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Pro und Contra
  • Vielfältige Gebiete, in denen jeder Pokémon-Typ wunderbar repräsentiert wird
  • Pokémon sämtlicher Generationen sind vertreten, inklusive legendärer Pokémon
  • Forschungslevel bieten Anreiz zur kontinuierlichen Erkundung und Verbesserung
  • Steuerung des Neo-One
  • Bewertung der Fotos etwas einseitig
  • 5.0

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Endlich ein neues Pokémon-Spiel für die Switch. Bei New Pokémon Snap gibt es aber einen Twist: Statt die Monster zu fangen, müssen Spieler möglichst gute Fotos schießen. TechStage zeigt im Test, warum dennoch echtes Pokémon-Feeling aufkommt.

Nintendos Pokémon-Franchise feierte dieses Jahr sein 25. Jubiläum, seit der Erstveröffentlichung der roten und blauen Edition auf dem Game Boy hat sich so einiges getan. Mit Titeln wie Pokémon Go, oder dem im Februar angekündigten RPG-Titel Pokémon Legenden: Arceus, bauen die Entwickler das Pokémon Franchise auch fernab der klassischen Formel aus und bieten Fans neue Anreize. Mit New Pokémon Snap, dem Nachfolger des 1999 auf der Nintendo 64 veröffentlichten Originals, erweitert Nintendo erneut das Franchise und erfüllt gleichzeitig den lang ersehnten Wunsch vieler Spieler. Doch kann sich das Spiel auch fernab nostalgischer Erinnerungen beweisen?

Schon als Kind füllten sich die Seiten meines Stickeralbums mit abstrakten Zeichnungen und Pokémon Stickern, die die Lebensräume und das Zusammenspiel der Kreaturen darstellen sollten. Nostalgische Erinnerungen an den Originaltitel besitze ich nicht, doch der Wunsch, einen Einblick in das alltägliche Leben der Pokémon zu erhalten, war schon immer da. Mit New Pokémon Snap hat Nintendo nun den lang ersehnten Nachfolger auf die Nintendo Switch gebracht. Dieses Mal geht es in die Lentil-Region, in der nicht nur allerlei Pokémon, sondern auch ein mysteriöses Phänomen die Aufmerksamkeit der Spieler benötigt.

Spieler stolpern mehr oder weniger in Nintendos neuestes Pokémon-Abenteuer, welches im Lentil-Labor für Pokémon- und Naturforschung beginnt. Mit einer knappen Begrüßung stellen sich der leitende Wissenschaftler Professor Mirror und seine Assistentin Rita vor, schon werden Spieler mit einer Kamera in der Hand in das Neo-One-Mobil gesetzt und auf die allererste Erkundung geschickt. Im Laufe des Spiels ist dabei vor allem eines wichtig: Die Erforschung des Lumina-Phänomens, ein in der Lentil-Region vorkommendes mysteriöses Leuchten. Das geht nicht nur von kristallenen Pflanzen, sondern auch von einigen Pokémon aus. Die Entdeckungen im Buch eines alten Abenteurers, sowie Professor Mirrors eigene Forschungsergebnisse führen uns durch die vielfältige Region, bestehend aus Gebieten wie den schneebedeckten Gebirgen Durus, den sonnigen Stränden von Copia oder auch Volcas feurigen Vulkangebirgen.

Neben der für Pokémon typischen Vorstellung des neuen Professors, bietet das Spiel auch eine weitere sagenumwobene Legende. Die dreht sich um legendäre Pokémon, die Verbindung zwischen den Menschen und Kreaturen, sowie deren Einflüsse auf die Weltgeschichte. Ohne zu viel von der Geschichte vorwegzunehmen, lässt sich sagen, dass Spieler sich hierbei auf einen weiteren schön inszenierten Einblick in die Geschichte der Pokémon freuen können. Spielerisch ist diese jedoch eher ein Mittel zum Zweck, um zum nächsten Gebiet und somit auch neuen Pokémon zu gelangen.

Dabei gilt stets: Nur gucken, nicht anfassen. Das Neo-One wird an keiner Stelle des Spiels verlassen und hält sich stets an eine vorgegebene Route, sodass Spieler sich voll und ganz auf das Dasein eines Fotografen konzentrieren können. Damit Professor Mirror die geschossenen Fotos für seine Forschungsarbeit verwenden kann, gilt es verschiedene Kriterien zu erfüllen. Ein gutes Foto wiederum gelingt besonders dann, wenn man die vom Spiel bereitgestellten Hilfsmittel gekonnt einsetzt.

