Powerstation Ecoflow River im Test: Mini-Solarkraftzwerg liefert bis 1800 W

Ecoflow River
Pro und Contra
  • Meistens lautlos
  • Hohe Dauerleistung (Boost)
  • Akku erweiterbar
  • WLAN-Verbindung unsicher
  • Geringe Kapazität
  • Anschlüsse ungegeschützt
  • 4.5

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Der kompakte Solargenerator Ecoflow River verspricht bis zu 1800 W Leistung, Schnellladefunktion, WLAN und 288 Wh. Wem das nicht ausreicht, der kann den Akku sogar noch erweitern. TechStage hat das kompakte Photovoltaik-Kraftwerk in der Praxis getestet.

Dank internem Akku, hoher Leistung und zahlreichen Anschlussmöglichkeiten erlauben Powerstations die Versorgung von technischen Geräten fernab vom Stromnetz. Dank 230-V-Steckdose, hoher Dauerleistung eignen sich die mobilen Stromspeicher nicht nur für Freizeit, sondern auch für Beruf oder als Notstromversorgung. Das Nachladen der Geräte geschieht wahlweise per Netzteil an 230-V oder 12-V oder mithilfe eines Solar-Paneels. So ermöglichen die Powerstations eine höchstmögliche Flexibilität und Unabhängigkeit vom Stromnetz.

Dieser Einzeltest gehört zu den Themenwelten Outdoor und Camping. Hier zeigen wir etwa Hightech-Gadgets zum Wandern, Ferngläser mit Entfernungsmesser oder erklären, worauf man beim Kauf einer Taschenlampe achten sollte.

In diesem Einzeltest geht es um das Modell River von Ecoflow. Die kompakte Powerstation mit lockt mit ordentlicher Ausstattung inklusive WLAN, Schnellladefunktion und Leistungs-Boost.

Die Delta River ist deutlich kleiner als die bereits getestete Ecoflow Delta (Testbericht), welche mit über 1,2 kWh allerdings auch deutlich mehr Kapazität und Leistung bietet. Das klassische Kofferdesign mit oben aufgesetztem Handgriff weicht ebenfalls von der Delta ab. Der stabile Griff ist für den Transport ideal, trotzdem wäre uns eine klappbare Lösung lieber, dann wäre die Powerstation deutlich kompakter. So liegen die Abmessungen bei noch immer überschaubaren 29 x 19 x 19 cm. Das Gewicht beträgt knapp fünf Kilogramm.

Anders als etwa bei der Xmund XD-PS10 (Testbericht) hat der Hersteller die Bedienelemente und Anschlüsse nicht zentral auf einer Seite installiert. Auf der schmalen linken Geräteseite befindet sich eine Klappe, hinter der sich die Eingänge und die Sicherung der River verstecken. Auch einige Lüftungsschlitze sind hier vorhanden. Auf der rechten Seite sind die beiden 230-V-Steckdosen, deren Power-Taster und eine Lüftungsöffnung angebracht.

Frontal sind links die Notleuchte samt Power-Taster und der Button für die WLAN-Funktion zu finden. Mittig sitzt das übersichtliche Status-Display und darunter die insgesamt drei USB-Ausgänge samt dem Hauptschalter der Powerstation. Neben zwei USB-A-Slots mit 5V 2,4 A steht hier ein USB-C-Slot mit bis zu 100 W und ein USB-A-Slot mit maximal 18 Watt zur Verfügung. Das Display zeigt neben Leistungsaufnahme und Leistungsabgabe, welche Ausgänge aktiv sind und wie viel Restkapazität vorhanden ist. Neben der Prozentanzeige verfügt die Powerbank auch über eine Restzeitanzeige, wie wir sie so bisher nur bei der Ecoflow Delta (Testbericht) und der Loskii LK-PS31 (Testbericht) gesehen haben. Auf der rechten Seite befinden sich die insgesamt drei 12-V-Ausgänge. Die beiden Rundsteckdosen leisten dabei maximal 3 A, die KFZ-Dose (Zigarettenanzünder) liefert bis zu 10 A.

Die Ecoflow River kann auch während des Aufladens 230 V abgeben. Dies ist zwar meistens, aber nicht immer der Fall, wie der Test der Blitzwolf BW PG2 (Testbericht) gezeigt hat. Die speicherbare Energie beträgt laut Hersteller 288 Wh. Die maximale Dauerleistung je 230-Dose bei 600 W, mit aktiver Boost-Funktion kann eine der Dosen sogar mit bis zu 1800 W versorgt werden.

Leider sind Aus- und Eingänge des Solargenerators sind nicht gegen Dreck oder Feuchtigkeit geschützt. Das haben wir aber auch schon bei allen anderen Powerstations bemängelt. Schade, dass hier nicht wenigstens einfache Silikonstopfen beiliegen. Ansonsten ist die Verarbeitung hochwertig. Einziger Nachteil des schwarzen Gehäuses ist die hohe Anfälligkeit für Staub. Diesen zieht auch die River magisch an.

