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 Smartwatch Display Reparatur
Pro und Contra
  • Brauchbare Ergebnisse
  • Geringe Kosten
  • Mehrere Anwendungen möglich
  • Funktioniert nur bei oberflächlichen Kratzern
  • 4.0

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Mit einer günstigen Reparaturpaste kann man Kratzer aus dem Display einer Sportuhr oder Smartwatch entfernen. TechStage testet, ob die Paste die Versprechungen hält.

Uhren, gerade Smartwatches und Sportuhren, müssen Einiges aushalten. Sie sind nicht nur den ganzen Tag am Handgelenk, sie sind auch im Sport dabei. Egal, wie gut man aufpasst, schnell schlenkert man gegen ein Sportgerät, eine Tür oder wirft die Uhr zum Schlüssel in die Tasche. Die Folge sind Kratzer auf dem Display, meist nicht tief, aber dennoch störend.

Gerade bei einer Smartwatch mit Touchscreen lässt sich das Glasgehäuse entweder gar nicht oder nur mit großem Aufwand austauschen. Bei einem 25-Euro-Tracker wie dem Xiaomi Mi Band 5 (Testbericht) steht das in keinem Verhältnis, selbst die Reparatur einer Sportuhr wie die Fitbit Sense (Testbericht) ist wahrscheinlich unwirtschaftlich.

In diese Bresche springt günstige Politurpaste. Mit diesen Produkten kann man kleine Kratzer oder Mikrokratzer aus dem Glas polieren, so die Versprechungen. Es gibt aber ein paar Einschränkungen: Die Kratzer dürfen weder zu tief noch zu lang sein. Einen kompletten Sprung kann die Paste nicht flicken, sie eignet sich vor allem für kleinere Kratzer, die man kaum spürt.

Dann muss man die richtige Paste fürs richtige Glas haben. Plastikdisplays benötigen eine andere Politur als Geräte mit Echtglas. Das ist so weit nicht tragisch, man muss sich nur vorher informieren.

Für den Test haben wir uns den Kratzerentferner von Polywatch zukommen lassen, damit werden wir versuchen, kleine Kratzer aus einer Fitbit Sense zu entfernen. Im Kit liegt alles Notwendige. Zwei Spritzen sind darin, einmal mit der Reparaturpaste, einmal mit der Finish-Paste. Dazu ein Holzstab samt Gummiring und -abdeckung, an diesem wird einer der beiliegenden Vliesstreifen eingespannt. Zusätzlich benötigt man nur etwas Klebeband, Küchenrolle und einen Timer, etwa die Stoppuhr im Handy. Letzteres erklären wir gleich näher.

Die Prozedur ist sehr einfach: Um den oder die Kratzer klebt man das Display ab. Anschließend spannt man einen roten Vliesstreifen auf den Stab, gibt etwas von der Reparaturpaste aufs Display, reibt es drei Minuten lang ein und macht danach sauber. In der Praxis haben wir die zwei Erfahrungen gemacht: Drei Minuten sind länger als man denkt, idealerweise sollte man sich die oben erwähnte Stoppuhr daneben legen. Zudem muss man fester aufdrücken, als man es bei einem Touchscreen gefühlt tun würde.

Entsprechend war unser erster Versuch nicht von Erfolg gekrönt. Zu kurzes Polieren und zu wenig Druck, nach der ersten Reparatur waren die Kratzer noch deutlich sichtbar. Es lohnt sich, dass in dem Kit bis zu acht Anwendungen stecken. Denn nach dem zweiten Durchgang war das Bild deutlich besser, die Kratzer waren viel kleiner. Wo wir sie vorher relativ einfach sehen konnten, müssen wir jetzt starkes Gegenlicht anwenden. Sie sind nicht komplett verschwunden aber deutlich kleiner.

Besser war auch der zweite Durchgang mit der Politurpaste. Auch hier nutzten wir die Stoppuhr und drückten fester auf als beim ersten Durchgang, das Ergebnis war deutlich besser.

Die Reparatur-Sets von Polywatch kosten bis zu 12 Euro, das Kit für Glas ist dabei deutlich teurer als das für Plastik-Displays. Letzteres wird beispielsweise bei der inzwischen wieder beliebten Casio Digitaluhren verwendet. Dafür gibt es bis zu acht Anwendungen der beiden Pasten.

Wer nachher nicht polieren will, der kann seine Smartwatch auch vorher schützen. Ähnlich wie bei Smartphones gibt es Schutzfolien für die meisten Geräte. Und ähnlich wie bei Smartphones ist die Auswahl gigantisch groß, zumal sie für jede Uhr eigentlich angepasst sein sollten. Da die Produkte vor allem von Drittanbietern kommen, sollte man bei Ebay und Amazon nach passenden Folien suchen. Dort findet man etwa Folien fürs Xiaomi Mi Band, Display-Schutz für die verschiedenen Generationen der Apple Watch oder Schutzfolien für die Garmin Fenix.

Wie bei Smartphones hat man die Wahl zwischen gehärtetem Glas (etwa Panzerglas) und klassischen Folien. Das gehärtete Glas schützt, einfach gesagt, am besten gegen Kratzer und Sprünge. Es ist aber weniger flexibel als Folie und muss alle paar Monate gewechselt werden. Entsprechend ist es sinnvoll, ein Paket mit mehreren Schutzgläsern zu kaufen.

Die Reparatursets können nicht zaubern, so viel muss gesagt sein. Wer keine Lust auf Kratzer hat, der sollte gleich eine Folie installieren. Wer daran nicht gedacht hat (so wie wir vor diesem Artikel), der verliert mit den Politurpasten aber wenig Geld und sie können Kratzer tatsächlich kleiner machen, Mikrokratzer verschwinden sogar komplett. Das ist den Aufwand in jedem Fall wert, zumal mehr als eine Anwendung mitgeliefert wird.

Der Artikel erscheint im Rahmen unserer Themenwelten Smartwatches und Sportuhren. Dort haben wir neben zahlreichen Einzeltests auch unsere Toplisten: Die Top 10 der Sportuhren oder unseren Testsieger-Artikel: Die beste Sportuhr, Smartwatch und Fitness-Tracker

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