Samsung Galaxy Watch 4 im Test: Die beste Smartwatch, exklusiv für Samsungs Android

Samsung Galaxy Watch4 1
Pro und Contra
  • hochwertige Verarbeitung
  • sehr hoher Bedienkomfort
  • sehr gutes Display
  • EKG, Blutdruckmessung, Körperanalyse
  • Akkulaufzeit
  • alle Funktionen nur mit Samsung-Smartphones nutzbar
  • nur für Android
  • 5.0

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Ein schickes AMOLED-Display, Funktionen wie EKG, Blutdruckmessung und eine hochwertige Verarbeitung: Die Samsung Galaxy Watch 4 könnte die beste Smartwatch für Android sein. TechStage macht den Test.

Viele Android-Fans schielen schon seit Jahren ein wenig neidisch auf Träger einer Apple Watch, die perfekt auf den Apple-Kosmos des iPhones abgestimmt ist. Deshalb ist mit jeder neuen Galaxy Watch die Hoffnung groß, endlich den hundertprozentig perfekten Mitspieler zum Android-Smartphone zu bekommen.

Samsung setzt bei seiner neuen Galaxy Watch 4 erstmals auf die Benutzeroberfläche von One UI Watch 3.0 und das Betriebssystem Wear OS powered by Samsung. Damit schauen iPhone-Besitzer in die Röhre. Was die Koreaner bei ihrem Smartwatch-Klassiker in der aktuellen Generation sonst noch modifiziert haben, klärt dieser Test.

In einem Punkt ist die neue Galaxy Watch 4 schon mal so konsequent wie nie zuvor: iPhones sind nicht mehr länger mit der Samsung-Smartwatch kompatibel. Ob die aktuelle Generation der Galaxy Watch noch mehr zu bieten hat, um das emotionale und rationale Band zu Android-Usern zu stärken, zeigt dieser Test im Rahmen unserer Themenwelt Smartwatches. Dort haben wir auch den Vorgänger, die Galaxy Watch 3 (Testbericht), oder die Apple Watch 6 (Testbericht) ausprobiert.

Die neue Samsung-Uhr ist in den Varianten Galaxy Watch mit Gehäuse-Durchmessern von 40 und 44 Millimetern sowie als Galaxy Watch Classic in 42 und 46 Millimeter erhältlich. Die Galaxy Watch besteht aus Aluminium, bei der 40-mm-Variante kann man aus den Farben Schwarz, Silber und Pink Gold wählen, das Modell in 44 Millimeter gibt es in Schwarz, Grün und Silber. Bei der Classic-Variante setzt Samsung auf ein Gehäuse aus Edelstahl in Schwarz und Silber.

Während hier eine klassische, mechanisch Lünette zum Einsatz kommt, bauen die Koreaner bei den Standard-Modellen auf eine digitale Lünette. Die vorher runden seitlichen Bedienknöpfe sind bei der aktuellen Galaxy-Generation jetzt eckig. Statt aus Leder sind die Armbänder aus Silikon gefertigt. Im Zubehörhandel sind jedoch unzählige Varianten erhältlich, auch aus echtem Leder oder Metall. Im „Galaxy Watch4 Bespoke Studio“ kann man sich zudem seine eigene Galaxy Watch 4 konfigurieren und aus unterschiedlichsten Gehäusen und Armbändern wählen.

Apple bietet mit dem „Apple Watch Studio“ ein vergleichbares Feature an. Je nach Modell wiegt die Samsung-Smartwatch zwischen 25,9 und 52 Gramm und ist zwischen 9,8 und 11,2 Millimeter hoch. Samsung verkauft sowohl die Standard- als auch die Classic-Variante entweder nur mit Bluetooth oder zusätzlich mit einem LTE-Modul. So kann man autark ohne mitgeführtes Smartphone telefonieren und im Internet surfen.

