Samsung Galaxy Xcover 5
Pro und Contra
  • Austauschbarer Akku
  • Programmierbare Taste
  • 5 Jahre lang Sicherheitsupdates
  • Auflösung des Displays
  • Schwache Kamera und Ausstattung
  • Mäßige Geschwindigkeit
  • 3.5

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Mit dem Galaxy Xcover 5 bietet Samsung eine Neuauflage seines kompakten Outdoor-Smartphones. Doch ist die Technik auch zeitgemäß? Das zeigen wir im Test.

Nach über 4 Jahren bringt Samsung einen Nachfolger des Galaxy Xcover 4 (Testbericht) heraus. Zwar gab es mit dem Galaxy Xcover 4S bereits 2019 eine runderneuerte Variante des kleinen Outdoor-Smartphones, dieses unterschied sich aber nur geringfügig. Das Samsung Galaxy Xcover 5 knüpft an, wo der Vorgänger aufgehört hat: Beim Mobilgerät handelt es sich erneut um ein kompaktes und wasserdichtes Smartphone mit Wechselakku. Anders als noch beim 2020 veröffentlichten Samsung Galaxy Xcover Pro (Testbericht) misst der Bildschirm des Xcover 5 nur 5,3 Zoll. Damit ist es fast gleich groß wie das 4er-Modell und schwimmt gegen den Strom der immer größeren Smartphones.

Das Samsung Galaxy Xcover 5 richtet sich in erster Linie an gewerbliche Nutzer in Fabriken und Baustellen oder im Außendienst, die ein robustes und widerstandsfähiges Handy brauchen, Privatnutzer bekommen es aber ebenso in Elektronikmärkten wie BLA. Was das kompakte Outdoor-Handy wirklich leistet und einstecken kann, zeigen wir im Test.

Man fühlt sich um ein paar Jahre in die Vergangenheit versetzt, wenn man das Smartphone das erste Mal in der Hand hält. Die Abmessungen des Samsung Galaxy Xcover 5 sind fast identisch mit dem Xcover 4. Was die Optik angeht, ähnelt es eher dem moderneren Samsung Galaxy Xcover Pro (Test). Mit einer Größe von 14,7 x 7,2 x 9,2 Zentimetern wirkt das neue Xcover 5 nahezu winzig verglichen mit heutigen Smartphones von Samsung oder anderer Hersteller. Damit ist es fast so klein wie das iPhone 12 – abgesehen vom dickeren Gehäuse. Mit einem Gewicht von knapp über 170 Gramm ist es zudem sehr leicht – vor allem für ein Outdoor-Smartphone.

Das Xcover 5 fühlt sich sehr filigran und handlich an, zumindest wenn man Smartphones weit jenseits der 6-Zoll-Marke gewohnt ist. Das Outdoor-Gerät liegt sehr griffig und rutschfest in der Hand, was es den kleinen Rillen an den Seiten und den Riffelungen der Rückseite zu verdanken hat. Die Kombination aus Kunststoff und dem leichten Gewicht sorgen allerdings dafür, dass das Gerät nicht so robust wirkt, wie man es von einem Outdoor-Handy erwarten würde. Der Eindruck täuscht allerdings, denn das Xcover 5 mit seinem weichen Kunststoffgehäuse soll Stürze auf den Fußboden aus bis zu 1,5 Meter Höhe überstehen. Hierzu erfüllt es neben IP68 auch den MIL-STD-810G-Standard der US-Armee. Gorilla Glass 6 schützt zudem das Display.

Die physischen Navigationsknöpfe vom Vorgänger gibt es beim Xcover 5 nicht mehr – damit folgt es dem Design des Samsung Galaxy Xcover Pro (Test). Umso auffälliger ist der große, programmierbare Xcover-Button auf der linken Seite des Smartphones. Auf der anderen Seite des Handys findet man wie gewohnt den Ein-/Ausschalter und die Lautstärkewippe. Alle Tasten sitzen fest und bieten einen klar definierten Druckpunkt, wie man es von einem Outdoor-Smartphone erwarten würde. Das Design überzeugt uns rundum, auch wenn es noch etwas wertiger und robuster wirken könnte.

