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Ring Video Doorbell 3 Plus im Test: Ein unnötiges Refresh
Pro und Contra
  • Sehr gute Personenerkennung
  • Lückenlose Aufnahmen mit Pre-Roll
  • Ersetzt alte Klingel vollständig
  • Sehr teuer
  • Kaum Neuerungen zu Vorgänger
Rating:
  • 4.0
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Mit der Ring Video Doorbell 3 Plus sehen Nutzer, was vor einem Alarm passiert. Reicht die Früherkennung für eine gute Note? TechStage hat die smarte Türklingel getestet.

Amazon-Tochter Ring veröffentlicht regelmäßig neue smarte Türklingeln. Nach der Ring 2 (Testbericht) und Video Doorbell 3 soll nun die Video Doorbell 3 Plus das Interesse von Smart-Home-Fans auf sich ziehen. Wirklich viele Neuerungen bietet die Plus-Variante dabei nicht. Einzig die Pre-Roll-Funktion soll den Preis von knapp 160 Euro für die Video Doorbell 3 Plus rechtfertigen. Aber reicht das wirklich als Verkaufsargument? TechStage hat die Klingel getestet.

Smarte Türklingeln zeigen über eine App, was vor der Haustür gerade passiert. Nutzer können beispielsweise nachsehen, was live vor der Türe los ist oder werden informiert, wenn jemand klingelt. Dabei sind viele Klingeln mit Smart-Home-Systemen wie Amazon Alexa, Google Assistant oder Apple Homekit kompatibel. Längst nicht alle Türklingeln ersetzen aber die herkömmliche Klingelanlage. Wer beispielsweise die ACME Video Doorbell (Testbericht) verwendet, kann sie nicht an den bestehenden Gong im Haus anschließen. Das klappt nur mit wenigen Modellen, darunter bei den Klingeln von Ring. In unserem Beitrag: Bestenliste smarte Video Türklingeln zum Nachrüsten zeigen wir, welche Produkte sich besonders gut eignen.

Ring achtet wie bei der Doorbell 2 (Testbericht) auch bei der Doorbell 3 Plus auf alle Eventualitäten bei der Montage: Schrauben, Dübel, Montageplatten, Zweidrahtkabel und sogar eine Wasserwaage und ein Bohrkopf gehören zum Lieferumfang. Selbst ein Ladekabel (Micro-USB) für den Akku liegt bei.

Zuerst geht es an die Einrichtung der Kamera via App. Die gibt es für Android und iOS gleichermaßen. Neukunden müssen sich in der App registrieren und neben vollem Namen und E-Mail-Adresse auch die Wohnadresse angeben – zwingend. Wer das nicht will, sollte sich Produkte wie die Eufy Video Türklingel (Testbericht) oder die Nest Hello (Testbericht) ansehen. Hier verzichten die Anbieter auf die Eingabe der Adresse.

In aller Regel lädt die Klingel zum Schluss der Einrichtung noch ein Firmeware-Update. Das kann mitunter bis zu 10 Minuten dauern; abhängig von der jeweiligen WLAN-Verbindung versteht sich. Im Gegensatz zu den Vorgängermodellen funkt die Doorbell 3 Plus immerhin nicht nur bei 2,4 GHz, sondern auch bei 5 GHz.

Wie die Klingel genau an eine Hauswand kommt, zeigt die Bedienungsanleitung. Mit detaillierten Bildern und Erklärung kann man bei der Montage nichts falsch machen. Via App gibt es ebenfalls eine Montageanleitung, diese zeigt sogar in Kurzvideos noch mehr Details. Auch die Anbindung der Kamera an die bestehende Klingelanlage erklärt die App. Alternativ kann die Doorbell 3 Plus als Zweitklingel mit einem Akku betrieben werden.

Seit Mitte 2020 können Nutzer auch Bildbereiche ausschwärzen. Das ist in Hinblick auf den Schutz der Privatsphäre Außenstehender wichtig, denn so ist man freier in der Anbringung der Klingel am Haus und kann öffentlichen Raum – beispielsweise den angrenzenden Garten – über die App vollständig ausblenden.

Wenn jemand an der Tür klingelt, erhält der Eigentümer automatisch eine Push-Meldung auf das Endgerät, mit dem er die Ring-Klingel eingerichtet hat. Das kann ein Smartphone oder Tablet sein oder auch ein Videoassistent wie ein Echo Show (Ratgeber) . Von dort aus kann er einen Anruf entgegennehmen und mit dem Besucher kommunizieren.

