Realme GT Neo 3 im Test: Smartphone lädt 50 Prozent in 5 Minuten

Realme GT Neo 3
Pro und Contra
  • tolle Performance
  • schickes Design
  • rasantes Laden 
  • teuer
  • Kamera mit Schwächen
  • nur USB-C 2.0 
  • 4.5

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Dank eines Netzteils mit 150 Watt lädt derzeit kein Smartphone schneller als das Realme GT Neo 3. Welche Stärken das Handy noch hat, verrät der TechStage-Test.

Mit dem Realme GT Neo 3 bringt das chinesische Unternehmen ein neues gehobenes Mittelklasse-Smartphone auf den Markt. Der Vorgänger Realme GT Neo 2 (Testbericht) überzeugte uns im Test als Mobilgerät mit einem nahezu unschlagbaren Preisleistungsverhältnis bei starker Performance und einem tollen Display.

Ein Ausrufezeichen hat Realme mit der dritten Generation des Neo bereits gesetzt: Die Top-Version des Handy-Modells mit 12 GByte RAM kommt mit einem Netzteil mit brutalen 150 Watt auf den Markt. Es gibt zudem eine preiswertere Ausführung mit 80-Watt-Netzteil, 8 GByte RAM und einem etwas größeren Akku. Wir haben beide Varianten des GT Neo 3 von Realme auf Herz und Nieren geprüft und zeigen, was diese besser machen als der starke Vorgänger und wie sie sich im Alltag schlagen.

Das Thema Design hat einen hohen Stellenwert bei Realme. Ganz nach dem Motto des Unternehmens "dare to leap" (deutsch: Wage den Sprung) versucht der Hersteller mit einer auffälligen Optik im Vergleich zur Konkurrenz an Profil zu gewinnen. So glänzt das Realme 9 (Testbericht) auffällig in Goldgelb, beim Realme GT 2 Pro (Testbericht) kommt eine Rückseite aus Biopolymeren zum Einsatz, die sich fast so griffig anfühlt wie Papier.

Beim GT Neo 3 orientiert sich Realme am Motorsport. So bekommen alle Modelle schicke Rallye-Streifen verpasst. Die Bezeichnungen für die Farben tragen ebenfalls Namen mit Bezug zum Rennsport. Verfügbar sind Blau mit Metallic-Effekt und weißen Streifen ("Nitro Blue") und Weiß mit schwarzen Streifen ("Sprint White"). Passend dazu liegt eine transparente Schutzhülle aus Silikon bei – wer will die schicke Rückseite denn verstecken? Eine schlichte Variante ganz in Schwarz ("Asphalt Black") bietet Realme ebenfalls an. Es gibt zudem eine limitierte Version in knalligem Orange, die sich an der Manga-Reihe "Naruto" orientiert.

Das Realme GT Neo 3 gehört mit einer Größe von 163 x 76 x 8,2 mm zu größeren Smartphones. Das einhändige Bedienung ist damit eher begrenzt möglich. Es liegt aber sehr angenehm in der Hand, was an dem für die Größe leichten Gewicht von 188 g liegt. Verglichen mit dem Vorgänger ist das GT Neo 3 etwas dünner und wiegt knapp 20 g weniger. Die Abmessungen entsprechen weitgehend dem Realme GT 2 Pro (Testbericht).

Die Kamera auf der Rückseite ragt nur minimal hervor, dennoch wackelt das Smartphone ein wenig, wenn es auf der Rückseite liegt. Realme zeigt sich hier erneut verspielt beim Design: Die Linsen sind so angeordnet, dass sie wie ein erstauntes Emoji wirken. Anders als bei den vorherigen Realme-Handys stellt jetzt die große Hauptlinse den Mund dar. Die Selfie-Kamera ist oben mittig im Display in einer Punch-Hole-Notch eingelassen. Rechts befindet sich der Power-Button, links ist die Lautstärkewippe. Alle Tasten bieten einen soliden Druckpunkt.

