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Samsung Galaxy Watch 3 im Test: Konkurrenz für Apple?
Pro und Contra
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Sehr hoher Bedienkomfort
  • Viele Fitness-Features
  • Akkulaufzeit
  • EKG-Funktion fehlt noch
  • Samsung Pay noch nicht nutzbar
  • 4.0
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Die neue Galaxy Watch 3 soll durch die Messung des Blutsauerstoffgehalts, des Blutdrucks und dank einer EKG-Funktion die Apple Watch ausstechen. Ob das klappt, zeigt unser Test.

Wer sich jetzt darüber wundert, nie die Galaxy Watch 2 im Markt gesehen zu haben, den können wir beruhigen: Der direkte Vorgänger der Galaxy Watch 3 hieß Galaxy Watch, Samsung hat sich in der Nomenklatur einen kleinen Sprung erlaubt. Die neue Uhr gehört zur Smartwatch-Oberklasse und macht der Apple Watch Konkurrenz. Doch während sämtliche Apple-Watches nur mit einem iPhone genutzt werden können, zeigt sich die Galaxy Watch 3 großzügiger: Sie ist sowohl in der Android- als auch in der Apple-Welt ein gern gesehener Gast, wobei nur Besitzer eines Android-Smartphones den vollen Funktionsumfang ausschöpfen können.

Wir testen die Galaxy Watch 3 im Rahmen unserer Themenwelt Smartwatches . Dort haben wir bereits Tests zu anderen Geräten veröffentlicht, etwa der Huawei Watch GT 2 Pro (Testbericht) , zu aktuellen Geräten von Fossil (Vergleichstest) oder zur Skagen Falster 3 (Testbericht) . Wer über die Smartwatches erfahren möchte, dem empfehlen wir unseren Ratgeber Wearables: Für wen ist welche Smartwatch am besten? oder unseren Testsieger-Artikel zu Smartwatches .

War die Galaxy Watch mit Gehäuse-Durchmessern von 42 oder 46 Millimetern zu haben, so ist der Nachfolger minimal auf 41 und 45 Millimeter geschrumpft, an der reinen Displayfläche hat sich jedoch nichts geändert. Die Edelstahl- und Titan-Varianten tragen nun mit einer Höhe von 11,1 Millimetern zwei Millimeter weniger dick auf. Neben den Edelstahlmodellen in den Farben Mystic Bronze (nur in 41 mm), Mystic Black und Mystic Silver ist die 45-mm-Version auch in Titan erhältlich. Bei den Armbändern setzt Samsung auf Leder, das jeweils auf die Farbe des Korpus abgestimmt ist. Für unseren Test nutzen wir die 45-mm-Variante.

Die Galaxy Watch 3 wirkt immer noch etwas klobig, trägt sich aber so angenehm wie eine klassische Uhr, ist mit rund 50 Gramm schön leicht und gefällt durch ihre stabile Verarbeitung und die hochwertigen Materialien. Wer autark ohne Smartphone mit der Smartwatch im Internet surfen und telefonieren möchte, kann auch zu entsprechenden LTE-Modellen greifen.

Das 1,2 oder 1,4 Zoll große AMOLED-Display bietet eine Auflösung von 360 x 360 Pixeln. OLED-spezifisch sind die Farben kräftig, das Schwarz ist brutal dunkel. Selbst bei seitlicher Betrachtung ist eine problemlose Ablesbarkeit der Uhrzeit oder anderer Informationen möglich. Die Helligkeit lässt sich entweder automatisch an das Umgebungslicht oder manuell in zehn Schritten anpassen.

Selbst direktem Sonnenlicht kann der kleine Bildschirm mühelos trotzen. Besitzer dürfen zwischen dem Always-on-Display und einem Bildschirm-Timeout zwischen 10 Sekunden und 5 Minuten auswählen. Die Always-On-Funktion muss vom gewählten Ziffernblatt unterstützt werden, zudem schnellt der Stromverbrauch damit deutlich in die Höhe. Auch wenn das Display „nur“ durch Gorilla Glass DX und nicht mehr durch Gorilla Glass DX+ geschützt wird, so ist es immer noch sehr schlagfest und wenig anfällig für hässliche Kratzer. Die Galaxy Watch 3 ist bis zu 5 ATM wasserdicht.