Neben der Powerstation umfasst der Lieferumfang ein 12-V-Kabel zum Laden im PKW, ein Netzkabel für das interne 230-V-Netzteil und eine Zuleitung zum optional nutzbaren Solar-Paneel. Neben der Powerstation hat uns der Hersteller noch ein passendes 160-W-Photovoltaik-Modul zur Verfügung gestellt. Dieses kommt in einer schicken und stabilen Stofftasche zum Kunden. Das aus vier Einzelelementen bestehende Paneel misst ausgeklappt 68 x 157 x 2,5 cm und wiegt etwa sieben kg. Die Verarbeitung ist hochwertig und die Solarzelle hinterlässt einen strapazierfähigen und hochwertigen Eindruck. Einzig die schicke Stoffrückseite könnte man kritisieren. Die weiche Oberfläche ist zwar ideal, um das Solarmodul etwa auf dem Autodach auszulegen, in der freien Natur wird Dreck aber geradezu angezogen.

Eine Besonderheit der Ecoflow River ist die Möglichkeit, die Speicherkapazität per zusätzlichem Akku zu verdoppeln. Damit das funktioniert, muss allerdings die Bodenplatte der Powerstation abgeschraubt und durch das Zusatzmodul ersetzt werden. Testen konnten wir das nicht.

Die Benutzung der Ecoflow River funktioniert intuitiv und dank klarer Beschriftung, bleiben keine Fragen offen. Nach dem Auspacken laden wir die Powerstations zunächst voll auf und installieren die Ecoflow-App auf unser Smartphone. Das anschließende Koppeln von Handy und Powerstation und das Einbinden ins Heimnetzwerk funktionieren auf Anhieb. Die App dient sowohl zur Überprüfung des Status als auch um einige Einstellungen vorzunehmen. So lassen sich etwa die Pieptöne der Taster deaktivieren oder der Boost für die 230-V-Dosen freischalten. Auch das Firmware-Update klappt per App. So praktisch die Kontrolle und Bedienung per Smartphone sein mag, unser Leser Martin hat uns auf ein existierendes Sicherheitsproblem mit der Verbindung hingewiesen. So läuft auf der IP-Adresse des Solargenerators ein offener Web-Server, der unter anderem das WLAN-Passwort im Klartext ausgibt. Außerdem sind am Web-Server eine Reihe von API-Endpunkten verfügbar, die etwa einen Scan nach weiteren WLAN-Netzen ermöglichen. Im Test nutzen wir die App zwar, in der Praxis würden wir WLAN deswegen aber deaktivieren, solange es nicht für ein Update oder Änderungen der Einstellungen benötigt wird.

Bei den folgenden Belastungstests muss die River zeigen, was sie kann. Die vom Hersteller angegebene Leistung von 600 W je Dose sind für die River kein Problem. Für unseren Toaster mit einer Leistung von über 950 W ist die normale Leistung allerdings nicht ausreichend. Wenige Sekunden nach dem Einschalten deaktiviert die Powerstation die 230-V-Ausgänge. Also aktivieren wir die Boost-Funktion in der App. Dann sind laut Datenblatt an einer der beiden Steckdosen bis zu 1800 W möglich. Das reicht etwa für Toaster, Föhn oder unsere Crêpe-Maschine. Mit dem aktiven Boost schafft die Powerstation im Test anstandslos mehrere Minuten mit einer Leistung von über 1300 W. Letztlich verhält es sich mit dem Boost allerdings ähnlich wie mit der Schnellladefunktion: Beides funktioniert, geht im Zweifel zulasten der Akkulebenszeit, weshalb man die Funktionen per App deaktivieren kann.

Unserem Arbeitsplatz mit Macbook Pro, zwei 24-Zoll-Monitoren, diversen USB-Geräten, Telefon und Drucker versorgt die River völlig problemlos und vor allem leise. Bei einer durchschnittlichen Ausgangsleistung zwischen 90 und 140 W hält die Ecoflow River knapp mehr als zwei Stunden, bevor der Akku leer ist. In den verschiedenen Tests können wir von den 288 Wh zwischen 209 und 234 Wh tatsächlich nutzen. Das entspricht einem Verlust von 18 bis 27 Prozent. Das ist mehr als bei den bisher getesteten Modellen, bei denen die Verlustwerte zwischen 10 und 15 Prozent liegen. Letztlich kommt es hier aber auch stark auf die angeschlossenen Verbraucher an. Die Verluste bei schwachen 230-V-Verbrauchern sind deutlich höher als bei starken Verbrauchern oder 12-V-Geräten. Eine USV-Funktion unterstützt die River nicht explizit. Der Hersteller rät in den FAQs dazu, es auszuprobieren. Bei unserem PC hat die zwischengeschaltete River die Versorgung nach umlegen der Sicherung übernommen.