Das Samsung Galaxy Xcover 5 bietet ein LC-Display mit einer Diagonale von 5,3 Zoll. Die Auflösung liegt bei 1480 x 720 Pixel. Das ist tatsächlich enttäuschend und entspricht nicht einmal einer Full-HD-Auflösung, sondern nur HD+. In Relation zu dem kleinen Bildschirm führt das zu einer Pixeldichte von 310 ppi. Das ist zwar noch ausreichend scharf, allerdings bieten hier mittlerweile Smartphones in dieser Preisklasse eine bessere Auflösung. Zudem umgibt das Display ein großer Rand, insbesondere oben und unten. Der Bildschirm füllt dadurch nur etwa 70 Prozent der Vorderseite aus. Grund ist hier unter anderem der Schutz vor mechanischen Einwirkungen wie Schlägen und Stürzen.

Verglichen mit anderen neuen Smartphones der Mittelklasse, wie dem Samsung Galaxy M21 (Testbericht), wirkt das Display antiquiert. Die Bildwiederholrate von 60 Hz stellt zudem nur Standard-Kost dar. Farben und Kontraste sowie die Blickwinkelstabilität gehen in Ordnung, setzen jetzt aber keine besonderen Maßstäbe. Die maximale Helligkeit fällt mit 450 Nits durchschnittlich aus, gerade bei einem Outdoor-Smartphone würde man mehr erwarten. Bei direkter Sonneneinstrahlung kann man das Xcover 5 aber dennoch ausreichend gut nutzen. Alles in allem macht der Screen einen ordentlichen Job.

Das Galaxy Xcover 5 bietet eine erhöhte Berührungsempfindlichkeit des Touch-Displays. Diese schaltet man auf Wunsch in den Einstellungen hinzu. Diese soll die Nutzung des Smartphones mit Handschuhen oder nassen Fingern erlauben, um einem möglichen Einsatz auf einer Baustelle oder in einer Lager- und Fabrikhalle gerecht zu werden. Im Test funktionierte das mit nassen Fingern und dünnen Arbeitshandschuhen einwandfrei, nicht aber mit dicken Winterhandschuhen.

Wie schon beim Vorgänger kommt eine einzige Linse mit 16 Megapixel, einer f/​1.8-Blende mit Autofokus sowie Dual-LED-Blitz zum Einsatz. Videoaufnahmen sind bis 1080p bei ​30 fps möglich. Das lässt nichts Gutes erahnen, allerdings hat das Google Pixel 4a (Testbericht) bewiesen, dass auch Smartphones nur mit einer Linse hervorragende Fotos schießen können.

Beim Samsung Galaxy Xcover 5 trifft das weniger zu. Zwar wirken die Farben kraftvoll und lebendig – wie man es von Samsung gewohnt ist. Die Bildschärfe lässt allerdings zu wünschen übrig. Bei Tageslicht bieten die Bilder noch eine ausreichende Detailtiefe und Schärfe, die aber bei Dunkelheit mangels speziellem Nachtmodus stark nachlässt. Zudem überzieht ein deutlicher Grauschleier die Aufnahmen bei hellen Lichtverhältnissen. Für gelegentliche Schnappschüsse reicht die Kamera aus – aber nicht für mehr.

Die Einstellungsmöglichkeiten für Fotos sind simpel: Neben dem normalen Modus gibt es noch die Option „Pro“, die eine manuelle Anpassen der Belichtung oder des Weißabgleichs erlaubt. Ferner gibt es eine Funktion für Panorama-Aufnahmen und einen Modus namens „Essen“ für Fotos von Speisen oder anderen Objekten. Dabei wird die Mitte der Aufnahme besonders hervorgehoben, weniger die Ränder und der Hintergrund. Die digitale Zoom-Funktion erlaubt eine bis zu zehnfache Vergrößerung, Aufnahmen wirken dann aber sehr pixelig.

