Powerstation Revolt ZX3012 im Test: Günstig mit großem Aber

Revolt ZX3012
Pro und Contra
  • Lüfter leise
  • Kompakte Abmessungen trotz 600 W
  • Relevante Informationen ablesbar
  • Display schwer lesbar
  • keine reine Sinuswelle
  • Laden und 230-V-Abgabe nicht gleichzeitig
  • Leichtes Pfeifgeräusch bei USB-Nutzung
  • 3.0

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Der mobile Stromspeicher ZX3012 von Revolt kommt mit 230-V-Steckdose und leistet bis zu 600 W. Trotz der Möglichkeit, per Photovoltaik zu laden, ist diese Powerstation nicht für jede Anwendung geeignet. TechStage erklärt, warum das so ist und nennt Alternativen.

Powerstations mit Solar versorgen elektrische Verbraucher unabhängig vom Stromnetz. Dank verschiedener Anschlussmöglichkeiten inklusive 230-V-Steckdose, USB-Ports und hoher Dauerleistung bieten sich die Geräte für Freizeit, Beruf und als Notstromversorgung an. Das Aufladen der internen Akkus geschieht wahlweise per Netzteil, per 12-V-Steckdose im Kfz oder mithilfe eines Photovoltaik-Panels. So bieten die Geräte eine höchstmögliche Flexibilität.

Dieser Test einer Powerstation gehört zu den Themenwelten Outdoor und Camping. Hier zeigen wir etwa Hightech-Gadgets zum Wandern, Ferngläser mit Entfernungsmesser oder erklären, worauf man beim Kauf einer Taschenlampe achten sollte.

In diesem Einzeltest geht es um eine im mittleren Leistungssegment angesiedelte Powerstation des Herstellers Revolt. Neben einer Steckdose mit bis zu 600 W locken ein fairer Preis im deutschen Fachhandel und die kompakte Größe bei einer Kapazität von immerhin 420 Wh. Das Testgerät wurde uns von Pearl zur Verfügung gestellt, wo es zum Testzeitpunkt 430 Euro kostet.

Mit Abmessungen von rund 27 × 24 × 15 cm und einem Gewicht von 4 kg gehört die Powerstation von Revolt zu den kompakteren Modellen im bisherigen Testfeld. In einem großen Rucksack findet das Gerät noch gut Platz. Allerdings stört hier der fest montierte Tragegriff. Wäre dieser klappbar, wäre das Gerät noch kompakter und man könnte auch Gegenstände darauf stapeln. Das Design erinnert schon von der Farbwahl an die Powerstations von Flashfish, Novoo oder Xmund. Das dunkelgrau und orange gestaltete Kunststoffgehäuse ist immerhin ordentlich verarbeitet und hinterlässt einen stabilen Eindruck. Vier Gummifüßchen sorgen für sicheren Stand. Schade, dass die Anschlüsse nicht durch Abdeckungen geschützt sind.

Auf der Vorderseite sitzen in der oberen Reihe die 12-V-KFZ-Dose (Zigarettenanzünder 10 A), das Status-Display und die Schalter für Gleich- und Wechselstrom. Darunter sind zwei 12-V-Rundsteckerbuchsen (10 A), die drei USB-Buchsen (2 x USB-A mit 2 A, 1x USB-C mit PD bis zu 18 W) und die Stromeingangsbuchse (Solar 18 V bis 20 V maximal 70 W) zu finden. Die Notleuchte samt Power-Taster sitzt seitlich am Gehäuse, was der Positionierung des Handgriffs entgegenkommt, da die Powerstation so im Zweifel als XL-Taschenlampe herhält. Die 230-V-Steckdose mit bis zu 600 W sitzt mittig unter der hellen LED.

Neben der Powerstation gehören noch eine Kurzanleitung und ein passendes Netzteil (Netzteil 16,8 V 5 A) zum Lieferumfang. Solarpanels sind optional erhältlich. Die in der ZX3012 genutzten Li-Ion-Akkus sind etwas leichter als vergleichbare LiFePO4-Akkus. Der Nachteil ist die deutlich kürzere Lebensdauer von nur etwa 500 bis 800 Ladezyklen - das ist im Vergleich ziemlich wenig. LiFePO4-Akkus, wie in der Bluetti EB70 (Testbericht), behalten 80 Prozent nutzbare Kapazität auch nach über 3000 Zyklen.

