Proscenic 850T
Pro und Contra
  • Für den Preis gute Navigation
  • Ordentliche Saugleistung
  • Sehr günstig
  • Navigation (und daher teilweise Reinigung) kommt nicht an Laser heran
  • 4.0

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Proscenic ist hierzulande noch nicht lange ein Begriff, schickt sich aber immer weiter an, sich einen Namen mit guten und günstigen Saugrobotern zu machen. Klappt das auch mit dem neuen 850T-Modell?

Viele asiatische Hersteller tummeln sich inzwischen auf dem Markt für Staubsaugroboter und bringen meist gute und günstige Modelle. Dazu gehören etwa die Saugroboter Lenovo T1 Pro (Testbericht) mit Absaugstation oder der Xiaomi Dreame D9 (Testbericht), der auf ganzer Linie mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt. Einer dieser Hersteller ist Proscenic, dessen Modell M7 Pro mit Absaugstation wir bereits mit dem viel teureren Modell von Marktführer iRobot, dem Roomba S9+ (Ratgeber), verglichen haben. Proscenic kann aber noch günstiger. Das neue Modell 850T, dass Vorgänger 830T ablöst, gehört dazu. Verzichten müssen Käufer auf Laser-Navigation und einige der damit verbundenen Annehmlichkeiten, dafür erhalten sie gute Saugleistung und Wischfunktion für unter 200 Euro.

Proscenic bleibt auch beim 850T der runden Bauform treu, die die meisten Hersteller für aktuelle Saugroboter verwenden. Deren Nachteile, nämlich die schlechtere Erreichbarkeit von Ecken im Vergleich zur D-Form von Anbietern wie Neato etwa beim D6 Connected (Testbericht), versucht Proscenic durch zwei recht lange Seitenbürsten auszugleichen. Wie immer klappt das nicht bis ins letzte Eck, insgesamt aber recht ordentlich. Hervorzuheben ist die Glasplatte, die den Roboter oben bedeckt – in dieser Preisklasse erwartet man eigentlich eher Plastic-fantastic, daher wirkt der 850T erstaunlich hochwertig. Beweglich ist das Glas nicht, entsprechend wird der Staubbehälter nicht oben, sondern hinten aus dem Roboter entnommen.

Zwei statt wie bei der Konkurrenz drei Tasten, die als berührungsempfindliche Taster ausgeführt sind, platziert Proscenic oben auf dem 850T: Reinigung starten/stoppen und Zurück zur Ladestation. Außerdem gibt es noch ein WLAN-Symbol. Die ersten beiden Taster leuchten je nach Status grün, blau oder rot, das WLAN-Symbol nur bei bestimmten Vorkommnissen wie dem Verbindungsaufbau. Einen Laser-Turm oben auf dem Saugroboter sucht man vergeblich, der 850T kommt ohne aus. Das bringt den Vorteil mit, dass der Sauger mit kaum mehr als 8 Zentimeter Bauhöhe auch unter niedrige Möbel kommt. Auf die Nachteile gehen wir im Kapitel “Navigation” ein. Neben einer Ladestation mit Kabelmanagement, einem Ersatz-HEPA-Filter und zwei Ersatz-Seitenbürsten befindet sich im Lieferumfang noch ein Magnetband und eine Fernbedienung mit LC-Display.

Auch wenn der Proscenic 850T ohne Laser-Navigation auskommen muss, macht ich das lange nicht zum “dummen” Sauger. Er orientiert sich im Raum in Relation zu seiner Ladestation und erkennt seine Lage mittels Gyroskop. Dabei erstellt er wie seine Laser-Brüder eine Karte der Umgebung. Größter Unterschied: Die ist nicht so detailliert wie bei Laser-navigierten Saugrobotern, außerdem ist sie nur für die Orientierung des Roboters und zur Visualisierung für den Nutzer gedacht. Sie wird nicht dauerhaft gespeichert, sondern jedes Mal neu erstellt. Außerdem hat der Nutzer in der App keinen Zugriff darauf. Virtuelle Wände oder Nogo-Zones lassen sich so also nicht erstellen, stattdessen kommt dafür wie bei älteren Saugrobotern das nur 1 Meter kurze Magnetband zum Einsatz. Das reicht gerade einmal schmale für Durchgänge wie Türen, die kann man aber auch einfach schließen. Per Sensor erkennt der 850T das auf dem Boden ausgelegte Band und überfährt es nicht.

Ein weiterer Nachteil der fehlenden Laser-Navigation: Ist der Akku nach ordentlichen 80 bis 120 (je nachdem, welche der drei Saugstufen ausgewählt sind) leer, fährt der Roboter zwar automatische zurück zur Ladestation, setzt seine Reinigungsarbeit aber nicht an der alten Stelle fort.