An Bord der Galaxy Watch 3 werkelt der schon bekannte Prozessor Exynos 9110 mit 1,15 Ghz. Der Arbeitsspeicher beläuft sich bei allen Modellvarianten auf 1 GByte, der interne Speicher wurde auf 8 GByte gegenüber dem Vorgänger verdoppelt. Das schafft Platz für Musik und Apps. Beim Betriebssystem vertrauen die Koreaner nach wie vor auf ihr eigenentwickeltes Tizen OS, das eine sehr flotte Bedienung der Uhr zulässt, jedoch ein geringeres App-Angebot als auf Apple-Uhren zur Verfügung stellt. Für die Konnektivität sorgen Bluetooth 5, WLAN und optional LTE. Zum kontaktlosen Bezahlen ist ein NFC-Chip für Samsung Pay vorhanden. Der Konkurrent von Google Pay und Apple Pay ist seit Ende Oktober 2020 in Deutschland verfügbar, wird aber erst im kommenden Jahr über die Smartwatch nutzbar sein.

Neben GPS zur Aufzeichnung zurückgelegter Jogging- oder Fahrradrouten besitzt die smarte Armbanduhr Gyroskop, Barometer und Pulsmesser. Außerdem misst sie den Blutsauerstoffgehalt. Die Sauerstoffsättigung gibt an, wie viel Prozent des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin mit Sauerstoff beladen sind. In unseren Tests erzielten wir stets einen Wert zwischen 95 und 99 Prozent, was realistisch erscheint.

Auch wenn Samsung die EKG-Funktion bereits bewirbt, kann man mit der Galaxy Watch 3 noch kein Elektrokardiogramm schreiben. In Deutschland hat dieses Feature im Gegensatz zu den aktuellen Apple Watches noch keine Freigabe erhalten.

Plausible Werte liefert dagegen bereits der Schrittzähler der Uhr, die ebenfalls die gestiegenen Stockwerke erfasst. Über den Lage- und Bewegungssensor ist die Smartwatch dazu in der Lage, einen möglichen Sturz etwa beim Sporttreiben zu erkennen – sie kontaktiert dann hinterlegte Notrufnummern, insofern sie mit einem Smartphone gekoppelt ist oder es sich um ein LTE-Modell handelt.

Extrem detailliert fällt der Schlaftracker aus, der unter anderem verschiedene Schlafphasen analysiert und einen Schlafwert ermittelt, der in Relation zu Nutzern mit ähnlichem Alter und identischem Geschlecht gesetzt wird.

Die umfangreiche Ausstattung wird abgerundet durch einen Musikplayer, einen Kalender sowie den Zugriff auf Fotos, E-Mails und WhatsApp-Nachrichten. Für schnelle Antworten schlägt die Galaxy Watch 3 kontextbezogene Antworten vor, alternativ kann man über eine Mini-Tastatur, per handschriftlicher Eingabe oder mittels Sprachdiktat reagieren.

Die Bedienung der Smartwatch gelingt sehr intuitiv, die Menüs sind klar gegliedert, Schriften gut lesbar, zudem sind die zahlreichen farbigen Symbole hilfreich. Ein besonderer Clou ist die drehbare Lünette, mit der man blitzschnell durch die Uhr navigiert. Über die beiden seitlichen Druckknöpfe springt man entweder ein Menü oder direkt zur Startseite zurück.

Samsung stellt mehr als 120 Workout-Programme in der Uhr bereit. Sportarten wie Joggen oder Radfahren erkannte die Uhr bei uns im Test automatisch und zeichnete dabei jede Menge Daten auf. So kann man nach einer Laufrunde nicht nur die zurückgelegten Schritte, die Distanz, die maximale Geschwindigkeit und die verbrannten Kalorien sehen, sondern erhält auch Einblicke in den maximalen Puls sowie in den Pulsverlauf über die gesamte Route. Die Pulswerte waren hier teilweise etwas zu hoch. Einige Informationen bekommt man direkt über die Uhr, die detaillierte Auswertung mit Grafiken und vielen Daten erfolgt über die kostenlose App „Samsung Health “. Hier findet man auch die umfassende Analyse des eigenen Schlafs.

