Samsung Galaxy S22 Ultra im Test: Viel Power, tolle Kamera, mäßiger Akku

Samsung Galaxy S22 Ultra
Pro und Contra
  • grandioses Display
  • Design, Verarbeitung, Technik klasse
  • Kamera sehr gut
  • Stylus an Bord
  • Preis sehr hoch
  • Akku nur Mittelmaß
  • 5.0

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Samsungs S-Serie ist die Speerspitze des koreanischen Smartphone-Portfolios, das Galaxy S22 Ultra vereint zudem die Note-Reihe in sich. Kann das gut gehen?

Samsung hält als einziger großer Hersteller an seinem Stylus fest, der ursprünglich das Markenzeichen der Galaxy-Note-Reihe war. Die setzte der südkoreanische Hersteller aber schon im vergangenen Jahr nicht fort, stattdessen geht sie jetzt in der S-Serie auf. Wobei das nur das Spitzenmodell, das Samsung Galaxy S22 Ultra, betrifft.

Denn während S22 und S22+ auf ein runderes Design setzen, verpasst Samsung dem Ultra-Modell ein abweichendes Design, das mit harten Kanten oben und unten sowie gekrümmten Displayrändern nicht ganz zufällig an das Galaxy Note 20 Ultra (Testbericht) erinnert. Das neue Modell übernimmt nicht nur das Design, sondern auch die komplette Stift-Funktionalität. Das schlägt sich natürlich auch im Preis nieder: 1249 Euro kostet das Spitzen-Smartphone in der kleinsten Speicherkonfiguration, erst bei 1649 Euro ist Schluss in der Topausstattung. Das ist eine ganze Menge Geld. Wir haben im Test überprüft, ob das S22 Ultra sein Geld wert ist.

Es wurde bereits angedeutet: Das Samsung Galaxy S22 Ultra unterscheidet sich nicht nur technisch, sondern auch beim Design klar von S22 und S22+. Denn während diese beiden Modelle sich am Design der Vorgängergeneration mit abgerundeten Ecken und deren speziellem Kameradesign orientieren, dreht Samsung beim S22 Ultra die Zeit zurück und setzt auf den Note-Look aus dem Jahr 2020. Schlimm finden wir das nicht, im Gegenteil. Mit der flachen Stirn- und Fußseite greift der Hersteller das Note-Design geschickt wieder auf, uns gefällt das richtig gut. Die Seiten sind dabei so flach, dass das Smartphone auf einer glatten, gerade Oberfläche sogar stehen kann, zumindest auf der Stirnseite. Auf der Fußseite verhindert der minimal vorstehende Stylus diese Art der Zurschaustellung. Zum Balanceakt wird das aber ohnehin, denn mit knapp 9 Millimeter ist das Gerät gerade in Relation zu seinen insgesamt ausladenden Maßen (163 x 78 mm) ziemlich dünn.

Dennoch liegt das Modell gut in der Hand – zumindest viel besser, als man bei dem kantigen Design und den Ausmaßen vermuten würde. Zwei Dinge unterstützen den Handkomfort: Einerseits sind die seitlichen Längskanten in engem Radius gekrümmt, das betrifft sowohl die Rückseite als auch das Display vorn. Andererseits ist das S22 Ultra sehr gut ausbalanciert, der Schwerpunkt liegt ziemlich mittig. Da die Verarbeitungsqualität darüber hinaus perfekt ist und Übergänge von Glasfront- und Rücken in den glänzenden Metallrahmen fast übergangslos und fließend verlaufen, ist das S22 Ultra aller Widrigkeiten zum Trotz beinahe schon handschmeichlerisch. Wer Sorgen wegen ungewollter Spiegelungen auf den gerundeten Displayseiten hat, darf beruhigt sein: Die Krümmung ist so stark, dass kaum Platz für Reflexionen bleibt. Somit gibt es nur das hochwertige Design ohne die damit sonst oft zusammenhängenden Nachteile – klasse.

