Realme Pad Mini im Test: Günstige iPad-Mini-Alternative

Realme Pad Mini
Pro und Contra
  • lange Akkulaufzeit
  • tolle Verarbeitung
  • fairer Preis 
  • keine Full-HD-Auflösung
  • Display überzeugt nicht
  • nur Android 11 mit veraltetem Patch 
  • 3.5

Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

Unsichtbares Heimkino im Wohnzimmer: DIY mit Beamer-Lift und elektrischer Leinwand

Unsichtbares Heimkino im Wohnzimmer: DIY mit Beamer-Lift und elektrischer Leinwand

Beamer-Grundlagen: 4K, Laser, LED, 3D & Co. – So findet man den besten Projektor

Beamer-Grundlagen: 4K, Laser, LED, 3D & Co. – So findet man den besten Projektor

Energie sparen: Standby-Verbrauch senken mit smarten Steckdosen ab 8 Euro

Energie sparen: Standby-Verbrauch senken mit smarten Steckdosen ab 8 Euro

Top 10 Solarpanels: Die besten Photovoltaik-Module für Powerstations

Top 10 Solarpanels: Die besten Photovoltaik-Module für Powerstations

Das Realme Pad Mini gehört mit einer Diagonale von 8,7 Zoll zu den kompakten und preiswerten Tablets. Das Design ist gelungen, aber es gibt eine große Schwäche.

Kleine Tablets im Format zwischen 8 Zoll und knapp unterhalb von 9 Zoll sind im Vergleich zu Ihren großen Brüdern deutliche besser für den mobilen Einsatz zu gebrauchen. Diese Tablets passen etwa noch in eine Handtasche und lassen sich bequem in öffentlichen Verkehrsmitteln oder als zweites Tablet abends im Bett nutzen. Selbst nur mit einer Hand kann man sie gut verwenden.

Das Angebot an Tablets in diesem Format ist jedoch überschaubar. In diesem Jahr sind abgesehen vom hier getesteten Realme Pad Mini bisher kaum kleine Tablets erschienen. Unter den Android-Tablets kommen hier meistens preiswerte Geräte mit einfacher Hardware zum Einsatz. Beispiele dafür sind das Lenovo Tab M8 (Testbericht) sowie Samsung Galaxy Tab A7 Lite (Testbericht) oder das Amazon Fire HD 8 (Testbericht) von 2020. Geräte mit Full-HD-Auflösung haben im Preisbereich um 200 Euro Seltenheitswert.

Noch nicht so lange auf dem deutschen Markt ist Realme. Das Unternehmen gehört zu BBK Electronics, dem Mutterkonzern von Oppo und Oneplus. Realme hat sich in kurzer Zeit einen Namen gemacht für starke Smartphones mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Neben dem Android-Tablet Realme Pad 10.4 bietet der chinesische Hersteller seit 2022 auch ein kompaktes Gerät dieser Art an: das Realme Pad Mini mit 8,7-Zoll-Display. Wie gut sich das Gerät schlägt und ob es eine Alternative zu größeren Tablets ist, zeigt unser Test.

Das Realme Pad Mini hinterlässt mit seinem kantigen Gehäuse komplett aus Metall einen hochwertigen Eindruck. Die Ecken sind typisch für ein Tablet stark abgerundet. Jeweils unten und oben ist die Rückseite aus Metall mit einer kleinen Rille unterbrochen. Die Kameralinse auf der Rückseite ragt mit einer Erhebung knapp 2 mm heraus. Die Verarbeitung hinterlässt einen überaus hochwertigen Eindruck, bei dem die Spaltmaße kaum zu spüren sind. Der Druckpunkt von Power-Buttons und Lautstärkewippe ist solide. Beide Knöpfe befinden sich auf der gleichen langen Seite.

Mit Abmessungen von 212 mm x 125 mm x 7,6 mm ist das Tablet in etwa so groß wie das Samsung Galaxy Tab A7 Lite (Testbericht), aber einen Hauch dünner. Das entspricht in etwa einem Notizblock von Moleskine in der Größe „Large“ oder einem Taschenbuch im Format „Legal“, welches vor allem bei Fach- und Sachbüchern üblich ist. Die Größe entspricht bei der Höhe in etwa DIN A5, ist aber etwa 20 mm schmaler aus.

Das Gewicht beträgt 386 g, was etwas mehr als 100 g leichter ist als bei größeren Tablets ab 10 Zoll. Damit kann man das Tablet noch gut mit nur einer Hand halten. Aufgrund des kompakten Formats kann man diese Geräteklasse anders als Android-Tablets jenseits von 10 Zoll noch sinnvoll hochkant nutzen, um etwa News-Apps zu nutzen oder E-Books zu lesen. Dazu trägt das Format von knapp 15:9 bei. Einen Schutz vor Staub oder Wasser bietet das Gehäuse allerdings nicht.