Statt mit einem Pokéball fangen Spieler in New Pokémon Snap die Pokémon per Schnappschuss ein. Darin liegt auch schon der Kern des Spiels, denn die Fähigkeit ein gutes Foto zu schießen, beeinflusst nicht nur die Punktebewertung des Fotos, sondern auch die Freischaltung der neuen Gebiete. Um das perfekte Foto zu schießen, gilt es nicht nur die Kamera zu beherrschen, sondern auch die richtigen Hilfsmittel einzusetzen. Der Forschungslevel eines Gebietes steigt, je mehr Punkte die Spieler im Laufe einer Erkundung mit ihren Fotos gesammelt haben. Durch das steigende Forschungslevel schreitet die Geschichte voran, neue Gebiete der Lentil-Region offenbaren sich und die Auswahl an Items die während einer Erkundung zur Verfügung stehen steigt.

Auch das Lumina-Phänomen selbst wird Mittel zum Zweck. Die sogenannten Lumina-Kugeln können während der Erkundung auf die Pokémon geworfen werden, um gewisse Verhaltensweisen und Reaktionen auszulösen. Die Scan-Funktion der Kamera hingegen offenbart nicht nur optionale Routen, die mit dem Neo-One befahren werden können, sondern präsentiert interessante Entdeckungen in der Umgebung. Auf den eigentlichen Scan reagieren die Pokémon manchmal verängstigt, manchmal überrascht, was erneut Möglichkeiten für einen Schnappschuss präsentiert. Mit dem Samtapfel können viele Kreaturen aus der Reserve gelockt werden. Ein Pokémon beim Essen zu fotografieren ist fast schon ein garantierter Hit bei Professor Mirror, ebenso wie die freudige Reaktion, die kurz nach dem Verzehr beobachtet werden kann. Zu Guter Letzt kann der Spieler mit dem Abspielen einer Melodie einige Pokémon zum Tanzen bringen. Erwischt man ein Pokémon aus dem richtigen Winkel, bekommt das Neo-One kurzzeitig einen Turbo-Boost.

Nachdem sich Spieler nach der Erkundung eines Gebietes zurück zu Professor Mirror und den Rest des Teams begeben haben, kümmert sich dieser um die Bewertung der neuesten Schnappschüsse. Jedes Foto wird dabei anhand derselben Kriterien bewertet: die Pose, die Größe des Pokémon auf dem Bild, die Blickrichtung, Positionierung, ob sich weitere Pokémon auf dem Bild befinden sowie die Hintergrundkulisse. Ob ein Foto floppt oder sich mit einem Platin-Sternchen schmücken kann, hängt besonders von der Größe, Blickrichtung und Positionierung ab. Selbst eine Gruppe tanzender Blubella lässt jeden Foto-Fanatiker kalt, wenn diese sich in der Ferne hinter einem Busch verstecken. Eine schnelle Reaktionszeit, sowie eine gute Kenntnis der jeweiligen Route und dem Auftreten der Pokémon ist also besonders wichtig, um bei Professor Mirror wortwörtlich zu punkten.

Auch wenn sich das eigentliche Ziel des Spiels, das Fotografieren von Pokémon, recht simpel gestaltet, schafft es Nintendo das Gameplay dank Elementen wie den Hilfsmitteln sinnvoll auszubauen. Es gehört eine gewisse Taktik dazu, um ein gelungenes Foto zu schießen, doch die einzelnen Kriterien werden schnell verinnerlicht und befinden sich bei der nächsten Erkundung bereits im Hinterkopf. Etwas eigen hingegen ist Professor Mirror und sein Bewertungsalgorithmus bei der Zentrierung der Pokémon auf dem Bild. Ein Pokémon soll sich stets mittig des Bildes befinden um eine gute Punktzahl bekommen. Dabei scheint es, als würde der ästhetische Aspekt der Fotografie ein wenig missachtet werden. Schließlich wurde nicht jedes gelungene Foto der Weltgeschichte aus ein und demselben Winkel geschossen.

Der berühmte Pokédex wird in New Pokémon Snap mit dem thematisch abgestimmten Fotodex ausgetauscht. In diesem finden sich neben den üblichen Informationen über das jeweilige Pokémon vier Foto-Slots, die für das jeweils beste ein bis vier Sterne Foto vorgesehen sind. Wie ein kleines Stickeralbum wird dieses nach und nach gefüllt und mit neuen Pokémon erweitert.

