Roborock Dyad im Test: Fast perfekter Wischsauger mit kleinem Haken

Roborock Dyad
Pro und Contra
  • hervorragende Wischleistung dank 2 Walzen
  • gute Verarbeitungsqualität
  • "randlos" Wischen möglich
  • kann nicht allein aufrecht stehen
  • Wischkopf klobig und polternd beim Wischen
  • 4.5

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Erst Akkusauger, dann Akku-Wischsauger: Wischen wird so zum Kinderspiel, aber gerade randlos klappt das mit kaum einem Gerät. Das soll beim Roborock Dyad anders sein, aber es gibt einen Haken.

Wer hin und wieder größere Verschmutzungen aufwischen muss, weiß, wie schweißtreibend das ist. Wischmopp in den Wischeimer tauchen, Auswringen, Schrubben und das ganz wieder von vorn – etliche Male für ein paar Quadratmeter. Elektronikhersteller haben dafür eine Lösung: Wischsauger. Diese Akku-betriebenen Staubsauger verfügen zusätzlich über Frisch- und Abwassertank sowie Stoffrollen, mit denen sie Hartböden feucht polieren und das Schmutzwasser sofort wieder absaugen.

Als Resultat soll Wischen so einfach wie Saugen sein – versprechen die Hersteller. Dabei gibt es aber oft Kleinigkeiten wie bauartbedingte Probleme mit der Randreinigung und einiges mehr. Das war auch beim ansonsten sehr guten Dreame H11 Max (Testbericht) so. Ob das beim neuen Roborock Dyad besser klappt?

Roborock ist zwar bekannt für hervorragende Produkte, nicht aber unbedingt für einen umfangreichen Lieferumfang. Das bestätigt sich beim neuen Roborock Dyad . Im großen Karton warten neben dem Wischsauger, bei dem der separate Handgriff noch in den Korpus des Gerätes eingesteckt werden muss, lediglich die typische Ladestation, Reinigungsbürste, Ersatzfilter und ein unter anderem deutschsprachiges Handbuch. Ersatzwischrollen oder gar einen Reinigungszusatz gibt es nicht – obwohl einer von Anbieter Unilever auf der Seite von Roborock beworben wird.

Beim Design orientiert sich Roborock an anderen aktuellen Geräten. So gibt es einen vergleichsweise große Reinigungskopf und Frischwassertank, Gebläse und Abwassertank sind in einem groß, mehr oder weniger zylindrischen Korpus untergebracht. Im Gegensatz zum monolithisch anmutenden Dreame H11 Max (Testbericht) setzt Roborock auf deutlich mehr Rundungen, harte Kanten gibt es nicht.

Das Display, oben auf dem Korpus des Wischsaugers angebracht, ist deutlich kleiner als beim direkten Konkurrenten aus (mehr oder weniger) gleichem Hause, zeigt aber ebenfalls Akkustand, Saugleistung durch einen farbigen LED-Kreis und diverse Fehlermeldungen an. Trotz etwas reduzierter Größe ist die Ablesbarkeit sehr gut – aus Sicht des Nutzers. Auf der Ladestation und an einer Wand stehend bleibt der Inhalt unverändert auf dem Kopf stehen. Das ist schade, zumal Roborock bei seinem Akkusauger Roborock H7 (Testbericht) ein kleines OLED-Display verwendet, das die Darstellung beim Laden oder während der Nutzung je um 180 Grad dreht.

Der Saug- und Wischkopf wirkt nicht ohne Grund deutlich ausladender. Statt wie bei den meisten anderen Geräten nur eine Wischrolle zu beherbergen, stecken beim Dyad gleich zwei oder eigentlich sogar drei Rollen im Gehäuse – eine durchgehende vorn und eine zweigeteilte dahinter. Diese beiden kleineren Rollen reichen im Gegensatz zur großen vorderen Rolle bis direkt an den Rand, eine sichtbare Halterung dafür an den Seiten sieht man nicht. Damit löst Roborock auf dem Papier eines der Probleme bisheriger Wischsauger, bei denen beim Entlangfahren an der Fußbodenleiste immer ein Zentimeter trocken blieb.

Dafür schafft Roborock ein neues Problem: Der Dyad kann im Gegensatz zu nahezu allen anderen Wischsaugern nicht von allein aufrecht stehen. Als „Lösung“ baut der Hersteller auf der Rückseite eine Art ausklappbaren „Seitenständer“ ein, der bei Bedarf ausgeklappt werden kann. Dann steht der Wischsauger etwa im 45-Grad-Winkel, läuft nicht aus und fällt auch nicht um.