Das Design auf der Rückseite hingegen wird vielleicht nicht jedem gefallen. Statt wie bei der S21-Generation und den anderen beiden S22-Modellen die einzelnen in eine vorstehende Kameraeinheit zu integrieren, setzt Samsung beim Ultra-Modell auf einzeln aus dem Gehäuse stehende Linsen. Zusätzlich zu einem Sensor-Sammelsurium schauen den Nutzer also fünf „Augen“ an – dass mancher da an ein Insekt erinnert wird, ist nicht ganz abwegig.

Wir finden das aber optisch gar nicht so unattraktiv, uns stört vielmehr der Umstand, dass sich in der Hosentasche – und da passt je nach Hosenform und Körpergröße auch das Ultra problemlos hinein – schnell Staub und Fussel zwischen den Linsen ansammeln. Da hilft nur Putzen oder gleich Abwaschen, dank IP68 ist das Smartphone wieder gegen Staub und Wasser geschützt. Die Aufnahme für den Stylus ist übrigens wieder unten links im Smartphone, er kommt auf leichten Druck einige Millimeter hervor, um dann ganz herausgezogen werden zu können. Falsch herum kann man ihn nur mit Gewalt zurückstecken.

Bis zu 1750 cd/m² soll der durch neuestes Gorilla Glas Victus Plus geschützte Screen des Samsung Galaxy S22 Ultra hell werden – das wäre ein neuer Rekord. Dafür gibt es nun erstmals einen Extra-Button in den Anzeigeeinstellungen namens „Zusätzliche Helligkeit“, der die Leuchtkraft tatsächlich noch einmal sichtbar erhöht. Dennoch konnten wir im manuellen Modus „nur“ 700 Candela messen, erst im Automatikmodus und bei heller Sonneneinstrahlung steigt der Messwert auf über 1350 cd/m² - das ist spitze und macht die hohe Herstellerangabe bei bestimmten HDR-Inhalten glaubhaft. Natürlich geht die hohe Helligkeit im Gegenzug auf die Akkulaufzeit – das erörtern wir zu einem späteren Zeitpunkt im Abschnitt „Akku“.

Nicht nur bei der Helligkeit, auch bei der restlichen Display-Ausstattung klotzt Samsung. Auf gewaltigen 6,8 Zoll verteilen sich bis zu 3088 x 1440 Pixel, als Technik setzt Samsung wie gehabt auf AMOLED. „Bis zu“, denn das S22 Ultra unterstützt außerdem auch erweiterte HD- und Full-HD-Auflösung. Gerade bei Full HD kommt das Panel dann zwar nicht mehr auf grandiose 500 Pixel pro Zoll (ppi), aber bildet einen guten Kompromiss aus Bildschärfe und Akkulaufzeit. So einen Kompromiss muss man bei der Bildwiederholungsfrequenz hingegen nicht eingehen. Samsung bietet in seinem Topmodell eine adaptive Steuerung an, die theoretisch variabel 10 bis 120 Bilder pro Sekunde anzeigt – je nach Inhalt. Das soll bei bewegten Inhalten für flüssige Darstellung und bei statischen Inhalten für weniger Stromverbrauch sorgen.

Generell ist die Darstellung des S22-Ultra-Screens hervorragend. Farben werden je nach Einstellung intensiv oder natürlich angezeigt, der RGB-Farbraum wird um 40 Prozent übertroffen, DCI-P3 fast vollständig abgedeckt. Kontraste sind grandios, der Schwarzwert enorm – so soll ein OLED-Screen sein. Dank der tollen Blickwinkelstabilität und der exorbitanten Helligkeit ist Ablesbarkeit im direkten Sonnenlicht kein Thema – wer hier nichts sieht, sollte einen Optiker aufsuchen. Das Display des Samsung Galaxy S22 Ultra ist State oft he Art, das galt aber auch schon für den Screen des Vorgängers.

