Revox Studioart A100
Pro und Contra
  • Guter Klang
  • Mobil dank Akku
  • Cleverer Ansatz mit Passiv-Lautsprechern
  • Bedienung am Gerät etwas umständlich
  • Keine Qobuzz-Unterstützung
  • 4.0

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Revox ist bekannt für High-End-Audio. Mit dem Studioart A100 liefert der Hersteller seinen ersten WLAN-Lautsprecher mit Multiroom-Fähigkeiten. TechStage testet, ob der Sprung von Kabel auf Funk geklappt hat.

Bei Revox denken ältere Semester noch an legendäre Tonbandmaschinen. Der Traditionshersteller bietet schon seit 1983 Multiroom-Lösungen für das ganze Haus. Zunächst allerdings nur kabelgebunden. 2001 kam ein Audio-Server als zentrales Musikarchiv hinzu. Der Revox Studioart A100 gehört nun zur ersten Funk-Multiroom-Lösung des Herstellers.

Techstage testet den Revox Studioart A100 im Rahmen der Themenwelt Multiroom-Lautsprecher. Dort sind bereits andere Tests erschienen, etwa zum Sonos Move (Testbericht), zum Harman Kardon Citation 200 (Testbericht) oder zum Braun LE03 (Testbericht). Außerdem erklären wir, wie man bestehende Anlagen mit Multiroom-Features und WLAN aufrüsten kann.

Funk-Multiroom-Systeme werden immer beliebter, sodass auch Revox hier nun etwas anbietet: Der A100 ist 225 mm hoch und hat nur 100 mm Durchmesser. Er wiegt 1,1 kg und hat einen Akku eingebaut, mit dem er auch mobil nutzbar ist. Sprachassistenten sind nicht integriert – es handelt sich um ein Hi-Fi-Produkt und keinen Smart-Speaker.

Ein/Aus und Musik Start/Stop, Leiser/Lauter, Musikquellenwahl (WLAN, Bluetooth, Analog-in, Presets) sind die Bedienelemente oben am Lautsprecher unter einer Glasoberfläche. Der Lautsprecher wird über ein externes Netzteil mit 15 V Gleichspannung versorgt und geladen. Daneben können noch Ethernet (kabelgebundenes LAN), Analog-Eingang und ein passiver P100 auf der Rückseite angeschlossen werden. Zur Bedienung am Smartphone gibt es die Revox Studioart App. Der Lautsprecher funkt problemlos auf 2,4 GHz und 5 GHz WLAN. Für Apple-User steht Airplay 2 zur Verfügung, Spotify Connect ist ebenfalls an Bord.

Die Installation und das Einbinden des Lautsprechers in die App sind auf mehrere Arten möglich. Am einfachsten geht dies per WPS, wobei allerdings etwas verwirrend ist, dass eine bestimmte Taste 10 Sekunden lang bis zum Doppelpieps gedrückt werden muss. Vorsicht: Nach 5 Sekunden piepst es einmal, und lässt man dann bereits los, ist man in einem anderen Installationsmodus.

Weitere Lautsprecher können prinzipiell auf dieselbe Art eingebunden werden. Allerdings enthält der A100 bereits eine Stereo-Endstufe. Deshalb kann auch ein passiver Lautsprecher angeschlossen werden, der P100. Eine weitere Option ist ein Stereo-Paar mit einem zweiten Lautsprecher in einem eigenen Funkmodus ohne WLAN. Mit dem B100 gibt es auch noch ein Subwoofer-Modul und mit der S100 eine Soundbar.

Lautsprecher und App bieten viele Optionen. Lokale Dateien vom Smartphone können sowohl über Bluetooth als auch WLAN abgespielt werden. Letzteres bietet “dank” des fehlenden Bluetooth aptX-Codecs die bessere Klangqualität. Außerdem können über WLAN eingespeiste Signale auch im Multiroom-Betrieb wiedergegeben werden, während Bluetooth nur lokal abgespielt werden kann. Dies ist aber bei fast allen derartigen Lautsprechern so. Eher könnte man enttäuscht sein, dass auch analog eingespeiste Signale nur lokal wiedergegeben werden können. Alternativ geht es zumindest für ein Stereo-Pärchen über den Revox-eigenen Funkmodus namens Kleernet, der auf 5 GHz im WLAN-Band stattfindet – das WLAN darf deshalb nur die Kanäle 48 bis 140 nutzen, wenn Kleernet benutzt werden soll –, oder die Kabelverbindung mit einem P100. Im Multiroom-Modus wird das Signal etwas verzögert, um synchron wiedergegeben zu werden, und das ist mit einem Analog-Signal nicht möglich.