Der Bildschirm setzt auf LCD-Technologie mit einem IPS-Panel und misst in der Diagonale 8,7 Zoll (22 cm). Die gleiche Display-Größe bietet das Samsung Galaxy Tab A7 Lite (Testbericht). Das iPad Mini fällt mit 8,3 Zoll etwas kompakter aus. Mit lediglich 8 Zoll noch kleiner sind die Tablets Amazon Fire HD 8 (Testbericht) oder Lenovo Tab M8 (Testbericht). Insgesamt bietet das Realme Pad Mini einen guten Kompromiss aus großer Anzeige und kleinem Gehäuse.

Kommen wir zum ersten größeren Haken beim Realme Pad Mini: Die Auflösung beträgt nur 1340 x 800 Pixel. Damit ist etwa die Wiedergabe von Videos in Full-HD nicht möglich, hier stehen auf YouTube und Co. maximal 1280 x 720 Pixel zur Verfügung. Das führt zu einer nur mäßigen Pixeldichte von 179 ppi (Pixel pro Zoll). Dadruch sind Pixel teilweise noch mit dem Auge zu erkennen.

Zwar sind HD-Auflösungen bei günstigen Android-Tablets im 8-Zoll-Format nicht ungewöhnlich. Eine höhere Auflösung wäre hier aber eine echte Möglichkeit gewesen, sich von der Konkurrenz deutlich abzusetzen. Wer höhere Auflösungen wünscht, muss zur FHD-Version des Lenovo Tab M8 (Testbericht), dem wasserdichten Samsung Galaxy Tab Active 3 (Testbericht) oder dem teuren Apple iPad Mini 6 greifen.

Farben und Kontraste sind ausgeprägt. Blickwinkelstabilität sowie maximale Helligkeit sind für ein Tablet sehr ordentlich. Im manuellen Modus beträgt die Helligkeit etwa knapp 400 cd/m². Bei aktiver adaptiver Anpassung erreicht diese sogar über 470 cd/m². Die meisten Smartphones bieten hier mittlerweile mehr, allerdings schaffen nur wenige Tablets in dieser Preisklasse dieselbe Helligkeit.

Beim Einsatz unter freiem Himmel kommt die Ablesbarkeit dennoch an ihre Grenzen. Das liegt vor allem an dem starken Spiegeln des Bildschirms. Beim Lesen von Texten fällt das weniger ins Gewicht als bei Videoclips mit dunklem Hintergrund. Dennoch: Besser machen das nur wenige und vor allem teure Tablets.

Die Ausstattung der Kamera ist, wie man es von den meisten Tablets her gewohnt ist, recht einfach gehalten. Immerhin sieht das Fotografieren mit einem Gerät wie dem Realme Pad Mini nicht ganz so lächerlich aus wie mit einem 11-Zoll-Tablet. Die Hauptlinse auf der Rückseite bietet 8 Megapixel, das Objektiv vorn über dem Display schießt Selfies mit 5 Megapixel. Ähnlich ausgestattet ist die Android-Konkurrenz bei kleinen Tablets.

Die Aufnahmen sind bei günstigen Lichtverhältnissen tatsächlich ordentlich, für Schnappschüsse reicht die Kamera aus. Die Bilder wirken natürlich, auch wenn die Farben noch etwas kraftvoller sein könnten. Bilddetails gehen in Ordnung. Selfies sind ebenfalls zufriedenstellend, könnten vielleicht noch eine Spur mehr Bildschärfe vertragen. Das Bokeh im Porträt-Modus kommt ohne nennenswerte Fehler rund ums Motiv aus.

Die Videoqualität ist ebenfalls akzeptabel und erlaubt Aufnahmen mit Full-HD. Eine Entsperrung per Frontkamera ist zudem möglich und klappt in der Regel gut. Allerdings ist diese Methode nicht wirklich sicher, da nur 2D-Technologie zum Einsatz kommt, die theoretisch mit einem Foto getäuscht werden kann. Wir empfehlen hier, eine PIN zu nutzen.

Als Antrieb dient der Prozessor Unisoc Tiger T616. Hochleistungen sollte man von der Octacore-CPU nicht erwarten, verglichen mit anderen preiswerten Tablets bietet der Prozessor aber ordentliche Performance. Im Alltag reicht das meistens für einen geschmeidigen und reibungslosen Betrieb aus. Beim Benchmark Work 3.0 von PCmark kamen wir im Schnitt auf über 8200 Punkte. Damit liegt das Realme Pad Mini leicht vor dem Samsung Galaxy Tab A8 (Testbericht) oder Nokia T20 (Testbericht) und deutlich vor dem Samsung Galaxy Tab A7 Lite (Testbericht).

Ein Gerät zum Zocken ist das Realme Pad Mini aber nicht. Dafür ist der Grafikchip zu schwach, der beim Benchmark „Wild Life“ von 3Dmark nur für knapp 500 Punkte sorgt. Zum Vergleich: Das Xiaomi Pad 5 (Testbericht) für knapp 330 Euro erreicht hier mehr als 3000 Punkte. Für Casual-Games wie Angry Birds reicht es aus, bei aufwendigeren 3D-Spielen wie Asphalt 9 oder Call of Duty Mobile ist das zu wenig, um bei hohen Details noch flüssig zu laufen.

