Samsung Galaxy Xcover 6 Pro im Test: Endlich ein Outdoor-Handy, das was taugt

Samsung Galaxy Xcover 6 Pro
Pro und Contra
  • robust und wasserdicht
  • gute Performance
  • Akku austauschbar 
  • Android-Updates für 4 Jahre
  • lädt langsam
  • kein Netzteil im Lieferumfang
  • dunkles Display 
  • 4.0

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Mit einem richtig schnellen Prozessor und 120-Hertz-Display präsentiert Samsung ein Outdoor-Handy, das auch als richtig gutes Mittelklasse-Smartphone taugt.

Ein Outdoor-Smartphone (Bestenliste) eignet sich hervorragend für Sportler und alle, die gerne viel im Freien unterwegs sind, etwa für Klettertouren oder Baustellen. Ein robustes und stabiles Gehäuse sorgt bei dieser Gerätekategorie dafür, dass die Handys die meisten Stürze gut überstehen. Zudem sind sie wasserdicht. Das macht Outdoor-Handys auch zu einer guten Wahl für besonders tollpatschige Personen.

Einen Haken haben aber die meisten Outdoor-Smartphones: Sie sind klobig und schwer, bieten selten ein schickes Äußeres und greifen oft auf einfache oder veraltete Technologie zurück. Das führt dazu, dass häufig langsame Prozessoren und Display mit niedriger Auflösung zum Einsatz kommen. Der Fokus liegt auf der Haltbarkeit und Stabilität, was oft zulasten der Ausstattung geht, um noch einen akzeptablen Preis beim Endkunden zu ermöglichen.

Samsung versucht mit dem neuen Galaxy Xcover 6 Pro die Features einen gehobenen Mittelklasse-Smartphones mit einem Outdoor-Handy zu verbinden. Der Nachfolger des Samsung Galaxy Xcover Pro (Testbericht) bietet Ausstattungsmerkmale, wie man sie bisher bei Outdoor-Geräten nicht finden konnte: ein schneller Prozessor, eine gute technische Ausstattung und ein Display mit 120 Hertz. Für regelmäßige Android-Updates ist auch gesorgt. Oberhalb des günstigen Samsung Galaxy Xcover 5 (Testbericht) angesiedelt, verspricht das Galaxy Xcover 6 Pro Funktionen, wie man sie sonst eher bei Smartphones bis 500 Euro (Bestenliste) findet, eingebettet in ein robustes Gewand.

Das Samsung Galaxy Xcover 6 Pro ist etwas wuchtigerer und dicker als gewöhnliche Smartphones – was keine Überraschung sein sollte, immerhin handelt es sich ja um ein Outdoor-Handy. Verglichen mit anderen Geräten dieser Art wirkt das Xcover 6 Pro nahezu filigran mit einer Abmessung von 168,8 mm x 79,9 mm x 9,9 mm. Es fällt damit sogar kompakter aus als das Nokia XR20 (Testbericht). Packt man ein übliches Smartphone mit 6,7 Zoll in einer gut gepolsterte Schutzhülle, ist dieses ähnlich groß. Andere Outdoor-Geräte wie das Unihertz Atom kommen auf eine Dicke von stolzen 17,5 mm. Das Cat S62 Pro (Testbericht) ist knapp 12 mm tief. Mit einem Gewicht von 235 g ist das Xcover 6 Pro, recht leicht für ein Outdoor-Handy.

Den Outdoor-Charakter erkennt man dem Xcover 6 Pro schnell an. Das Gehäuse aus Kunststoff wirkt stabil und ist auf der Rückseite wie auch am Rahmen geriffelt, um einen besseren Grip zu bieten. Die Wahl des Kunststoffs erweckt aber einen etwas „billigen“ Eindruck. Das Handy zeigt sich verwindungssteif und stabil. Die Hauptkamera ist vollkommen eben eingebettet in die abnehmbare Abdeckung auf der Rückseite. Dahinter befindet sich der austauschbare Akku sowie jeweils ein Slot für eine Nano-SIM-Karte sowie Micro-SD-Karte.

Rechts befindet sich der Power-Button mit integriertem Fingerabdruckleser sowie die Lautstärkewippe. Auf der anderen Seite ist die von einem roten Metallrahmen umrundete Xcover-Taste, die frei programmierbar ist. So können verschiedene Apps, etwa die Kamera, mit der Taste belegt werden. Oben am Handy befindet sich eine weitere rote Taste, mit der man den LED-Blitz als Taschenlampe einschaltet.

