Powerstation mit 2 kWh, 3000 Watt und USV: Zendure Superbase Pro im Test

Zendure Superbase Pro 2000 mit Solarpanel
Pro und Contra
  • hohe Leistungsabgabe von bis zu 3000 Watt, Spitzen bis 4000 Watt
  • relativ große Speicherkapazität von 2096 kWh
  • USV-Funktion
  • WLAN, LTE
  • anpassbare Ladespannung und Kapazität
  • hohe Solarladeleistung
  • einfach zu transportieren
  • App zeigt Restlaufzeit oft falsch an
  • kein Bluetooth
  • keine USB-A-Ladeports
  • keine LiFePO4-Akkus
  • 4.5

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Die Zendure Superbase Pro kann dank einer hohen Leistungsabgabe nahezu sämtliche Verbraucher mit Energie versorgen. Überzeugend ist auch die schnelle Ladezeit.

Powerstations bieten inzwischen große Speicherkapazität und hohe Leistungsabgabe, mit der sie zu Hause oder unterwegs nahezu sämtlichen elektrischen Verbraucher, vom Handy über Elektro-Grill bis zum Wasserkocher, mit Energie versorgen können (Ratgeber). Spätestens seit den Diskussionen um drohende Stromausfälle aufgrund der Gasmangellage sind sie nicht nur bei Campern populär, sondern stehen auch bei ganz normalen Anwendern als stationäre Energiealternative hoch im Kurs. Die zahlreichen Einsatzszenarios der Geräte haben wir im Ratgeber Stromlos glücklich: So nützlich sind Powerstations bei Camping, Hobby, Arbeit, Party & Blackout näher erläutert. Zudem bieten einige Varianten weitere, nützliche Features wie eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV). Mehr Informationen über USVs bietet unser Ratgeber USVs ab 40 Euro: Notstromversorgung für Smart Home, Computer und Daten.

Neben hierzulande bereits bekannten Marken wie Bluetti, Ecoflow und Jackery bietet der in den USA bekannte Hersteller Zendure seine Produkte nun auch in Europa an. Neben der Superbase Pro 1500 mit Lithium-Eisenphosphat-Akkus (LiFePO4) und 1500 Wattstunden Kapazität, basiert das zweite Modell des Herstellers, die Superbase Pro 2000, auf Lithium-Nickel-Mangan-Cobalt-Oxide-Akkus (Li-NMC). Letztere haben wir getestet.

Die Powerstation misst 44,6 x 35,2 x 27,6 cm und wiegt 21,2 kg. Das Gehäuse aus recyceltem Plastik verfügt über zwei Räder, sodass man mit dem ausfahrbaren Ziehgriff aus Aluminium das Gerät leicht transportieren kann - wie bei einem kleinen Trolley. Für einfache Umpositionierungen gibt es auf der Oberseite noch einen Tragegriff.

Die Superbase Pro bietet eine Speicherkapazität von 2096 Wattstunden und eine Leistungsabgabe von bis zu 3000 Watt. Somit kann die Powerstation bis auf einen Elektroherd nahezu sämtliche Verbraucher im Haushalt bei einem Stromausfall mit Energie versorgen. Regulär bietet sie nur eine Leistungsabgabe von 2000 Watt, doch mit dem AmpUp-Modus, der in der Zendure-App aktiviert werden kann, sind bis zu 3000 Watt möglich. Bei diesem Modus reduziert die Powerstation die Spannung und kann dadurch höhere Last erzielen und Geräte wie Induktionsherd, Staubsauger, Kettensäge und Schlagbohrer betreiben. Auch dann, wenn diese beim Einschalten eine Leistung von bis zu 4000 Watt benötigen. Der AmpUp-Modus funktioniert aber nur mit einfachen Geräten ohne eigenen Überspannungsschutz.

Zur Energieversorgung von elektrischen Geräten bietet die Superbase Pro 2000 insgesamt 12 Anschlüsse. Vier Schuko-Steckdosen befinden sich auf der linken Seite, darunter gibt es noch einen KFZ-Anschluss mit 13,6 Volt und 10 Ampere. An der Vorderseite stehen drei USB-C-PD-Ports mit jeweils 100 Watt und zwei USB-C-Anschlüsse mit jeweils 20 Watt zur Verfügung. Zusätzlich gibt es dort noch drei DC5521-Buchsen mit 13,6 Volt und 10 Ampere. USB-A-Ports bietet die Superbase Pro nicht.

Aktuelle Betriebsparameter wie Input, Output, WLAN oder 4G-Status werden am 6,1 Zoll großen Display an der Gehäusefront übersichtlich dargestellt. Links und rechts neben dem Bildschirm gibt es vier Schalter, mit denen man die Powerstation ein- und ausschaltet, WLAN aktiviert respektive zurücksetzt, sowie die AC- und DC-Ausgänge aktiviert. Neben den Schaltern leuchtet eine kleine LED, sobald die entsprechende Funktion aktiviert ist.