Bei der 40- und der 42-mm-Variante der Galaxy Watch 4 verbaut Samsung ein 1,2 Zoll großes AMOLED-Display, bei den Modellen mit 44 und 46 Millimeter kommt ein AMOLED mit 1,4 Zoll zum Einsatz. Die kleinen Bildschirme lösen mit 396 x 396 respektive 450 x 450 Pixel auf, bei der Watch 3 waren es 360 x 360 Bildpunkte. Für unseren Test nutzen wir die Galaxy Watch 4 mit 40 mm.

Schwarz erscheint in der Bildschirmdarstellung stockdunkel und wirkt super satt, Farben wirken leuchtstark und kräftig, Schriften sind knackscharf. Auch im Sonnenlicht bereitet die Ablesbarkeit der Uhr keine Probleme. Die Helligkeit des Displays passt die Smartwatch entweder automatisch an das entsprechende Umgebungslicht an oder man kann diese stufenlos über einen fein dosierbaren Schieberegler selbst einstellen. Dank Always-on-Display lässt sich die Galaxy-Watch im Dauereinsatz nutzen, alternativ wählt man die Dauer des Bildschirm-Timeouts selbst aus.

Samsung nutzt nicht das gesamte Display aus, es bleibt ein feiner schwarzer Rand außerhalb des Zifferblatts. Vor Kratzern ist das Display durch Gorilla Glass DX geschützt, im Test hinterließ dies einen robusten Eindruck. Zudem hält die Smartwatch Wassertiefen bis 5 ATM aus. Sobald die Uhr ein Schwimmtraining erkennt, aktiviert sie automatisch einen speziellen Wasserschutzmodus. Zudem ist die Watch dank IP68-Zertifizierung vor Staub geschützt. Eine große Auswahl an Zifferblättern lässt sich sowohl über die Smartwatch selbst als auch über die Wearable-App herunterladen.

Als 5-nm-Prozessor werkelt der eigens von Samsung hergestellte Chip Exynos 920 mit einer Taktrate von 1,18 Gigahertz an Bord der Galaxy Watch 4. Dieser soll nicht nur reaktionsschneller, sondern auch energieeffizienter arbeiten. Samsung verspricht eine um 20 Prozent schnellere CPU. Der Arbeitsspeicher in allen Modellvarianten ist auf 1,5 Gigabyte angewachsen, der interne Speicher wurde auf 16 Gigabyte verdoppelt. Für Musik, Apps und andere Dienste stehen rund 7,6 Gigabyte freier Speicherplatz zur Verfügung.

Beim Betriebssystem feiert Samsung eine Premiere: So verschmelzen das bisherige Tizen OS und Google Wear OS zur etwas sperrigen Bezeichnung Wear OS powered by Samsung. Bei der Benutzeroberfläche setzt Samsung auf One UI Watch 3.0, welches man bereits von den Smartphones der Koreaner kennt. Vorteil: Kompatible Apps, die auf dem Smartphone installiert sind, werden automatisch auch auf die Smartwatch übertragen, während einige Einstellungen regelmäßig synchronisiert werden.

Die Auto-Switch-Funktion erlaubt es, Galaxy-In-Ear-Kopfhörer je nach Bedarf zwischen Smartwatch und Smartphone zu wechseln. Wear OS powered by Samsung ermöglicht ferner, beliebte Google-Anwendungen wie Google Maps und Galaxy-Dienste von Samsung wie Samsung Pay, SmartThings und Bixby zu nutzen. Google Assistant soll in Zukunft ebenfalls verfügbar sein. Ebenso lassen sich Drittanbieter-Apps wie Adidas Running, Calm, Strava und Spotify aus dem Google Play Store herunterladen. Das zusätzliche App-Angebot kann sich sehen lassen.

Zur Ausstattung der Galaxy-Uhr gehört ein BioActive-Sensor zur Datenerfassung. Dieser nutzt drei unterschiedliche Sensoren, um den Blutdruck und die Sauerstoffsättigung zu messen, ein EKG zu erstellen oder neuerdings sogar die Zusammensetzung des Körpers zu analysieren. Die Analyse liefert Daten zur Skelettmuskelmasse, dem Grundumsatz sowie zum Körperwasser- und Körperfettanteil. In nur 15 Sekunden erfasst der Sensor mehr als 2.400 Datenpunkte und arbeitet für die sogenannte Bioelektrische Impedanzanalyse (BIA) ähnlich wie eine Körperanalysewaage. Die Auswertung ist zumindest spannend, inwiefern die Ergebnisse stimmen, ist schwer zu beurteilen.

