Roidmi Eve Plus im Test: Günstiger Saugroboter mit Absaugstation

Roidmi Eve Plus
Pro und Contra
  • sehr gute Navigation
  • perfekt funktionierende Absaugstation
  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Teppicherkennung funktioniert nicht
  • viele Übersetzungsfehler in der MiHome-App
  • 4.0

Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

Smarte Masturbatoren knallhart getestet: High-Tech-Sexspielzeug für Männer ab 25 Euro

Smarte Masturbatoren knallhart getestet: High-Tech-Sexspielzeug für Männer ab 25 Euro

So findet ihr die perfekte Tastatur für Büro, Homeoffice und Gaming

So findet ihr die perfekte Tastatur für Büro, Homeoffice und Gaming

Ferngesteuerte Autos: Rasante RC-Buggys bis 75 km/h

Ferngesteuerte Autos: Rasante RC-Buggys bis 75 km/h

Schon ab 950 Euro: So viel kostet ein gutes E-Bike mit Mittelmotor

Schon ab 950 Euro: So viel kostet ein gutes E-Bike mit Mittelmotor

Laser-Navigation, gute Saugleistung und eine automatische Absaugstation für 400 Euro? Gibt’s es, und zwar im Saugroboter Roidmi Eve Plus im Test.

Zu den vielen Saugroboter-Herstellern, die hierzulande kaum bekannt sind, gehört Roidmi. Viel eher ein Begriff sollte hingegen die Konzernmutter Xiaomi sein und die steht gemeinhin für Qualitätsprodukte. Daher ist es auch kein Wunder, wenn der vermeintlich unbekannte Anbieter Roidme mit dem Eve Plus viel Leistung für wenig Geld bietet. Namentlich sind das tolle Navigation per Laser, schickes Design, gute Saugleistung und sogar eine Absaugstation für rund 400 Euro – das klingt nach einem neuen Preis-Leistungs-Schnäppchen. Oder?

Der Roboter selbst setzt auf typisch rundes Design in Schwarz und Weiß. Schwarze Akzente gibt es etwa auf der Oberseite, wo ein schmaler schwarzer Ring den ganzen Roboter umzieht, außerdem ist der Bereich vor dem Laserturm schwarz gehalten und beherbergt drei Hardware-Tasten für Start/Stopp, Zurück und Bereichsreinigung. Obwohl die Oberseite nicht wie bei den meisten Saugrobotern hälftig geöffnet werden kann, um den Schmutzbehälter zu entnehmen, besteht sie aus Kunststoff. Andere Hersteller erhöhen den Qualitätseindruck ihres Modells in solchen Fällen für gewöhnlich, indem sie eine Glasplatte als oberen Abschluss verwenden.

Billig wirkt der Roidmi-Sauger dennoch nicht. Die Verarbeitungsqualität ist sehr gut, insgesamt macht der Sauger, der im Gegensatz zu fast allen hochwertigen Modellen über je eine Seitenbürste links und rechts verfügt, einen langlebigen Eindruck. Positiv weil nicht selbstverständlich: Sensoren zum seitlichen Abstandhalten zu Wand oder Hindernissen gibt es auf beiden Seiten, zudem einen Sensor, der den Bot erkennen lässt, wenn er mit dem Laserturm irgendwo hängenbleibt. Das verhindert in den meisten Fällen das Festfahren unter Möbeln.

Die Absaugstation ist erfreulich kompakt gehalten und dabei recht niedrig. Sie bietet ein rundes Display auf der Front, das im angedockten Zustand den Akkustand des Roboters anzeigt und auch sonst Fehler meldet. Außerdem bewirkt ein längerer Druck mit dem Finger die Rückkehr des Bots zur Station und/oder eine Absaugung. Der Absaugvorgang funktionierte im Test hervorragend, die Lautstärke geht dabei in Ordnung und die Dauer ist etwas kürzer als bei einigen Konkurrenten. Der Staubbeute in der Station fasst 3 Liter, insgesamt sind drei der Beutel im Lieferumfang enthalten. Etwas schade: Ein durchdachtes Kabelmanagement hat die Station leider nicht.