Die Frontkamera löst mit 5 Megapixel auf und dient vor allem für gelegentliche Selfies oder Videokonferenzen. Ein Porträtmodus ist enthalten. Das dabei erzeugte Bokeh arbeiten aber recht unsauber, sodass Teile des Gesichts oder der Bügel einer Brille ausgeblendet werden.

Das Galaxy Xcover 5 erlaubt die Gesichtserkennung über die Frontkamera. Diese funktioniert flott und tadellos, ist aber im Vergleich zu einer echten 3D-Erkennung oder anderen Methoden zur Entsperrung wie einer PIN oder einem Fingerabdruck vergleichsweise unsicher.

Im Samsung Galaxy Xcover kommt ein Exynos-850-SoC von Samsung zum Einsatz. Er nutzt einen Cortex-A55 mit acht Kernen und 2 GHz Taktfrequenz als CPU unterstützt von einer Mali-G52-GPU. Samsung hat den Chip für Einsteiger-Smartphones entwickelt, große Leistungen sind nicht zu erwarten. Im Benchmark-Test PCmark Work 2.0 kommen wir auf 5550 Punkte. Das ist nur ein unterdurchschnittlicher Wert. Das CAT S62 Pro (Testbericht) erreichte unter anderem knapp 5900 Punkte bei diesem Test, das Nokia 5.4 (Testbericht) etwa 6000 Punkte. Verglichen mit einem Smartphone der oberen Mittelklasse wirkt das Xcover 5 entsprechend etwas träge – für den alltäglichen Gebrauch bei der Arbeit reicht die Leistung aber aus. Mehr als Casual Games sind zum Spielen aber nicht drin.

Das Smartphone bietet darüber hinaus 64 GByte Speicherplatz und 4 GByte RAM. In dieser Preisklasse gehört das zum Standard, weniger sollte es auch nicht sein. Der Speicher ist über eine Micro-SD-Karte auf bis zu 1 TByte erweiterbar. Zusätzlich dazu können zwei SIM-Karten parallel genutzt werden. Abgerundet wird die Ausstattung mit NFC, Bluetooth 5.0 und WLAN 802.11ac. Als Anschlüsse kommen ein Type-C-Steckplatz mit USB 2.0 sowie ein 3,5-Millimeter-Klinkenstecker zum Einsatz. Zusätzlich befindet sich ein Pogo-Pin-Connector am unteren Ende des Xcover 5 – das kommt selten vor bei Handys. Das erlaubt das Laden des Akkus über eine spezielle Dockingstation, was den vordergründig beruflichen Einsatzzweck des Xcover 5 nochmals untermauert.

Der Xcover-Button auf der linken Seite des Smartphones erweist sich als sehr praktisches Feature. Anwender können dem Knopf zwei beliebige Funktionen zuweisen. So aktiviert man etwa die Taschenlampe durch ein kurzes Drücken oder startet die Kamera mit längerem Halten.

Die größte Stärke des Galaxy Xcover 5 dürfte das robuste Gehäuse sein. Es ist nach IP68 zertifiziert und reiht sich damit bei den wasserdichten Smartphones ein. Das Handy ist gegen Eindringen von Staub geschützt und übersteht bis zu 30 Minuten in einer maximalen von 1,5 Metern – allerdings nur in Süßwasser. Im Test haben wir das Gerät unter einem Wasserhahn abgespült. Diese Prozedur überstand das Handy ohne Probleme. Allerdings sollte man darauf achten, dass die abnehmbare Abdeckung auf der Rückseite auch gut eingerastet ist. Die Nachahmung können wir aber nicht empfehlen, denn Samsung bietet keine Gewährleistung auf Wasserschäden. Solche Einschränkungen können wir bei einem wasserdichten Gerät nicht nachvollziehen – entweder es ist wasserdicht oder eben nicht.

Sehr erfreulich ist die Software, hier hat Samsung mittlerweile seine Hausaufgaben gemacht. Kurz nach der Aktivierung spielt das Smartphone bereits ein Update auf Android 11 auf. Als Benutzeroberfläche kommt die OneUI 3.1 zum Einsatz, der Sicherheitspatch ist aktuell und stammt zum Testzeitpunkt vom 1. April 2021. Sehr erfreulich: Die Enterprise Edition des Samsung Galaxy Xcover 5 bekommt bis zu 5 Jahre lang Sicherheits-Updates. Damit übertrifft Samsung sogar Google bei seinen Pixel-Handys.

