PoE-Überwachungskamera Annke FCD600 im Test: 180°-Sichtfeld dank Dual-Objektiv

Annke FCD600 (I51DW)
Pro und Contra
  • Hohe Auflösung mit 3632 × 1632 Pixel
  • Gute bis sehr gute Bildqualität
  • Großes Sichtfeld mit horizontal 180 Grad und vertikal 81 Grad
  • Smarte Überwachungsfeatures wie Linienüberquerungserkennung
  • Gegensprechfunktion mit Geräuschunterdrückung
  • Steuerbar per App, Browser und Desktop-Anwendung
  • Umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten inklusive Support für ONVIF, NAS und NVR
  • App bietet nicht alle Funktionen der Kamera
  • Bedienung & Konfiguration etwas schwieriger als bei Consumer-Modellen
  • 4.5

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Die PoE-Überwachungskamera Annke FCD600 bietet ein superbreites Sichtfeld sowie smarte Einstellmöglichkeiten. Außerdem unterstützt sie den Onvif-Standard.

Starr ausgerichtete Überwachungskameras (Themenwelt) wie die Ezviz Elife 2K+ (Testbericht) können naturgemäß einen weniger großen Bereich überwachen als PTZ-Varianten (Pan, Tilt & Zoom; Schwenken, Neigen & Zoomen) wie die Eufy Floodlight Cam 2 Pro (Testbericht) oder die Reolink Argus PT (Testbericht). In der Regel liegt das Sichtfeld einer fix ausgerichteten Überwachungskamera zwischen 90 und 140 Grad, während PTZ-Modelle mit einem schwenk- und neigbaren Objektiv einen Bereich von bis zu 360 Grad erfassen. Inzwischen gibt es allerdings Überwachungskameras wie die Annke NCD800 (Testbericht) und die Reolink Duo 2 (Testbericht), die dank zweier Objektive einen Sichtbereich von bis zu 180 Grad bieten. Der Überwachungsbereich ist damit zwar noch immer kleiner als mit PTZ-Varianten, doch anders als diese erfassen Modelle mit zwei Linsen den zu überwachenden Bereich kontinuierlich, während PTZ-Varianten beim Schwenken immer nur einen Ausschnitt erfassen. Gegenüber Überwachungskameras mit nur einem Objektiv bieten die Dual-Modelle außerdem weniger Verzerrungen – Stichwort Fischaugeneffekt. Eine Besonderheit stellen Überwachungskameras wie die PTZ-Variante Reolink Trackmix PoE (Testbericht) dar. Sie bieten trotz der Möglichkeit ihr Objektiv schwenken und neigen zu können, noch eine zusätzliche Linse, mit der sie einen Ausschnitt des überwachten Bereichs zeitgleich zur Totalansicht vergrößert darstellen.

Mit der PoE-Überwachungskamera FCD600 (I51DW) bietet Hersteller Annke ein Modell, das über zwei Objektive mit je einer 2,8mm-Linse verfügt, deren Einzelaufnahmen über zwei 1/2.5-Zoll-CMOS-Sensoren zusammengefasst ein Gesamtbild mit einem Sichtfeld von horizontal 180 Grad und vertikal 81 Grad erzeugen. Die Auflösung beträgt maximal 3632 × 1632 Pixel, was etwa 6 Megapixel entspricht. Dank Zusatzbeleuchtung kann sie auch nachts Videos in Farbe aufzeichnen. Zur Verbesserung der Bildqualität unterstützt die Kamera Wide Dynamic Range (WDR) sowie Backlight- und Highlight Compensation (BLC, HLC).

