Realme GT Neo 2 im Test: Extrem schnell, günstig und einfach gut

Realme GT Neo 2
Pro und Contra
  • hochwertige Verarbeitung und schickes Design  
  • starke Performance 
  • lange Akkulaufzeit 
  • Ultraweitwinkel- und Makroobjektiv überzeugen nicht  
  • kein Schutz vor Wasser 
  • nur USB 2.0 
  • 5.0

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Das Realme GT Neo 2 wagt einen Angriff auf die Oberklasse der Smartphones – zum Preis eines Mittelklasse-Handys. Ob es sich um einen echten Flaggschiff-Killer handelt, zeigt unser Test.

Realme ist als Teil des chinesischen BBK-Electronics-Konzerns erst seit 2020 auf dem deutschen Markt vertreten. In dieser kurzen Zeit machte sich das Unternehmen bereits einen Namen mit leistungsstarken Smartphones und gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. So beeindruckte uns das Realme GT (Testbericht) mit Oberklasse-Power zum fairen Preis – und einer sehr coolen Optik. Das Realme X50 Pro 5G (Testbericht) bietet ebenfalls Flagship-Qualitäten.

Jüngster Spross in der Familie ist das Realme GT Neo 2, das sich in den heiß umkämpften Markt der Smartphones bis 500 Euro (Ratgeber) wagt. Wir haben das neue Handy getestet und erklären, wie es sich gegen die große Konkurrenz schlägt und ob es an der Oberklasse kratzen kann.

Das Realme GT Neo 2 überzeugt mit einer eleganten und gradlinigen Designsprache mit einem Blick für Details. Das Gehäuse aus Polycarbonat und Glas ist in einer matten Lackierung in Schwarz gehalten und hinterlässt einen äußerst wertigen Eindruck. Die Oberfläche zeigt sich zudem erfreulich unempfindlich für Fingerabdrücke. Einen Kontrastpunkt setzt das Kameraelement in Hochglanzoptik, das nur minimal herausragt.

Bei der Gestaltung der Kamera auf der Rückseite des Smartphones hat Realme eine kleine Überraschung versteckt. Blick man im Querformat auf die Linsen, erinnern diese stark an das Überraschung-Emoji. Zwei große Linsen liegen auf gleiche Höhe, weiter unten befindet sich die dritte Linse als „Mund“, die von zwei LEDs flankiert ist.

Mit einem Gewicht von 200 Gramm ist das Realme GT Neo 2 alles andere als ein Leichtgewicht, vermittelt aber damit ein solides Gefühl und liegt dennoch gut in der Hand. Mit Ausmaßen von 163 x 76 x 8,6 Millimetern fällt das Handy eher groß aus und ist unwesentlich kleiner als Modelle mit 6,7 Zoll. Die Bedienung nur mit einer Hand ist beim Realme GT Neo 2 deshalb nicht ohne Weiteres möglich – außer vielleicht für echte „Langfinger“.

Die Verarbeitung macht einen absolut hochwertigen Eindruck und bietet weder Spaltmaße noch wackelige Elemente. Sowohl die Lautstärkewippe als auch der Powerbutton bieten einen soliden Druckpunkt. Von Haus aus befindet sich eine Schutzfolie auf dem Display, zusätzlich liegt eine dunkelgraue und recht unspektakuläre Schutzhülle bei, die das Smartphone vor Schäden bei Stürzen bewahren soll. Diese sitzt eine Spur zu schlabbrig und locker. Gegen Staub und Wasser ist das Realme GT Neo 2 allerdings nicht geschützt.

Realme nutzt beim GT Neo 2 ein OLED-Display von Samsung mit einer Diagonale von 6,62 Zoll. Dieses bietet eine Auflösung von 2400 x 1080 Pixel, die bei einer Pixeldichte von 397 ppi (Pixel pro Zoll) für ein stets scharfes Bilds sorgt. Die Bildwiederholfrequenz beträgt 120 Hertz, was bei Videos, beim Scrollen oder bei Spielen eine flüssige Wiedergabe ermöglicht. Die Punch-Hole-Notch der vorderen Kamera ist seitlich angebracht. Damit stört sie optisch etwas weniger als bei einer mittigen Anordnung.

