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Realme 7i
Pro und Contra
  • Preis
  • Leistung
  • Akku
  • Helligkeit des Bildschirmes
  • mäßige Fotos
  • kein NFC
  • 3.5

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Ein Smartphone mit schnellem Prozessor, Triple-Kamera und ausdauerndem Akku für 150 Euro? Das Realme 7i verspricht große Features zum kleinen Preis. Ob das Gerät hält, was es verspricht, zeigen wir im Test.

Das Realme 7i ist der vierte Ableger der 7er-Reihe des chinesischen Herstellers, der gemeinsam mit Oppo und OnePlus zum Konzern BBK Electronics gehört. Auch wenn Fans der Marke jetzt aufschreien: Ja, offiziell handeln alle Marken eigenständig, die teils gravierenden markenübergreifenden Ähnlichkeiten der Modelle sind aber einfach zu offensichtlich, um nicht alle Marken in einen Topf zu werfen. Seit Anfang des vergangenen Jahres mischt Realme den deutschen Markt mit Smartphones mit starkem Preis-Leistungs-Verhältnis auf, nicht wenige sehen in dem Unternehmen bereits das neue Xiaomi (Artikel). Das Realme 7i ist als gehobenes Einsteiger-Smartphone mit einem Preis von knapp 150 Euro unterhalb des Realme 7 (Testbericht), Realme 7 5G (Testbericht) und des Realme 7 Pro (Testbericht) angesiedelt.

Die Macher hinter dem Smartphone haben sich beim Realme 7i ganz schön ins Zeug gelegt. Es macht optisch einen hochwertigen und edlen Eindruck – man könnte fast meinen, es handelt sich um ein Mobilgerät der oberen Mittelklasse. Die Rückseite ziert eine Abdeckung in edler Metalloptik, die je nach Blickwinkel das Licht unterschiedlich reflektiert und ein markantes keilförmiges Rillenmuster trägt. Erst auf den zweiten Blick offenbart sich, dass es sich dabei nur um Kunststoff handelt. Wie wenig gelungen die Optik einer Kunststoffabdeckung sein kann, zeigt das Beispiel Samsung Galaxy A52 (Testbericht) mit seiner recht plump wirkenden Rückseite.

Die Formgebung des Realme 7i verläuft harmonisch mit stimmigen Übergangen zwischen der Front mit Gorilla Glass 3, dem Rahmen aus einer Aluminiumlegierung und der gebogenen Abdeckung aus Kunststoff. Das Display befindet sich unter einer Schutzfolie und füllt die Vorderseite fast ganz aus, die Frontkamera befindet sich in einer markanten Waterdrop Notch.

Optisch gefällt uns die Triple-Kamera auf der Rückseite – diese befindet sich in einem Block zusammengefasst und anders als bei vielen anderen Geräten steht sie nur leicht hervor. Das Handy wackelt aus diesem Grund nur geringfügig, wenn es auf der Rückseite liegt. Den hochwertigen Eindruck untermauern die Tasten, die einen ordentlichen Druckpunkt liefern. Der An/Aus-Schalter und die Lautstärkewippe befinden sich beide auf der rechten Seite – weitere Tasten gibt es nicht. Die Zeiten scheinen vorbei, bei dem man einem günstigen Smartphone sofort den Preis ansehen konnte. Das Realme 7i gehört trotz Kunststoff zu den schickeren Mobilgeräten in diesem Jahr.

Mit einer Größe von 16,5 auf 7,6 Zentimeter ist noch es kompakt genug, um bequem in jede Hosentasche zu passen. Das Realme 7i fällt allerdings ein wenig beleibt aus und ist fast 10 Millimeter dick. Mit einem Gewicht von 200 Gramm ist das kleine 7er-Handy von Realme zudem alles andere als ein Leichtgewicht – was auf den Akku zurückzuführen sein dürfte. Dazu aber später mehr. Es wiegt etwas mehr als die Modellgeschwister Realme 7 (Testbericht) sowie 7 Pro (Testbericht) oder das Samsung Galaxy A52 (Testbericht). Dennoch liegt es angenehm und griffig in der Hand.

Erste Abstriche beim Realme 7i müssen Nutzer beim Bildschirm machen. Das 6,5-Zoll-Display des Realme 7i löst mit 1600 x 720 Pixel auf – das entspricht nur einer höheren HD-Auflösung. Die Pixeldichte von knapp 270 ppi ist entsprechend kein Spitzenwert, sorgt aber für ausreichend Bildschärfe für den Alltag. Wenig überraschend nutzt das Display nur 60 Hz als Bildwiederholungsfrequenz. Wer eine höhere Frequenz sucht, muss zum „größeren Bruder“ Realme 7 (Testbericht) greifen, das auf 90 Hz kommt.

