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Ring Fit Adventure für die Switch im Test: Bewegung!
Pro und Contra
  • Rollenspiel-Elemente bieten einzigartigen spielerischen Ansatz
  • Allgemein professioneller Ansatz in Sachen Training und Übungen
  • Qualitativ hochwertige Bewegungserkennung
  • Geringer Umfang von Minispielen
  • Rhythmus-Fit bietet wenig spielerischen Anreiz
Rating:
  • 5.0
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Aktiv bewegen statt faul herumliegen: Das Ring Fit Adventure verwandelt die Switch in ein Sportgerät. TechStage testet das Spiel.

Gewappnet mit dem elastischen Ring-Controller und Joy-Con-Beingurt bringt Nintendos Ring Fit Adventure die Spieler ordentlich ins Schwitzen. Als spiritueller Nachfolger von Wii Fit und dem dazugehörigen Balance Board, haben viele Fans auf den Titel gewartet. Mittlerweile hat sich der Erfolg des Spiels bewiesen, in Japan konkurriert das Spiel sogar mit Zelda: Breath of the Wild — eine ikonische Spielereihe mithilfe eines Fitness-Rings zu schlagen, ist eine starke Leistung.

Das hat triftige Gründe, denn Ring Fit Adventure bietet mit seiner einzigartigen Mischung aus Rollenspiel-Inhalten und Fitness-Übungen einen innovativen Ansatz. Statt mit mächtigen Waffen werden Monster durch schiere Muskelkraft in die Flucht gejagt.

Dazu reisen Spieler in eine fantastische Welt, in der ein böser Bodybuilder-Drache namens Drako alles in die Finsternis stürzen möchte. Um ihm das Handwerk zu legen, wird der (im Spiel sprechende) Ring-Controller namens Ringo in die Hand genommen, der Beingurt angeschnallt und der Körper in Bewegung gebracht.

Wir testen das Ring Fit Adventure im Rahmen unserer Themenwelt zur Nintendo Switch . Dort sind bereits ein Ratgeber für Zubehör sowie Tests von Luigi's Mansion 3 (Testbericht) , Animal Crossing: New Horizons (Testbericht) und Mario Kart Live (Testbericht) veröffentlicht.

Der Abenteuer-Modus ist die Kernessenz des Spiels. In über 100 Leveln müssen Spieler das Land von den sportlichen Monstern befreien, um sich zuletzt der finalen Form von Drako zu stellen. Laut Nintendo dauert das Abenteuer bei einer täglichen Spieldauer von 30 Minuten um die 90 Tage. Damit erhalten Spieler nicht nur ein langes Spielerlebnis, sondern auch ein ordentliches Trainingsprogramm.

Durch das Laufen auf der Stelle bewegt sich die Spielfigur im Level fort, beim Treppen steigen müssen die Knie hoch angehoben werden und durch Zusammendrücken des Ring-Controllers können Hindernisse überwunden sowie goldene Ringe eingesammelt werden. Das alleine reicht schon, um den Körper aufzuwärmen und die ersten Schweißtropfen zu verlieren. Die goldenen Ringe dienen als Währung des Spiels und erlauben es, neue Übungen freizuschalten und in ausgewählten Level neue Kleidung zu kaufen. Zusätzlich wird gepaddelt, geflogen oder gefahren, um die Level zu durchqueren.

Doch das Highlight eines jeden Levels sind die sogenannten Fitness-Kämpfe. Diese gestalten sich als rundenbasierte Kämpfe, bei denen mehrere etwas schwächere oder ein mächtiger Gegner besiegt werden muss. Dabei steht eine Auswahl der insgesamt über 60 verschiedenen Übungen zu Verfügung; jede ist gleichzeitig eine Attacke. Rote Übungen fordern die Armmuskulatur, gelbe den Rumpf, blaue beanspruchen die Beine und grüne Übungen orientieren sich an Yoga.

Auch die Gegner ordnen sich dem Farbschema unter, beispielsweise sind grüne Kreaturen besonders anfällig für die grün markierten Yoga-Übungen. Wird der Spieler angegriffen, gilt es den Ring-Controller gegen die Bauchmuskulatur zu stemmen und mithilfe einer “Abs Abwehr” den gegnerischen Angriff abzuwehren.