Bei den Kameras hat sich auf dem Papier im Vergleich zum Vorgänger Samsung Galaxy S21 Ultra (Testbericht) nicht zu viel getan. Das neue S22 Ultra kommt erneut mit 108-Megapixel-Hauptkamera mit Laser-Autofokus, optischem Bildstabilisator (OIS) und einer Blende von f/1.8, außerdem mit zwei 10-Megapixel-Objektiven für 3-fache und 10-fache optische Vergrößerung. Erstmals haben abgesehen von der Hauptkamera auch beide Zoomlinsen einen OIS. Der Weitwinkel kommt erneut mit 12 Megapixel und auch die Frontkamera punktet wieder mit satten 40 Megapixel. Was fast nach Stillstand klingt, bringt trotz allem Fortschritt mit – nämlich bei der Software. Sie bietet zwar die gleichen Features wie beim Vorgänger, allerdings hat Samsung Hand an Farbwiedergabe und Nachtaufnahmen gelegt. Der zusätzliche OIS macht sich bei den Zoomaufnahmen positiv bemerkbar.

Entsprechend ist die Bildqualität bei Tageslichtaufnahmen wieder hervorragend, vermutlich kann Samsung hier mittels Updates sogar noch Feinschliff betreiben. So gefällt die Bildschärfe aller vier Linsen schon nach den ersten, bereits ausgespielten Updates, ausgezeichnet, bisweilen übertreibt es die Software aber noch mit den Kontrasten und dem Nachschärfen etwas. Außerdem ist die Helligkeit zwischen Haupt- und Weitwinkelkamera noch nicht optimal kohärent. Dass der Weitwinkel nicht ganz an die Bildschärfe der Hauptkamera herankommt, dürfte klar sein. Das macht Konkurrenz wie ein Oneplus 9 Pro (Testbericht) mit seinem hochauflösenden Weitewinkel nach wie vor besser.

Dafür sind Farben jetzt noch natürlicher als beim Vorgänger und der Weißabgleich hat ebenfalls Fortschritte gemacht. Beeindruckend arbeitet der Zoom auf beiden Vergrößerungsstufen – schärfer ist derzeit kein Konkurrent. Sogar der digitale Zoom ist bisweilen zu gebrauchen, zumindest noch in der per Button direkt anwählbaren 30-fachen Stufe. Für den 100-fachen Zoom braucht es neben sehr gutem Licht auch etwas Leidensfähigkeit – es ist zwar faszinierend, was man dann trotz der großen Distanz noch alles erkennen kann, druckreif ist die Qualität dann aber definitiv nicht mehr. Selfies profitieren nun ebenfalls von natürlicheren Farben, die Bildschärfe stimmt weiterhin. Es gibt nur wenige Konkurrenten, die bessere Frontkameras in petto haben.

Fortschritte gibt es zudem bei Nachtaufnahmen. Auch hier sitzt der Weißabgleich besser und die Bildschärfe ist noch einen Tick höher als zuvor. Der Himmel bleibt jetzt dunkler als früher und auch die teilweise aufgetretenen Pixelklötze gibt es bei Nachtaufnahmen nicht mehr. Insgesamt ist Samsung bei der Kamera inzwischen fast das, was Huawei vor wenigen Jahren noch war – bei Nacht liegt aber etwa das Google Pixel 6 Pro (Testbericht) immer noch vorn. Bei Videos war Samsung hingegen schon immer in der jüngeren Vergangenheit führend und nur Apple konnte hier mithalten. Sieht man vom kaum sinnvoll nutzbaren 8K/24-Modus ab (es fehlt nach wie vor an externen Abspielern), macht das S22 Ultra mit 4K/60 nahezu perfekte Videos. Bildschärfe, Dynamik, flüssige Schwenks – alles kann das Samsung-Modell wie kein anderes. Lob verdient hier auch der gute Sound, den das Smartphone während Videos aufnimmt. Bei der Kamera darf das S22 Ultra derzeit zweifelsohne als Referenz benannt werden.

