergleichsweise winzig, aber eben deutlich größer als beim Vorgänger. Bei dem hatten wir entsprechend den mangelnden Nutzen bemängelt, da abgesehen von der Uhrzeit kaum sinnvolle Informationen dargestellt werden konnten und der Anwender dadurch zwangsläufig doch immer wieder das Smartphone komplett aufklappen musste. Das ist jetzt anders, zumindest Grundfunktionen lassen sich jetzt hier sinnvoll steuern.

Die nächste Änderung betrifft den Rahmen, der jetzt eine matte Oberfläche hat. Außerdem wirkt er etwas massiver als zuvor. Störend ist das nicht, im Gegenteil. Optisch macht das wenig Unterschied, das Z Flip 3 bleibt ausreichend filigran. Gleichzeitig wirkt das Modell aber langlebiger und stabiler als zuvor. Das steigert das Vertrauen in das zwar günstigere, aber immer noch teure Smartphone. Zusätzlich ist das Gerät wie auch das Samsung Galaxy Fold 3 5G (Testbericht) wasserdicht nach IPx8, ein Staubschutz fehlt. Zusätzlich wurde der Klappmechanismus weiter verbessert. Beim Auf- und Zuklappen gleitet das Scharnier nun noch geschmeidiger in jede gewünschte Position und weist dabei genau die richtige Kraft auf, um problemlos bewegt zu werden, aber auch ohne nachzugeben in der angepeilten Position zu verweilen. Aufgeklappt hat sich wenig getan, bestenfalls wirkt auch hier der Metallrahmen etwas breiter, ohne jedoch den Gesamteindruck zu trüben. Die gesamte Verarbeitung wirkt hochwertig und gibt keinen Anlas für Kritik.

Am störendsten am neuen Modell finden wir den zu hoch positionierten Powerbutton samt Fingerabdrucksensor. Aufgeklappt liegt das Gerät selbst bei großen Händen in etwa so, dass der Daumen bequem genau auf dem Klappscharnier liegt – dass hier kein Platz für einen Knopf ist, ist selbsterklärend. Allerdings platziert Samsung Button und Sensor erst rund 2 Zentimeter darüber und somit noch weiter als beim Vorgänger von einer bequemen Handhaltung entfernt. Ohne Umgreifen ist der Fingerprintsensor nicht zu erreichen. Schade.

Wie beim Vorgänger Samsung Galaxy Z Flip (Testbericht) gibt es auch beim aktuellen Z Flip 3 5G zwei Displays. Das große Innendisplay hat dabei erneut 6,7 Zoll und 2640 x 1080 Pixel, jetzt aber 120 Hertz, der Screen außen ist auf 1,9 Zoll gewachsen und bietet jetzt 512 x 260 Pixel bei 60 Hertz. Auch wenn die Werte des Hauptdisplays vermuten lassen, dass Samsung hier auf das gute Panel des Vorgängers setzt, so sprechen seine inneren Werte dagegen. Denn die Helligkeit liegt mit etwa 450 cd/m² im manuellen und fast 1000 cd/m² im Automatikmodus noch einmal etwas höher und ergibt so dank der OLED-typisch knackigen Kontraste, dem satten Tiefschwarz und den auf Wunsch intensiven Farben ein noch besseres Gesamtbild. Den größten sichtbaren Fortschritt macht das Display bei der Bildwiederholungsrate. Dank 120 Hertz wirken bewegte Inhalte flüssiger als beim Vorgänger.

An der sichtbaren Knickstelle hat sich nichts geändert. Wie schon beim Vorgänger sieht man die aber im Alltag ganz schnell nicht mehr, sondern profitiert vom großen Display trotz Westentaschenformat. Stattdessen hat Samsung die aufgeklebte Schutzfolie weiter verbessert. Sie soll kratzresistenter sein und weckt nun etwas weniger den Wunsch, sie zu entfernen. Tatsächlich muss sie wie bei den Vorgängern an Ort und Stelle verbleiben, ein Entfernen beschädigt das Display.