Samsung bietet das Galaxy Xcover 5 in Deutschland als Enterprise Edition an. Diese richtet sich in erster Linie an Unternehmen und bietet einige besondere Leistungen: regelmäßige Sicherheits-Updates für fünf Jahre, die Möglichkeit zur Konfiguration der Geräte per Fernzugriff durch den Arbeitgeber, die kostenlose Nutzung der Sicherheitslösung Samsung Knox für ein Jahr, eine Herstellergarantie von drei Jahren sowie die Zusage der Verfügbarkeit der Geräte für zwei Jahre. Das Samsung Galaxy Xcover 5 in der Enterprise Edition bieten aber auch Händler an wie Saturn oder Mediamarkt an. Man kann das Outdoor-Smartphone also als Privatnutzer erwerben und profitiert dann zumindest von regelmäßigen Sicherheitsupdates in den nächsten fünf Jahren.

Viele kennen es noch von früher: Klappe ab, Akku raus. Das Samsung Galaxy Xcover 5 verfügt tatsächlich noch über einen herausnehmbaren Akku. Sollte der Akku irgendwann nicht mehr richtig funktionieren, kann man ihn einfach austauschen – anstatt gleich das Smartphone zu wechseln oder viel Geld für einen Akkuumbau durch eine Drittfirma auszugeben. Der Akku befindet sich unter eine Kunststoffabdeckung auf der Rückseite, dort befinden sich auch die beiden Slots für SIM- und Micro-SD-Karten. Weitere preiswerte Alternativen zeigen wir im Ratgeber Aktuelle Smartphones mit Wechselakku.

Die Kapazität des Akkus erscheint mit 3000 mAh recht klein für heutige Verhältnisse. Lange Akkulaufzeiten sind damit nicht möglich. Im Batterietest von PCmark kamen wir auf 9 Stunden. Das ist gerade für ein Outdoor-Smartphone doch ernüchternd. Einen Arbeitstag hält es durch – mehr aber nicht.

Die maximale Ladeleistung des Galaxy Xcover 5 beträgt 15 Watt, ein entsprechendes Netzteil ist im Lieferumfang enthalten. Für Geräte dieser Preiskategorie geht das in Ordnung, auch wenn viele Smartphones mittlerweile wesentlich schnelleres Laden unterstützen. Wir brauchen etwa 90 Minuten, um den Akku von 20 Prozent auf 100 Prozent zu bringen, das ist recht langsam.

Samsung bietet das Galaxy Xcover in Mitteleuropa ausschließlich als Enterprise Edition für etwa 260 Euro an, auch wenn einzelne Händler das Gerät ohne diese Option für über 300 Euro führen. Die Hardware ist bei beiden Varianten gleich. Als Farbe ist ausschließlich Schwarz verfügbar.

Das Samsung Galaxy Xcover 5 ist ein robustes und wasserdichtes Smartphone, das besonders kompakt ausfällt. Wer ein besonders kleines und trotzdem robustes Smartphone sucht, dürfte derzeit nur wenige neue Android-Geräte in dieser Größe finden

Allerdings müssen Käufer mäßige Performance und Ausstattung in Kauf nehmen. Die Kamera eignet sich nur für gelegentliche Schnappschüsse, die Akkulaufzeit ist ebenfalls nur durchschnittlich. Eine gute Alternative mit stärkerer Hardware ist das Samsung Galaxy Xcover Pro (Testbericht) ansehen. Eine besonders lange Akkulaufzeit bietet als Outdoor-Smartphone das preiswerte Gigaset GX290 (Testbericht). Mit dem CAT S62 Pro (Testbericht) bekommt man zudem ein sehr widerstandsfähiges Smartphone mit ungewöhnlichen Features wie einer Infrarotkamera – das Gerät ist allerdings mehr als doppelt so teuer wie das Galaxy Xcover 5.

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