Das Gehäuse ist nach IP68 zertifiziert, damit ist es vor Staub sowie Wasser bis zu einer Tiefe von 1,5 Meter für eine Dauer von 30 Minuten geschützt. Der Schutz gilt in der Regel nur für Süßwasser ohne Zusätze – also nicht für Salzwasser im Meer, Swimming Pools oder Seifenlauge. Im Fall des Xcover 6 Pro ist das Gehäuse aber auch vor Desinfektionsmittel geschützt. Das Handy soll zudem Stürze auf harten Untergrund überstehen. Hierzu erfüllt das Xcover 6 Pro die US-Norm des Militärs (MIL-STD-810H) für Stöße, Vibrationen und Temperaturschwankungen. So soll es einen Sturz aus Beton aus etwa 1,5 Meter überstehen. Wir haben es wiederholt auf den Büroboden fallen lassen und es hat keinen Schaden genommen.

Mit einer Diagonale von 6,6 Zoll verfügt das Xcover 6 Pro über ein verhältnismäßig großes Display für ein Gerät dieser Art. Die Auflösung ist mit 2408 x 1080 Pixeln ebenfalls hoch. Das führt zu einer messerscharfen Bilddarstellung von knapp 400 ppi (Pixel pro Zoll). Als Technologie dient allerdings nicht OLED, sondern LCD mit PLS-Panel (Plane-to-Line Switching). Die Berührungsempfindlichkeit des Touchscreens ist anpassbar. Das erlaubt dann auch die Nutzung von Handschuhen, was bei den meisten Smartphones nicht funktioniert.

Die Bildqualität überzeugt mit deutlicher Farbgebung und markanten Kontrasten sowie einer ausgeprägten Blickwinkelstabilität. Ein leichter Blaustich ist allerdings bemerkbar, der uns aber nicht so sehr gestört hat. Zudem erreicht das Display eine hohe Bildwiederholfrequenz von 120 Hertz. Das haben wir bisher noch nicht bei einem Outdoor-Handy gesehen. Eine Schwachstelle hat allerdings das Display: Die Ablesbarkeit bei starkem Sonnenschein im Freien lässt zu wünschen übrig. Unser Messungen bestätigen den Eindruck: Weniger als 530 cd/m² sind wirklich kein überragender Wert. Von einem Outdoor-Gerät hätten wir hier mehr erwartet.

Gegenüber den Vorgängermodellen hat Samsung die Kamera ordentlich aufgerüstet. Die Hauptkamera bietet 50 Megapixel mit f/1.8-Blende. Zusätzlich gibt es noch eine Linse für Ultraweitwinkelaufnahmen mit 8 Megapixel bei f/2.2. Für Selfies steht eine Frontkamera mit 13 Megapixel und f/2.2-Blende parat.

Die Fotoqualität der Aufnahmen mit der Hauptlinse ist bei Tageslicht wirklich gut. Die Darstellung der Farben wirkt natürlich, Bilddetails gehen ebenfalls in Ordnung. Der digitale Zoom ist allerdings höchsten bis zu einer zweifachen Vergrößerung zu gebrauchen. Weitwinkelaufnahmen weichen farblich von den Motiven der Hauptkamera kaum ab, allerdings bieten diese wegen der niedrigen Auflösung weniger Bilddetails. Selfies hinterlassen mit der Frontkamera zudem einen ausgezeichneten Eindruck.

Videoaufnahmen sind bis zu 2K bei 30 fps möglich. Die Qualität der Clips ist mehr als ordentlich. Mangels optischem Bildstabilisator sollte man aber eine ruhige Hand beim Filmen haben – als Action-Cam eignet sich das Xcover 6 Pro weniger.

Herzstück des Galaxy Xcover 6 Pro ist der Snapdragon 778G. Dieser befeuert unter anderem auch das Motorola Edge 30 (Testbericht) und sorgt für eine wirklich flotte Performance. Damit ist das Xcover 6 Pro das schnellste Outdoor-Smartphone, das wir bisher getestet haben. Beim Benchmark „Work 3.0“ von PCmark erreichten wir stolze 12.000 Punkte. Nicht ganz so stark ist die GPU, aber dennoch mehr als solide, wie die 2500 Punkte aus dem Test „Wild Life“ auf 3Dmark. Im Alltag zeigt sich die Leitung durch ein stets flüssiges Betriebssystem. Selbst für Spiele ist das Xcover 6 Pro noch eine Option.