Wieder Exynos – obwohl sich in der Vergangenheit Fans in Europa vehement dafür ausgesprochen hatten, nicht „zweitklassige“ Samsung-Chips in ihren teuren Smartphones vorgesetzt zu bekommen, während in anderen Märkten Qualcomm-Chips zum Einsatz kommen. Samsung baut in das Galaxy S22 Ultra den neuesten Vertreter seiner Chips ein, den Exynos 2200. Der taktet nur noch bis zu 2,8 GHz und wird nicht mehr von einer Mali-GPU, sondern der RDNA-basierten Xclipse 920 unterstützt. Ersten Gerüchten nach sollten CPU und GPU nur 5 bis 20 Prozent schneller als im Vorgängermodell sein, zudem scheint Samsung seine Vorgehensweise weiter beizubehalten, die volle Leistung des S22 Ultra nur in Benchmarks freizuschalten. So oder so: Nicht nur in Benchmarks macht das neue Modell einen sehr guten Eindruck, sondern überwiegend auch im Alltag.

Im PCmark Work 3.0 kommt das Modell auf starke 13.300 Punkte, 3Dmark Wildlands spuckt ebenfalls stramme 5900 Punkte aus. Auffällig ist, dass das keine absoluten Spitzenwerte sind. Abseits von speziellen Tests lieferte das Smartphone im Test auch bei stark fordernden Games wie PUBG konstant überlegene Leistung ab.

Aber es gibt eine Einschränkung: Immer wieder kam es zu Beginn des Tests zu auffälligen Haklern im Alltag. Das betrifft etwa die grafische Darstellung des Live-Wallpapers beim Entsperren, dessen Animation regelmäßig stark ins Stocken kam. Hin und wieder kommt es zudem vor, dass Ein- oder Ausblende-Animationen beim Starten oder Beenden von Apps im ersten Augenblick stark hakeln, dann aber flüssig weiterlaufen. Das ist nicht das erste Mal, dass Samsung zum Marktstart mit solchen Problemen zu kämpfen hat. Schon bei der S8-Reihe gab es ein ähnliches Phänomen, das erst nach mehreren Updates aus der Welt geschafft werden konnte. Auch beim neuen S22 Ultra ist das schon etwas besser geworden, weg ist es nach ersten Updates aber nicht. Auffällig ist außerdem, dass diese Problematik nur das S22 Ultra zu betreffen scheint, die technisch weitestgehend übereinstimmenden S22 und S22+ haben diese Hakler nach Medienberichten nicht. Auf unserem S22+ konnten wir solche Probleme tatsächlich nicht reproduzieren. Zur Ehrenrettung von Samsung muss aber auch erwähnt werden, dass die angesprochenen Ruckler gegen Ende des Tests und nach einem weiteren Update kaum noch auftraten. So bleibt also in erster Linie ein fader Beigeschmack für ein Spitzenmodell, allerdings scheint der Hersteller die Probleme tatsächlich nicht nur bereits angegangen, sondern auch schon weitestgehend gelöst zu haben. In Bälde dürfte davon nichts mehr zu sehen sein.

Wenn es rennt, dann rennt das S22 Ultra aber, und zwar richtig. Heiß wird es dabei nicht, wenn auch stellenweise warm. Technisch bietet das Modell alles derzeit Machbare, auch wenn der Unterschied zum Vorgänger in den meisten Bereichen zu vernachlässigen ist. Erneut gibt es 5G, USB C 3.2, Wifi-6e, Bluetooth 5.1, NFC, ANT+ und UBW und einiges mehr, was sich aus unserer Tabelle entnehmen lässt. Wieder schlägt sich der Stereolautsprecher ausgezeichnet, auch wenn hier Apple vielleicht die Nase vorn hat und auch der Fingerabdrucksensor überzeugte im Test.