Die KI der Kamera unterscheidet zwischen Personen und Fahrzeugen, was Fehlalarme minimiert und bietet zudem smarte Funktionen wie eine Sabotageüberwachung, wenn etwa das Objektiv abgedeckt wird. Überdies erkennt die FCD600, wenn Personen definierte Linien übertreten oder bestimmte Bereiche betreten oder verlassen. Die integrierte Sirene alarmiert mit bis zu 94 dB lauten akustischen Signalen, wobei 12 Alarmtöne zur Auswahl stehen. Dank einer Zwei-Wege-Audio-Funktion können Anwender die Kamera auch zur Kommunikation nutzen. Videos speichert die FCD600 auf einer bis zu 256 GByte großen microSD-Kart, alternativ können Anwender dafür auch ein NVR- oder NAS-System verwenden. Und dank Unterstützung von Onvif (Open Network Video Interface Forum) können sie die Annke auch mit Software von Drittherstellern verwenden und sie in einer zum Onvif-Standard kompatible Smart-Home-Zentrale wie Homey Pro (Test) einsetzen.

Die Annke FCD600 misst 13,8 × 10,1 × 12,0 Zentimeter und bringt inklusive Halterung etwa 700 Gramm auf die Waage. Damit wiegt sie nur etwa die Hälfte der ebenfalls mit Dual-Objektiv ausgestatteten und von den Abmessungen her identischen Annke NCD800 (Testbericht). Der Grund für das niedrigere Gewicht ist das Gehäuse: Während dieses bei der FCD600 aus ABS-Kunststoffen besteht, sitzt die NCD800 in einem Metallgehäuse. Laut Annke ist die Kamera im Temperaturbereich von Minus 30° Celsius bis 60° einsatzbereit. Gegen Wettereinflüsse ist sie nach IP66 geschützt.

Mit Strom wird die Kamera über Ethernet versorgt (PoE, 802.3af). Sie kann aber auch über ein optional erhältliches 12-Volt-Netzteil in Betrieb genommen werden. Zur Befestigung wird zuerst die abwinkelbare Halterung aus Metall mit der Kamera verschraubt. Mit insgesamt vier Schrauben (im Lieferumfang enthalten) wird die Annke FCD600 dann sicher an einer Wand oder Decke montiert.

Aus der Halterung kommt ein etwa 25 cm langes Kabel, an dessen Ende vier Anschlüsse herausführen: Eine 12-Volt-Stromversorgung, eine PoE-Buchse, sowie zwei Anschlüsse für kabelgebundene Alarmsysteme.

An der Unterseite des Gehäuses befindet sich hinter einer mit vier Kreuzschlitzschrauben montierten Abdeckung ein microSD-Card-Slot, der entsprechende Speicherkarten mit einer Kapazität von bis zu 256 GByte aufnimmt. Aber auch ein NAS- oder ein NVR-System stehen als alternative Speichermöglichkeiten für Videos parat.

Neben dem microSD-Card-Slot sitzen noch eine serielle Schnittstelle und eine Reset-Taste. Im hinteren Bereich der Unterseite befindet sich hinter einer Abdeckung ein Lautsprecher, der bis zu 94 dB laut werden kann. Damit bietet die Annke FCD600 zusammen mit den integrierte Mikrofonen auch eine Gegensprechfunktion. Diese hat im Test einwandfrei funktioniert. Die Gesprächsteilnehmer waren klar und deutlich zu hören, ohne dass dabei Hintergrundgeräusche gestört haben, was für eine gute Geräuschunterdrückung spricht.

Während die Inbetriebnahme von Consumer-Überwachungskameras meist nur mit einer mobilen App möglich ist, können Anwender die Annke FCD600 zusätzlich per Browser oder Desktop-Anwendung aktivieren. Als Desktop-Anwendung steht für macOS Guardian Vision bereit. Unter Windows gibt es zusätzlich das Tool Annke Vision. Da die Annke FCD600 zu Überwachungskameras von Hikvision kompatibel ist, können Nutzer sie auch mit der Software IVMS-4200 und der mobilen App Hik-Connect nutzen.

Da allerdings die meisten Features der Kamera nur über Browser oder Desktop-Anwendung aktiviert werden können, ist der Einsatz der mobilen App für die Konfiguration von nachrangiger Bedeutung. Für den Empfang von Benachrichtigungen und für den Zugriff von unterwegs sind die mobilen Apps aber dennoch sinnvoll. Wer sie verwenden möchte, muss sich per E-Mail bei Annke respektive Hikvision registrieren.