Die glänzende Rückseite aus Glas zeig sich dabei erstaunlich unempfindlich für Fingerabdrücke. Nicht ganz so edel: Der Rahmen ist nicht aus Metall, sondern aus Kunststoff. Dennoch überzeugt die Verarbeitung auf ganzer Linie, Spaltmaße und Unebenheiten finden sich keine. Das ganze Smartphone wirkt wie aus einem Guss. Das Display ist gut geschützt von Gorilla Glass 5. Über eine IP-Zertifizierung zum Schutz vor Staub und Wasser verfügt das Realme GT Neo 3 aber nicht.

Der OLED-Bildschirm misst 6,7 Zoll in der Diagonale und ist damit einen Hauch größer als beim Vorgänger. Dank schmalem Display-Rand beträgt das Verhältnis von Bildschirm zu Gehäuse nahezu 94 Prozent – eins starker Wert. Die Auflösung von 2412 x 1080 Pixel sorgt für eine hohe Pixeldichte von 395 ppi (Pixel pro Zoll). Damit erschient das Bild immer scharf, Pixel sind mit dem Auge nicht mehr wahrzunehmen. Die Aktualisierungsrate beträgt 120 Hertz, das sorgt insbesondere bei Spielen oder beim Scrollen für eine flüssige Bildwiedergabe.

Das OLED-Panel bietet ausgeprägte Kontraste mit tollen Schwarzwerten sowie kräftigen Farben. Die Blickwinkelstabilität ist aus allen Perspektiven gegeben. Das führt zu einer ausgezeichneten Bildqualität, wie schon beim Vorgängermodell. Ähnlich verhält es sich bei der Helligkeit. Diese beträgt im manuellen Modus 475 cd/m².

Bei aktiver automatischer Helligkeitsanpassung erreicht das Display laut unseren Messungen knapp unter 700 cd/m². Das kann mit Spitzenwerten von über 1100 cd/m² beim Flaggschiff Samsung Galaxy S22+ (Testbericht) zwar nicht mithalten. Im Freien bleibt damit das Display meistens dennoch gut ablesbar, wenn nicht gerade die Sonne direkt aufs Handy knallt.

Neu gegenüber dem Vorgänger ist die Hauptkamera mit IMX766-Sensor von Sony mit 50 Megapixel und f/1.88-Blende sowie optischem Bildstabilisator (OIS). Diese kommt auch beim Realme GT 2 Pro (Testbericht) zum Einsatz. Bei den beiden übrigen Linsen bleibt alles beim Gleichen: Ultraweitwinkel mit 8 Megapixel und f/2.25-Blende sowie ein Makroobjektiv mit 2 Megapixel und f/2.4.

Mit der Hauptkamera gelingen bei günstigen Lichtverhältnissen gute Fotoaufnahmen. Per Pixel-Binning fasst die Linse vier Pixel zu einem zusammen. Die Fotos entsprechend damit etwa 12,5 Megapixel. Es ist zudem möglich, die vollen 50 Megapixel abzurufen, was zu wesentlich größeren Bilddateien mit mehr Details führt. Die Bildschärfe ist ansprechend, Bilddetails gehen in Ordnung, die Farbgebung ist sehr kraftvoll. Beim Dynamikumfang ist allerdings noch etwas Luft nach oben. Speziell bei Aufnahmen mit viel Schatten fallen einige Bereiche trotz HDR recht dunkel aus. Bei zweifacher Vergrößerung ist der digitale Zoom noch gut zu gebrauchen, bei einer stärkeren Vergrößerung wird es dann zu grobkörnig.

Dank des kräftigen Prozessors sind Videoaufnahmen mit bis zu 4K-Auflösung bei 60 fps möglich. Bei der höchsten Auflösung bieten die Videos eine gute Bildschärfe, allerdings wirken die Aufnahmen auch bei 60 fps trotz OIS leicht verwackelt. Bei 30 fps ruckeln die Clips zusätzlich. Stabiler wirken Videos bei Full-HD, dann leidet aber die Bildschärfe deutlich.

Das Ultraweitwinkelobjektiv ist das Gleiche, wie beim Realme GT Neo 2 (Testbericht). Der Linse merkt man die eher mageren 8 Megapixel an. Verglichen mit der Hauptkamera lassen Bilddetails zu wünschen übrig. Zudem wirken Farben etwas blasser und Kontraste weniger ausgeprägt. Die Ränder erscheinen leicht verzerrt. Videos mit Ultraweitwinkel fehlt es zudem an Details und Schärfe.