Farbgebung und Weißabgleich des Bildschirmes wirken natürlich. Die Helligkeit könnte etwas besser ausfallen beim Realme 7i. 400 cd/m² im manuellen Modus sind für ein LC-Display nur ein durchschnittlicher Wert, die Automatik holt hier auch nicht viel mehr raus. Die Folge: Bei direkter Sonneneinstrahlung bei gutem Wetter kann man das Display nicht immer gut ablesen. Andere Geräte mit LC-Display in dieser Preisklasse bieten aber selten mehr. Bei starker Neigung wirkt das Display-Bild recht dunkel, zudem spiegelt es recht stark bei Lichteinfall. An den Rändern kann man ein leichtes Backlight-Bleeding ausmachen.

Auf dem Papier verfügt das Realme 7i für den Preis über eine ordentliche Ausstattung: Eine Triple-Kamera mit Hauptkamera (48 Megapixel), Ultraweitwinkellinse (8 Megapixel) und Makroobjektiv (2 Megapixel) sowie eine Frontkamera für Selfies (8 Megapixel) runden die Ausstattung ab.

Für gelegentliche Schnappschüsse macht die Kamera passable Bilder – mehr aber trotz automatischem HDR nicht. Helle Flächen wirken schnell überbelichtet. Die Farben und Kontraste sind etwas verwaschen. Die Bilder sind von einem Grauschleier geprägt und wirken zum Teil unnatürlich, speziell der Hintergrund der Motive verschwimmt. Auch die Bildschärfe ist nicht gänzlich überzeugend.

Im normalen Modus fasst die Hauptkamera mittels Pixelbinning je 4 Pixel zu einem zusammen, sodass als Resultat ab Werk eine Auflösung von 12 Megapixel vorliegt. Es gibt jedoch einen speziellen „48 MP“-Modus, der die volle Auflösung nutzt. Das sorgt für deutlich schärfere Aufnahmen bei gutem Licht, hat aber zur Folge, dass Bilder haben eine Einzelgröße von gut 15 bis 20 Mbyte haben.

Die Makrokamera soll sich automatisch zuschalten – das ist uns im Test allerdings nie gelungen, zudem sind die Motive bei Nahaufnahmen äußerst unscharf. Damit hätte man sich die Linse auch sparen können. Der Porträt-Modus sorgt für ein ausgeprägtes Bokeh des Hintergrunds – für unseren Geschmack etwas zu stark und mit kleinen Fehlern an den Rändern. Für Schnappschüsse bei Dunkelheit gibt es zudem einen Nachtmodus. Das Ergebnis ist allerdings geprägt von starkem Rauschen und recht matschig – keine Überraschung im Einsteigersegment. Die Frontkamera sorgt bei gutem Licht für ordentliche Selfies.

Videoaufnahmen sind bis 1080p mit maximal 60 fps möglich. Die Bildqualität ist gut, Farben und Kontraste wirken zudem natürlich. Die elektronische Stabilisierung soll Wackler in den Griff bekommen. Das funktioniert nicht ideal, wenn man beim. Filmen mit dem Smartphone läuft.

5Für ein Smartphone um die 10 Euro bietet das Realme 7i eine wirklich gute Ausstattung. Die 4 GByte RAM sorgen für genügend Reserven, wenn mehrere Apps laufen. Der Speicherplatz von 64 GByte geht ebenfalls in Ordnung und eine Erweiterung über eine Micro-SD-Karte ist zudem möglich. Dafür verfügt das Realme 7i insgesamt über drei Slots.

Als Antrieb kommt ein Mediatek Helio G85 zum Einsatz, der einen Octacore-Prozessor verwendet mit 2x 2.1 GHz Cortex-A75 und 6x 1.8 GHz Cortex-A55. Für Grafikleistung sorgt die GPU Mali-G52 MC2. Beim Benchmark-Test PCmark Work 2.0 erreicht das Realme 7i fast 8600 Punkte. Das ist ein ausgezeichneter Wert und überrascht bei einem Gerät aus dieser Preisklasse. Zum Vergleich: Das viel teurere Samsung Galaxy A52 kommt auf den gleichen Wert. Das Nokia 5.4 (Testbericht) liegt mit über 6000 Punkten deutlich darunter.

Beim 3Dmark-Benchtest erreichten wir mit dem Realme-Gerät knapp über 700 Punkte, hier ist das Galaxy A52 mit über 1000 Punkten stärker, für ein Smartphone im Preissegment weit unter 200 Euro ist das aber ein guter Wert. Im Alltag läuft damit das Betriebssystem ausreichend flüssig, wenn auch nicht ganz ohne Ruckeln, was vermutlich auch den 60 Hz Bildwiederholungsfrequenz des Bildschirmes geschuldet ist. Spiele wie Angry Birds oder Asphalt 9 laufen aber ausreichend flüssig.