Ein interessantes Feature stellen die „Erweiterte Laufmetriken“ dar. In diesem Bereich wird der Laufstil untersucht. Dazu gehören Parameter wie Asymmetrie, Kontaktzeit, Flugzeit, Regelmäßigkeit und Festigkeit. Wie plausibel diese Auswertung ist, lässt sich schwer beurteilen. Spannend ist es trotzdem zu sehen, wo man technisch schon gute Ergebnisse erzielt oder noch Nachholbedarf hat.

Die wichtigsten Fitness- und Gesundheitswerte stellt die Galaxy Watch auf ihrem kreisrunden Bildschirm dar. Hier kann man auch den aktuellen Stress ermitteln und diesen durch Atemübungen reduzieren.

Bei der 45-mm-Variante hat der Stromspeicher leider nur noch 340 statt wie vorher 472 mAh zur Verfügung (41-mm-Modell: 247 statt 270 mAh). Wie lange eine Akkuladung reicht, hängt von vielen Faktoren ab. Bei dauerhafter Kopplung mit dem Smartphone, etwa einer Stunde Sport pro Tag, deaktiviertem Always-on-Display und gelegentlicher Nutzung von Mail- und Messaging-Diensten kamen wir rund zwei Tage ohne Nachladen hin. Aktiviert man WLAN und lässt das Display im Dauerbetrieb, ist nach etwa einem Tag Schluss. Schade, denn wenn man die Uhr nachts auflädt, hat man wenig von der sehr guten Schlafaufzeichnung.

Wer sehr viel Sport treibt, GPS ständig benötigt und dazu über die Uhr auch noch telefoniert, kann die Watch nicht mal einen halben Tag lang betreiben. Es geht aber auch anders: Schaltet man Bluetooth dauerhaft aus, war die Samsung-Uhr für uns mehr als vier Tage lang ein treuer Begleiter.

Geladen wird die Galaxy Watch 3 induktiv über ein kleines Ladepad, das per USB-Anschluss mit Strom versorgt wird. Samsung nutzt dafür den Qi-Standard, entsprechend lädt die Uhr auch auf anderen Qi-Ladepads (Ratgeber: Die besten Qi-Ladegeräte 2020 ). Das dauert rund 140 Minuten.

Samsung verlangt für die 41-mm-Variante als Bluetooth-Modell 418 Euro, 447 Euro sind es für die 45-mm-Uhr. Wer sich für LTE entscheidet, muss für die kleinere Smartwatch 467 Euro und 496 Euro für die größere hinlegen. Die Titan-Version schlägt mit 633 Euro zu Buche – sie verzichtet auf LTE und ist nur in der Größe 45 Millimeter erhältlich. Das sind allerdings alles unverbindliche Preisempfehlungen. Die tatsächlichen liegen teils deutlich darunter, sie gehen von aktuell rund 275 und 500 Euro für die Titan-Variante.

Für Besitzer eines Android-, besser noch Samsung-Smartphones ist die Samsung Galaxy Watch 3 derzeit eine der interessantesten Smartwatches. Ihr Bildschirm ist klasse, der Bedienkomfort nicht zuletzt dank der drehbaren Lünette hoch und Sportler dürfen sich über jede Menge Fitness-Parameter freuen. Zudem kann die Smartwatch durch Messaging- und Musikfunktionen punkten. Noch interessanter dürfte die Uhr sein, wenn sie über die EKG- und Blutdruckmess-Features verfügt.

Größtes Manko ist die Akkulaufzeit. Sie liegt inszwischen nur noch auf dem Niveau von WearOS-Smartwatches, das ist genau wie dort einfach zu wenig. Auch die hohe Preisvorstellung des Herstellers passt dazu nicht, obwohl der Straßenpreis längst deutlich unter der Preisempfehlung von Samsung liegt. Zumindest für iPhone-Besitzer ist die neue Apple Watch 6 die bessere Wahl, sie kostet ähnlich viel und kann noch mehr.

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