Für extreme Nahaufnahmen kommt eine Makrolinse zum Einsatz. Diese hätte man sich auch sparen können. Mit 2 Megapixel fallen Details eher mager aus, zudem klappt es nicht immer auf Anhieb, den richtigen Abstand zu finden. Eine Telelinse wäre uns hier lieber gewesen oder wenigstens eine exotische Mikroskop-Linse, wie sie das Realme GT 2 Pro (Testbericht) bietet.

Die vordere Kamera nutzt 16 Megapixel. Damit gelingen gute und ausreichend scharfe Selfies. Im Porträtmodus weiß der Bokeh-Effekt zudem zu gefallen. Videos nimmt die Selfie-Kamera mit höchstens Full-HD in guter Qualität auf.

Neues Herzstück des Realme GT Neo 3 ist der Mediatek MT6895Z Dimensity 8100, der den bewährten Snapdragon 870 von Qualcomm ersetzt. Was die Performance angeht, schenken sich beide Prozessoren aber wenig. Die Mediatek-CPU nutzt vier Cortex-A78-Kerne mit bis zu 2,8 GHz sowie vier Cortex-A55-Kerne mit 2 GHz. Als GPU kommt die Mali-G610 MC6 zum Einsatz.

Die Leistung des GT Neo 3 ist ausgezeichnet, was die fast 15000 Punkte beim Benchmark Work 3.0 von PCmark belegen. Damit gehört es auf Systemebene zu den derzeit schnellsten Androiden und liegt damit auch auf Augenhöhe mit dem neuen Top-Prozessor Snapdragon 8 Gen 1. Im Alltag reagiert das Betriebssystem stets flott und flüssig auf konstantem Niveau. Das Gerät wird dabei nie spürbar warm.

Was die Grafikleistung angeht, erreichen wir beim Benchmark „Wild Life“ von 3Dmark Werte mit bis zu 5400 Punkten. Damit liegt die Leistung bei Spielen etwas höher als beim Vorgängermodell und fällt geringfügig schwächer aus als bei einem Snapdragon 888. Auch wenn es bei 3D-Grafiken nicht mit dem Realme GT 2 Pro (Testbericht) mit Snapdragon 8 Gen 1 mithalten kann, eignet sich das Realme GT Neo 3 dennoch gut für Spiele mit aufwendigerer Grafik.

Die 150-Watt-Variante bietet üppige 12 GByte RAM, beim 80-Watt-Modell sind es ordentliche 8 GByte RAM. Der interne Speicher nutzt den flotten Standard UFS 3.1 und hat 256 GByte. Eine Erweiterung per Micro-SD-Karte ist allerdings nicht möglich.

Zur Ortung greift das Handy auf A-GPS, GLONASS, Beidou und Galileo zurück. Mobiles Internet ist mit 5G möglich, durchs heimische WLAN surft das Smartphone mit maximal Wifi-6. Bluetooth 5.3 und NFC sind ebenfalls an Bord. Kleiner Wermutstropfen: Der USB-C-Anschluss unterstützt nur USB 2.0. Für den Preis wären hier eigentlich USB 3.1 zu erwarten. Im Alltag fällt das aber nur auf, wenn größere Datenmengen zwischen Handy und PC per Kabel verschoben werden.

Der Fingerabdruckscanner sitzt unten mittig im Display und arbeitet flott und zuverlässig. Zum Entsperren dient alternativ eine Gesichtserkennung, diese ist aber wegen der 2D-Technologie weniger sicher als die Variante mit PIN und Fingerabdruck. Anders als das Realme 9 (Testbericht) hat das GT Neo 3 keinen klassischen Klinkenstecker für Kopfhörer. Der Klang der Stereo-Lautsprecher ist gut und ausgeprägt, neigt bei höherem Volumen zu einem etwas schrillen Klang. Die Qualität beim Telefonieren ist einwandfrei, man versteht den Gesprächspartner gut und umgekehrt.