Besonders erwähnenswert ist die hohe Abtastrate von 600 Hertz. Bei den meisten Smartphones in dieser Preisklasse beträgt diese etwa 300 Hertz. Displays mit einer hohen Abtastrate scannen die Eingabefläche häufiger nach Berührungen ab. Das vermittelt ein direkteres Gefühl bei Scroll- und Wischbewegungen. Das ist besonders nützlich bei Spielen. Was es damit noch auf sich hat, schildern wir im Ratgeber Smartphone-Displays: Panels, Auflösungen und Bildraten erklärt.

Die Bildqualität des Realme GT Neo 2 ist hervorragend. Die Farben wirken lebendig, könnten vielleicht noch eine Spur kräftiger und wärmer ausfallen. Kontraste sind stark ausgeprägt und bieten tiefe Schwarzwerte wie die Nacht sowie eine volle Sättigung. Die Blickwinkelstabilität fällt zudem ebenfalls aus allen Lagen brillant aus.

Die maximale Helligkeit liegt im manuellen Modus bei etwa 500 cd/m², bei eingeschalteter Automatik konnten wir Werte von über 700 cd/m² messen. Damit fällt das Display mehr als hell genug aus, um auch im Freien noch ausreichend ablesbar zu bleiben. Laut Angaben von Realme soll bei besonders starker Sonneneinstrahlung die automatische Helligkeit auf bis zu 1300 cd/m² steigen. Bei direkter Sonneneinstrahlung schränkt das Spiegeln jedoch den optischen Genuss etwas ein – eine Erfahrung, die wir aber bei nahezu jedem Smartphone machen.

Die Ausstattung der Triple-Kamera stellt Standardkost der Mittelklasse dar. Anders als bei Prozessor und der übrigen Ausstattung sticht das Realme GT Neo 2 hier nicht hervor. Als Hauptkamera kommt eine Linse mit f/1,8-Blende und 64 Megapixel zum Einsatz. Diese ergänzt ein Weitwinkelobjektiv mit 8 Megapixel sowie eine Makrolinse mit 2 Megapixel. Die Kamera an der Vorderseite bietet 16 Megapixel.

Mit der Hauptkamera gelingen bei guten Lichtverhältnissen mehr als ordentliche Aufnahmen mit ausreichend Bilddetails. Per Pixelbinning fasst das Objektiv vier Pixel zu einem zusammen. Ein spezieller 64-Megapixel-Modus schöpft die volle Leistung aus und bietet nochmals mehr Bilddetails. Die Größe eines Fotos erreicht dann aber schnell 20 Mbyte und mehr. Der Zoom erfolgt rein digital, was bei starker Vergrößerung schnell zu Pixelbrei führt. Der Nachtmodus hellt die Aufnahmen bei Dunkelheit effektiv auf – allerdings nur in Verbindung mit hohem Bildrauschen.

Der Ultraweitwinkellinse merkt man die 8 Megapixel an. Bilddetails nehmen deutlich ab im Vergleicht zum Hauptobjektiv. Die Ränder wirken zudem leicht verzerrt. Allerdings entspricht die Farbgebung weitgehend der Aufnahmen der Hauptkamera – das haben wir in dieser Preisklasse schon schlechter gesehen wie etwa beim Honor 50 (Testbericht).

Wie so viele andere Hersteller auch packt Realme eine Makrolinse mit mageren 2 Megapixel an Bord. Hier wäre als Alternative eine echte Telelinse schön gewesen. Zum einen ist die Auflösung der Makrolinse gering, das Fokussieren klappt auf kurze Distanz nicht immer – und Hand aufs Herz: Im Alltag dürfte dieses Objektiv selten zum Einsatz kommen, zumal die Aktivierung gut in den Untermenüs der Kamera verborgen ist. Wie gut eine Weitwinkellinse per Softwareoptimierung als Makroobjektiv funktioniert, zeigt das Motorola Edge 20 (Testbericht)

Bei Videoaufnahmen hinterlässt die Hauptkamera einen guten Eindruck. Die Aufnahmen wirken stabil – auch wenn kein optischer Bildstabilisator verbaut ist. Die elektronische Stabilisierung (EIS) liefert hier gelungene Ergebnisse. Bei Bedarf stellt man die Aufnahme auf den Ultrastable-Modus und filmt mit 60 fps bei 1080p oder 30 fps bei 4K-Auflösung.