Und noch etwas hat sich nicht geändert: die Kamerakonfiguration. Auch das Z Flip 3 5G setzt auf eine Hauptlinse mit 12 Megapixel, f/1.8 und optischem Bildstabilisator (OIS) und eine Weitwinkellinse mit ebenfalls 12 Megapixel und f/2.2. Das sieht nicht nur auf dem Papier fast wie vom Vorgänger übernommen aus, sondern mit einigen wenigen Unterschieden auch in der Realität. Entsprechend knipsen die Linsen des Z Flip 3 5G bei gutem Licht ordentliche Fotos, die auf dem Niveau eines gehobenen Mittelklasse-Smartphones liegen.

Bildrauschen, Bilddynamik, Bildschärfe und jetzt auch Farbwiedergabe sind insgesamt gefällig. Sie kommen aber ganz klar nicht an die Bildqualität eines Samsung Galaxy S21 Ultra (Testbericht) heran, das kaum mehr kostet. Was auch gleichgeblieben ist: Die Bildqualität nimmt bei wenig Licht schnell ab, vor allem unter Verwendung der Weiteinkellinse – trotz besserer Blende. Auch das passt eher zu einem Mittelklassemodell als zu dem Preis des Flip 3 5G, für das man ein herkömmliches Spitzensmartphone bekommt. Das gilt auch für Videos in bis zu 4K/60 – gut, aber nicht sehr gut. An der Frontkamera mit 10 Megapixel gibt es hingegen wenig zu meckern.

Im Samsung Galaxy Z Flip 3 5G steckt ein moderner Snapdragon 888, das ist der aktuelle Top-Chipsatz. Hinzu kommen je nach Version 8/128 oder 8/256 GByte Speicher – das ist nicht überragend, sorgt aber insgesamt für sehr gute Alltags-Performance. Wegen des fehlenden Micro-SD-Karteneinschubs sollten Interessenten überlegen, die aufgerufenen 50 Euro für die größere Speicherkonfiguration auszugeben. Bei der täglichen Nutzung dürfte sich eigentlich niemand über mangelnde Power beschweren. Apps starten schnell, der Wechsel zwischen Apps ist ebenfalls äußerst flott und Scrollen klappt nicht zuletzt auch dank des 120-Hz-Displays absolut souverän. Der gute Eindruck setzt sich in Benchmarks fort: PCmark Work 3.0 spuckt stramme 13900 Punkte aus, 3Dmark Wild Life 4900 Punkte. Das sind keine absoluten Spitzenwerte, viel besser geht es aber auch nicht. Wer Angst vor übermäßiger Erwärmung des als Hitzkopf verschrienen Snapdragon 888 hat, darf beruhigt sein: Normale Spiele bringen den Chipsatz auch auf höchsten Grafikeinstellungen nicht an seine Grenzen, außer leichter Erwärmung spüren Nutzer von den Anstrengungen des Chips nichts.

Bei der restlichen Technik gibt es nichts zu beanstanden, der Ausstattungsumfang ist dem Preis angemessen. Dazu gehören Wi-fi 6, Bluetooth 5.1, NFC, ANT+, eSIM, A-GPS samt Unterstützung von Glonass, Beidou und Galileo; 5G und ein Fingerabdrucksensor im seitlichen Powerbutton. Der arbeitet eigentlich schnell und präzise. Wegen der zu hohen Positionierung gibt es aber immer wieder Falscherkennungen, weil der Finger nicht ordentlich auf dem Sensor liegt. Die Stereolautsprecher machen ihre Sache ordentlich. Sie werden laut, übersteuern aber nicht und bieten sogar einen Ansatz von Tiefton – mehr kann man von einem Smartphone kaum verlangen.