Bei jedem Levelaufstieg steigen Angriff und Abwehr des Charakters, jedes Kleidungsstück kann diese Werte ebenfalls beeinflussen. Dazu kommt die Fähigkeit, Smoothies zu erstellen, die während eines Kampfes die Werte steigern oder ein wenig Heilung liefern. Die Lebensenergie wird klassisch mit Herzen visualisiert. Da man auch bei effektiver Abwehr der gegnerischen Attacken immer etwas Schaden kassiert, sind die Smoothies und das Leveln wichtig. Das sorgt dafür, dass Bosskämpfe an einigen Stellen wiederholt oder die Charakterwerte zuerst verbessert werden müssen — eben wie in einem richtigen Spiel.

Beim Präsentieren der einzelnen spielerischen Elemente kann man fast vergessen, dass es sich um ein Fitness-Spiel handelt. Die ausgeklügelte Verbindung zwischen Rollenspiel-Elementen und der Einbindung von Fitness-Übungen ist das, was Ring Fit Adventure zu einem so einzigartigen Erlebnis macht. Besonders in Zeiten von Corona kann es schwierig sein, sich für eine Trainingsrunde in den eigenen vier Wänden zu motivieren. Mit Ring Fit Adventure wird diese Einstiegshürde genommen. Beim Testen geriet trotz körperlicher Anstrengung die anderweitig oft mühselige Komponente eines Trainings in den Hintergrund. Doch egal wie viel Spaß man hat, zu viel Training kann dem Körper ebenso schaden. Dank der Einstellung der Übungsintensität kann der Schwierigkeitsgrad der Übungen je nach Präferenz angepasst werden, denn diese haben es ordentlich in sich.

Wer bereits Erfahrungen mit Wii Fit gemacht hat, der weiß, dass Nintendo mehr auf witzige Unterhaltung setzt, als auf tatsächliche Fitness-Komponente. Zudem bot das Wii Balance Board eine eher ungenaue Erfassung des Körpers, was die Qualität der Ausführungen verminderte. Umso überraschender ist es, dass Spieler mit Ring Fit Adventure tatsächlich sportlich gefordert werden. Sogar so sehr, dass das Spiel für ordentlich Muskelkater sorgt und bei einigen Spielern sogar unterstützend für die Gewichtsreduzierung dient. Grund dafür ist nicht nur die spielerische Gestaltung, bei der zwischen Sieg und Niederlage manchmal nur 50 weitere Squats liegen, sondern auch die Qualität der Bewegungserkennung.

Das Spiel erkennt einwandfrei, ob der Ring-Controller auf dem Boden aufliegt, ob die Beine richtig angehoben werden oder die richtige Hockposition eingenommen wird. Zusätzlich steigern hilfreiche Tipps beim Ausführen der Übungen die Qualität der Übungsdurchführung, wodurch auch das Training selbst an Qualität gewinnt. Das Halten von Übungen sowie die allgemeine Anzahl an Wiederholungen, die während einiger Bosskämpfe absolviert werden müssen, können schon mal zu zittrigen Beinen führen und einen ordentlich ins Schwitzen bringen. Eine tägliche Runde Ring Fit Adventure kann sich je nach Intensität wie ein richtiges Training anfühlen, das bei täglicher Verwendung auch körperliche Veränderungen herbeiführt.

Wer in Wii-Fit-Erinnerungen schwelgen möchte, wird sich über die Kategorie Schnellspiel freuen, die sich in Einzelübungen, Minispiele, Sets, Rhythmus-Fit, Multitask und Laufen unterteilt. Bei den Einzelübungen geht es darum, eine Übung innerhalb von 20 Sekunden so oft wie möglich zu absolvieren. Die insgesamt 12 Minispiele vereinen sportlichen Einsatz mit verschiedensten Szenarien. Bei “Töpferscheibe” muss der Spieler beispielsweise eine vorgegebene Form töpfern, in dem er in die Hocke geht und durch das Zusammendrücken des Ring-Controllers den Ton formt. Mit “Hau den Robo” hingegen wird dank Rumpfdrehungen der Schläger geschwungen, um möglichst viele Roboter in der vorgegebenen Zeit zu treffen.