Für die Aktivierung der Kamera und Einrichtung per Desktop-App oder Browser wird das Tool SADP (Search Active Devices Protocol) benötigt. Es findet nicht nur Überwachungskameras im lokalen Netzwerk, sondern ermöglicht auch die Vergabe des Passworts.

Die Einrichtung per App wird durch einen Installationsassistenten unterstützt. Initiiert wird das Setup über das Plus-Zeichen rechts oben in der App und der Auswahl von „QR-Code scannen“. Mit dem Smartphone scannt man anschließend den QR- oder Strich-Code der Kamera, der sich auf der Unterseite auf einem Aufkleber befindet. Nach wenigen Konfigurationsschritten ist die FCD600 mit der App verbunden. Alles in allem ist die Inbetriebnahme sehr einfach und nach wenigen Schritten abgeschlossen (siehe auch Bildergalerie).

Wer die Kamera inklusive Passwort zurücksetzen möchte, öffnet die Abdeckung an der Unterseite und drückt für etwa 15 Sekunden die Reset-Taste. Anschließend erfolgt ein Reboot der Kamera, was sie durch kurzes Aufleuchten der integrierten LEDs signalisiert.

Die in der Kamera integrierte Bewegungserkennung differenziert zwischen Menschen, Fahrzeugen und anderen sich bewegenden Objekten. Zudem können Anwender den Bewegungsbereich und die Empfindlichkeit der Erkennung definieren. Außerdem können sie festlegen, was bei einem Alarm passieren soll: Zum einen kann man sich per E-Mail oder Push darüber benachrichtigen lassen und eine akustische Warnung konfigurieren.

All diese Alarmmethoden können Anwender zudem noch anpassen. Neben der standardmäßig voreingestellten Sirene stehen zudem noch vordefinierte Sprachbotschaften wie „Warning, this is a restricted Area“ zur Auswahl. Man kann aber auch eigene Botschaften erstellen.

Mit Anpassungen dieser Einstellungen generiert die Annke FCD600 im Test so gut wie keine Fehlalarme. Sie erkennt Menschen und verschickt entsprechende Warnmeldungen per Pushbenachrichtigungen, bleibt aber bei Haustieren wie einer Katze stumm.

Neben diesen auch von anderen Überwachungskameras bekannten Einstellmöglichkeiten bietet die Annke FCD800 noch zusätzliche Alarmfunktionen. Sie beinhalten unter anderem eine Linienüberquerungserkennung: Hierfür zeichnet man eine Linie in den von der Kamera überwachten Bereich und sobald diese überschritten wird, erfolgt ein Alarm. Optional alarmiert die Kamera, wenn Personen in einen zuvor definierten Bereich ein- und austreten (Bereichseingangs-/-ausgangserkennung). Wird das Objektiv der Kamera verdeckt (Sabotageüberwachung), bemerkt sie das ebenfalls und versendet eine Benachrichtigung.

Zur Steigerung der Bildqualität bietet die Annke NCD800 zahlreiche Funktionen: Wide Dynamic Range (WDR), Backlight Compensation (BLC) und Highlight Compensation (HLC). Meistens kann man nur eine dieser Methoden verwenden, um Aufnahmen bei ungünstigen Lichtverhältnissen wie Gegenlicht zu verbessern.

Vorkonfigurierte Bildparameter stehen unter Szene parat. Hier können Anwender zwischen Normal, Hintergrundbeleuchtung, Frontbeleuchtung und Schwachlicht auswählen. Letztere passen zur Verbesserung der Bildqualität die Parameter Helligkeit, Kontrast, Sättigung und Schärfe an. Zudem stehen noch zwei Szenen für benutzerdefinierte Einstellungen zur Verfügung. Damit können Anwender ein für den Standort der Kamera optimale Bildeinstellungen definieren. Der Clou dabei ist, dass die Software die Bildparameter automatisch nach Uhrzeit und Monat wechselt. Je nach Sonnenstand werden somit immer die besten Einstellungen ausgewählt.