Die Bedienung der ZX3012 ist dank klarer Beschriftung und übersichtlicher Aufteilung der Bedienelemente selbsterklärend. Zum Ein- und Ausschalten der Powerstation und der jeweiligen Ausgänge reicht ein mehrsekündiger Druck auf den Gleichstrom-Power-Taster. Gleiches gilt zum Aktivieren und Durchschalten der Lichtmodi der seitlichen LED. Zum Ein- und Ausschalten der 230-V-Dose muss auch der Gleichstrom aktiviert sein. Das ist ungewöhnlich, macht sich aber nicht beim Verbrauch bemerkbar.

Nach dem Einschalten strahlt das Statusdisplay in kräftigem Orange auf. Allerdings ist der Kontrast nicht besonders hoch und außerdem schaltet sich die Hintergrundbeleuchtung bereits nach wenigen Sekunden wieder ab. Das spart Strom, ist aber mäßig übersichtlich. Hier wäre ein verlängertes Zeitintervall sinnvoll. Zwar ist auch ohne Beleuchtung etwas zu erkennen, grundsätzlich hat Revolt hier aber eine der schlechtesten Anzeigen abgeliefert, die wir bisher im Testfeld hatten. Schade, denn neben der Restkapazität in Prozent werden hier auch Ein- und Ausgangsleistung, sowie die verbleibende Restlaufzeit angezeigt und so wäre der Bildschirm eigentlich sehr praktisch, wenn er nur besser ablesbar wäre. Zudem erscheint uns die angezeigte Ausgangsleistung immer einen Tick zu hoch.

Vor dem ersten Mal Aufladen testen wir die maximale Leistung der mobilen Steckdose. Dazu stecken wir verschiedene Verbraucher wie Werkzeug, Küchengeräte und sonstige elektronische Gadgets an. Die angegebenen 600 W pro 230-V-Dose leistet die Powerstation auch in der Praxis (wir haben laut Strommessgerät maximal 590 W benötigt) – allerdings handelt es sich hier um keine reine Sinuswelle und so ist die Stromversorgung bei einigen empfindlichen Geräten nicht sichergestellt! Eine absolute Seltenheit bei den bisher getesteten Powerstations. Selbst No-Name-Anbieter liefern bei den 230-V-Ausgängen eine reine Sinuswelle. Unser Laserdrucker benötigt zwar weniger als die Maximalleistung, er verweigerte aus diesem Grund trotzdem die Zusammenarbeit. Bei Desktop-PC, Notebook, Bohrmaschine, Stichsäge, Powerstations und Kühlbox funktioniert die Versorgung hingegen problemlos. Empfindliche Elektronik und Messmittel könnten aber den Dienst verweigern. Aus unserer Sicht ist dies eine harte Einschränkung und somit ein dicker Minuspunkt.

Wird die Ausgangsleistung von 600 W überschritten, schaltet die Powerstation nach wenigen Sekunden den Wechselstromausgang ab, was im Test zuverlässig funktioniert. Einige Sekunden mit bis zu 1000 W sind zwar möglich, bei höherer Abgabe schaltet sich der Ausgang aber sofort ab. Für Wasserkocher, Toaster oder Heizlüfter fehlt es der Powerstation entsprechend an Leistung. Das ist allerdings wenig verwunderlich bei der Größe und dem Preis – moderate Verbraucher wie Ladegeräte von Notebook, Kamera oder Drohne sind für dieses Modell optimal geeignet.

Bei rund 200 W Leistungsabgabe bleibt der interne Lüfter flüsterleise, ab 250 W dreht er dann aber gut hörbar auf. Die Lautstärke bei wenig Last ist im Zweifel allerdings auch über Nacht im Zelt zu ertragen. Schade allerdings, dass dieses Lüftergeräusch auch schon bei Nutzung der USB-Ausgänge auftritt und es dann auch noch zu einem leichten Pfeifen kommen kann. Andere Solargeneratoren bleiben zumindest bei USB-Verbrauchern stumm.

Nach den Leistungstests laden wir die leeren Li-Ion-Akkus (420 Wh) mit dem mitgelieferten Netzteil auf 100 Prozent auf. Positiv ist, dass das Laden völlig lautlos geschieht. Schade allerdings, dass der Ladevorgang mit rund 8 Stunden quälend lang dauert – insbesondere im Vergleich zu anderen Powerstations. Die mit über 1200 Wh deutlich langatmigeren Geräte Ecoflow Delta (Testbericht) und Anker 757 (Testbericht) brauchen nur etwa eineinhalb Stunden zum Laden.

