Premium-E-Scooter IO Hawk Legend im Test: 87km, 500W & Blinker

IO Hawk Legend Aufmacher
Pro und Contra
  • Großer Akku / hohe Reichweite / Starker 500-Watt-Motor
  • Hervorragende Federung
  • Stabile Verarbeitung, IPX6
  • Lauter Motor
  • Fummeliger Klappmechanismus
  • Nur 20, keine 22 Kilometer pro Stunde
  • 4.5

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Der IO Hawk Legend ist ein E-Scooter der Premium-Klasse. Er beschleunigt wie kaum ein anderer, hat hervorragende Blinker und soll 87 Kilometer weit fahren. Wir machen den Test.

Seitdem die ersten E-Scooter im Jahr 2019 das erste Mal legal über deutsche Straßen rollten, haben sich die elektrischen Tretroller stetig weiterentwickelt. Der IO Hawk Legend krönt die E-Scooter-Evolution ­– zumindest auf dem Papier. Denn er hat einen starken 500-Watt-Motor, helle Blinker von Kellermann an Lenker und Fußablage, einen massiven 873,6-Wattstunden-Akku mit angeblich 87 Kilometer Reichweite und einer einstellbaren Federung vorne und hinten für Personen bis 120 Kilogramm. Ob der IO Hawk Legend aber wirklich eine Legende ist und wo es hakt, zeigt dieser Testbericht.

Für einen schnellen Überblick empfehlen wir unsere Bestenliste Top 10: Die besten E-Scooter 2022 ab 300 Euro im Test. Weitere elektrische Scooter mit hohen Reichweiten küren wir in unserer Akku-Bestenliste: Diese 5 E-Scooter fahren am weitesten.

Der IO Hawk Legend kommt in verschiedenen Ausstattungsversionen. Neben den Farben Schwarz, Rot/Schwarz und Blau/Schwarz müssen sich Käufer außerdem für oder gegen einen Blinker entscheiden. Preisunterschied: etwa 100 bis 200 Euro. Etwa 100 Euro extra kostet es, wenn man statt der 10-Zoll-Straßenbereifung die Variante mit 10-Zoll-Offroad-Reifen bevorzugt.

Mit dem IO Hawk Legend Lite gibt es alternativ ein etwas abgespecktes Modell zu deutlich geringerem Preis. Dieses hat einen kleineren Akku (499 Wattstunden), ein geringeres Gesamtgewicht (21,4 Kilogramm), kein Zündschloss und keinen Blinker. Für diesen Test liegt uns der IO Hawk Legend in Rot mit Blinker und Offroad-Bereifung vor.

Schon optisch setzt sich der IO Hawk Legend vom E-Scooter-Einheitsbrei ab. Er erinnert uns – auch wegen der vergleichbaren Federung – an den 65-Kilometer-pro-Stunde-E-Scooter Kugoo Kirin G3 (Testbericht). Zwar ist er nicht ganz so massiv wie der Mytier (Testbericht), aber dennoch optisch deutlich robuster als etwa ein Segway Ninebot Max Max GD30D II (Testbericht) oder Xiaomi Mi Scooter Pro 2 (Testbericht). Der Legend kommt mit einer IPX6-Zertifizierung gegen das Eindringen von Wasser.

Den optisch stabilen Eindruck untermauert IO Hawk mit Zahlen. So erlaubt der Legend bei einem hohen Eigengewicht von 24,3 Kilogramm eine maximale Zuladung von 120 Kilogramm. Viele E-Scooter lassen nur 100 Kilogramm Zuladung zu.

Dank seiner Maße von 123,5 x 57,5 x 126,7 Zentimeter eignet sich der Legend für größere Fahrer. Die Lenkstange ist fix und in der Höhe nicht variabel. Das Trittbrett ist an seiner breitesten Stelle 21 Zentimeter breit und mit Fußstütze stolze 74 Zentimeter lang. Die Fußstütze erweist sich beim Fahren als praktisch. Mit ihr kann der Fahrer den E-Scooter bei anspruchsvoller Strecke stabilisieren.

Am Lenker sitzt auf der linken Seite ein Zündschloss. Dieses entsperrt den E-Scooter zwar, schaltet ihn aber leider nicht gleich ein. Dafür muss der Fahrer zusätzlich den Power-Taster an der Display-Einheit drücken. Darunter sitzt ein Taster für die Anzeige verschiedener Parameter und den Wechsel der Unterstützungsstufe. Das runde LC-Display ist in Teilen farbig und auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar.