Die verschiedenen Funktionen zur Steigerung der Bildqualität wie Belichtungseinstellungen, Tag/Nachtumschaltung, Gegenlichteinstellungen, Weißabgleich sind in der Praxis relevant, weil sie die Darstellungsqualität erheblich verbessern und damit die Identifizierung erkannter Objekte bei schwierigen Lichtverhältnissen erleichtern (siehe auch Bildergalerie). Sämtliche bildverbessernden Funktionen sind allerdings nur per Browser oder Desktop-Anwendung zugänglich. Mit der Annke-Vision oder Hik-Connect-App können Anwender hingegen nur einige wenige Parameter wie Auflösung, Rauschunterdrückung, Datenrate und Video-Codec (H2.65 oder H.264) festlegen.

Anders als die Annke NCD800 (Testbericht), der farbige Nachtaufnahmen ohne Zusatzbeleuchtung gelingen, bringt bei der FCD600 erst die Aktivierung der beiden LEDs links und rechts neben den Objektiven bei Dunkelheit Farbe ins Bild. Insgesamt bewerten wir die Bildqualität aber mit gut bis sehr gut (siehe auch Bildergalerie). Die Aufnahmen sind detailreich und bieten auch dank der zahlreichen Einstellmöglichkeiten in puncto Kontrast und Farbe selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen keinen Anlass zu Kritik. Auch beim Zoomen hinterlässt sie einen guten Eindruck, erreicht aber aufgrund der niedrigeren Auflösung nicht ganz das Niveau der Annke NCD800.

Während zahlreiche Consumer-Kameras, wenn überhaupt, nur rudimentäre Unterstützung zur Einbindung in Smart-Home-Zentralen bietet, sieht es bei der Annke FCD600 dank Unterstützung des Onvif-Standards deutlich besser aus. So hat man etwa mit Homey Pro (Testbericht) Zugriff auf die wichtigsten Einstellungen der Kamera und kann Automatisierungen auf Basis des Verbindungsstatus und sämtlicher Alarmmeldungen der Kamera einstellen.

Dank Onvif-Support ist es außerdem möglich, die Kamera mit Dritthersteller-Software zu betreiben. Das ist etwa bei größeren Installationen von Interesse, in denen nicht sämtliche Überwachungskameras von einem Hersteller stammen, aber eine einheitliche Verwaltung gewünscht ist.

Die Annke FCD600 ist als Bullet- oder Turmvariante für regulär knapp 160 Euro erhältlich. Bei Amazon gibt es gerade einen Rabatt von 20 Euro. Update (10.1.23): Jetzt im Flashsale für 100 Euro.

Für einen Preis von knapp 160 Euro hat die Annke FCD600 einiges zu bieten: Zwei Objektive sorgen für ein 180° großes Sichtfeld und die Bildqualität kann sich auch sehen lassen. Intelligente und zeitnahe Alarmierungen stehen ebenfalls auf der Habenseite. Positiv ist auch die einfache Integration Onvif-kompatible Smart-Home-Zentralen. Anwender, die mehrere Überwachungskameras unterschiedlicher Hersteller im Einsatz haben, freuen sich über den Onvif-Support, der eine Verwaltung entsprechender Überwachungskameras mit einer einheitlichen Lösung ermöglicht. Da ist es auch verzeihlich, dass die vollständigen Funktionen der Annke FCD600 nicht über die App, sondern nur über Browser und Desktop-Anwendung zur Verfügung stehen.

Dank Ethernet-Verbindung reagiert die Annke FCD600 auf Benutzereingaben zügig und zeigt den Livestream zu jeder Zeit unterbrechungsfrei an, was bei über WLAN angebundenen Überwachungskamera nicht immer der Fall ist.

Mehr Informationen zum Thema finden TechStage-Leser im Themenschwerpunkt Überwachungskameras. Nützliche Informationen zur Auswahl einer Überwachungskamera bietet der Beitrag WLAN, Cloud, Solar: Überwachungskameras für innen & außen ab 30 Euro. Darin erläutern wir die wichtigsten Kaufkriterien und präsentiert die besten Überwachungskameras der verschiedenen Kategorien mit Preisen zwischen 30 und 500 Euro.

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