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Samsung Galaxy S20 FE
Pro und Contra
  • Überzeugende Leistung
  • Hervorragende Kamera mit tollem Nachtmodus
  • Helles und hochauflösendes Display
  • Verarbeitung beim Testmodell nicht perfekt
  • 4.5

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Mit dem Samsung Galaxy S20 FE betreibt Samsung Fanservice und geht auf die Änderungswünsche der Käufer zum 2020er Flaggschiff Samsung Galaxy S20 ein. Größeres Display, mehr Akkuleistung und eine neue Kamera zum Einstiegs-Preis - wird es dem Anspruch der Galaxy-S20-Serie gerecht?

Im Frühjahr 2020 ging ein Ruck durch die Samsung-Community. Bisher kamen die hochwertigen Snapdragon-Chipsätze von Qualcomm fast nur in US-Modellen zum Einsatz. Alle anderen Länder mussten mit Samsungs Exynos 990 Chip auskommen, der sowohl hinsichtlich Leistung als auch Energieverbrauch das Nachsehen zum Pendant aus den Vereinigten Staaten hat. Mit einer Petition im Frühjahr 2020 versuchte ein Samsung-Nutzer ein Umdenken in der Chip-Politik und gegen die Behandlung als „Nutzer zweiter Klasse“ bei dem südkoreanischen Hersteller zu erreichen – mit Erfolg.

Mit dem Samsung Galaxy S20 FE betreibt Samsung nun Fanservice und geht auf die Änderungswünsche der Käufer zum Flaggschiff Samsung Galaxy S20 ein. Wird es dem Anspruch der Galaxy-S20-Serie gerecht? Ein Vergleich der verschiedenen S20-Modelle kann hier nachgelesen werden.

Bei einer Größe von 159,8 x 74,5 x 8,4 Millimetern wiegt das Samsung S20 FE 190 Gramm. Damit ist es nicht gerade ein Leichtgewicht, aber nicht das Schwerste seiner Zunft. Die Verarbeitung hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Die Fuge zwischen Vorder- und Rückseite ist sowohl an der linken als auch an der rechten Seite des S20 FE deutlich zu spüren, wenn man mit dem Finger drüber fährt. Der Volume-Regler und der Power-Schalter an der rechten Seite überzeugen hingegen durch guten Hub und tadellose Führung. Die Verarbeitung der mattlackierte Rückseite hinterlässt einen positiven Eindruck. Allerdings sieht man schon nach kurzer Benutzung Fingerabdrücke und kleine Kratzer, weshalb eine Handyhülle zum Schutz vor Gebrauchsspuren sinnvoll ist. Diese ist nicht im Lieferumfang enthalten. Das vertikal positionierte Kamera-Modul ist gut eingepasst und steht mit einem Millimeter kaum heraus.

Die Frontkamera ist in einer Punchhole-Notch mittig am oberen Rand des Displays untergebracht und fügt sich stimmig ins Gesamtbild der Vorderseite ein. Die Rahmen rings um den Screen sind dem Preis angemessen dünn.

Das AMOLED-Display des Samsung Galaxy S20 FE besitzt bei 6,5 Zoll eine FHD+-Auflösung von 2400 x 1080 Pixel. Dadurch ergibt sich eine Pixeldichte von 418 ppi (Pixel pro Zoll), was für eine hohe Bildschärfe sorgt. Hinsichtlich der Bildschirmgröße hat Samsung im Vergleich zum S20 (6,2 Zoll) noch etwas draufgelegt, an die beiden größeren Varianten Galaxy S20 Plus (6,7 Zoll) und Galaxy S20 Ultra (Testbericht) (6,9 Zoll) kommt es aber nicht heran. Im Alltag überzeugt das S20 FE mit einem gestochen scharfen und kontrastreichen Bildschirm. Ein besonderes Highlight ist die 120-Hertz-Funktion, mit der Animationen und Bildläufe weicher dargestellt werden. Dadurch sind sie angenehmer für die Augen und das Gerät wirkt noch performanter. Optional lässt sich eine Bildwiederholrate von 60 Hertz einstellen. Dies wirkt sich positiv auf die Akkulaufzeit aus.

Farben wirken brillant und kraftvoll, der Kontrast ist hervorragend. Die Blickwinkelstabilität ist aus allen Perspektiven. Die Helligkeit von fast 750² ist ein Spitzenwert, selbst bei direkter Sonneneinstrahlung ist das Display im Automatikmodus noch ohne Einschränkungen gut ablesbar.