Internetradio ist nicht über Tune-In, sondern das weniger bekannte, aber ebenso leistungsfähige iRadio zugänglich, das aber auch einige unbekannte, inoffizielle Radiostreams kennt. Hinzu kommt Streaming von Spotify, Tidal und Deezer. Qobuz gehört bislang leider nicht dazu.

Die fünf Programmtasten sind etwas ungewohnt zu benutzen: Sie werden nicht wie bei anderen Geräten üblich direkt “gedrückt”, weder zum Abspeichern noch zum Abrufen. Abspeichern kann man die gewünschten Programme komfortabel über die App, dort lassen sie sich auch wieder abrufen, was aber nicht ganz Sinn der Sache ist. Will man sie ohne App am Gerät aufrufen, um beispielsweise wegen Werbung den Sender zu wechseln, so geht dies nicht direkt, sondern man muss erst in einen Modus wechseln, in dem die Programmtasten aufrufbar sind. Anschließend kann man mit Wischen über die Bedienfläche jeweils einen Kanal hoch- oder runterschalten, bis man bei seinem Wunschprogramm angelangt ist. Dies dürfte der durch die nur 10 cm Durchmesser verursachte Kleinheit der Bedienoberfläche bedingt sein.

Eine Equalizer-Funktion, ob als Positionseinstellung (“freistehend”, “im Regal”, “in einer Ecke”) oder als Bass- und Höhen-Regler, hat der Studioart A100 nicht. Hier gibt sich Revox wie zu erwarten puristisch. Immerhin sorgt eine Loudness-Funktion dafür, dass der Lautsprecher auch leise lebendig und nicht muffig klingt. Das bei vielen Smartspeakern störende Bassdröhnen bei der Aufstellung in Ecken zeigt der Revox-Lautsprecher nicht. Auffallend ist allerdings eine starke Richtungsabhängigkeit der Höhenabstrahlung: Direkt von vorne sind sie etwas schwächer als bei etwas seitlich gedrehtem Kopf, und wer seinen A100 nicht auf gleiche Höhe, sondern beispielsweise neben die Gartenliege auf den Boden stellt, wird ebenfalls weniger Höhen abbekommen.

Das ist gewollt, Revox setzt auf klassische Lautsprechertechnik ohne elektronische Bearbeitung – bei anderen Herstellern werden die Höhen stärker betont und breiter verteilt. Hier wird nur ein einzelner Lautsprecher mit 70 mm Durchmesser mit 20 W beschickt, was bei hohen Frequenzen zu dieser starken Richtwirkung führt. Dafür kann man bei Revox sicher sein, seine Ohren nicht mit zu sehr aufgepimpten Tönen zu beschädigen und die Lautstärke ist auch deutlich weniger von der Entfernung zum Lautsprecher abhängig als bei anderen Systemen.

Der Verstärker zieht dem High-End-Gedanken zuliebe mehr Energie als bei anderen Systemen vergleichbarer Leistung. Acht Stunden im mobilen Akkubetrieb sind bei “Zimmerlautstärke” (was natürlich ein eher kurioser Begriff beim Betrieb im Freien ist) aber ohne Probleme zu erreichen. Die Höhen von “On the Border” von Al Stewart sind klar erkennbar, auch wenn die dafür beste Programmquelle Qobuz in der Revox Studioart App nicht zur Verfügung steht.

Mit knapp 480 Euro Listenpreis ist der Revox Studioart A100 kein Schnäppchen. Der Klang ist allerdings klassisch gut. Benötigt man keine Sprachassistenten im Lautsprecher, will ihn aber auch mal herumtragen, bekommt man hier solide Schweizer Qualität.

Wer günstiger einen tragbaren Lautsprecher mit Akku sucht, der sollte sich etwa den Harman Kardon Citation 200 (Testbericht), den Bose Portable Speaker (Testbericht) oder den Sonos Roam (Testbericht) ansehen. Noch mehr Geräte, darunter auch solche, die nicht mobil sind, zeigen wir in der Themenwelt Multiroom-Lautsprecher.

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