Zur weiteren Ausstattung gehören ein zuverlässiger Fingerabdrucksensor auf der Rückseite des Handys, IR-Gesichtserkennung über die Selfiecam, ein Type-C-Anschluss, der USB 2.0 unterstützt sowie erfreulicherweise eine analoge 3,5 Millimeter Klinkenbuchse. Nicht der Rede wert ist aufgrund des durchschnittlichen Mono-Sounds der Lautsprecher am unteren Ende des Smartphones. Für die kabellose Übertagung unterstützt das Gerät Bluetooth 5.0 und die WLAN-Standards 802.11a/b/g/n/ac – jedoch kein ax. Zu bedauern ist das Fehlen von NFC beim Realme7i, das dem Rotstift zum Opfer gefallen ist. Die Technologie ermöglicht unter anderem das Bezahlen mit dem Smartphone. Ansonsten wäre die Ausstattung für ein Smartphone dieser Preisklasse sehr umfangreich.

Das Realme 7i verfügt über vorinstalliertes Android 10 mit der Benutzeroberfläche Realme UI 2.0, die auf Oppos Color OS basiert. Ein Update auf Android 11 ist direkt nach dem Aktivieren verfügbar. Damit bekommt das Gerät einen aktuellen Sicherheitspatch, der vom 5. März stammt. Das finden wir bei einem Budget-Smartphone sehr löblich.

Für die Energieversorgung ist beim Realme 7i ein starker Akku zuständig – dieser hat es mit einer großzügigen Kapazität von 6000 mAh in sich. So viel Power ist für ein Smartphone dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit. Das sorgt für eine richtig gute Laufzeit beim Reale 7i. Im Battery Test von PCmark kamen wir auf einen Wert von über 13 Stunden. Das ist wirklich gut für den Preis des Geräts und liegt auf dem Niveau des Oppo A53s (Testbericht) und noch vor dem mehr als doppelt so teuren Oppo Find X3 Lite (Testbericht). Nur das Xiaomi Redmi Note 9T (Testbericht) liegt hier als Smartphone in einer ähnlichen Preisklasse nochmals deutlich vor dem Realme 7i.

Dem Realme 7i liegt ein Schnellladenetzteil mit einer Leistung von 18 Watt bei. Um den Akku von gut 20 Prozent auf 100 Prozent zu bringen, vergehen knapp 1,5 Stunden – das haben wir schon schneller gesehen. Kabelloses Laden ist erwartungsgemäß nicht möglich, was bei dem Preis aber auch niemand erwarten dürfte. Alles in allem kommt man mit dem Realme 7i locker über einen und sogar zwei Tage, bei nicht exzessivem Gebrauch sogar auf drei oder mehr Tage Laufzeit.

In Deutschland gibt es das Realme 7i in zwei Farbvarianten zu kaufen: Silber und Blau, die im Englischen etwas martialisch mit Glory Silver und Victory Blue betitelt sind. Die Ausstattung ist mit 64 GByte Speicher und 4 GByte RAM identisch. Beide Geräte kosten laut UVP knapp 160 Euro, der Straßenpreis liegt bereits unter 150 Euro.

Das Realme 7i bietet viel Handy für wenig Geld und sieht zudem sehr schick aus. Das Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt. Hervorzuheben sind die CPU und die Akkukapazität. Beim Display und der Kamera hingegen muss man bei dem Preis Abstriche in Kauf nehmen. Wir würden das Smartphone kaufen, da es für knapp 160 Euro die Leistungsfähigkeit eines Mittelklassegeräts bietet und einen ausdauernden Akku besitzt. Wir würden es eher nicht kaufen, wenn wir mit dem Handy häufiger Bilder schießen oder uns viel im Freien aufhalten – dafür ist das Display nicht hell genug.

Ein Display mit 90 Hz bekommt man zum gleichen Preis bereits beim Oppo A53s (Testbericht), allerdings mit einer schwachen Kamera. Für gerade einmal 25 Euro mehr bekommt man mit dem Realme 7 (Testbericht) eine Alternative, die eine Bildwiederholrate von 90 Hertz und eine ordentliche Kamera und CPU-Performance sowie mehr Arbeitsspeicher bietet. Der Akku hält beim Realme 7 jedoch nicht ganz so lange durch wie beim Realme 7i. Wer bereit ist, etwas mehr Geld auszugeben, bekommt mit dem Xiaomi Redmi Note 9T (Testbericht) für 200 Euro ein Gerät mit sehr ausdauerndem Akku und guter Leistung.

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