Das S20 FE orientiert sich hinsichtlich Kamera-Setup am Galaxy S20, geht jedoch auf dem Papier Kompromisse ein. So besitzt das FE wie das S20 eine Haupt - und Weitwinkelkamera mit jeweils 12 Megapixel Bildauflösung, allerdings wurde die Bildauflösung des Teleobjektivs mit 3-fach-Vergrößerung von 64 auf 8 Megapixel reduziert. Zudem wurde auf den Tiefensensor als vierte Kamera verzichtet. Die Objektive auf der Rückseite sind nun als Tripel-Kamera vertikal angeordnet. Die Frontkamera wurde von Samsung hingegen von 10 auf 32 Megapixel aufgerüstet.

Die Hauptkamera mit f/1.8-Blende überzeugt mit scharfen Bildern und einer hervorragenden Bilddynamik. Bei der Weitwinkelkamera mit f/2.2-Blende fallen Verzerrung an den Bildrändern negativ auf. Sie sind zwar nicht sonderlich ausgeprägt, man hat jedoch das Gefühl, dass das Bild nicht realitätsgetreu wiedergegeben wird. Positiv hingegen ist das HDR+-Feature, das eine optimale Belichtung garantiert. Das Teleobjektiv leistet mit der festen dreifachen Vergrößerung gute Arbeit, die Motive werden ohne Verlust der Bildqualität näher dargestellt. Mit dem zusätzlichen digitalen Zoom lässt sich das gewünschte Motiv sogar bis zu 30-fach vergrößern. Allerdings wird das Bild, wie zu erwarten, sehr pixelig und verwaschen. Bei Aufnahmen in dunklen Lichtverhältnissen weiß der Nachtmodus zu begeistern. Hierbei nimmt die Kamera mehrere Bilder gleichzeitig auf und fügt diese schließlich zu einem einzigen Foto zusammen. Die Konturen von Objekten sind auch bei wenig Restlicht sehr gut zu erkennen, Bildschärfe und Bilddynamik bleiben weiterhin erhalten. Bildrauschen hält sich dabei weitestgehend in Grenzen, sofern es nicht zu dunkel ist.

Die Begeisterung für die Frontkamera mit f/2.2-Blende hält sich in Grenzen. Nimmt man das Selbstporträt etwas genauer unter die Lupe, so fallen die etwas geringe Bildschärfe und die leicht verwaschenen Konturen um die Augenpartie auf. Das ist kein Beinbruch, bei dem Kameraupdate von 10 auf 32 Megapixel wäre aber mehr zu erwarten gewesen – auch wenn die Anzahl der Megapixel per se kein Qualitätsgarant ist. Videoaufnahmen per Hauptkamera sind in 4K mit 60 fps möglich, durch den optischen Bildstabilisator ergibt sich ein ruhiges und flüssiges Bild. Auf 8K-Videoaufnahmen wie bei dem S20 wurde hingegen verzichtet. Dies fällt allerdings nicht ins Gewicht, da aktuell noch wenige Bildschirme eine 8K-Bildwiedergabe unterstützen und diese Funktionen der anderen S20-Geräte daher eher als Spielerei durchgeht. Insgesamt überzeugt die Kamera des S20 FE im Alltag auf ganzer Linie, der Unterschied zu den teureren Modellen ist wenn überhaupt nur gering.

Wie bei den anderen S20-Modellen kommt im S20 FE ein Exynos 990 (S5E9830) mit einer Taktfrequenz von bis zu 2,73 GHz zum Einsatz. Beim Arbeitsspeicher macht Samsung allerdings im Vergleich zum S20 Abstriche. Sind beim S20 8 GByte RAM und bei der 5G-Version sogar 12 GByte RAM installiert, sind es beim S20 FE mit 128 GByte Speicher „lediglich“ 6 GByte RAM, bei der Version mit 256 GByte Speicher 8 GByte RAM. Der Speicher im S20 FE ist im Alltag jedoch vollkommen ausreichend und bei speicherintensiveren Anwendungen wie Video- und Bildbearbeitung sowie Gaming sollte es im regulären Gebrauch zu keinen Einschränkungen kommen. Nicht nur beim Arbeitsspeicher gibt es Variationen in den jeweiligen Modellen, auch beim Prozessor gibt es Unterschiede zu beachten. So besitzt die 5G-Version einen Snapdragon 865, der schneller als der Exynos-990-Prozessor im S20 FE ist und weniger Energie verbraucht. Genau das hatten Fans in ihrer Petition gefordert. Im Benchmark PCMark Work 2.0 erreicht das S20 FE einen Performance-Score von rund 9900 Punkten, im Storage-Score sind es 18942 Punkte. Im neuen 3DMark-Wildlife-Benchmark kommt es auf rund 2170 Punkte, bei einer durchschnittlichen Wiederholungsrate von 13 FPS. Hinsichtlich Performance- und Storage-Score liegt das S20 FE im oberen Bereich seiner Preisklasse, lediglich der 3D-Benchmark fällt etwas schmalbrüstig aus. Im Alltag merkt man davon aber nichts.