Über ein dreisekündiges Drücken des DC-Schalters kann man die integrierte Mobilfunkschnittstelle aktivieren. Im Test hat die Mobilfunkschnittstelle auf Basis von 4G/LTE als fest eingebaute eSIM einwandfrei funktioniert. Somit kann die Powerstation auch an Standorten ohne WLAN-Verbindung ferngewartet werden. Im ersten Jahr nach dem Kauf ist die Nutzung der eSIM kostenlos. Anschließend fallen 99 Dollar pro Jahr an, sofern man Interesse an dieser Funktionalität hat.

Mit der App sind weitere Anpassungen möglich. Hierfür muss man ein Konto bei Zendure einrichten und sich per WLAN mit der Powerstation verbinden. Eine Bluetooth-Verbindung steht hingegen nicht zur Verfügung. Mit der App kann man etwa die AC-Eingangsleistung von 1800 Watt auf 1200, 800, 500 oder 300 Watt sowie die Ladekapazität auf 90, 80 oder 70 Prozent begrenzen. Das ist insbesondere dann sinnvoll, wenn Zeit beim Aufladen keine Rolle spielt und man durch diese Begrenzung den Akku schonen möchte. Außerdem können Anwender mit der App die LED-Leuchte im unteren Bereich der Vorderseite aktivieren sowie Farbe und Helligkeit einstellen.

Die Abschaltzeit des Bildschirms können Anwender unter Einstellungen konfigurieren. Hierfür stehen die Parameter 10 Sekunden (Standard), 30 Sekunden, 1 Minute, 5 Minuten, 30 Minuten oder nie parat. Zudem kann auch die Powerstation selbst nach einer bestimmten Zeit im Standby abgeschaltet werden (30 Minuten, 1, 2, 6 und 12 Stunden sowie nie). Das ist primär dann sinnvoll, wenn der AC-Eingang aktiviert ist, der im Leerlauf etwa 1,5 Prozent pro Stunde Akkukapazität kostet.

Unter Funktion können Anwender den AmpUp-Modus und den Leiser Lademodus mit einer maximalen Ladeleistung von 300 Watt aktivieren. Bei letzterem wird zusätzlich die Powerstation stumm geschaltet, es ertönen also keine Signale mehr, wenn Einstellungen geändert werden, und auch die LED-Beleuchtung ist dann ausgeschaltet.

Insgesamt bietet die App alle relevanten Einstellmöglichkeiten. Allerdings sollte man den angezeigten Daten nicht immer vertrauen. Im Test wurde etwa die Restlaufzeit der Powerstation öfter falsch angezeigt. Ein Neustart der App brachte allerdings Besserung.

Beim Ladevorgang von Notebooks, Smartphones oder Tablets an einem der DC-Ausgänge, bleibt die Powerstation stumm. Anders sieht es aus, wenn sie geladen wird oder der AC-Ausgang Leistung abgibt. Dann werden, wie bei Powerstations in dieser Leistungsklasse üblich, die insgesamt vier integrierten Lüfter zur Kühlung aktiv. Das Betriebsgeräusch beträgt in unmittelbarer Nähe der Lüfter über 60 Dezibel. Die Reduktion der Ladeleistung auf 300 Watt über den Leiser Lademodus reduziert zwar den Lärmpegel auf etwas unter 50 Dezibel. Von leise kann in diesem Zusammenhang keine Rede sein. Jedenfalls stört das Geräusch so, dass ein konzentriertes Arbeiten praktisch nicht möglich ist. Das Gleiche gilt, wenn die Powerstation Geräte wie Computer, Heizlüfter, TV oder Heißluftfritteuse mit Energie versorgt. Wer also bei einem Stromausfall die Powerstation für den Betrieb eines TV-Geräts nutzen möchte, sollte sie über ein Verlängerungskabel möglichst weit von diesem entfernen, sodass das Betriebsgeräusch den Fernsehgenuss nicht schmälert. Aber das ist, wie zuvor erwähnt, bei allen anderen Powerstation dieser Leistungsklasse ähnlich.

Das Aufladen mit Wechselstrom unterstützt die Powerstation mit bis zu 1800 Watt. Damit dauert es etwa 1 Stunde, bis die Superbase Pro zu 80 Prozent geladen ist. Für eine vollständige Ladung vergehen laut Hersteller etwa zwei Stunden. Im Test ist das Aufladen von 0 auf 100 Prozent nach 1 Stunde und 53 Minuten abgeschlossen.

Das Aufladen des Akkus mithilfe von Solarpanels unterstützt die Superbase Pro ebenfalls. Zur Auswahl stehen mobile Solarpanels von Zendure mit 200 und 400 Watt, die über den XT-60-Anschluss den Akku maximal mit bis zu 600 Watt laden können. Noch schneller geht es mit stationären PV-Modulen und des mitgelieferten MC4-auf-AC-Adapters laden: Maximal sind so bis zu 1800 Watt möglich. Kombiniert man AC-Ladung mit dem XT-60-Anschluss, beträgt die maximale Ladeleistung bis zu 2400 Watt. Unter günstigen Bedingungen ist die Superbase Pro so nach 1,5 Stunden voll geladen.