An der Verarbeitung gibt es indes nichts zu meckern. Alles sitzt fest und wirkt langlebig. Uns persönlich gefiel allerdings die Farbwahl des Modells mit weißem Korpus, schwarzen, blauen, silbernen und roten Akzenten nicht so gut, den silbernen Dreame H11 Max (Testbericht) finden wir schlicht stimmiger. Das ist aber Geschmackssache.

Dyad, also englisch für Diade, bezeichnet im Prinzip eine enge Zweierbeziehung. Zugegeben: Namen sind Schall und Rauch, auf unserem Lieferkarton war der ursprüngliche Name „Washstick“ mit einem einfachen „Dyad“-Aufkleber überklebt. Und auch wenn wir „Dyad“ nur bedingt gut finden (immerhin trägt das Modell nicht einfach nur eine kryptische Buchstaben-Ziffern-Kombination als Bezeichnung), so findet man mit etwas Fantasie eine passende Bedeutung. So könnte der Name ein Hinweis auf die innige Beziehung zwischen Wischsauger und Nutzer oder – wahrscheinlicher – ein Fingerzeig auf eine der Besonderheiten des Dyad geben: Die zwei Wischrollen. Wobei – eigentlich sind es ja drei, denn die hintere Walze ist wie oben erwähnt zweigeteilt. Dadurch schafft der Roborock Dyad das, was andere Wischsauger nicht können: (fast) randlose Reinigung.

Tatsächlich bleibt nur ein sehr schmaler Bereich von ein oder zwei Millimeter auch für den Dyad unerreichbar und selbst der wird von einzelnen Fusseln der kurzhaarigen Bürsten teilweise noch erwischt – vorbildlich. Die zwei Walzenreihen haben aber noch einen ganz anderen Vorteil: Sie rotieren gegeneinander und negieren dadurch den typischen „Vorwärtsdrang“ von Modelle mit rotierenden Einzelwalzen. Durch die gegenläufige Rotationsbewegung soll der Roborock Dyad zudem Schmutz noch besser aufnehmen – und tatsächlich: das klappt! Waren wir von der Reinigungswirkung von Modellen wie dem Jimmy PowerWash HW8 Pro (Testbericht) oder Dreame H11 Max (Testbericht) schon sehr angetan, so ist die Reinigungskraft des Dyad noch einmal besser. Neben der doppelten Walzenzahl könnte das zumindest zum Teil auch am Verhältnis zwischen Frisch- und Abwassertank liegen. Während das etwa beim Dreame-Modell bei 900 zu 500 ml liegt, sind die Tanks beim Roborock-Modell 850 und 620 ml groß. Das könnte darauf hindeuten, dass hier etwas mehr Frischwasser aufgebracht wird, weil mehr abgesaugt werden kann. Optisch konnten wir allerdings keine Unterschiede bei der verwendeten Wassermenge, etwa zum Dreame-Modell, erkennen. So oder so: Die Reinigungsleistung empfanden wir als besser als bei allen anderen bislang von uns getesteten Wischsaugern.

Dabei passt der Dyad die Reinigungsleistung automatisch an die Verschmutzung an und stellt das entsprechend durch verschiedenfarbige LEDs in Kreisform auf dem Display dar. Sollte der im Test gut funktionierende Verschmutzungssensor im Alltag doch mal danebenliegen, bietet der Dyad die Möglichkeit, die Saugleistung per Knopfdruck manuell zu erhöhen – ebenfalls ein Vorteil im Vergleich zu Modellen mit einer ausschließlichen Automatikfunktion.

Die Tastenanordnung ist wie beim Dreame H11 Max, allerdings gibt es Unterschiede bei der Belegung bzw. der Auslösung bestimmter Vorgänge. Während man beim Dreame-Modell etwa die Autoreinigungstaste oben auf dem Handgriff im Dock länger drücken muss, langt bei Roborock ein kurzer Druck, um die gut ein bis zwei Minuten lange Prozedur auszulösen. Stattdessen muss man die vordere untere Modus-Wahltaste drei Sekunden gedrückt halten, um in den Bodentrocknungsmodus zu wechseln, bei dem nur Flüssigkeit aufgesaugt statt auch zugeführt wird. Wir halten das anders herum wie bei Dreame für sinnvoller. Dort gibt es zudem einen Extra-Knopf für die Sprachwahl. Bei Roborock muss man die Modus-Taste 10 Sekunden lang drücken, um in den Sprachwahl-Modus zu gelangen, in dem man den Dyad von englischer Sprachausgabe unter anderem auf Deutsch umstellen kann. Ohne Handbuch dürften darauf nur die wenigsten Nutzer kommen.