Ebenfalls an der Display-Einheit sitzt der Beschleunigungshebel für den Zeigefinger. Die meisten E-Scooter setzen auf einen Beschleunigungshebel für den Daumen. Die Variante mit dem Zeigefinger hat den Vorteil, dass beim Dauergasgeben weniger Ermüdungserscheinungen an der Hand auftreten. Nachteil: Das Umgreifen zur Bremse ist etwas umständlicher.

Auf der linken Seite des Lenkers sitzt über dem Zündschloss eine Anzeige der aktuellen Spannung des Akkus. Daneben gibt es gleich mehrere Knöpfe und Schieber für das Licht, den Blinker und die laute, an ein Mofa erinnernde Hupe. Neben dieser elektrischen Hupe spendiert IO Hawk dem Legend außerdem eine klassische helltönende Glocke. Das ist schlau. Will der Fahrer etwa einen Fußgänger erreichen, ist die Glocke das Mittel der Wahl. Sind jedoch im Stadtverkehr andere Verkehrsteilnehmer das Ziel, steht die elektrische Hupe bereit. Sein Vorder- und Rücklicht hängt am Stromkreislauf und ist hell. Die hintere Lampe leuchtet beim Bremsen auf.

Der Blinker blinkt sowohl an den Enden des Lenkers als auch an den seitlich von der Fußstütze abstehenden Fingern. Dabei ist das Blinklicht hinten ausgesprochen hell. Auch sind die Blinker über eine Stahlfeder gelagert, so sind sie quasi unkaputtbar. Wir begrüßen Blinker an E-Scootern. Schließlich kann es gefährlich sein, die Hand für den Abbiegevorgang vom Lenker zu nehmen. Wir empfehlen grundsätzlich einen Helm. Wer sich dafür interessiert, kann sich zum Beispiel unseren Vergleichstest smarte Fahrradhelme durchlesen.

Der Blinker am Legend ist wegen seiner hohen Helligkeit, der hochwertigen Verarbeitung und der Positionierung besser als der Blinker am Soflow S04 Geb 2 (Testbericht). Wir hätten uns jedoch noch gewünscht, dass der Blinker ein akustisches Signal von sich gibt und sich nach ein paar Sekunden selbstständig abschaltet. Denn vergisst ihn der Fahrer, blinkt er am Legend einfach weiter – im Zweifelsfall bis der Akku aufgibt. Übrigens kann man Blinker an so ziemlich jeden E-Scooter einfach und günstig nachrüsten. Wie das funktioniert, zeigen wir in unserem Ratgeber Must-Have-Zubehör für E-Scooter ab 10 Euro: Schloss, GPS-Tracker, Blinker & Co.

Der Klappmechanismus ist einer der umständlicheren, die wir bisher gesehen haben. Zwar funktioniert das Falten werkzeugfrei, es dauert aber länger, als wir es von anderen E-Scootern gewohnt sind. Schnell den E-Scooter beim Betreten der S-Bahn zusammenfalten könnte schwierig werden. Denn bevor man die Lenkstange umlegen und an der Fußablage fixieren kann, muss man zunächst zwei Schnellverschlüsse öffnen und eine Manschette hochziehen.

Dabei müssen die Schnellverschlüsse aufgeklappt fest sitzen, sonst wackelt die Lenkstange beim Fahren. Damit sie dann jedoch geöffnet locker genug sind, um die Manschette bewegen zu können, müssen sie zuvor etwas aufgedreht werden. So kann ein Klappvorgang gerne mal bis zu einer Minute dauern.

Die Fahrt mit dem IO Hawk Legend ist so angenehm wie kaum auf einem anderen E-Scooter. Das liegt zum einen an der sehr guten Federung beider Räder, welche auf Wunsch an das eigene Körpergewicht angepasst werden kann. Trotz toller Federung und den Offroad-Reifen, ist der IO Hawk Legend jedoch nur bedingt geeignet, Wald-Trails zu bezwingen. Das liegt vor allem daran, dass der Motor nur am Hinterrad sitzt und dort im Zweifelsfall zu wenig Traktion auf den Waldboden bekommt. Dafür ist ein Allradantrieb wie beim Eleglide D1 Master (Testbericht) besser geeignet. Die Scheibenbremsen an Vorder- und Hinterrad überzeugen uns. Sie sind bereits beim Auspacken richtig eingestellt.

