Pokémon Strahlender Diamant im Test: Nostalgisches Remake mit aktueller Technik

Pokemon Strahlender Diamant - Teaser
Pro und Contra
  • Pokémon-Unterschlüpfe bieten als neues Feature praktische Sammelstätten diverser Pokémon
  • Die Untergrundhöhlen zählen zu der besten Nebenaktivität des Franchise
  • Viele kleine charmante Features ergeben ein abwechslungsreiches Abenteuer
  • Vergleichsweise wenig qualitative Änderungen zum Original
  • Super-Wettbewerb verliert durch Neuauflage an Charakter
  • 4.0

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Eine alte Story im neuen Gewand: Pokémon Strahlender Diamant setzt das Spiel von 2007 auf der Nintendo Switch neu auf. Wir testen, ob das klappt.

Im Jahr 2007 veröffentlichte Nintendo Pokémon Diamant und Pokémon Perl auf dem Nintendo DS, zusammen ergaben die beiden Titel die vierte Spielgeneration der Pokémon-Reihe. Auch eine Zusatzedition, Pokémon Platin, folgte ein Jahr nach der Erstveröffentlichung.

Im Jahr 2022 stehen wir nun vor der achten Spielgeneration, Pokémon Karmesin und Purpur stehen als neunte Generation bereits in den Startlöchern. Das Franchise ist mit Titeln wie Pokémon Schwert und Schild, sowie Pokémon-Legenden: Arceus sichtlich im Wandel, und doch zog es uns im vergangenen November zurück nach Sinnoh.

Mit Pokémon Strahlender Diamant und Pokémon Leuchtende Perle kehren zwei nostalgische Lieblinge der Fans zurück und präsentieren sich im neuen Glanz. Wie schlägt sich also das Pokémon Diamant-Remake im Jahr 2022, kann die klassische Formel sowohl neue als auch alte Fans auf der Nintendo Switch abholen?

Egal, ob neuer oder alter Fan, die Grundprinzipien eines Pokémon-Spiels dürften mittlerweile so ziemlich jedem bekannt sein: als heranwachsender Pokémon-Trainer machen sich Spieler auf nach Sinnoh, um den von Professor Eibe geschenkten Pokédex zu vervollständigen. Hierbei kommt es nicht nur zu allerlei Begegnungen mit Pokémon und anderen Trainern, auch Team Galaktik als zwielichtige Organisation läuft uns immer wieder über den Weg. Die Handlanger führen nichts Gutes im Schilde, dass dies im entfernten Sinne etwas mit den legendären Pokémon (je nach Edition) Dialga oder Palkia zu tun hat, liegt auf der Hand. Schritt für Schritt, Arenaorden für Arenaorden, kommen Spieler dem Geheimnis rund um Team Galaktik und ihren wortwörtlich Welt verändernden Plänen auf die Spur.

Mit dem Sinnoh-Pokédex kehren Spieler zur vierten Spielgeneration zurück und entdecken dabei ebenfalls in Vergessenheit geratene Pokémon, wie Girafarig aus der zweiten, oder auch Meditie aus der dritten Generation. Auch wenn viele der Pokémon aus der vierten Generation erst zu Beginn des Jahres mit Pokémon-Legenden: Arceus einen Auftritt erhielten, so wird Spielern dennoch eine erfrischende Auswahl an Pokémon präsentiert. Im Gegensatz zu vergangenen Remakes wird der Sinnoh-Pokédex jedoch nicht mit Pokémon der neuen Generationen erweitert. Auch die inhaltlichen Erweiterungen der Pokémon Platin-Edition, wie die Kampfzone, werden mit den Remakes nicht berücksichtigt.

Die Neuauflagen nehmen somit keine großartigen Veränderungen an den alten Inhalten vor. Einige zusätzliche Inhalte gibt es jedoch trotzdem, so können Spieler beispielsweise nun eines ihrer Pokémon als Begleiter wählen und auf der Reise durch Sinnoh hinterherlaufen lassen. Auch die Fähigkeit, die Kleidung zu wechseln, wurde aus den neueren Titeln übernommen. So lässt sich das Aussehen des Protagonisten nun mit schicken Outfits anpassen.

