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Pure Discovr  04
Pro und Contra
  • Guter Klang
  • Intuitive Bedienung
  • Integrierter Akku
  • Kompliziertes Setup
  • Multiroom-Portfolio noch klein
  • Langsames Aufwachen nach Abschaltung
  • 4.0

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So klein und schon ein Multiroom-Lautsprecher? Doch, und sogar ein tragbarer. Der Pure Discovr spart zwar an Größe und Gewicht, doch nicht an den Funktionen. TechStage testet den mobilen Lautsprecher.

Pure hat bereits einige Erfahrung mit Multiroom-Lautsprechern wie dem Jongo-System. Dann wurde das Unternehmen verkauft und baut inzwischen nichts mehr aus dem früheren Sortiment, doch weiterhin Multiroom-Lautsprecher, samt eigener App zur Steuerung.

Die anderen Pure-Geräte, die neben dem Discovr aktuell die Pure Home App verwenden, sind keine Multiroom-, sondern reine Bluetooth-Lautsprecher, teils mit DAB+-Radio. Dieses wiederum hat der Pure Discovr nicht. Aktuell kann man den Pure Discovr also nur mit seinesgleichen als Multiroom-System koppeln und dies auch nur in Mono – die Bildung von Stereo-Paaren ist bislang nicht vorgesehen.

Dafür hat der Zwerg andere Qualitäten: Er ist günstig, misst in Betrieb nur 140 x 110 x 110 mm und wiegt mit 0,97 kg nicht mal ein Kilo. Das Aussehen erinnert dabei bereits an “to go”-Trinkgefäße, in diesem Fall sogar an verschließbare: Mit zugegeben etwas mehr Krafteinsatz kann man den Lautsprecher hinabdrücken und “verschließen”, sprich: ausschalten. Dann ist er nur noch 105 mm hoch und somit noch etwas kompakter zu transportieren. Allerdings kann es, wenn er länger “Auszeit” hatte, nach dem Einschalten auch mal etwas dauern, bis er wieder im WLAN und bei Amazon eingeloggt und somit “ansprechbar” ist – dies erkennt man an einem bunt schillernden Farbring. Insgesamt wirkt das Gerät wertig und elegant und kommt ohne verschmutzugsgefährdete Stoffbespannung aus.

Bei der Ausstattung hat man mit der Ausrede “Umweltschutz” auf ein Netzteil verzichtet und nur ein USB-Kabel beigelegt. Man muss den Lautsprecher also an einem eigenen Netzteil anschließen, und zwar einem, das mehr als die 500 mA USB-Minimalstandard liefert. Das ist vielleicht umwelt-, aber nicht nervenschonend, da nicht jeder wissen dürfte, welches seiner Netzteile nun hierfür in Frage kommt und welches nicht.

Ein dauerhafter Anschluss an ein Netzteil ist notwendig, wenn der Lautsprecher immer auf Kommandos lauschen soll, beispielsweise als Wecker am Nachttisch. Mit Akku sind zwar bis zu 15 Stunden Betrieb möglich, doch wäre es wenig nützlich, wenn diese ausgerechnet zum Aufstehen abgelaufen sind. Mit den Energiespar-Einstellungen – automatisches Abschalten nach 15 oder 30 Minuten ohne Aktivität - lässt sich die Gefahr eines leeren Akkus zwar umgehen, doch kann der Lautsprecher nach Energiespar-Abschaltung auch keine Alexa-Kommandos mehr annehmen oder wecken.

Die Lautstärke lässt sich wie bei einem iPod durch eine entsprechende Drehbewegung auf der Oberfläche verstellen. Für Fans des unnützen Wissens: Pure ist Inhaber des betreffenden Patents, das auch Apple nutzt. Der Leuchtring auf der Oberseite zeigt mit seinen Farben unter anderem an, ob Alexa auf Befehle wartet, das Mikrofon abgeschaltet ist, Updates laufen oder die Batterie leer wird. Neben dem Ladeanschluss ist ein analoger Audio-Eingang vorhanden, und es kann zwischen WLAN, Bluetooth und Analog in umgeschaltet werden.