Was uns bei den Tests sofort positiv auffällt, ist die gut funktionierende Lüftungssteuerung. Der Lüfter über den beiden 230-V-Anschlüssen läuft zwar, bei unter 300 W ist er sogar leiser als unser Macbook. Erst ab höheren Lasten ab 300 W steigt die Drehzahl hörbar. Dann ist die Lautstärke etwa mit der Ecoflow Delta vergleichbar. Die anderen Powerstations von etwa Bluetti (Testbericht) oder Jackery (Testbericht) sind hier deutlich lauter. Dieses Kriterium ist nicht zu unterschätzen, wenn der Solargenerator etwa nachts im Zelt betrieben werden soll.

Anschließend testen wir die standardmäßig aktivierte Schnelladefunktion und stecken die River am Stromnetz an. Das Laden dauert insgesamt 1,5 Stunden, wobei 80 Prozent der Kapazität schon nach knapp einer Stunde erreicht sind. Das ist ein hervorragender Wert, der so bisher nur von der Ecoflow Delta erreicht wurde. Zum Vergleich, die mit 300 Wh vergleichbare große Powerstation Blitzwolf BW-PG2 (Testbericht) braucht am Netzteil fünfeinhalb Stunden, um vollständig zu laden. Trotz der hohen Power schalten sich die Lüfter während des Ladevorgangs nicht zu.

Das Laden mit dem Ecoflow-Solar-Paneel funktioniert ebenfalls. Das 110-W-Modul braucht im Test bei herrlichem Sonnenschein nicht ganz vier Stunden, bis der Akku zu 100 Prozent gefüllt ist. Wer will, kann auch zwei der 110-W-Paneels anschließen, dann dauert das Aufladen unter idealen Bedingungen nur etwas mehr als 90 Minuten. Das Aufladen im PKW klappte ebenfalls. Die Ladedauer mit 12 V beträgt drei Stunden.

Die Powerstation Ecoflow River hat eine UVP von 399 Euro. Außerdem gibt es den Solargenerator in den Varianten River Max für 649 Euro und River Pro für 749 Euro. Die Max-Version verfügt ab Werk über 576 Wh und ebenfalls 600 W Dauerleistung. Die River Pro hat sogar 720 Wh an Bord und gibt ebenfalls 600 W aus. Der zusätzliche Akku für die Standard-River ist für knapp 270 Euro erhältlich. Die mit 300 W schwächere und mit 210 Wh kleinere Ecoflow River Mini hat eine UVP von 329 Euro.

Zum Vergleich, die Ecoflow Delta (Testbericht) mit 1260 Wh und einer Dauerleistung von satten 1800 W gibt es für knapp über 1000 Euro.

Der kleine Solargenerator Ecoflow River gefällt uns ausgezeichnet. Trotz geringer Kapazität punktet die kleine Powerstation mit hoher Leistung (dank Boost) bei gleichzeitig minimaler Lautstärke. Die Schnelladefunktion ist genial, wenn man das Gerät mal spontan einsetzen möchte. Wem die nutzbaren knapp über 200 Wh ausreichen, der bekommt hier eine hochwertige und zuverlässige Lösung zu einem fairen Preis. Insbesondere im Bundle mit Solar-Paneel bietet die Ecoflow River einen höchstmöglichen Grat an Unabhängigkeit.

Wer regelmäßig Verbraucher über 600 W anschließen will, oder wer mehr Kapazität benötigt, sollte sich nach einer Alternative umsehen. Hier kommt neben der größeren Ecoflow Delta (Testbericht) mit bis zu 1800 W auch die mit 1000 W Dauerleistung ausgestatteten Solargeneratoren Bluetti EB70 (Testbericht) oder Jackery Explorer 1000 (Testbericht)infrage. Die Delta hat zwar kein WLAN an Bord, die geniale Schnellladefunktion von Ecoflow pumpt aber auch diesen 1,2 kWh-Akku in nur 90 Minuten voll. Solche Kapazitäten bedeuten allerdings auch höhere Kosten, größere Abmessungen und mehr Gewicht. Im Zweifel reicht bei der Ecoflow River auch das Update mit Zusatzakku.

Die einzigen andere handlichen Alternativen aus unseren Tests sind die 300-Watt-Powerstation von Blitzwolf (Testbericht) und die 500-W-Powerstation Loskii LK-PS31 (Testbericht).

Weitere Artikel zu den Themen Outdoor und Camping zeigen unsere Themenwelten. Hier haben wir etwa Hightech-Gadgets zum Wandern getestet, Ferngläser mit Entfernungsmesser ausprobiert oder erklären, worauf man beim Kauf einer Taschenlampe achten sollte. Mehr zu Powerstations zeigen unsere Ratgeber Gadgets gegen den Blackout und Notstrom ohne Lärm: Powerstations mit Akku und 230-V-Steckdose. Und wer auf der Suche nach einer kostengünstigen USV fürs Home Office ist, findet in unserem Beitrag USVs ab 40 Euro: Notstromversorgung für Smart Home, Computer und Daten nützliche Informationen.

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