Der 500 Watt starke Motor bewegt uns ohne Murren unseren Testanstieg hinauf. Dabei beschleunigt er so gut wie kaum ein anderer. Leider war IO Hawk nicht mutig genug, die maximal erlaubte Endgeschwindigkeit von 20 Kilometer pro Stunde plus zehn Prozent voll auszureizen – nach 20 Kilometern pro Stunde ist Schluss. Andere E-Scooter wie der Epowerfun EPF-1 Pro (Testbericht) fahren bis zu 22 Kilometer pro Stunde. Richtig gestört hat uns das zu laute Laufgeräusch des Motors. Das eigentlich leise Gleiten wird beim Beschleunigen stets vom hellen Surrgeräusch des Motors unterbrochen.

Der Akku hat eine Kapazität von 873,6 Wattstunden. Das ist massiv! Unsere bisherige Reichweiten-Nummer Eins der legalen E-Scooter war der Segway Ninebot Max Max GD30D II (Testbericht) mit seinem 551-Wattstunden-Akku. Getoppt wird der Legend in unseren Tests nur vom Kugoo Kirin G3 (Testbericht) mit 936 Wattstunden und dem Eleglide D1 Master (Testbericht) mit 1056 Wattstunden. Allerdings haben beide E-Scooter keine Zulassung für deutsche Straßen. Der „kleine“ IO Hawk Legend Lite hat eine Kapazität von 499 Wattstunden – das ist gemessen an vielen anderen E-Scootern noch immer ein überragender Wert.

IO Hawk gibt beim Legend eine Reichweite von 87 Kilometer an. Das ist jedoch nur bedingt realitätsnah. Gemessen wurde bei 20 Grad Celsius, 75 Kilogramm Zuladung, weniger als ein Prozent Steigung und Asphalt. Die tatsächliche Reichweite ist von mehr Faktoren abhängig. Dazu zählt auch, wie viele Ladezyklen ein Akku bereits hatte, ob es windet, regelmäßig gebremst wird und natürlich, mit welcher Unterstützungsstufe und Endgeschwindigkeit der Tester fährt.

Aufgrund dieser Vielzahl an Faktoren können wir keinen genauen Wert ermitteln. Wir gehen bei 10 Grad Celsius, 85 Kilogramm Zuladung, überwiegend Asphalt, voller Geschwindigkeit und regelmäßigem Bremsen von gut 50 Kilometern aus, bevor der Akku wieder ans Netz muss. Zum Laden liegt dem Legend ein 2-A-Netzteil bei, welches für eine komplette Ladung gut 8 Stunden benötigt.

Premium hat seinen Preis. So kostet der IO Hawk Legend in Vollausstattung auf der Homepage des Herstellers stolze 1649 Euro. Andere Händler sind günstiger. So kostet der Legend mit Blinker und Straßenbereifung bei einem Ebay-Händler aktuell 1250 Euro. Wer sich dafür interessiert, sollte nicht zu lange überlegen. Die neue Saison steht vor der Tür und schon jetzt sind viele Modelle ausverkauft. Der Händler SIP Scootershop hat jedoch noch einige IO Hawk Legend vorrätig.

Der IO Hawk Legend ist ein E-Scooter der Premiumklasse. In quasi jeder Teildisziplin mischt er ganz vorne mit. Der Legend ist hochwertig verarbeitet, spritzwasserfest, trägt 120 Kilogramm, hat eine fantastische Federung, ein großes Trittbrett, gute Bremsen, einen extrem starken Motor, einen riesigen Akku, gute Reifen und gleich zwei Klingeln.

Gestört hat uns der laut surrende Motor. Auch der Klappmechanismus ist eines Premium-E-Scooters nicht würdig. Zudem hätten wir uns gewünscht, dass der Legend 22 und nicht nur 20 Kilometer pro Stunde fährt. Bleibt zuletzt der Preis. Auch wenn er der Masse an Funktionen angemessen sein mag, ist er trotzdem mit gut 1500 Euro einfach sehr hoch.

Dass es auch günstiger und trotzdem gut geht, zeigt unsere Bestenliste Top 10: Die besten E-Scooter 2022 ab 300 Euro im Test. Weitere elektrische Scooter mit hohen Reichweiten küren wir in unserer Akku-Bestenliste: Diese 5 E-Scooter fahren am weitesten.

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