Ein Zusatzfeature ist, was dem Lautsprecher seinen Namen gab: Music Discovery kann Musiktitel ähnlich der App Soundhound erkennen und anschließend bei Spotify aufrufen.

Die Installation läuft etwas umständlich, da am Smartphone insgesamt drei Apps eingerichtet werden müssen, Amazon Alexa, Pure Home und Pure Discovr. Ja, der Lautsprecher benötigt noch einmal eine eigene App nur für die Installation. Von einer App ist dann die andere aufzurufen, und wenn man hier die falsche Reihenfolge wählt und Alexa aus der falschen App heraus zum Leben erwecken will, so klappt es nicht. Außerdem verstopfen die vielen Apps den Homescreen des Handys. Hier wäre wünschenswert, dass dies zukünftig übersichtlicher abläuft.

Läuft einmal alles, so kann Alexa auf dem Discovr eigenständig werken und sowohl Radiosender über Tune-In als auch Musikstücke über Spotify aufrufen und natürlich auch alle Alexa Skills vom Wetterbericht bis zu Gimmicks wie “Alexa, pups mal”. Die eingebauten Mikrofone für die Spracherkennung funktionieren sehr gut, lokale Dateien lassen sich über Bluetooth abspielen. Auch das schnellere 5-GHz-WLAN ist verfügbar, allerdings muss bei der Aktivierung und auch Reaktivierung über Smartphone dieses im selben WLAN (2,4 oder 5 GHz) eingeloggt sein wie der Lautsprecher. Für Apple-User steht Airplay zur Verfügung.

Tiefbässe kann man von so einem kleinen Lautsprecher nicht erwarten. Doch ist der Klang erstaunlich ausgewogen, vielleicht gerade, weil er das übliche Bassreflex-Geröhre gar nicht liefern kann. Für Wohnzimmer und Party ist der Discovr zu klein, für Schlafzimmer, Balkon und Garten jedoch gut geeignet und durch seine Kompaktheit auch keine Belastung beim Herumtragen. Zwei 32-mm-Hochtöner und ein 76-mm-Tieftöner sind dabei nicht so viel weniger als bei manch größerem Multiroom-Lautsprecher.

Ob Radio Caroline über Tune-in oder Musik von Spotify: Es mag noch nicht HiFi sein, klingt aber angenehm und ausgeglichen und mit 45 W ist die Ausgangsleistung auch erstaunlich, wenn die Herstellerangabe stimmt. Dabei vermeidet der Lautsprecher, bei hohen Lautstärken zu übersteuern. Leider ist allerdings auch hier mal wieder kein apt-X Hires-Codec für den Bluetooth-Betrieb mit sauberen Höhen an Android-Geräten vorhanden.

Der Pure Discovr besitzt eine Preisempfehlung von knapp 200 Euro. Diese wird bei den Händlern weit unterboten, knapp 100 Euro legt man normalerweise für den Lautsprecher hin, wahlweise in Schwarz oder Silber. Blickt man in die Vergangenheit, dann waren die Lautsprecher schon für um die 60 Euro zu bekommen.

Im Test gefällt der Pure Discover, vor allem bei dem Straßenpreis. Er ist eine praktische Lösung für eine tragbare Musikquelle mit Alexa-Sprachsteuerung. Die Multiroom-Fähigkeit kann aber erst dann punkten, wenn man mehrere Lautsprecher aus der Serie hat.

Schwächen zeigt der Discovr nur beim Einrichten und beim nach längerer “Pause” etwas langsamen Erwachen aus der Abschaltung. Dafür ist die Lautstärkereglung per Dreh-Wischen deutlich flotter als die üblichen +/- - Tasten und das Gerät macht einfach Spaß.

Der Test ist Teil unserer Themenwelt Multiroom-Lautsprecher. Dort haben wir weitere Tests veröffentlicht, etwa zum Sonos Roam (Testbericht), dem Denon Home 150 (Testbericht), dem Ikea Symfonisk (Testbericht) oder dem Citation One MK II (Testbericht).

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