Die Selfie-Kamera liefert mehr als passable Ergebnisse. Im Porträtmodus sind sowohl ein Bokeh-Effekt als auch ein Weichzeichner möglich. Das Handy erlaubt zudem Dual-Videos, bei denen gleichzeitig die Front und Hauptkamera filmt, wie es auch beim Honor 50 (Testbericht) der Fall ist.

Realme hat als CPU den Snapdragon 870 mit acht Kernen gewählt. Die Wahl fiel bewusst nicht aufs schnellste Modell 888. Der Hersteller begründet dies mit einer höheren Ausgewogenheit des Prozessors sowie einer konstanteren und stabileren Leistung. Auch wenn hier nicht das Topmodell von Qualcomm zum Einsatz kommt, überzeugt das Realme GT Neo 2 bei der Leistung auf ganzer Linie. Beim Benchmark von PCmark erreichten wir durchschnittlich stolze 14700 Punkte. Die Schwankungen zwischen den einzelnen Tests fielen stets klein aus. Damit liegt das Handy an der Spitze unserer Testgeräte knapp hinter dem Realme GT (Testbericht) mit Snapdragon 888 sowie dem Asus Zenfone 7 Pro (Testbericht).

Beim Einsatz für Spiele macht das GT Neo 2 ebenfalls eine gute Figur. Das zeigt das Ergebnis aus dem Benchmark „Wildlife“ von 3Dmark, wo das Gerät über 4300 Punkte erreicht. Nur Android-Smartphones mit dem Snapdragon 888 wie etwa das Sony Xperia 5 III (Testbericht) schneiden hier mit 6000 Punkten besser ab. In der Praxis sorgt das für ein ruckelfreies Spielerlebnis bei Titeln wie Asphalt 9 auch bei hohen Grafikdetails.

Als Arbeitsspeicher stehen beim günstigeren Modell 8 GByte RAM und bei der Topvariante sogar 12 GByte RAM zur Verfügung. Das sorgt für eine hohe Stabilität des Systems beim zeitgleichen Einsatz mehrerer Apps mit kurzen Nachladezyklen. Bei Bedarf greift das Mobiltelefon auf den internen Speicher zurück, um 7 GByte virtuellen RAM beizusteuern. Das Platzangebot fällt mit 128 GByte sowie 256 GByte beim Top-Modell mehr als ordentlich aus. Eine zusätzliche Aufrüstung des Speichers mittels Micro-SD-Karte ist aber nicht möglich.

Positiv aufgeladen ist zudem der Vibrationsalarm. Während gerade preiswerte Handys hier auf einfache Motoren setzen, die eher für ein müdes Scheppern sorgen, sorgt die solide Vibration des Realme GT Neo 2 für einen hochwertigen Eindruck. Dasselbe gilt für das haptische Feedback bei Eingaben auf dem Display. Nicht gänzlich überzeugen konnte uns der Fingerabdrucksensor. Dieser hängt gelegentlich verglichen mit einer Variante im Powerbutton wie etwa beim Motorola Edge 20 Pro (Testbericht).

Nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand ist der USB-C-Anschluss, der nur den langsameren Übertragungsstandard USB 2.0 unterstützt. Das macht sich bemerkbar, wenn man größere Dateimengen zwischen Handy und PC verschiebt. Wer das ohnehin nicht macht, wird davon im Alltag wenig merken. Bei der kabellosen Konnektivität ist dafür alles auf dem neusten Stand mit 5G, Wifi-6 und Bluetooth 5.2 inklusive aptX HD sowie NFC. Der Betrieb mit zwei SIM-Karten ist möglich.