Nach dem Aufladen prüfen wir, wie viel Strom wir entnehmen können. In fünf verschiedenen Durchläufen ziehen wir in je nach angeschlossenen Verbrauchern zwischen 353 und 373 Wh aus der Powerstation. Im besten Fall entspricht das hinsichtlich der Kapazität einem Verlust von knapp elf Prozent. Im schlimmsten Fall gehen etwa 16 Prozent verloren. Das ist in Relation zu anderen bislang getesteten Powerstations ein ordentliches Ergebnis. In der Regel beträgt die Differenz hier etwa 15 Prozent. Wie hoch der Umwandlungsverlust tatsächlich ausfällt, ist immer von den angeschlossenen Verbrauchern abhängig. Die geringsten Verluste gibt es beim Einsatz von 12-V-Geräten an den entsprechenden Gleichstromausgängen. Am meisten verliert man erfahrungsgemäß beim Einsatz leistungsschwacher 230-V-Verbraucher.

Die Tests mit verschiedenen Solarpanels von Jackery und Flashfish waren ebenfalls erfolgreich. Da die Powerstation allerdings maximal 70 W Eingangsleistung erlaubt, dauert das Aufladen trotz 100-W-Panels und besten Wetterbedingungen fast einen ganzen Arbeitstag (rechnerisch sechs Stunden, praktisch fast acht Stunden). Zum Vergleich: Die Jackery Explorer 2000 Pro (Testbericht) mit ihrer mehr als fünfmal so hohen Kapazität (2160 Wh) haben wir in unter 4 Stunden vollgeladen.

Viel schlimmer ist allerdings eine weitere Einschränkung, die es so nur bei wenigen Modellen wie der BW-PG2 von Blitzwolf (Testbericht) gibt. Laden und die Nutzung des 230-V-Ausgangs funktioniert nicht gleichzeitig! Nur so aber wäre ein dauerhafter Einsatz fernab der Steckdose sinnvoll möglich. So kann man zwar per Solar laden, aber eben nicht gleichzeitig die Kühlbox mit Strom versorgen, was die Nutzung deutlich einschränkt. Eine als Solargenerator beworbene Powerstation sollte das können!

Die Revolt ZX3012 kostet etwa 430 Euro. Das ist hinsichtlich der Kapazität und Leistung in Ordnung. In Anbetracht der fehlenden reinen Sinuswelle und der fehlenden Möglichkeit, gleichzeitig zu laden und zu entladen, finden wir den Preis zu hoch angesetzt.

Der mobile Stromspeicher Revolt ZX3012 ist für uns mehr eine Powerstation als ein Solargenerator. Abgesehen von der fehlenden reinen Sinusleistung fehlt insbesondere die Möglichkeit Geräte dauerhaft mit Strom zu versorgen und zeitgleich den Akku per Solar nachzuladen. Für Camper und Daueranwendungen ist die ZX3012 somit nur eingeschränkt geeignet. Hier bieten sich etwa die Modelle Blitzwolf-PG1 (Testbericht), Flashfish UA550 (Testbericht) und Xmund -XD-PS10 (Testbericht) eher an.

Design, Größe, Kapazität und Leistung sind hinsichtlich des Preises aber völlig in Ordnung. Wer nur einen mobilen Stromspeicher sucht, den er auch mal per Photovoltaik laden kann, der bekommt hier eine praktische Steckdose für unterwegs. Um unterwegs Drohne, Fotoequipment oder andere USB-Gadgets mit Strom zu versorgen, ist die ZX3012 prima geeignet. Auch zur mobilen Nutzung von kabelgebundenem Werkzeug bietet sich die Powerstation an – wenn dieses die 600 W nicht übersteigt und kein Problem mit der fehlenden reinen Sinuswelle hat.

Wer solche Einschränkungen nicht möchte, sollte einen Blick auf unsere Top 10 der besten Powerstations mit Photovoltaik oder die Themenwelt Powerstations werfen. Weitere Artikel zu den Themen Outdoor und Camping zeigen unsere Themenwelten. Hier haben wir etwa Hightech-Gadgets zum Wandern getestet, Ferngläser mit Entfernungsmesser ausprobiert oder erklären, worauf man beim Kauf einer Taschenlampe achten sollte.

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