Das S20 FE ist wahlweise mit 128 und 256 GByte internem Speicher erhältlich, lässt sich aber per Micro-SD um einen TByte Speicher zusätzlich erweitern. Allerdings muss man sich aufgrund des hybriden SIM-Slots entscheiden, ob man neben dem Slot für eine Nano-SIM eine weitere Nano-SIM oder eine Micro-SD verwenden möchte. Ein dedizierter Dual-SIM-Slot wäre besser gewesen, hier hätte man zwei Nano-SIMs und eine Micro-SD gleichzeitig verwenden können.

Die Stereo-Lautsprecher überzeugen mit angenehmem Klang, der selbst auf höchster Lautstärke nicht klirrt. Im unteren Bereich des Displays befindet sich ein eingebauter Fingerabdruck-Scanner, der Fingerabdruck wird zuverlässig und geschwind erkannt. Das S20 FE besitzt zudem den neuen Standard Wifi 6 sowie eine IP68-Zertifizierung.

Als Betriebssystem kommt beim S20 FE Android 11 zusammen mit Samsungs Userinterface One 2.5 zum Einsatz, das mit übersichtlichem Design überzeugt und hilfreiche Apps wie Samsung Health, Find My Mobile und Samsung Cloud im Software-Angebot hat. Das Sicherheitsupdate ist mit dem 1. Februar 2021 aktuell..

Die Akku-Kapazität beträgt 4.500 mAh, wodurch Samsung den Akku im Vergleich zum S20 um 500 mAh vergrößert hat. Laut Batterie-Test von PCMark schafft unser Testgerät des S20 FE mit Exynos-Chipsatz bei einer Standard-Bildwiederholrate von 60 Hertz unter Dauerbelastung etwa 10,5 bis 11 Stunden. Das ist ein guter Wert. Bei einer Bildschirmwiederholfrequenz von 120 Hertz ist die Leistung mit 8 bis 8,5 Stunden wie zu erwarten niedriger, kann sich aber immer noch sehen lassen. Die 5G-Variante mit Snapdragon-Chipsatz schafft mit 120 Hertz nach Angaben anderer Medien eine Leistungsdauer von 11 Stunden. Das ist ein deutliches Plus, dass sich jedoch preislich bemerkbar macht. Positiv ist die Schnellladefunktion, mit der der Akku innerhalb von 30 Minuten über 50 Prozent geladen ist. Neben dem im Lieferumfang enthaltenen 25-Watt-Netzteil, lässt sich das S20 FE per Fast Wireless Charging 2.0 laden.

Das S20 FE mit 128 GByte Speicher ist in den Farben Cloud Navy, Cloud Lavender, Cloud Mint, Cloud Red, Cloud Orange und Cloud White erhältlich und hat einen Straßenpreis von 495 Euro. Mit 256 GByte Speicher ist es ab 550 € erhältlich. Die 5G-Variante ist mit 128 GByte ab 610 Euro erhältlich und mit 256 GByte ab 750 Euro.

Das S20 FE ist die günstigste Version der S20-Serie und eignet sich für Einsteiger in die Flaggschiff-Klasse von Samsung. Viele Abstriche müssen die dann nicht einmal machen. So überzeugt die Rechenleistung und die Kamera glänzt in Kombination mit dem hervorragenden Bildschirm. Die Verarbeitung mit den spürbaren Fugen trübt etwas den positiven Eindruck.

Die 5G-Variante besitzt aufgrund des Snapdragon-Chipsatzes zwar mehr Leistung und eine längere Akkulaufzeit, allerdings kostet dieses Plus an Effizienz einen Aufpreis von mindestens 100 Euro – hier liegt die Entscheidung beim Kunden. Nichtsdestotrotz bekommt man mit dem Samsung Galaxy S20 FE ein gut ausgestattetes Smartphone zu einem fairen Preis, das für die Zukunft gut gerüstet ist.

Passende Alternativen sind das Oppo Reno 4 Pro (Testbericht), das Oneplus 8T (Testbericht) und das Realme X50 Pro 5G.

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