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Polar Variety Sense 01
Pro und Contra
  • Bequemer Sitz
  • Hohe Messgenauigkeit
  • Gute Akkulaufzeit
  • Preis
  • 4.5

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Polar liefert mit dem Variety-Sensor einen optischen Pulssensor, den man an Handgelenk, Oberarm oder Schläfe tragen kann. TechStage testet den Herzfrequenz-Sensor.

Polar hat mit dem Variety Sense einen Pulsmesser ins Programm aufgenommen, der wie eine Fitness-Tracker den Herzschlag über einen optischen Sensor registriert. Wir haben das Gerät im Praxistest ausprobiert und geprüft, wie gut sich der Sensor im Vergleich zu einer herkömmlichen Smartwatch und einem Brustgurt schlägt.

Wer regelmäßig und intensiv Sport treibt, möchte Strecke, Puls und Co im Blick behalten. Fitness-Tracker (Themenwelt), Sportuhren (Themenwelt) oder dedizierte Brustgurte sind da bislang das Gerät der Wahl – aber Polar hat seit Neuestem einen Pulsmesser im Angebot, der die Herzfrequenz mit einem optischen Sensor am Handgelenk, Oberarm oder an der Schläfe misst.

Wir haben uns den Polar Variety Sense einmal genauer angeschaut und im Vergleichstest gegen die Garmin Vivoactive 3 und einen Brustgurt von Smartlab antreten lassen. Unser Test klärt die Frage, wie gut sich der Variety Sense bei der Pulsmessung schlägt und für wen sich die Anschaffung eines solchen Geräts am ehesten lohnt.

Der Test zum Polar Variety Sense erscheint im Rahmen unserer Themenwelt Fitness-Tracker. Dort sind Tests zum Xiaomi Mi Band 5 (Testbericht), Amazfit Band 5 (Testbericht), Fitbit Sense (Testbericht) oder Realme Band (Testbericht) veröffentlicht. Dazu haben wir eine Bestenliste Sportuhren verfasst und einen Vergleichstest zu acht Fitness-Trackern geschrieben.

Obwohl es sich beim Polar Variety Sense nur um einen Pulsmesser und nicht um ein Modeaccessoire handelt, sieht das Gerät hübsch aus. Der grau-schwarz melierte Befestigungsgurt und der Clip für den Sensor kommen schlicht, aber ansehnlich daher. Der Lieferumfang beinhaltet neben Armband, Sensor und Ladeadapter zusätzlich noch einen weiteren Clip, mit dem wir den Sensor an einer Schwimmbrille befestigen können. Er misst den Puls dann über die Schläfe.

Das Armband besteht aus textilem Material und lässt sich in der Maschine waschen. Nutzer können den Befestigungsclip für den Sensor dazu abnehmen. Das Armband selbst fühlt sich beim Tragen bequem an und fällt nach kurzer Zeit nicht mehr auf. Der Sensor liegt angenehm flach an, sodass er beim Training nicht stört.

Um den Variety Sense verwenden zu können, muss man ihn mit einem Smartphone koppeln und mit der Polar-Flow-App synchronisieren. Nach einer einmaligen Einrichtung arbeitet der Sensor aber unabhängig von der App und kann sich beispielsweise mit einem Indoor-Bike oder einer Sportuhr verbinden. Die Einrichtung an sich funktioniert wie von Polar gewohnt reibungslos und intuitiv per Bluetooth-Verbindung: Wir schalten den Sensor ein und wählen in der App den Reiter „Geräte“. Die App findet den Sensor automatisch und wir können die kurze Einrichtungsequenz abschließen, in der wir unter anderem auswählen, an welchem Arm wir den Sensor bevorzugt tragen.

Wer möchte, kann die Polar Flow App zum Tracking von Trainingseinheiten mit dem Polar Variety Sense verwenden. Dazu wählen wir eine aufzuzeichnende Sportart und legen in den Einstellungen fest, dass wir einen Herzfrequenz-Sensor respektive den Variety Sense benutzen möchten. Hat sich die App mit dem Sensor verbunden, erscheint im Trainingsreiter ein kleines Icon, das unseren aktuellen Puls anzeigt. Die App selbst zeichnet dann mithilfe des Variety Sense unsere Herzfrequenz auf und gibt diese in einem ausführlichen Diagramm wieder. Wir können außerdem ablesen, wie hoch unsere minimale und maximale sowie durchschnittliche Herzfrequenz während der Trainingseinheit war.

Die wesentliche Frage, der sich der Polar Variety Sense stellen muss, ist: Welchen Vorteil bietet der Sensor gegenüber einem herkömmlichen Brustgurt oder einer Smartwatch? Die kurze Antwort lautet: Der Sensor ist sehr flexibel. Eine Smartwatch benötigt zwar nicht zwangsläufig die Verbindung zum Smartphone, um den Puls dauerhaft zu tracken. Dafür kann man sie nur am Handgelenk tragen, wo sie bei manchen Sportarten (wie Schwimmen, Kettlebell-Training oder Kampfsport) schnell stört. Der Polar Variety Sense bietet mehr Flexibilität, weil man ihn an verschiedenen Stellen des Körpers oder der Schwimmbrille befestigen kann.