Der altbekannte Stil wurde zudem mit einer charakterisierten, Chibi-ähnlichen Gestaltung ersetzt. Eine helle, niedliche Atmosphäre gibt hierbei den Ton an. Neben der allgemeinen Stilveränderung wurden auch andere Aspekte des Titels aufgehübscht. So erhalten die Kampfhintergründe je nach Umgebung und Tageszeit detaillierte und abwechslungsreiche Kulissen, die stets einen tollen Eindruck machen. Je nach Spieler bedarf der besagte Chibi-Stil etwas eingewöhnung, besonders bei Nahaufnahmen der verschiedenen Charaktere, wirkt dieser manchmal gewöhnungsbedürftig.

Im neuen Look und mit einigen Erweiterungen geht es also auf nach Sinnoh. Dabei dürfen sich Spieler auf ein abwechslungsreiches Abenteuer freuen, denn die weite Welt hält für die Spieler auch allerlei Aktivitäten außerhalb der Pokémon-Kämpfe bereit.

Dabei ist vorwiegend die Rede von den Untergrundhöhlen, ein riesiges Netzwerk an Höhlen, welches sich durch ganz Sinnoh erstreckt. Mithilfe des Erkundungs-Set-Items können Spieler nach Belieben in den Untergrund kehren und die Labyrinth-artigen Wege erforschen. Wer auf der Karte glitzernde Markierungen entdeckt, kann an der besagten Stelle in der Wand anfangen zu graben, und innerhalb eines Ausgrabungs-Minispiels tolle Schätze zum Vorschein bringen. Neben Entwicklungssteinen ist hierbei hauptsächlich die Rede von Sphären, die als Währung gelten, sowie schicke Pokémon-Statuen. Die besagten Statuen wiederum gelten als Dekoration für die Geheimbasis, die ebenso wie im Original als Unterschlupf für die Spieler dienen.

Das Level der Personalisierung kommt hierbei jedoch leider nicht an Pokémon Rubin und Saphir heran, in denen Spieler ihre Geheimbasis mit Möbelstücken, Puppen und sogar Teppichen bestücken konnten. Stattdessen können lediglich die ausgegrabenen Statuen in der Basis platziert werden, um gewisse Effekte, wie das häufige Erscheinen von bestimmten Pokémon-Typen auszulösen. Hier kommt das einzige wahrhaftig neue Feature zum Vorschein, welches sich blendend in den bereits aus dem Original bekannten Untergrund-Aufbau einfügt.

Bei dem neuen Feature handelt es sich um die sogenannten Pokémon-Unterschlüpfe, die als Sammelstelle gewisser Pokémon-Typen gelten. Während Spieler an der Oberfläche Sinnohs im hohen Gras oft nach bestimmten Pokémon Ausschau halten und unzählige Bidiza- und Staralili-Begegnungen erdulden müssen, so machen die Pokémon-Unterschlüpfe das Auffüllen des Pokédex, sowie das Erstellen des eigenen Teams, wesentlich leichter. Auch optisch machen die Unterschlüpfe mit ihren diversen Biomen, von Vulkanlandschaften, zu sandigen Dünen und Gewässern, jede Menge her.

Umso enttäuschender ist dafür die Neuauflage der Super-Wettbewerb-Shows. Diese galten in Pokémon Rubin und Saphir, sowie Pokémon Diamant und Perl als wahres Highlight und bescherten auch mir damals jede Menge Freude. Bei den Super-Wettbewerb-Shows können Spieler ihre Pokémon in verschiedenen Kategorien, wie Coolness, Putzigkeit oder auch Klugheit antreten lassen, um letztlich als Sieger mit tollen Preisen zu enden. Um das Level in einer der Kategorien steigen zu lassen, bedarf es das Sammeln jeder Menge Beeren, die in einem Minispiel zu sogenannten Knurspen weiterverarbeitet werden. Anschließend werden diese verfüttert und erhöhen je nach Zutat das Level des Pokémon.

Unglücklicherweise, wurde der Ablauf der Super-Wettbewerb-Shows in den Remakes auf ein recht einfältiges Rhythmus-Minispiel begrenzt. Hierbei müssen Spieler zur richtigen Zeit eine Taste drücken und haben ein einziges Mal die Möglichkeit, eine Attacke des antretenden Pokémons zu präsentieren. Keine Model-Einlagen wie in Pokémon Rubin und Saphir, keine Kunststückrunde wie in Pokémon Diamant und Perl. Hier fehlt es leider an demselben Charme, der anderweitig aus allen Ecken des Titels sprießt.