Im Betrieb wirkt der Wischsauger übrigens auch ohne den typischen Zug durch die rotierende Rolle erstaunlich handlich und beweglich. Das Gelenk, an dem der Wischkopf hängt, lässt sich dabei ohne großen Kraftaufwand bewegen. So kann man problemlos auch um 90 Grad gedreht wischen, um in eine schmalere Lücke zu gelangen. Nur unter Möbel kommt man mit dem Dyad noch weniger, als schon mit den meisten anderen Wischsaugern. Beim Roborock-Modell liegt das neben dem ohnehin raumgreifenden Korpus zusätzlich auch an der besonders hohen Wischbürste, bei der gleich zwei Walzenreihen motorbetrieben werden müssen. Das scheint sich auch im Betriebsgeräusch niederzuschlagen, der Roborock Dyad ist lauter und etwas schriller als der Dreame H11 Max. Zudem rumpelt der Wischkopf deutlich lauter über Fliesenfugen, das klingt etwas plastikartig und billig.

Die selbständige Reinigungsfunktion wurde bereits angedeutet. Nach jedem Wischvorgang sollten Nutzer das Gerät in die Ladeschale stellen, die Aufbewahrungsort und Waschbecken für den Sauger in einem ist. Ein kurzer Druck auf den obersten Knopf am Handgriff sorgt anschließend dafür, dass der Wischsauger seine beiden Wischwalzen ordentlich durchspült und so reinigt. Zudem sollten Nutzer auf jeden Fall den Abwassertank leeren und reinigen, damit es nicht zu einer Geruchsbelästigung kommt. Roborock versieht den Abwassertank im Gegensatz zu manchem Konkurrenten zusätzlich mit einem Sieb als Grobfilter für größere Schmutzpartikel oder Haare – gerade für Tierbesitzer ist das hilfreich. Ebenfalls abweichend vom Mainstream, ansonsten aber ohne Vorteil: Der Frischwassertank wird “von unten“ befüllt, muss also auf den Kopf gedreht werden. Außerdem gibt es keine maximale Füllstandlinie.

Beim Thema Akkuleistung macht sich die zusätzliche motorengetriebene Walzenreihe negativ bemerkbar, allerdings gleicht Roborock den erhöhten Stromverbrauch mit einem stärkeren Akku aus. Dadurch schafft der Dyad mit seinem 5000 mAh starken Akku die nahezu identische Reinigungszeit wie der Dreame-Wischsauger mit 4000 mAh: 35 statt 36 Minuten. Das klingt auf den ersten Blick wenig, ist tatsächlich aber mehr als genug, um locker 100 Quadratmeter und mehr zu reinigen. An die vom Hersteller angegebenen 280 Quadratmeter glauben wir nicht, bei 180 dürfte Schluss sein, solange man nicht durch die Räume hetzen will.

Größter Kritikpunkt bleibt für uns der ebenfalls schon angesprochene, ausklappbare Ständer. Wer mal eben etwas wegräumen will, um anschließend dort zu wischen, muss den immer erst ausklappen, um den Dyad dann im 45-Grad-Winkel hinzu“stellen“ – das nervt! In unseren Augen ist das nur eine Notlösung, die immer einen Extrahandgriff benötigt. Außerdem muss man sich zum Ausklappen und später zum Aufnehmen des Gerätes ständig bücken – unnötig, die Konkurrenz macht das besser. Warum nicht eine eigene Standfestigkeit wie bei nahezu jedem anderen Wischsauger-Modell?

Der Roborock Dyad kostet in der UVP 449 Euro. Zum Marktstart gab es von Roborock und später von anderen Händlern immer wieder Angebote für 350 Euro. Zum Testzeitpunkt kostete der Wischsauger bei Geekmaxi mit dem Coupon-Code L78TN8WR nur 369,00 Euro mit kostenlosem Versand aus europäischem Lager.

Der Roborock Dyad ist ein richtig guter Wischsauger. Vorteile sind die hochwertige Verarbeitung, das informative Display, der „randlose“ Betrieb auch direkt an Möbeln oder Fußbodenleisten und vor allem die beste bislang von uns getestete Wischfunktion. Nachteile sind die höhere Lautstärke, das wie bei anderen Modellen „auf dem Kopf“ befindliche Display, wenn der Sauger lädt und vor allem die mangelnde „Standhaftigkeit“. Den ausklappbaren Ständer sehen wir eher als Notlösung. Das Design ist Geschmackssache.

Ein paar Euro günstiger, aber nicht viel schlechter ist der gute Dreame H11 Max (Testbericht). Wer lieber gar nicht selbst Hand anlegen will, sollte sich den Wischroboter Dreame Bot W10 (Testbericht) anschauen. Infos zu Saugrobotern gibt es in unserer Kaufberatung: Saugroboter von 50 bis 1000 Euro.

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