Mit insgesamt vier Kameras erkennt die Doorbell 3 Plus Bewegungen und informiert den Eigentümer sofort – noch bevor jemand an der Tür läutet. Das funktioniert in allen von uns getesteten Fällen einwandfrei. Ist die Pre-Roll-Funktion aktiviert, können Nutzer zudem sehen, was in den Sekunden zuvor passiert ist. So will Ring beispielsweise Einbrecher auf frischer Tat ertappen.

Wer nicht dauerhaft mit Bewegungsmeldungen konfrontiert werden will, kann diese auch komplett ausschalten, bei eigener Anwesenheit Zuhause deaktivieren oder nur auf Personen beschränken. Bei letzterer Einstellung reagiert die Klingel dann nicht, wenn beispielsweise Tiere durchs Bild laufen oder sich eine Pflanze im Wind bewegt.

Im Dashboard der Klingel kann man alle bisherigen Meldungen nachvollziehen. Sind die sogenannten „ergänzenden Benachrichtigungen“ aktiviert, zeichnet die Klingel auch weitere Bewegungen auf, die nicht unmittelbar einen Alarm auslösen.

Freunde und Familie erhalten bei Bedarf ebenfalls Zugriff auf die Klingel. Hierzu legt man in der App des Hauptkonto weitere Nutzer über deren E-Mail-Adresse an.

Video- und Tonqualität sind die Stärken von Ring. Kein anderer Hersteller liefert eine so gute Qualität ab wie unser Beitrag: Bestenliste smarter Video Türklingeln zum Nachrüsten zeigt.

Die Aufnahmen mit 1920 × 1080 Pixel sind scharf und zeichnen Gesichter klar erkenntlich auf. Das gilt für Videos bei Tag und Nacht, da bei Dunkelheit vier Infrarot-LEDs den Einsatzort ausleuchten. Der Weitwinkel mit 160 Grad sorgt zudem für einen guten Erfassungswinkel. Zum Vergleich: Das menschliche Auge hat einen Blickwinkel von 180 Grad.

Audioaufnahmen sind sehr deutlich und man versteht auch bei schlechteren Umgebungsverhältnissen – beispielsweise angrenzender Straße – den Klingelnden gut. Die Sprachwiedergabe der eigenen Stimme an der Klingel ist ebenfalls sehr gelungen. Hier muss man zum Glück nicht ins Smartphone schreien, damit der gegenüber vor der Tür die eigene Stimme versteht. Bei Modellen wie der Google Nest Hello (Testbericht) ist das anders; hier ist der Lautsprecher unzureichend.

Bei Ring landet alles in der Cloud. Wer das nicht will, braucht eine Alternative, etwa die Eufy Video Türklingel (Testbericht) . Wer damit einverstanden ist, seine Daten auf Firmen-Netzwerke auszulagern, kann zwischen drei Cloud-Plänen wählen.

In der kostenfreien Version gibt es Benachrichtigung bei Bewegung, Live-Videoansicht, Gegensprechfunktion und Diebstahlschutz. Wer 3 Euro im Monat pro Kamera bezahlt, bekommt Zugriff auf den Videoverlauf der letzten 30 Tage und kann Videos Speichern und Teilen. Für 10 Euro im Monat ist die Klingel zudem mit Ring Alarm (Testbericht) kompatibel und nutzt unter anderem deren fest integrierte SIM-Karte, wenn das WLAN ausfällt. Zudem sind dann unbegrenzt viele Produkte mit dem Abo abgedeckt.

Die Ring Video Doorbell 3 Plus kostet rund 160 Euro. Wer auf die Pre-Roll-Funktion verzichten kann, zahlt für die Doorbell 3 nur 139 Euro oder für die Doorbell 2 (Testbericht) gar nur 70 Euro. Beide Modelle sind bis auf Pre-Roll funktionsseitig identisch wie auch Ring auf seiner Website deutlich veranschaulicht (Link zum Anbieter ).

Nicht umsonst hat schon die Ring Video Doorbell 2 den ersten Platz unserer Bestenliste belegt. Die Video Doorbell 3 Plus baut auf den Erfolg auf und liefert eine neue Funktion, das Pre-Roll-Feature. Unterm Strich sollten Kunden aber vorerst zur älteren Doorbell 2 greifen. Diese ist mit 70 statt 160 Euro aktuell deutlich günstiger.

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