Trotz Abzügen in Sachen Pokémon-Wettbewerb, zählen die Nebenaktivitäten von Pokémon Diamant und Perle auch in Form der Neuauflage zu den stärksten Titeln in den Pokémon-Reihen. Die Untergrundhöhlen erstrahlen 2022 im neuen Glanz, die Pokémon-Unterschlüpfe als Neuzugang passen sich blendend an und präsentieren eine Bereicherung für Pokémon-Trainer. Obendrauf kommen kleine Minispiele, wie das Kochen von Knurspen, oder die Pokéball-Dekoration mithilfe von gesammelten Stickern, die dem Abenteuer eine starke Persönlichkeit verleihen.

Letztlich ist Pokémon Strahlender Diamant jedoch vor allem ein Remake, kein neues Spiel, und sollte demnach ebenso an seiner detailgetreuen Darstellung, den potenziellen Erneuerungen, sowie der Zugänglichkeit gemessen werden.

Vor dem Beginn des Abenteuers hatte ich in der Tat meine Zweifel, wie gut mir nach meiner Zeit zusammen mit Pokémon-Legenden: Arceus der Wechsel in die klassischen, eher limitierten Gefilde des Remakes gelingen würde. Zu meinem Erstaunen fiel der besagte Wechsel sehr leicht und löste zugleich jede Menge nostalgische Gefühle des Originaltitels aus. Eine Reaktion, die sehr wohl als qualitatives Merkmal für das Remake stehen kann.

Besonders die bereits erwähnten Nebenaktivitäten unterhalten Spieler zeitlos und können mit einem tollen Design überzeugen. Aktivitäten wie das Dekorieren der Pokébälle verleiht dem Abenteuer eine sehr persönliche Note, von der sich besonders die neuen Spielgenerationen durchaus etwas abgucken können. Etwas schlechter gealtert, sind hingegen die eher limitierten Ansätze an die Fortbewegung in der Spielwelt. Erneute Kämpfe mit Trainern, mit Honig bestrichenen Bäumen sowie das Anpflanzen von Beeren in der Welt, verlangen eine Rückkehr in vergangene Gebiete. Auch wenn Spieler ab einem gewissen Zeitpunkt bequem mit dem VM Fliegen zu den jeweiligen Gebieten fliegen können, so erweist sich die ständige Reise zwischen zwei Gebieten, oft unterbrochen von unzähligen Pokémon-Begegnungen, doch recht mühselig.

Die limitierte Bewegungsfreiheit ist demnach sicherlich nichts, das Pokémon-Fans in den neueren Generationen vermissen. Dafür kann sich das Original in Sachen Freizeitgestaltung, sowie dem Level der Interaktion mit der Spielwelt (wie das Anpflanzen und Pflücken von Beeren) noch immer mit heutigen Titeln messen. Dass Nintendo auch weiterhin daran arbeitet, die Welt des Pokémon-Universums fernab der Kämpfe auszubauen, ist an Pokèmon-Legenden: Arceus klar erkennbar.

Pokémon Strahlender Diamant gibt es einzeln oder als Doppelpack mit dem Remake Pokémon Leuchtende Perle.

Was ist es also, was ein Remake erfolgreich macht? Für die einen mag es die identische, detailgetreue Nachbildung der originalen Spielerfahrung auf einem neueren System sein. Für die anderen zählt zu den Aufgaben einer Neuauflage ebenso die Inklusion neuer Elemente, Verbesserungen und Erweiterungen des Klassikers. Pokémon Strahlender Diamant und Leuchtende Perle zählen hierbei ohne Frage in die erste Kategorie, denn wer eine detailgetreue Nachbildung des 2007 veröffentlichten Abenteuers möchte, der erhält mit den Remakes genau das.

Die Untergrundhöhle zählt zu den vielleicht unterhaltsamsten Nebenaktivitäten des Franchise, auch zusätzliche Inhalte, wie das Dekorieren der Pokébälle oder die Pokémon-Begleiter, verleihen dem Titel viel Charme und Persönlichkeit. Auch für neue Fans sind die Remakes demnach eine klare Empfehlung, denn diese können auch ganz ohne nostalgischer Brille mit den heutigen Generationen mithalten.

Der Test erscheint in unserer Themenwelt zur Nintendo Switch. Dort haben wir die neue Nintendo Switch OLED (Testbericht) ausprobiert und unsere Bestenliste zu den Top 10 Swtich-Spielen veröffentlicht.

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