Weiterhin sind in der Samsung-Uhr ein Beschleunigungssensor, Barometer, Lagesensor, geomagnetischer Sensor, Lichtsensor und ein optischer Pulssensor eingebaut, außerdem ein Kompass. Die Uhr erfasst zudem Schritte, misst den Puls und überwacht detailliert den Schlaf. Neuerdings kann die Galaxy Watch sogar mögliche Schnarchgeräusche mithilfe des Smartphone-Mikrofons erkennen.

Für die Konnektivität sorgen Bluetooth 5, WLAN und optional LTE. Zum kontaktlosen Bezahlen ist ein NFC-Chip für Samsung Pay und jetzt auch Google Pay verbaut. Eine exakte Standortbestimmung ermöglichen GPS, Glonass, Beidou und Galileo. Im Test klappte die Aufzeichnung zurückgelegter Joggingstrecken sehr präzise. Auch der Schrittzähler lieferte ähnlich wie die Pulsmessung plausible Werte. Über den Lage- und Bewegungssensor ist die Smartwatch dazu in der Lage, einen möglichen Sturz etwa beim Sport zu erkennen – sie kontaktiert dann hinterlegte Notrufnummern, insofern sie mit einem Smartphone gekoppelt ist oder es sich um ein LTE-Modell handelt.

Eingehende Nachrichten wie SMS oder WhatsApp werden auf der Galaxy Watch 4 selbstverständlich angezeigt. Über eine kleine virtuelle QWERTZ-Tastatur besteht die Möglichkeit zu antworten. Per Smartphone gelingt das aber logischerweise flotter. Anrufe lassen sich auch ohne LTE-Modul bei gekoppeltem Smartphone über die Uhr annehmen, Gespräche gelingen mit guter Sprachqualität. Zudem spielt die Samsung-Uhr Musik ab, erlaubt den Zugriff auf Fotos, dient als Wetter-Vorschau und stellt einen Kalender bereit.

Das klingt bis hierher alles sehr überzeugend. Ist es auch, zumindest für Besitzer eines Samsung-Smartphones. Denn ein solches ist Voraussetzung, um den Blutdruck zu messen und ein EKG zu schreiben. Benötigt wird nämlich die App „Samsung Health Monitor“. Im Internet gibt es inzwischen aber auch Hilfestellungen, wie man diese Funktionen mit einem Android-Smartphone eines anderen Herstellers nutzen kann.

Wer noch frühere Galaxy Watches mit dem Tizen-Betriebssystem kennt, kommt mit der Galaxy Watch 4 ebenfalls sofort zurecht. Das gilt aber auch für Erstkäufer einer Samsung-Uhr. Durch Wischbewegungen navigiert man flott durch die übersichtlichen und logisch strukturierten Menüs. Das Display reagiert zuverlässig und ohne Verzögerung.

Bei unserer Galaxy Watch 4 40 mm verzichten die Koreaner auf eine mechanische Lünette. Bewegt man den Finger am rechten Displayrand von oben nach unten, erscheint eine virtuelle Umrandung des Zifferblatts, das ebenfalls das Springen von Anwendung zu Anwendung gestattet. Über die obere rechte Taste gelangt man sofort zum Home-Bildschirm, die untere Taste führt Schritt für Schritt durch die zuletzt geöffneten Menüs zurück. Insgesamt gibt es am Bedienkomfort nichts zu meckern, der Aufbau der Uhr ist absolut logisch.