Davon abgesehen ist die Navigation des Proscenic-Modells erstaunlich gut. Direkt aus der Ladestation fährt der 850T so lange geradeaus, bis er auf ein Hindernis trifft. Davor bremst er gewöhnlich ab und dreht ab. Als Hindernis wurde im Test beispielsweise einfallendes Sonnenlicht erkannt, dass auf dem Boden einen starken Kontrast mit Schattenkante bildete. Anschließend fährt er den Weg leicht versetzt wieder zurück. Dabei zieht er gerade, geordnete Bahnen, solange er nicht von Teppich abgelenkt wird. Besonders hochfloriger Teppich wirft ihn wegen der unterschiedlichen Widerstände der einzelnen beiden Hauptantriebsräder wortwörtlich aus der Bahn, wenn er mit einem Rad auf Faserwerk und mit dem anderen auf Hartboden kommt. Dann versetzt der Bot auf den Teppich und zieht dort weiter gerade Bahnen. Das setzt sich fort, bis der ganze Raum und anschließend die maximale Reinigungsfläche überwiegend gleichmäßig abgefahren ist. Es kommt vor, dass bisweilen manche Bereiche doppelt gereinigt werden, hin und wieder aber auch mal ein schmaler Streifen nicht – die Grenzen der Gyro-Navigation eben.

Der 850T verfügt über Teppicherkennung und regelt dann die Saugleistung nach oben. Das funktioniert überwiegend zuverlässig, allerdings mit deutlichem zeitlichem Versatz. Meist ist der Sauger bereits 2 Meter auf neuem Untergrund gefahren, bevor er die Saugkraftanhebung aktiviert oder deaktiviert. Die Steuerung erfolgt übrigens über die Fernbedienung, die Taster auf dem Roboter, Sprache (per Sprachassistent) oder die App. Letztere dient wie angesprochen in erster Linie der Visualisierung des Reinigungsfortschritts, außerdem zum Einrichten der Sprachsteuerung und von zeitgesteuerten Reinigungsplänen.

3000 Pascal gibt der Hersteller als Saugleistung an, tatsächlich schlägt sich der Proscenic 850T in unserem Versuchsaufbau teilweise ziemlich gut. Insgesamt fand der Saugroboter in unserem 4 Quadratmeter großen Parcours 30 von 50 Gramm Testschmutz wieder: 23 Gramm Sittichfutter, 7 Gramm feinen Vogelsand. Visuell blieb hingegen einiges liegen, vor allem auf glattem Boden. Das Hauptproblem: Mit den beiden Seitenbürsten kickt der Sauger die Vogelfutterkörnchen regelrecht durch die Gegend, die Bürsten drehen zu schnell. Außerdem brauchte der 850T für das genannte Ergebnis 12 Minuten. Danach haben wir den Vorgang manuell abgebrochen, da das Proscenic-Modell immer nur wieder und wieder die Ränder abfuhr. Dort war das Ergebnis optisch entsprechend tadellos. Die Lautstärke hält sich mit 58 (normal) bis 63 Dezibel (Höchstleistung) in Grenzen. Der schwächste Modus bringt kaum Geräuschminderung, da dann mechanische Geräusche in den Vordergrund treten.

Die Wischleistung überprüfen wir bei Modellen, die einfach nur ein feuchtes Tuch unter sich her schleifen, nicht - erfahrungsgemäß entspricht das bestenfalls Staubwischen, Flecken werden so nicht entfernt. Auffällig ist allerdings die Vorgehensweise beim 850T: Dort wird nicht einfach nur ein zusätzlicher Wassertank mit Tuch installiert, sondern der reine Schmutzbehälter mit seinen 500 ml gegen einen Hybrid aus 300 ml Staub- und 300 ml Wassertank komplett ausgetauscht. Die Flüssigkeitszufuhr lässt sich in der App regeln. Apropos Staubbehälter: Der lässt sich vorbildlich entnehmen und anschließend von oben öffnen. Da keine störenden Überstände das Entleeren behindern, ist das Treffen des Mülleimers mit dem schmutzigen Inhalt kein Problem – sehr gut!

In Deutschland wird das Modell teilweise ab rund 200 Euro inklusive 5 Jahren Garantie angeboten, günstiger wird es online. Geekmaxi bietet den Sauger für knapp 170 Euro an, TechStage-Leser profitieren per Code 8LJQXyIi und sparen weitere 10 Euro. Der Versand erfolgt aus Europa und das Modell hat einen hierzulande gebräuchlichen Stecker.

Klar, mit einem Roboter mit Laser kann der Proscenic 850T beim Punkt Navigation und dadurch teilweise auch bei der effektiven Reinigungsleistung nicht ganz mithalten. So viel schlechter ist er aber auch wieder nicht und wer auf ein paar Komfortfunktionen verzichten kann, spart eine Menge Geld. Im Vergleich zum hervorragenden Dreame D9 (Testbericht) sind das mal eben 170 Euro, dafür bekommt man gleich noch einen zweiten 850T!

Letztendlich ist das eine Frage des persönlichen Geschmacks und des Geldes. Wegen des Komfortgewinns raten wir den meisten Nutzern letztendlich doch eher zum Dreame-Modell, denn dank der besseren Navigation ist auch das Saugergebnis (bei weitestgehend identisch guter Saugkraft) insgesamt besser und die Nutzung praktikabler. Wer allerdings wenig Geld für einen elektronischen Haushaltshelfer ausgeben will und am besten eine eher offene Wohnung mit wenig Nischen und Winkeln sauber halten will, liegt mit dem Proscenic 850T goldrichtig.

Wem das alles nicht technisch und verspielt genug ist, der sollte mal einen Blick auf den Roborock S6 MaxV (Testbericht) mit Laser-Navigation und zusätzlicher Objekterkennung per Kamera schauen. Eine Absaugstation für wenig Geld bekommt man (inklusive Laser) hingegen beim etwas älteren Proscenic M7 Pro (Vergleich) oder dem noch günstigeren Lenovo T1 Pro (Testbericht).

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