Ein gutes Foto sorgt nicht nur für eine gute Punktzahl oder schöne Fotos im Album, sondern treibt ebenso die Erforschung der Region heran. Zu Beginn des Spiels hatten wir sorgen, New Pokémon Snap würde eine recht kurze und etwas eintönige Spielerfahrung werden. Doch nicht allzu lang nach Beginn des Spiels, nachdem Spieler die ersten hochkarätigen Fotos geschossen und ihre Forschungslevel ausgebaut haben, spaltet sich das Spiel auf viele diverse Gebiete und somit auch Erkundungen ab. Jedes Gebiet kann am helllichten Tag oder bei Nacht erforscht werden, wobei die nächtliche Erkundung in einigen Gebieten mit einer Lumina-Zone ersetzt wird, bei denen sich alles um die Auseinandersetzung mit den Lumina-Pokémon dreht.

Es ist immer wieder einen Grund zur Freude, wenn wir in einem Gebiet um ein Forschungslevel aufsteigen, denn mit jedem Forschungslevel verändern sich gleichzeitig auch die Pokémon des Gebietes. Scheue Pokémon zeigen sich nun häufiger, neue Pokémon lassen sich sehen und auch komplexere Szenarien, wie der Kampf zwischen zwei Bisofanks, lassen sich mit der Kamera einfangen. Schnell ist die begrenzte Anzahl von 70 Fotos pro Erkundung erreicht, wenn ein neues Pokémon gesichtet oder die Scan-Funktion eine neue alternative Route aufgedeckt hat. Genau dieser Aspekt, das stetige Erforschen und Ausbauen der Erkundungen, ist es was Pokémon Snap zu einem langanhaltenden Spielspaß macht.

Dazu trägt auch die große Bandbreite der Pokémon bei, die sich in der Lentil-Region blicken lassen. Von der ersten bis zur letzten Generation sind viele Pokémon vertreten, die sich wunderbar in die ebenso vielfältigen Gebiete des Spiels einfügen. Insgesamt sechs Gebiete, einige von ihnen noch einmal in eigene Bereiche abgespaltet, gibt es in New Pokémon Snap zu erkunden. Jede Umgebung präsentiert eine wunderschöne Kulisse entsprechend der Thematik, untermalt mit passender Musik. Ein Georok dabei zuzuschauen, wie es im Herzen eines Vulkans Magma isst, oder Tengulist und Pam-Pam beim Kampftraining im nebligen Wald zu beobachten, ist genau die Art von Unterhaltung, die wir uns vom Spiel erhofft haben.

New Pokémon Snap kostet um die 45 Euro. Neben dem eigentlichen Spielmodul gibt es einen Download-Code (der allerdings teurer ist und sich nicht weiterverkaufen lässt) und ein paar spannende Bundles mit einer Nintendo Switch Lite (Testbericht).

Die anfänglichen Befürchtungen, New Pokémon Snap sei eine zu simple Spielerfahrung, die nicht lange anhalten würde, sind nach über 20 Stunden Spielzeit komplett verflogen. Auch nach der Aufdeckung der gesamten Lentil-Region und der finalen Erforschung des Lumina-Phänomens ist unsere Zeit als Pokémon-Fotograf noch lange nicht vorbei. Es gilt die finalen Forschungslevel der Gebiete und dementsprechend neue Szenarien zu entdecken und die Seiten des Albums mit vielen wundervollen Fotos zu schmücken. An einigen Stellen fühlt es sich so an, als würde der Bewertungsalgorithmus das eigentlich wichtige, die Ausstrahlung eines Fotos ignorieren und „Dasselbe in Grün“ bevorzugen. Von diesem einigen Ausnahmen abgesehen, funktioniert die Fotobewertung und das allgemeine System dahinter jedoch wunderbar und gibt gute Anhaltspunkte dazu, wie die fotografischen Künste verbessert werden können.

Das Interesse an der Welt der Pokémon geht weit hinaus über Trainerkämpfe und etliche Stadien, das zeigt auch New Pokémon Snap erneut. Bisher gibt es keine offiziellen Informationen darüber, ob Nintendo das Spiel zukünftig mit neuen Inhalten ergänzen wird. Das Hinzufügen weiterer Pokémon, wenn nicht sogar neuer Gebiete wäre denkbar und würde ohne Frage viele Fans glücklich machen.

Wer komplexe Spielmechaniken mit taktischen Ansätzen erwartet, wird wohl oder übel von New Pokémon Snap enttäuscht werden. Vielmehr sollte das Spiel als informativer Ausflug in die Welt der Pokémon angesehen werden, in der mit steigenden Levels auch die Zutraulichkeit der Pokémon und ihre Artenvielfalt steigt. Wer mehr Zeit mit seinen Lieblingspokémon außerhalb von Kämpfen verbringen möchte, oder als Pokéfan einfach ein Spiel zur kleinen Verschnaufpause zwischendurch sucht, der wird mit New Pokémon Snap wunderbar bedient.

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