Wer gerne Sport treibt und seine Fitness-Werte überwacht, kommt auch mit der Galaxy Watch 4 voll auf seine Kosten. Diese erfasst mehr als 90 Workout-Programme und bietet einige Dutzend Trainingsmodi. Sportarten wie Laufen oder Joggen werden wie gehabt zuverlässig erkannt, Routen zeichnet die Uhr exakt mittels GPS auf. Wahlweise während des Trainings oder erst im Anschluss versorgt die Samsung-Watch den Athleten mit diversen Parametern wie Distanz, maximaler Geschwindigkeit sowie verbrannten Kalorien und gibt Einblicke in den maximalen Herzschlag sowie in den Pulsverlauf über die gesamte Route. Die wichtigsten Informationen kann man direkt über die Uhr auswerten, noch mehr Grafiken und Analysen stellt die App „Samsung Health“ bereit.

Hilfreich ist der Laufcoach, der speziell Neulingen dabei hilft, bestimmte Ziele effizienter zu erreichen. Sportler dürften sich auch über die Messung des Blutsauerstoffgehalts und des persönlichen Stress-Levels freuen. Für Jogger ist das Feature „erweiterte Laufmetriken“ interessant, um den Laufstil detailliert zu analysieren und anhand von Aussagen zu Kontakt- und Flugzeit, Regelmäßigkeit und Festigkeit zu optimieren.

Das Laden der Galaxy Watch 4 erfolgt wie bisher über ein kleines Ladepad. Dieses bezieht den Strom über einen USB-Anschluss. Die Modelle mit 40 und 42 Millimeter haben wie gehabt einen Akku mit 247 mAh verbaut, bei den 44- und 46-mm-Modellen ist die Kapazität geringfügig von 340 auf 361 mAh gestiegen.

Für die von uns getestete 40-mm-Watch gibt Samsung eine typische Nutzungsdauer von 40 Stunden an. Dies klappt auch, allerdings muss dazu das Always-on-Display deaktiviert sein, außerdem darf man GPS und Messaging-Dienste nur sporadisch nutzen. Lässt man permanent die Herzfrequenz messen und ist die Uhr ständig dazu in der Lage, Nachrichten zu empfangen, so macht der Akku nach spätestens einem Tag schlapp. Die Laufzeit dürfte gerne etwas üppiger ausfallen.

Samsung verlangt für die 40-mm-Variante 269 Euro, mit LTE sind es 319 Euro. Die 42-mm-Modelle kosten 369 bzw. 419 Euro, für die 44-mm-Uhren muss man 299 bzw. 349 Euro mit LTE berappen. Die Classic-Version in 46 mm kostet 399 beziehungsweise 449 Euro. Im Internet kann man bei einigen Onlinehändlern jede einzelne der angebotenen Varianten für bis zu 50 Euro weniger erwerben.

Wer ein Samsung-Smartphone besitzt, erhält mit der Galaxy Watch 4 die derzeit beste Smartwatch. So kommt man in den Genuss vieler praktischer Features wie Blutdruckmessung und EKG. Für Besitzer von Android-Smartphones anderer Hersteller sieht die Welt ein wenig anders aus: Auch sie finden in der aktuellen Galaxy Watch eine ausgezeichnete Smartwatch, möglicherweise reicht aber auch eine preiswertere Alternative am Handgelenk.

Wer ein iPhone sein Eigen kennt, kann das Kapitel Samsung-Watch endgültig schließen. Die neue Galaxy läuft mit dem modifizierten Betriebssystem flüssig, der Bedienkomfort ist wie gehabt sehr hoch, und die Verarbeitung der Uhr ausgezeichnet. Leider fällt die Akkulaufzeit sehr knapp aus. Besitzer einer Samsung Galaxy Watch 3 sollten sich gut überlegen, ob für sie das Upgrade wirklich Sinn ergibt. Die Neuerungen sind überschaubar. Die Körper- sowie die Schnarchanalyse sind keine Features, die man unbedingt haben muss.

Alternativen zur Galaxy Watch 4 zeigen wir in der Themenwelt Smartwatches, etwa im Artikel Testsieger: Smartwatches, Fitness-Tracker und Sportuhren mit der längsten Akkulaufzeit. Für eine umfangreiche Übersicht über die besten Smartwatches empfehlen wir einen Blick in unsere Bestenliste: Die Top 10 der Smartwatches.

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