Der Sets-Modus fokussiert sich mit einer Reihe von Übungen auf verschiedenste Muskelgruppen, zusätzlich können sich Spieler ihre ganz persönlichen Workouts zusammenstellen. Wer auch beim Fernsehen fit bleiben möchte, kann dank des Multitask-Modus auch außerhalb des Spiels durch Zusammendrücken und Auseinanderziehen des Rings aktiv bleiben. Die Aktivität wird Spielern beim nächsten Start des Spiels in Form von Erfahrungspunkten angerechnet.

Dank eines Updates im vergangenen März haben Spieler auch Zugriff auf zwei völlig neue Modi: Rhythmus-Fit und Laufen. Wie der Name bereits verrät, müssen sich Spieler bei Rhythmus-Fit zum Takt der Musik bewegen. Vergleichbar mit Spielereihen wie Guitar Hero oder Beat Saber (Testbericht) gilt es, im richtigen Moment mit dem Spiel zu interagieren. Der Laufen-Modus bietet die Möglichkeit, durch die Level zu joggen, ohne dabei von Gegnern gestört zu werden.

Ring Fit Adventure bietet so auch außerhalb des Abenteuer-Modus einiges an Unterhaltungsmöglichkeiten. Besonders die Sets und das eigene Workout erlauben es, das Spiel langfristig als Fitnessprogramm zu verwenden. Die Wii Fit-Reihe lebte von ihren spaßigen Minispielen, das Original enthält satte 48 davon. Im Vergleich dazu fällt der Umfang von 12 Minispielen hier sehr klein aus. Ring Fit Adventure setzt weniger auf die Partyspiel-Komponente seines Vorgängers und fokussiert sich stattdessen auf den Abenteuer-Modus und die Workout-Aspekte. Das kostenlose Update bietet mit den zwei neuen Modi eine nette Ergänzung, Rhythmus-Fit präsentiert sich in seiner Ausführung jedoch etwas mager und wenig ansprechend. Das Auseinanderziehen und zusammendrücken des Rings und die seitlichen Bewegungen fühlen sich für einen Rhythmusspiel-Modus nicht interaktiv genug an. Ein animierter Hintergrund sowie die Einbeziehung des gesamten Körpers würde hier für mehr Unterhaltung sorgen.

Nie hätten wir erwartet, ein Fitness-Spiel mit so viel Liebe zum Detail zu sehen. Mit Wii Fit schaffte es Nintendo bereits, seine Spielerschaft in Bewegung zu bringen. Doch wie ein effektives Training, fühlte sich das Ganze nie an. Mit Ring Fit Adventure hingegen, verlangen die Entwickler den Spielern ordentlich etwas ab und sorgen dank tollem Design des Spiels für gesteigerte Motivation. Die Übungen als Grundlage für Attacken zu nehmen, um das gesamte Spiel in einem Rollenspiel-Kontext aufzuziehen, ist sehr innovativ und bietet einen tollen spielerischen Rahmen.

Die zusätzlichen Inhalte wie Rhythmus-Fit und die Minispiele bieten bei Erschöpfung eine nette Verschnaufpause, kommen qualitativ jedoch nicht an den Abenteuer-Modus heran. Wer in Ring Fit Adventure einen Ersatz für Wii Fits Auswahl an Minispielen sucht, der wird enttäuscht. Statt Partyspiel-Flair gibt es einen ernstzunehmenden Trainingsansatz, der durch die spielerische Gestaltung jedoch eine gute Balance aus lehrreichen Inhalten und Spielspaß findet. Somit ist Ring Fit Adventure vor allem Spielern, die an einer innovativen Fitness-Erfahrung interessiert sind zu empfehlen.

Doch auch Fitness-Enthusiasten ohne Videospiel-Erfahrung können in Zeiten von Covid-19 mit dem Spiel eine angemessene Alternative finden und gut unterhalten werden.

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