Einen Klinkenstecker für Kopfhörer findet man beim Realme GT Neo 2 nicht mehr – was mittlerweile gängige Praxis ist. Einen guten Eindruck hinterlassen zudem die Stereolautsprecher. Der Klang ist klar und räumlich ausgeprägt, das System unterstützt sogar Dolby Atmos. Das sorgt für eine gute klangliche Untermalung bei Videoclips oder Spielen. Als Betriebssystem kommt Android 11 zum Einsatz. Der Sicherheitspatch stammt von Oktober und somit hinreichend aktuell. Ein Update auf Android 12 (Ratgeber) soll bald folgen. Immerhin ist das Unternehmen beim Realme X50 Pro 5G (Testbericht) an der Betaphase von Android 12 beteiligt, was auf ein zügiges Update hoffen lässt.

Der Akku bietet eine solide Kapazität von 5000 mAh. Speziell bei schlanken Smartphones finden sich in letzter Zeit schwächere Akkus mit nur 4300 mAh wie etwa beim Honor 50 (Testbericht), die für mittelmäßige Laufzeiten sorgen.

Die Entscheidung für den größeren Akku sowie den Snapdragon 870 zahlt sich aus: Das Realme GT Neo 2 schafft im Battery Test von PCmark stolze 14,5 Stunden. Damit reiht sich das Smartphone in die Spitzengruppe unserer Tests bei der Akkulaufzeit ein. Bei einer mittleren Helligkeit von 200 cd/m² simuliert der Test verschiedene Aufgaben auf dem Smartphone und stoppt, sobald der Akkustand unter 20 Prozent rutscht.

Viel Power und brutal schnelle Ladezeiten liefert das beigelegte Netzteil mit 65 Watt. Damit ist das Smartphone in knapp 40 Minuten vollständig aufgeladen. Induktives Laden mittels Qi ist allerdings nicht möglich.

Realme bietet das GT Neo 2 mit der Speicherausführung 8/128 GByte sowie 12/256 GByte an. Als Farben stehen Schwarz, Blau und ein und freches Giftgrün mit glänzend schwarzen Rally-Streifen zur Verfügung. Die „große“ Variante gibt es nur in Grün oder Schwarz. Die UVP des Realme GT Neo 2 liegt mit 8/128 GByte bei 450 Euro und 12/256 GByte bei 550 Euro.

Realme selbst bietet das Handy derzeit aber reduziert für 400 Euro für 8/128 GByte sowie 500 Euro für 12/256 GByte an. Zum Marktstart gibt es einige gute Angebote: Zahlreiche Anbieter verkaufen die kleine Version ab 400 Euro. Der günstigste Preis für die Top-Variante liegt derzeit bei 440 Euro.

Das Realme GT Neo 2 ist für den ausgerufenen Preis ein ausgezeichnetes Smartphone. Dieses Gerät hat das Potenzial, als neuer König der Mittelklasse gekrönt zu werden. Die Optik und Verarbeitung überzeugen, die Performance ist hervorragend und bewegt sich auf dem Niveau eines Oberklasse-Geräts. Das OLED-Display bietet ein knackiges Bild mit 120 Hertz und reagiert dank hoher Abtastrate flott. Die Akkulaufzeit ist zudem mehr als überzeugend.

Die Kamera selbst setzt keine neuen Maßstäbe, macht aber für die Preisklasse einen mehr als ordentlichen Job. Ein Flaggschiff-Killer ist es vielleicht nicht ganz, bietet aber ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis und einen ausgewogenen Kompromiss an starken Features. Wer auf ein edles Design setzt, ein schnelles Handy sucht und keine besonders hohen Ansprüche an die Fotografie stellt, bekommt mit dem Realme GT Neo 2 genau das Richtige zum fairen Preis.

Eine preiswerte Alternative der Mittelklasse mit Flaggschiff-Eigenschaften ist das Xiaomi Poco F3 (Testbericht) für knapp 320 Euro. Wer auf Nummer sicher gehen will, findet beim Samsung Galaxy A52 (Testbericht) ein wasserdichtes Smartphone mit toller Kamera und optischem Bildstabilisator. Das Handy gibt es mittlerweile auch als 5G-Ausführung. Noch mehr Power bietet der Konzernbruder Realme GT 5 (Testbericht). Weitere günstige Alternativen finden sich in unserer Top 10: Die besten Smartphones 2021 bis 400 Euro.

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