Eigentlich bietet Roidmi für den Eve Plus seine eigene App, mit der gelang uns im Test aber keine Verbindungsaufnahme mit zwei verschiedenen WLAN-Netzwerken. Ganz im Gegenteil zur Xiaomi-App, hier klappte das sofort. Im Prinzip müssen Nutzer nur je nach App entweder einige Sekunden die Spotcleaning- und Power-Teste zum Starten der Wifi-Suche (Roidme-App) oder Power- und Zurück-Taste drücken (MiHome-App). Anschließend folgt man den Anweisungen der App, der Rest läuft automatisch.

Der Übersichtsbildschirm, der die verschiedenen verbundenen Geräte als Schnellzugriff zeigt, ist natürlich wie immer in der MiHome-App, der Rest hingegen angepasst. Wirkliche Vorteile bietet das nicht, im Prinzip bietet die von Roidmi angepasste Oberfläche alles das, was die MiHome-App für andere Modelle wie etwa den Dreame Bot W10 (Testbericht) auch hergibt – nur auf den ersten Blick etwas unübersichtlicher und mit mehr Übersetzungsfehlern. So lautet der Auswahlpunkt für die Auswahl einer Zimmerreinigung „Partionierung“ und die automatische Teppicherkennung „Teppich-Druckbeaufschlagungsmodus“.

Aber es gibt auch echten Mehrwert. So erlaubt der Menüpunkt „Radarpriorität“, den Saugroboter zu nahezu berührungslosem Umgang mit dem Mobiliar zu veranlassen, indem die Nahbereichssensoren stärker gewichtet werden. Außerdem veranlasst der Punkt „Y-Weg-Moppen“ den Roboter dazu, mit angelegter Wischplatte nicht einfach nur gerade Bahnen zu fahren, sondern eben eine Y-Bewegung auszuführen, um ein besseres Wischergebnis zu erreichen. Auch die Absaugstation wurde berücksichtigt. So darf der Nutzer die Größe der Reinigungsfläche von „Solo Apartment“ (klein) über „Mittelgroßes Haus“ (mittel) bis „Großes Apartment“ (groß) definieren und so festlegen, ob die Station jedes Mal, alle zwei- oder alle drei Mal absaugen soll. Auch komplettes Deaktivieren der automatischen Absaugung ist möglich.

Insgesamt werden Nutzer wohl nach kurzer Eingewöhnungsphase mit der App keine Probleme haben und zufrieden sein – der Funktionsumfang ist schließlich genauso groß, wie bei der hochpreisigen Konkurrenz.

Zwar gibt es wie erwähnt die Möglichkeit, die Navigationsgenauigkeit im Menü nochmals zu erhöhen, in unseren Augen ist das aber nicht nötig. Der Roidmi Eve Plus zeigte sich im Test nicht rüpelhafter als andere (gute) Laser-Sauger und ist dabei angenehm schnell. Er macht beim Thema Navigation eine gute Figur, fährt Bahnen gewissenhaft und fuhr sich im Test nicht fest. Mit Schwingstühlen kam er gut klar und navigierte sich millimetergenau wieder aus diesen gern zu Fallen werdenden Fußkonstruktionen und auch sonst wirkte er souverän. Das gilt für Hartboden und Teppich gleichermaßen. Auf Hartboden rumpelt der Bot allerdings wegen des dritten Hartplastik-Rades hörbar selbst über kleinste Fugen im Laminat, auf Teppich enttäuscht der Roboter auf andere Weise. Denn die Teppicherkennung funktionierte bei uns im Test erst auf einem groben, mittelflorigen Ausleger und auch hier wurde die Saugkraftanhebung immer wieder unnachvollziehbar unterbrochen. Auf verschiedener kürzerer Auslegeware, die aufgrund ihrer Oberflächenbeschaffenheit einem Hartboden ähnlicher ist, versagte die Teppicherkennung ganz und die Saugkraft wurde überhaupt nicht angehoben. Ob das durch ein defektes Testgerät hervorgerufen wurde, können wir nicht mit Sicherheit sagen. Uns wundert allerdings, dass alles andere perfekt funktioniert, der Xiaomi-Tocher hier aber solch ein Fauxpas passiert.