Das Speicherangebot ist – eine größere Version vorausgesetzt – gut, leider bietet auch die Variante mit 8/128 GByte keine Speichererweiterung, sondern nur Aufnahme für 2 Nano-SIMs plus eSIM. Spätestens mit 12/256 oder 12/512 GByte dürfte das aber egal sein. Die ebenfalls angebotene Version mit 12/1024 GByte, also einem Terabyte internem Speicher dürfte für die meisten Nutzer aber wohl der totale Overkill sein. Das empfinden wir auch bei der Preispolitik so: Jede Variante kostet stolze 100 Euro mehr als die kleinere Speicherversion, die Terabyte-Variante sogar gleich 200 Euro mehr als mit 512 GByte. Das ist eigentlich zu viel, aber wer ohnehin weit mehr als 1000 Euro für sein Smartphone ausgibt, dem ist das vielleicht auch egal.

Der S-Pen genannte Stylus hat sich in der Größe im Vergleich zum Note 20 Ultra (Testbericht) kaum verändert, ist jetzt aber matt und leicht gummiert. Dadurch bietet er noch etwas mehr Grip und liegt besser in der Hand.

Bei der Software spielt das Note… äh…. S22 Ultra seine größten Stärken aus. Android 12 ist ab Werk installiert, darüber liegt OneUI 4.2. Aber bleiben wir noch beim Stylus: Neue Tricks beherrscht der nicht, dafür aber alle, die auch das Note 20 Ultra konnte. Besonders praktisch finden wir nach wie vor das Schreiben auf den deaktivierten Screen, um anschließend etwa eine dauerhaft und prominent platzierte eine Einkaufsliste auf dem Smartphone zu sehen. Auch als Fernauslöser für die Kamera darf der S-Pen wieder genutzt werden und auch die anderen Gesten – etwa zum kontaktlosen Scrollen im Browser oder Weiterblättern der Fotos in der Galerie – funktionieren. Toll ist auch das Umwandeln von Handschrift in römische Schriftzeichen – und noch so einiges mehr. Tatsächlich, so beteuert Samsung, gibt es etliche Nutzer der Note-Reihe, die auf diese Möglichkeiten nicht verzichten wollten. Wir halten das – bei aller Faszination und der guten Funktionalität der Stylus-Integration – aber doch eher für die Ausnahme. Im Test blieb der S-Pen daher nach kurzem Ausprobieren wie schon bei den Vorgängermodellen mit Stift im Gerät. Ein spannendes Extra bleibt der Stift dennoch.

Neben der Stylus-Software bietet Samsung auch an anderer Front überlegene Leistung: Satte 4 Jahre Android-Updates verspricht der Hersteller seinen Käufern, hinzu kommen sogar 5 Jahre Sicherheitsupdates – ja endlich! Genau das ist das richtige Signal an Käufer so teurer Smartphones. Nicht ein „mir doch egal, was ihr in 2 Jahren mit eurer Android-Möhre macht“, sondern ein Update-Versprechen, dass nicht nur Android-Konkurrenten in Zugzwang bringt, sondern sogar Apple-Nutzer fast schon neidisch werden lässt! So geht Kundenbindung und -service. Und Nachhaltigkeit. Unser Testgerät fand im Laufe des Tests den Sicherheits-Patch von März 2022 und ist damit topaktuell.

5000 mAh leistet der Akku des Samsung Galaxy S22 Ultra – wie beim direkten Vorgänger. Der konnte hier aber schon keine Bestwerte setzen und zeigte sich eher als Eintages-Modell, das nur mit sehr sorgsamem Umgang auch mal 2 Tage ohne Steckdose auskam. Leider ist das auch beim neuen Samsung Galaxy S22 Ultra nicht wesentlich besser geworden – dabei steckt hier ein potenziell sehr sparsamer 4-Nanometer-Chipsatz drin! Wie bei den Vorgängern verbraucht das Modell aber auch ohne aktive Nutzung schon zu viel und im Test zeigte sich das Smartphone beim Thema Akku insgesamt als eher durchschnittliche, wenn auch nicht als schwach.

Im Battery Test von PCmark schaffte das Modell bei 200 cd/m² Display-Helligkeit etwa 9,5 Stunden. Das, so könnte man meinen, ist etwas besser als beim S21 Ultra, allerdings stand bei diesem Test die Display-Auflösung auf Full-HD-Auflösung. Bei 2K ist der Ofen etwa eine Stunde früher aus – immerhin bei adaptiven 120 Hz.