Der Arbeitsspeicher verfügt über 6 GByte. Der interne Speicher fasst 128 GByte. Andere Speichervarianten gibt es nicht. Eine Erweiterung per Micro-SD-Karte ist bis 1 TByte aber möglich. Vorbildlich ist das Galaxy Xcover 6 Pro bei den Schnittstellen. Der USB-C-Anschluss arbeitet bereits mit dem schnellsten Standard USB 3.2. Ein Steckplatz für eine Klinke mit 3,5 mm für Kopfhörer ist ebenfalls vorhanden.

Durch heimische Netzwerke surft es sich flott mit Wi-Fi 6E. Das ist selbst bei Oberklasse-Smartphones nicht immer der Fall. Mobil beherrscht das Handy 5G. Dafür steht ein Dual-SIM-Kartenslot zur Verfügung. Zur Ortung greift das Xcover 6 Pro auf A-GPS, GLONASS, Beidou, Galileo und QZSS zurück. Zum Entsperren sitzt ein Fingerabdrucksensor in der Power-Taste, der schnell und zuverlässig arbeitet.

Vorbildlich zeigt sich Samsung bei der Software. Es läuft Android 12 mit One UI 4.1. Der Sicherheits-Patch stammt aus August 2022 und ist damit aktuell. Für zusätzliche Sicherheit im gewerblichen Einsatz sorgt Knox 3.8. Die Lösung ermöglicht die Zugriffsverwaltung auf Dienst-Handys und verschlüsselt Daten zusätzlich. Was die Sicherheits-Patches angeht, verspricht Samsung 5 Jahre lang Updates. Android-Updates soll es für 4 Jahre geben. Das ist vorbildlich und nachhaltig.

Eine Besonderheit ist der austauschbare Akku beim Galaxy Xcover 6 Pro. Dieser bietet allerdings eine nicht ganz so große Kapazität, wie man es von anderen Smartphones gewohnt ist. Dies liegt bei knapp 4050 mAh. Allerdings kann man einen zusätzlichen Akku erwerben und mit sich führen als Ersatz.

Beim Battery Test von PCmark kamen wir auf eine simulierte Akkulaufzeit von etwa 9,5 Stunden. Das ist kein schlechter Wert, aber auch nicht übermäßig lang. Gerade bei einem Outdoor-Handy ist eine lange Akkulaufzeit unter Umständen sogar überlebenswichtig. So schafft das Gigaset GX290 Plus (Testbericht) fast 17 Stunden mit einer Kapazität von 6000 mAh. Wer sich auf eine längere Tour begibt mit dem Xcover 6 Pro sollte in jedem Fall eine Powerbank mitnehmen oder sich gleich einen Ersatzakku zum Tauschen besorgen.

Samsung setzt seine Praxis weiter fort, bei neuen Smartphones keine Netzteile mehr beizulegen. Das soll Verpackungsmaterial sparen und „nachhaltiger“ sein – ist allerdings auch eine Chance für Hersteller Geld zu sparen. Beim Xcover 6 Pro ist es nicht ganz so fatal, da es nur das Laden mit 15 Watt unterstützt – das dürfte auch das eine oder andere ältere Ladegerät beherrschen. Damit ist der kleine Akku in etwa 2 Stunden aufgeladen. Wer noch passendes Equipment braucht, wird hier fündig: USB-C-Ladegeräte im großen Vergleichstest.

Die UVP liegt bei 609 Euro. Mittlerweile bekommt man das Samsung Galaxy Xcover 6 Pro bereits ab etwa 519 Euro. Andere Farben oder Ausstattungsvarianten gibt es nicht. Ein Ersatzakku kostet 22 Euro.

Was die Ausstattung und Performances angeht, ist das Samsung Galaxy Xcover 6 Pro das derzeit vielleicht sogar beste Outdoor-Smartphone. Das solide Gehäuse übersteht Stürze aus etwa 1,5 Meter und ist nach IP68 gegen Wasser und Staub geschützt. Zudem sorgt der Prozessor für angemessene Leistung, dass mit den besten Smartphones bis 500 Euro mithalten kann.

Ebenfalls ein solides Smartphone mit Outdoor-Qualitäten ist das Nokia XR20 (Testbericht). Weniger leistungsstark, aber günstiger und robust ist das Samsung Galaxy Xcover 5 (Testbericht). Eine preiswerte Option ist zudem das Motorola Defy (Testbericht). Weitere Alternativen zeigen wir im Beitrag Die 10 besten Outdoor-Smartphones: Robust und wasserdicht.

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