Runcam 3 im Test: Der verboten gute Gopro-Session-Klon
Pro und Contra
  • gute Bildqualität
  • sehr günstig
  • gute App
  • wird nicht mehr hergestellt
  • nur Full-HD
  • 4.0

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Die Runcam 3 ist nahezu eine eins-zu-eins Kopie der Gopro-Session-Reihe, allerdings deutlich günstiger – und qualitativ sehr hochwertig. Allerdings wird sie nach einem Rechtsstreit mit Gopro nicht mehr hergestellt. Wir haben eine der Kameras aus Lagerbeständen ergattert und testen, ob die Runcam 3 der Gopro das Wasser reichen kann.

Der Hersteller Runcam ist auf Kameras für den Modellflug spezialisiert. Neben einfachen PAL-Kameras zur Livebildübertragung gibt es bereits seit einiger Zeit zwei HD-Actioncams im Autoschlüssel-Format. Die aktuelle Version ist die Runcam 3, sie ist optisch eine Kopie der Gopro-Session-Reihe. Deswegen hat Gopro geklagt – und Recht bekommen. Der Hersteller stellt deshalb die Runcam 3 nicht weiter her. Bereits ausgelieferte Kameras dürfen aber weiterhin verkauft werden. (Quelle: Youtube )

Die Abmessungen der Runcam 3 sind nahezu identisch zur aktuellen GoPro Session (Runcam 3: 38×38×37,5mm; Session 5: 38×38×36mm). Auch die Position der Auslösetaste oben in der Mitte hat Runcam exakt übernommen, eine praktisches LC-Display wie bei der Session fehlt allerdings. Die Positionen von Speicherkarte und Micro-USB-Anschluss unterscheiden sich ebenfalls. Die Runcam hat den Micro-SD-Karten-Einschub auf der linken Seite und rechts die USB-Ladebuchse, bei der Session sitzt beides hinter einer Klappe auf der linken Gehäuseseite.

Der Auslösetaster ist beleuchtet und zeigt den Betriebszustand der Kamera an. Die Betriebsmodi ändert der Nutzer durch Drücken des rückseitigen WLAN-Tasters.

Monitor oder Stativgewinde sind weder hier noch dort vorhanden. Der integrierte Akku ist bei beiden Kameras fest verbaut. Die Runcam ist allerdings im Gegensatz zum Vorbild ohne Schutzgehäuse nicht wasserdicht.

Technisch gesehen ist die Runcam 3 mit der Gopro Session 4 vergleichbar; mit der Session 5 kann sie nicht mithalten. Videos in Full-HD-Auflösung (1920×1080) landen mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde auf der Speicherkarte, de Session 4 schafft zusätzlich 1440p (1920×1440) bei immerhin noch 30 Bildern je Sekunde. Bei Fotos hat ebenfalls Gopro die Nase vorn: 8 Megapixel (4608×2592) statt nur 2 Megapixel wie bei der Runcam. Serienbilder und eine Zeitraffervideos stehen bei der Runcam 3 ebenfalls zur Auswahl.

Neben der etwas fummeligen Bedienung per Tasten gibt es auch eine App zur Steuerung. Sie bietet eine Livebild-Vorschau und verschiedene Einstellungsmöglichkeiten. Die WLAN-Verbindung zwischen Smartphone und Kamera ist stabil und einfach einzurichten.

Blickwinkel FOV 155 Grad
Auflösung Video 1080p@60fps, 1080p@30fps, 720p@60fps
Videoformat MOV
Bildauflösung 2 MP
TV-Ausgang NTSC/PAL
Interface Micro USB
Micro SD Karten bis max. 64 GByte
Abmessungen 38×38×37,5mm
Batteriekapazität 960 mAh
USB-Stromeingang DC 5-17V
Leistungsaufnahme 5V 650mAh
Gewicht 66 Gramm

Die Bedienung der Runcam 3 erweist sich als sehr einfach. Wer nur eine Aufnahme starten will, kann die Gerätetasten benutzen, die Zustandsanzeige anhand der beleuchteten Auslösetaste ist allerdings gewöhnungsbedürftig. Wenn es an komplexere Aufnahmemodi geht oder man die Kamera auf ein bestimmtes Motiv ausrichten will, ist man mit der App besser beraten.

Die Qualität der Videos und Fotos ist erfreulich gut. Schärfe, Kontrast und Farben können sich sehen lassen, vor allem actionreiche Aufnahmen profitieren von der Aufnahmegeschwindigkeit (60 Bilder pro Sekunde). Die Videos sehen mit 60 fps viel flüssiger aus als bei 30 fps.

Insgesamt sind uns die Aufnahmen allerdings eine Spur zu dunkel, die Helligkeit stellen wir bei unserem Testgerät deshalb eine Stufe hoch. Wer seine Videos im Nachhinein bearbeitet, weiß aber um den Vorteil einer zu dunklen Aufnahme: In der Postproduktion aufhellen klappt ganz einfach; überbelichtetes Material ist aber kaum zu retten.

Die Batterielaufzeit bei voller Videoauflösung liegt bei ziemlich genau einer Stunde. Das ist nicht übermäßig viel, aber ausreichend. Für mehrstündige Zeitrafferaufnahmen hängen wir die Runcam während der Aufnahme an eine USB-Powerbank und laden sie während des Betriebs.

Zur Befestigung an einem Stativ stehen zwei verschiedenen Halterungen zur Verfügung. Bei unserem Testmodell haben wir uns für die wasserdichte Variante entschieden.

Die Runcam 3 ist ein tolle Kamera. Neben der simplen Bedienung und der hohen Bildqualität punktet sie vor allem mit der hohen Bildrate und dem niedrigen Preis. Die restlichen verfügbaren Exemplare kosten derzeit unter 100 Euro. Dafür bekommt der Kunde eine gelungene und sehr handliche Action-Cam. Die Qualität der Aufnahmen kann es mit den Videos der Session 4 aufnehmen – und das einem weit niedrigeren Preis. Einzig die etwas höhere Auflösung und das wasserdichte Gehäuse sprechen für die Gopro.

Wer auf der Suche nach einer guten Action-Cam zu einem günstigen Preis ist, sollte sich beeilen und versuchen, ein Restexemplar der Runcam 3 zu ergattern. Bei einigen Versandhändlern ist sie noch erhältlich – vor allem in China.

Profis und ambitionierte Hobbyfilmer sind mit der Gopro Session 5 besser beraten. Diese hat nicht nur eine höhere Auflösung (4K), sondern auch einen Bildstabilisator und ein wasserdichtes Gehäuse.

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