Kommen wir zu einem leidigen Thema bei Samsung, dem Laden. Leidig aus zwei Gründen: Einerseits hinkt bei der Ladegeschwindigkeit im Vergleich zur Konkurrenz, die inzwischen bei 120 Watt angekommen ist, deutlich hinterher. So hebt Samsung die Ladeleistung beim S22 Ultra inzwischen immerhin wieder auf 45 Watt an, damit dauert eine volle Ladung aber immer noch rund 1 Stunde (mit 15 Watt per Induktion etwa 1,5 Stunden), während andere Smartphones nach 20 Minuten und weniger voll sind. Positiv könnte man immerhin vermuten, dass Samsung einfach sehr vorsichtig ist und den Akku schonen will, aber andere Hersteller versichern bei diesem Thema, ebenfalls die Akkulanglebigkeit nicht anzutasten.

Der zweite Grund, warum Samsung beim Thema Akku nicht viele Freunde hat: Auch beim bis zu 1650 Euro teuren S22 Ultra ist mal wieder kein Ladegerät im Lieferkarton. Lediglich ein Kabel mit USB-C an beiden Enden findet sich hier. Samsung führt als Begründung immer wieder Nachhaltigkeit und Umweltschutz an – immerhin werden nicht nur Ressourcen für potenziell überflüssige Ladegeräte gespart, da die „eh jeder zuhause rumliegen hat“. Außerdem passen von den extrem flachen Lieferkartons der S22-Reihe deutlich mehr auf eine Palette, was hochgerechnet zu weniger Umweltverschmutzung für den Transport führt. Dennoch können wir uns nicht von dem Gefühl lösen, bei derartig hohen Preisen ohne Ladegerät eine Mogelpackung zu erhalten. Immerhin passt endlich das lange Update-Versprechen zum Nachhaltigkeitsgedanken.

Vier Farben gibt es zur Auswahl: Burgund, Schwarz, Weiß und ein schickes Grün. An Speicher steht die Wahl zwischen 8/128, 12/256, 12/512 und 12/1024 Gbyte.

Fangen wir mit den positiven Punkten beim Samsung Galaxy S22 Ultra an – und davon gibt es eine ganze Menge. Offensichtlichster Pluspunkt neben schickem Design und toller Verarbeitung ist der sagenhafte Bildschirm – besser geht es derzeit nicht. Die Kameras sind nach den ersten Updates inzwischen ebenfalls auf Spitzenniveau, gerade die beiden optischen Zoomstufen und Farbwiedergabe sowie Weißabgleich haben sich weiter verbessert. Bei Videos hat Samsung ohnehin schon länger die Nase vorn. Hinzu kommt eine sehr vollständige technische Ausstattung mit je nach Version und Kaufpreis enorm viel Speicher und als Krönung der Stylus mit tollen Produktivitäts-Funktionen – ein starkes Stück Technik.

Leider muss Samsung seine Hausaufgaben bei der Software besser machen. Die anfänglichen Hakler waren zwar gegen Ende des Tests kaum noch zu finden, dennoch hinterlässt das bei einem so teuren Spitzenmodell keinen guten Eindruck. Wir können uns außerdem sehr gut vorstellen, dass die eher durchschnittliche Akkuleistung per Updates ebenfalls noch weiter verbessert werden kann, sofern man nicht ständig die Leistung des Prozessors oder die enorme Helligkeit des Displays voll ausnutzt. Alles in allem wird das Samsung Galaxy S22 Ultra mit wenigen Ausnahmen seinem Beinahmen voll gerecht – es ist ultragut. Bedauerlicherweise auch ultrateuer.

Wer deutlich weniger Geld für ein trotzdem gutes Smartphone ausgeben will, der sollte einen Blick in unsere regelmäßig aktualisierten Top 10 der besten Smartphones bis 300 Euro, bis 400 Euro und bis 500 Euro werfen.

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