Das Laden der Powerstation mit Solarpanels ist natürlich abhängig vom Sonnenstand und der Aufstellposition. Wer die Panels auf einem Balkon zum Laden aufstellen möchte, sollte den Platzbedarf einkalkulieren: Das 200-Watt-Panel misst eine Breite von 231 cm und eine Höhe von 56 cm und das 400-Watt-Variante ist 224 cm breit und 1 Meter hoch.

Im Test schaffen die Solarpanels trotz ungünstiger Positionierung, flach aufgelegt auf einem Vordach, Anfang Oktober etwas mehr als die Hälfte der angegebenen Werte. Ende November bringen sie in gleicher Position noch gut ein Drittel der angegebenen Leistung. Dabei liefern sie auch dann noch Energie, wenn die Sonne durch Wolken verdeckt ist, während andere Varianten, wie ein günstiges 100-Watt-Panel von Xmund, die Energieernte aus der Sonneneinstrahlung bereits eingestellt haben.

Die Lebensdauer des Akkus gibt Zendure für die Superbase Pro 2000 mit NMC-Akkus mit 1500 Zyklen an. Dann sollen noch 80 Prozent der Kapazität zur Verfügung stehen. Nach 3000 Zyklen sind es noch 60 Prozent. Bei der Superbase Pro 1500 mit LiFePO4-Akkus sollen hingegen nach 3000 Zyklen noch 80 Prozent Leistung zur Verfügung stehen. Bei gleichen Gehäuseabmessungen bietet die Superbase Pro 1500 aber nur 1440 Wattstunden.

Je nach Leistungsabgabe unterscheidet sich der Wirkungsgrad der Superbase Pro 2000. Im Test mit einem 2000-Watt-Heizlüfter erreicht die Powerstation einen Wirkungsgrad von 86 Prozent. In Verbindung mit einem TV-Gerät und 5.1.-Soundanlage bei einer Leistungsaufnahme von 125 Watt messen wir einen Wirkungsgrad von 80 Prozent. Die DC-Effizienz liegt beim Laden eines Notebooks und 60 Watt Ladeleistung bei 87 Prozent, während das Laden eines Handys mit 15 Watt eine Effizienz von 83 Watt erreicht. Insgesamt bietet die Zendure damit ein gute bis sehr gute Effizienz.

Die Zendure Superbase Pro 2000 bietet eine integrierte unabhängige Stromversorgung. Schließt man sie also an das Stromnetz an und verbindet etwa einen Computer, versorgt sie diesen mit Netzstrom und schaltet erst bei einem Stromausfall auf die integrierten Akkus zur Energieversorgung zurück. Dabei wird die Powerstation sogar geladen, wenn die daran angeschlossenen Geräte nicht mehr als 1800 Watt benötigen. Im Test hat die USV einwandfrei funktioniert.

Für die Superbase Pro 2000 mit 2096 Wattstunden Kapazität verlangt Zendure in seinem Online-Store 2199 Euro. Damit bewegt sich die Powerstation in einem Preisbereich, den auch andere Hersteller in diesem Leistungssegment verlangen. Die Superbase Pro 1500 mit 1440 Wattstunden kostet 1899 Euro. Und das 200-Watt-Solarpanel ist für 499 Euro erhältlich, während das 400-Watt-Modell 1099 Euro kostet.

Andere Händler haben im Gegensatz zu Powerstations von Bluetti, Ecoflow und Jackery die Modelle von Zendure derzeit nicht im Angebot.

Bis auf den verwendeten Akku-Typ, der gegenüber der LiFePO4-Technik deutlich weniger Ladezyklen bietet und leichte Schwächen der App, die öfter falsche Angaben zur Restlaufzeit der Powerstation anzeigt, kann die Superbase Pro 2000 im Test ansonsten voll überzeugen. Sie liefert als einer der ganz wenigen Powerstations eine kontinuierliche Leistungsabgabe von satten 3000 Watt und kann sogar kurzfristig 4000 Watt bereitstellen. Diese über den AmpModus bereitgestellten maximalen Leistungsdaten funktionieren allerdings nur bei einfachen Verbrauchern wie Wasserkocher, Heißluftfritteuse, Staubsauger und anderen typischen Haushaltsgeräten. Stellt ein elektrisches Gerät hingegen höhere Ansprüche an die Spannungsversorgung, ist bei 2000 Watt Schluss. Auch die Effizienz und die hohe Solarladeleistung können sich sehen lassen.

Dank der integrierten Räder und eines ausziehbaren Ziehgriffs lässt sich die 21,2 Kilo schwere Powerstation zudem vergleichsweise leicht transportieren – ähnlich wie ein Reisetrolley. Und mit dem integrierten LTE-Modems ist sie auch dann fernwartbar, wenn am Einsatzstandort kein WLAN zur Verfügung steht. Mit einem Preis von knapp 2200 Euro ist sie auch preislich konkurrenzfähig.

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