Der Arbeitsspeicher reicht je nach Ausführung von 3 bis 4 GByte. Als Speicheroption stehen 32 oder 64 GByte zur Verfügung – das ist insgesamt etwas knapp bemessen. Wir empfehlen hier ganz klar zur Variante mit 4/64 GByte zu greifen. Eine Erweiterung mit einer Micro-SD-Karte ist glücklicherweise möglich. WLAN unterstützt das Realme Pad Mini maximal mit Wifi-5. Optional gibt es eine Variante mit LTE-Mobilfunk in Verbindung mit einer Nano-SIM-Karte, dieses Modell bietet dann zusätzlich auch GPS. Eine Auswahl passender Datentarife zeigen wir im Ratgeber LTE und 5G: Die besten und günstigsten Tarife für mobiles Surfen.

Der USB-C-Anschluss unterstützt maximal nur den langsameren Standard USB 2.0, was aber in dieser Preisklasse normal ist. Die Lautsprecher bieten insgesamt ausreichenden Sound, Fokus liegt hier aber stark auf den Höhen. Dreht man das Tablet auf, klingt es dann schnell recht schrill. Zum Musikhören ist es damit weniger geeignet, aber es bietet beim Streaming oder Spielen ordentliche Sound-Untermalung. Wer seine Umgebung nicht nerven möchte, greift via Bluetooth 5.0 zu einem kabellosen Kopfhörer (Ratgeber) oder nutzt den vorhanden Klinkenstecker für ein kabelgebundenes Modell.

Nicht auf dem neuesten Stand ist die Software. Auf unserem Testgerät läuft noch Android 11, der Sicherheitspatch stammt zudem aus dem Januar und ist somit veraltet. Das ist ärgerlich. Als Benutzeroberfläche kommt Realme UI zum Einsatz, das sich stark am originalen Android orientiert. Bloatware findet man nahezu keine.

Auffallend: Die App für Netflix kann auf dem Testgerät nicht installiert werden. Laut Realme liegt das am Testmuster, alle in Deutschland erhältlichen Modelle sollen die App nutzen können. Laut der App DRM Info verfügt das Gerät immerhin über ein Zertifikat für Widevine Level 1, was bei Streaming-Diensten wenigstens eine HD-Auflösung (1280 x 720 Pixel) statt SD-Auflösung (720 x 480 Pixel) erlaubt. Bei Disney Plus klappte das mit der HD-Wiedergabe.

Der Akku bietet für ein kompaktes Gerät eine stattliche Kapazität von 6400 mAh. Das führt zu einer ausgezeichneten Akkulaufzeit, wie der Battery Test aus PCmark belegt. Bei einer Helligkeit von 200 cd/m² kommen wir auf etwa 12 Stunden. So lange hielt unter den Tablets bei diesem Test bisher nur das ebenfalls kompakte Lenovo Tab M8 (Testbericht) durch. Das preiswerte Samsung Galaxy Tab A7 Lite (Testbericht) etwa schafft nur rund 8,5 Stunden bei diesem Benchmark.

Kabelloses Laden beherrscht das Realme Pad Mini nicht. Das beigelegte Netzteil hat eine Leistung von 19 Watt. Damit ist das Tablet in knapp über 2 Stunden aufgeladen.

Die UVP für das Realme Pad Mini mit 3/32 GByte beträgt 180 Euro. Die Variante mit 5/64 GByte liegt bei 200 Euro. Für die LTE-Version kommt ein moderater Aufpreis von 30 Euro hinzu. Verfügbar ist es in den Farben Grau und Blau.

Das derzeit beste Angebot für das Realme Pad Mini mit kleinem Speicher beträgt bei Amazon etwa 166 Euro. Die Variante mit LTE und 4/64 GByte gibt es dort für 224 Euro

Das Realme Pad Mini ist eine gute Alternative für jeden, der lieber ein kompaktes Tablet für den mobilen Einsatz möchte. Damit eignet es sich gut, um in der Bahn Videos anzusehen oder E-Books zu lesen. Die LTE-Variante ist zudem nur unwesentlich teurer als die reine WLAN-Ausführung.

Design und Verarbeitung überzeugen, zudem ist es mit einem Preis ab 163 Euro erschwinglich. Die Leistung ist für den Preis mehr als ausreichend. Allerdings gibt es einen großen Schönheitsfehler: Das Display löst nur mit HD auf und überzeugt trotz ordentlicher Helligkeit nicht ganz. Zudem ist die Software nicht auf dem neuesten Stand.

Deutlich günstiger sind das Samsung Galaxy Tab A7 Lite (Testbericht) und das Amazon Fire HD 8 (Testbericht). Allerdings bieten beide Geräte ebenfalls nur HD-Auflösung und sind zudem erschreckend träge. Full-HD kann das Lenovo Tab M8 FHD (Testbericht). Wer etwas mehr Geld in die Hand nimmt und lieber auf größere Tablet setzt, findet hervorragende Geräte in dieser Top 10: iPad, Samsung oder Xiaomi? Die besten Tablets bis 500 Euro.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.