Bei der Saugkraft macht der Sauger seine Arbeit deutlich besser. 2700 Pascal gibt der Hersteller an, mit deren Hilfe er unter Mithilfe der schwimmend gelagerten Hauptbürste aus Gummilamellen und Borstenreihen Schmutz in den 300 ml großen Staubbehälter saugt. Zum Wischen greift der Roboter auf 250 ml Wasser aus dem gleichen, intern getrennten Tank zurück. Auf unserer Versuchsfläche saugte der Roidmi Eve Plus von 20 Gramm Vogelsand und 30 Gramm Vogelfutter 16 sowie 25 Gramm auf – das ist ein guter, überdurchschnittlicher Wert, der in erster Linie von teureren Modellen leicht übertroffen wird. Dabei wird der Sauger mit 56 bis 69 Dezibel nicht lauter als die Konkurrenz, allerdings klingt er dabei mehr wie ein Jet-Triebwerk, was auf Dauer etwas nerven kann.

Wesentlich lauter ist hingegen die Sprachausgabe des Saugers – so laut haben wir das bislang noch nie gehört. Auf halber Lautstärke ist er immer noch lauter als die meisten anderen Saugroboter, auf voller Lautstärke hört man den Saugroboter auch noch zwei Zimmer weiter klar seine auf Wunsch deutschen Weisheiten rumplärren. Zum Wischen muss die im Lieferumfang befindliche Wischplatte samt Wischtuch unter den hinteren Tank geklippst werden. Das waschbare Mehrwegtuch oder alternativ ebenfalls im Lieferumfang befindliche Einwegtücher werden per Federkraft zusätzlich auf den Boden gedrückt. Über die App darf der Wasserzufluss in drei Stufen geregelt werden. Wunder sollte man von dieser Art des Wischens nicht erwarten, leichte Verschmutzungen geringeren Ausmaßes entfernt der Sauger aber mit aktivierter Y-Wischfunktion tatsächlich ganz ordentlich und hinterlässt dabei kaum Streifen.

Der 5200-mAh-Akku ist nach Herstellerangaben für 4 Stunden Reinigung am Stück gut, wir halten das für übertrieben. In der mittleren Standard-Einstellung (schließlich funktionierte bei uns die Teppicherkennung mit Anhebung der Saugkraft so gut wie gar nicht) halten wir eine Saugdauer von rund 2 Stunden für problemlos machbar, was ein sehr guter Wert ist. Die anschließende Ladezeit wird vom Hersteller ebenfalls mit 4 Stunden angegeben. Da der große Akku aber selten ganz leer sein dürfte, ist der Sauger meist nach deutlich kürzerer Zeit wieder voll.

Der Roidmi Eve Plus mit Absaugstation ist zum Testzeitpunkt in Deutschland für rund 410 Euro zu bekommen. Bei Geekmaxi gibt es ihn mit dem Code 5TFLJ9SI bereits für 375 Euro aus einem EU-Lager, also ohne Zoll-Mehrkosten oder sonstige Probleme.

Das ist schon ein starkes Stück, was Roidmi mit dem Eve Plus abliefert – im positiven Sinne. Denn der Preis von kaum über 400 Euro für Sauger und Absaugstation ist richtig gut und die Qualität der Komponenten stimmt auch noch. Zumindest mit Abstrichen. So sind Design und Verarbeitungsqualität ordentlich, die Navigationsleistung ist sehr gut, die Akkuleistung auch und die Saugleistung kann sich ebenfalls sehen lassen. Abzüge gibt es für die anfänglichen Verbindungsprobleme und die quasi nicht funktionierende Teppicherkennung bei unserem Testmodell. Die Verbindungsprobleme gab es zwar in der MiHome-App von Konzernmutter Xiaomi nicht, dafür jede Menge (kleiner) Übersetzungsfehler – irgendwas ist halt immer. Dennoch ist das Gesamtergebnis ordentlich und Käufer machen hier nichts falsch.

Alternativen sind derzeit immer noch sehr günstige Modelle wie der Dreame D9 (Testbericht) ohne Absaugstation und das Spitzenmodell Roborock S7+ (Testbericht) mit Absaugstation. Wer perfekt ohne eigenes Zutun wischen will: Dreame Bot W10 (Testbericht). Weitere gute Saug- und Wischroboter finden sich in unserer Top 10 der besten Modelle aus unseren Tests. Generelle Informationen zu Saugrobotern aller Preisklassen gibt es in unserem Ratgeber Saugroboter ab 50 Euro: 7 Tipps für den richtigen Kauf.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.