Als Software gibt es Android 11 samt Samsungs OneUI-Nutzeroberfläche. Außerdem verspricht der Hersteller drei Jahre Software- und vier Jahre Sicherheits-Updates – vorbildlich und dem Preis angemessen. OneUI bietet bei Falt-Smartphones nach wie vor den Flexmode, der erkennt, ob das Display ganz ausgeklappt oder in einem der Zwischenwinkel aufgestellt ist. Entsprechend wird die Anzeige angepasst, sodass etwa die Kamera-App bei voll ausgeklapptem Display den Sucher über den mittigen Knick des Displays hinaus darstellt, angewinkelt hingegen nur noch auf den oberen (oder auf Wunsch auch unteren) Teil ausbreitet. Dann kann das Galaxy Z Flip 3 5G etwa halb aufgeklappt auf den Tisch gestellt werden, um eine natürlich Auflage nutzen zu können.

Etwas Bloatware gibt es wie immer auch, darunter etwa Apps wie Microsoft Office und Netflix, die allerdings bei vielen Nutzern als hilfreich durchgehen werden. Der Sicherheits-Patch unseres Testgerätes stammte von Oktober 2021 und liegt damit im zweimonatigen Update-Intervall des Herstellers.

Beim Blick auf den Akku gibt es gleich zweimal lange Gesichter: Einmal geht es um die Leistung, die mit 3300 mAh ziemlich mager ausfällt. Außerdem spart sich Samsung mal wieder das Netzteil – bei einer UVP von über 1000 Euro! Das geht in unseren Augen gar nicht. Auch nicht mit dem Argument Umweltschutz.

Die Akkulaufzeit fällt mit knapp 7,5 Stunden im PCmark Battery Test arg niedrig aus – so schwach war in den letzten Monaten kein anderes Smartphone. Damit wird es sogar am laufenden Tag knapp, sofern das Z Flip 3 5G mehr als dreimal täglich zum Ablesen der Uhrzeit genutzt wird. Das ist zudem schwächer als beim Vorgänger, der noch fast eine Stunde länger durchhielt. Ein Grund dürfte die erhöhte Hertz-Zahl des Displays sein.

Laden per Kabel dauert wegen der mit maximal 15 Watt sehr niedrigen Ladeleistung fast zwei Stunden. Nicht schneller, aber komfortabler klappt das auch kabellos dank Qi-Standard.

Das Samsung Galaxy Z Flip 3 5G gibt es in den Farben Schwarz, Lavendel, Grün, Creme, Pink, Grau und Weiß. Nicht alle Varianten sind für Deutschland gedacht. An Speicherversionen stehen 8/128 und 8/256 GByte zur Verfügung.

Das Samsung Galaxy Z Flip 3 5G ist das bislang beste Smartphone der Reihe und in der dritten Generation fast erwachsen geworden. Die Richtung stimmt: Technik und Alltagsnutzen rauf, Preis runter. Damit ist das Modell zwar längst kein Schnäppchen, aber es kommt langsam in Preisregionen, die als akzeptabel gelten dürfen.

Für das Smartphone sprechen das tolle Falt-Display, das nicht nur Inhalte klasse darstellt, sondern eben auch für einen unverwechselbaren und zusammengefaltet kleinen Formfaktor sorgt. Hinzu kommt die tolle Systemleistung dank Spitzenchip, ausreichend Speicher, eine Kamera, die zumindest bei Tag sehr ordentliche Bilder knipst und eine technische Ausstattung, die ziemlich vollständig ist. Neben dem trotz allem hohen Preis ist vor allem der Akku der größte Nachteil am Flip 3 – mehr als ein Tag Laufzeit ist hier kaum drin. Dass der schwachbrüstige Akku zudem nicht schnell geladen werden kann und dann auch noch ein Netzteil im Lieferumfang fehlt, sorgt bei uns für Kopfschütteln.

Echte Konkurrenz gibt es nicht – wer Foldable und „klein“ will, kommt um das Z Flip 3 5G nicht herum. Wenn es hingegen auch etwas größer sein darf: Samsung Galaxy Fold 3 (Testbericht).

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