Als Betriebssystem kommt Android 12 zum Einsatz, die Oberfläche ist Realme UI 3. Bei der Ersteinrichtung können Nutzer entscheiden, ob sie die Gestensteuerung oder die klassischen Navigations-Icons älterer Android-Version nutzen möchten. Realme hält sich mit Bloatware abgesehen von ein paar Casual Games und zwei Tools spürbar zurück. Der Sicherheitspatch stammt aus Mai und somit noch hinreichend aktuell. Das Juni-Update wird derzeit ausgerollt. Realme verspricht für das GT Neo 3 zwei große Android-Updates und Sicherheitspatches für die nächsten 3 Jahre.

Der Akku der 150-Watt-Version bietet eine Kapazität von 4500 mAh. Beim 80-Watt-Modell sind es sogar 5000 mAh. Beim Battery Test von PCmark erreichten wir bei der Version mit 150 Watt im simulierten Betrieb bei einer Helligkeit von 200 cd/m² 11 Stunden und 45 Minuten. Die 80-Watt-Variante kommt auf mehr als 12 Stunden. Das ist eine gute Akkulaufzeit, der Vorgänger hielt jedoch länger durch.

Wirklich bahnbrechend ist das Netzteil. Die Top-Version lädt mit brutalen 150 Watt – damit ist es das derzeit stärkste Ladegerät, das man bei einem Smartphone bekommen kann. Bereits nach knapp 5 Minuten ist der Akku halb voll, für einen Ladevorgang von 20 auf 100 Prozent vergeht keine Viertelstunde, eine vollständige Aufladung gelingt in unter 20 Minuten.

Allerdings ist die 150-Watt-Version fast 100 Euro teurer als die 80-Watt-Variante. Diese lädt ebenfalls ziemlich flott und schneller als der Vorgänger. Nach knapp über 30 Minuten ist damit das Smartphone aufgeladen. Kabelloses Laden über Induktion beherrscht das GT Neo 3 aber nicht.

Die UVP für das Realme GT Neo 3 mit 150 Watt liegt bei 700 Euro, die 80-Watt-Version kostet 600 Euro. Das ist verglichen mit der UVP von 550 Euro für den Vorgänger ein stolzer Preis. Das günstigste Angebot für das Top-Modell mit 150 Watt in Schwarz liegt derzeit bei 678 Euro.

Erhältlich ist das Realme GT Neo 3 in Weiß ("Sprint White") mit schwarzen Streifen, in Blau ("Nitro Blue") mit weißen Streifen und in Schwarz ("Asphalt Black") jeweils in der Ausführung mit Ladegerät von 150 Watt oder 80 Watt. Die 80-Watt-Modell hat 8 statt 12 GByte RAM, dafür ein geringfügig größeren Akku von 5000 mAh.

Wie schon der Vorgänger ist das Realme GT Neo 3 ein tolles Smartphone. Besonders überzeugend ist die starke Performance und das tolle Display sowie das äußerst ansprechende Design. Mit einem Ladegerät von 150 Watt setzt zudem Realme hier neue Maßstäbe, selbst die günstigere Variante mit 80 Watt lädt noch immer verdammt schnell. Viel mehr Neuerungen außer der Hauptkamera hält das GT Neo 3 gegenüber dem Vorgänger aber nicht parat. Zudem überzeugt die Kamera nicht auf ganzer Linie, dazu sind die beiden zusätzlichen Linsen zu schwach. Der Aufpreis gegenüber dem Vorgänger jedoch deutlich aus.

Das Realme GT Neo 2 (Testbericht) ist mittlerweile schon ab 330 Euro zu haben. Damit ist es eine günstige Alternative für alle, die mit einem Ladegerät von „nur“ 65 Watt und einer Kamera ohne OIS leben können. Ebenfalls flott und schnell beim Laden ist das Xiaomi 11T Pro (Testbericht) mit 120-Watt-Netzteil. Weniger Power, dafür eine etwas bessere Kamera sowie OLED mit 144 Hertz bietet das Motorola Edge 30 (Testbericht). Weitere Alternativen zeigen wir in der Top 10: Die besten Smartphones bis 500 Euro ohne Vertrag.

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