Der Variety Sense hat gegenüber einem Brustgurt den Vorteil, dass er eine recht hohe Reichweite von 150 Metern besitzt. Damit kann man etwa beim Schwimmen oder Training das Smartphone in einer gewissen Entfernung zum Sensor aufbewahren, ohne dass die Verbindung abbricht. Alternativ kann der Variety Sense Trainingsdaten im internen Speicher aufzeichnen. Damit kann man trainieren, ohne dass man Smartphone oder Smartwatch tragen muss.

Aber wie gut schlägt sich der Variety Sense gegenüber einer Smartwatch und einem Brustgurt im Praxistest? Wir haben die Messungen aller drei Geräte aus mehreren Sporteinheiten, darunter Cardio- und Krafttraining, miteinander verglichen und folgende Ergebnisse erhalten: Der Polar Variety Sense schlug sich beim Cardio-Training (Laufen und Wandern) sehr gut. Die Abweichungen vom Herzfrequenz-Gurt lagen im niedrigen einstelligen Bereich, zum Beispiel 117S/min bei der durchschnittlichen Herzfrequenz und 162S/min bei der maximalen Herzfrequenz gegenüber Brustgurtmessungen von 119S/min und 161S/min. Auch das Diagramm der Trainingszonen, fiel beim Variety Sense fast identisch zu dem des Brustgurts aus.

Wir erlebten außerdem eine Überraschung bei Sporteinheiten, die vorwiegend aus Krafttraining bestehen. Hier kommt der Variety Sense hervorragend und deutlich besser als eine herkömmliche Smartwatch mit den schnellen Wechseln und Schwankungen der Herzfrequenz zurecht. Die Aufzeichnung ergab im Vergleich zum Brustgurt fast identische Werte, lediglich die durchschnittlichen Herzfrequenzen wichen um 2S/min voneinander ab; Der Wert der durchschnittlichen Herzfrequenz war in beiden Fällen gleich. Damit beweist der Variety Sense für einen optischen Sensor ein sehr hohes Maß an Genauigkeit und eignet sich nicht nur für das Tracking von Cardio-Einheiten, sondern auch von Kraftsport oder anderen Trainingseinheiten mit vergleichbar schwankender Pulsrate.

Die Akkulaufzeit des Variety Sense beträgt laut Polar bis zu 20 Stunden. Diese Angabe konnten wir im Test bestätigen. Wer also eine Stunde pro Tag trainiert und das Training mit dem Pulssensor aufzeichnen möchte, kann fast drei Wochen ohne Ladepause vom Variety Sense Gebrauch machen. Um den Akku wieder aufzuladen, müssen wir den Sensor aus dem Armband herausnehmen und in die Ladeschale stecken. Die Ladeschale besitzt einen USB-Port, sodass wir den Variety Sense an jedem beliebigen USB-Stecker aufladen können. Der Nachteil: Die Ladeschale ist ziemlich klein und kann deshalb leicht verloren gehen. Außerdem funktioniert sie nur mit dem Variety Sense, sodass sich Nutzer für Ersatz direkt an Polar wenden müssen.

Der Polar Variety Sense kostet laut unverbindlicher Preisempfehlung 89,95 Euro. Der Straßenpreis beginnt aber schon leicht darunter bei 81,49 Euro. Polar verkauft außerdem separate Armbänder für den Sensor zum Preis von 19,95 Euro. Die Armbänder sind als Ersatz für das mitgelieferte Armband gedacht und haben daher dieselbe Farbe.

Der Variety Sense liegt mit einem Preis von knapp 90 Euro im Vergleich zu anderen Herzfrequenz-Sensoren von Polar eher im oberen Preissegment. Das Preisleistungsverhältnis stimmt unserer Meinung nach trotzdem, weil Käufer einen hochwertigen und zuverlässigen Pulssensor für ihr Geld erhalten.

Der Polar Variety Sense hat uns im Test fast auf ganzer Linie überzeugt: Er trägt sich angenehm, hat eine sehr lange Akkulaufzeit und kann bei seinen Messungen locker mit einem Brustgurt mithalten. Er eignet sich dadurch für die Pulsmessung deutlich besser als eine Smartwatch und besitzt gegenüber einem Brustgurt den Vorteil, dass wir ihn auch ohne zusätzliche Hardware wie ein Smartphone zur Aufzeichnung der Herzfrequenz einsetzen können. Das ist vor allem dann von Vorteil, wenn ein solches Gerät stört oder sich aus anderen Gründen nicht am Körper mitführen lässt.

Wer Wert auf eine genaue Pulsmessung legt, aber keinen Brustgurt nutzen möchte, bekommt mit dem Polar Variety Sense eine bequeme und zuverlässige Alternative geboten. Wir empfehlen den Variety Sense sowohl für Sportler, die häufig Cardio-Einheiten tracken möchten, sowie für Kraftsportler. Insbesondere bei Trainingseinheiten, bei denen Smartwatches am Handgelenk stören oder beschädigt werden können, entfaltet der Variety Sense sein volles Potenzial.

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