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Playstation 5 Test Teaser
Pro und Contra
  • Erstklassiger Controller
  • Tolles Spielerlebnis
  • Großartiges Audio
  • Wenig Speicher
  • Kaum zertifizierter Aufrüst-Speicher
  • Schlechte Verfügbarkeit
  • 5.0

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Die Preise für die Playstation 5 kommen endlich wieder in vernünftige Regionen. Zeit für den TechStage-Test der Next-Gen-Konsole von Sony.

Die Playstation 5 hatte 2020 einen harten Start. Bedingt durch die Corona-Pandemie war der Informationsfluss vor Verkaufsstart stockend. Zunächst wurde die Konsole in einer sehr trockenen technischen Präsentation angekündigt, ohne Bilder von dem Gehäuse zu zeigen. Und selbst als die ersten Spielszenen veröffentlicht wurden, gab es von dem Gerät bloß 3D-Renderings zu sehen statt echte Fotos. Das Design wirkte damals in der Präsentation unwirklich: Die geschwungene Form, die seltsamen weißen Außenflügel … optisch wirkt das Gerät alles andere als gewöhnlich und tatsächlich wie eine Spielkonsole aus der Zukunft.

Nach der Veröffentlichung wurde das nicht wirklich besser. Sony schaffte es nicht, die Nachfrage zu bedienen, die Preise für die Konsolen stiegen auf über 1000 Euro. Das ändert sich jetzt endlich, knapp drei Monate nach dem Launch gibt es offenbar endlich Konsolen für den Einzelhandel. Wir haben das Gerät ausführlich getestet und sind erstaunt: Die Playstation 5 hat großartige Features, bei denen wir uns wundern, weshalb Sony sie nicht noch sehr viel stärker beworben hat.

Der Test erscheint in unserer Themenwelt Konsolen. Dort haben wir einen Ratgeber zum besten Zubehör für die Playstation 5 veröffentlicht und geben Tipps für einen Fernseher für die Next-Gen-Konsolen.

Sprechen wir gleich den Elefanten im Raum an: Ja, die Playstation 5 ist groß! Mit einer Dimension von 39 x 10,4 x 26 cm ist sie die mit Abstand größte Konsole, die je das Licht der Welt erblickt hat. Ein paar alte Geräte aus den 90ern kommen da vielleicht noch in die Nähe. Die Xbox Series X (Testbericht), die auch nicht unbedingt klein ist, wirkt dagegen unscheinbar. Und die Nintendo Switch (Testbericht) könnte die Playstation 5 zum Frühstück verputzen! Den Standfuß mit einer Höhe von ca. 1,5 cm muss man noch dazuzählen. Aufgestellt werden kann das Gerät sowohl vertikal als auch horizontal, wobei der Standfuß für die letztere Lage unverzichtbar ist. Die geschwungene Form verhindert ansonsten das stabile Aufstellen und die Konsole würde ohne Hilfe nach vorne und hinten wippen. Der Standfuß ist clever gestaltet: Er hat ein Fach für die Befestigungsschraube und kann durch eine Rotation der unteren Scheibe so angepasst werden, dass sie die unterschiedliche Breite für beide Aufstellungsarten annimmt.

Wir wussten nicht so wirklich, wo wir die Playstation 5 in unserem TV-Rack unterbringen sollten. Sie ist nicht nur ungewöhnlich groß, sie sieht auch einfach aus wie ein fremdartiges Gerät aus einer anderen Dimension. Sony hat das Design-Konzept aber komplett durch das gesamte Zubehör gezogen, was insgesamt schon ziemlich cool ist. Das Gamepad, die Kopfhörer, die Fernbedienung, ja sogar die Kamera haben ebenso die weiß-schwarz geschwungenen Elemente. Während man einen Controller für Xbox One schon einmal mit dem neueren für Series X verwechseln kann, kann das mit dem Zubehör für die Playstation 5 nicht passieren. Durchaus praktisch, wenn man alles in einer gemeinsamen Aufbewahrungskiste im Wohnzimmer verwahrt.

Die Verarbeitung ist sehr gut und wirkt insgesamt wertiger als bei der Playstation 4 in all ihren Revisionen. Beim Transport knarzt oder wackelt nichts, wobei uns die Flügel etwas Sorgen machen. Wer das Gerät dauerhaft an einer Stelle stehen hat, wird sich da nicht weiter Gedanken drüber machen, aber wer es ab und zu in der (sehr großen) Tasche woanders hintransportieren möchte, sollte aufpassen, dass sie nicht abbrechen. Die schwarze Kunststoff-Oberfläche ist glatt und geradezu ein Staubmagnet, und die Lüftungsschlitze sind so groß, dass man bei längerem Ausschalten über eine Staubabdeckung nachdenken sollte. Ein ähnliches Problem hat auch die Xbox Series X mit ihrem Luftdurchlass an der Oberseite.

Bei den Anschlüssen übertrumpft die Playstation 5 die Konsolen von Microsoft: Auf Vorder- und Rückseite verteilt befinden sich zwei USB-Type-C-Ports (Super-Speed USB), sowie zwei USB-Type-A-Ports, einer mit Hi-Speed USB und einer mit Super-Speed USB. Der HDMI 2.1-Out unterstützt 4K 120Hz TVs, 8K TVs und VRR. Für die Vernetzung gibt es einen Ethernet-Port und Unterstützung für zukunftssicheres Wifi 6. Das Netzteil ist in das Gehäuse integriert, womit nur ein gewöhnlicher Eurostecker für die Stromversorgung nötig ist.

Abschließend gibt es noch Unterstützung für Bluetooth 5.1, womit sich gegenüber der 4er-Version der Playstation 4 einige Vorteile ergeben. Neben einer höheren Übertragungsrate stehen nun mehr Audiokanäle zur Verfügung und die Reichweite steigt ungefähr um das Vierfache. Man kann aber nicht jedes Bluetooth-Headset darüber anschließen, sondern die Auswahl ist hier auf die offiziell unterstützten Produkte von Sony begrenzt. Wer aber schon das offizielle PS4-Headset besitzt, kann es auch mit der PS5 weiterbenutzen. Audiozubehör, das zuvor über USB oder 3,5 Audioklinke angeschlossen wurde, funktioniert auch weiterhin auf der PS5.

In der Verpackung ist nicht viel drin. Konsole, Highspeed HDMI-Kabel, Stromkabel und Dual Sense Gamepad inklusive Ladekabel - mehr braucht es auch nicht. Anzumerken ist außerdem, dass es eine Digital Edition gibt, die auf ein optisches Laufwerk verzichtet. Sie kostet 100 Euro weniger und ist eine Option für alle, die sich ohnehin sämtliche Spiele nur im Playstation Store kaufen. Da PS4-Spiele auch auf der PS5 lauffähig sind, ist anzumerken, dass man viele Titel auch ohne Internetverbindung verwenden kann. Wer Wert darauf legt, sollte die Anschaffung einer Digital Edition überdenken. Sammler von physischen Spielen haben diese Variante ohnehin schon aus ihrem Gedächtnis gelöscht.

Einer der größten Erfolge dieser Konsolengeneration ist die niedrige Lautstärke der neuen Geräte. Die Playstation 5 hält da gut mit und befindet sich akustisch auf einem ähnlichen Niveau wie die Xbox Series S (Testbericht). Man hört sie kaum, und selbst unter Last ist nur ein leichtes Rauschen zu vernehmen. Vergleicht man das mit der originalen Playstation 4, liegen dazwischen Welten! Die war noch so laut, dass man dachte, Zeuge eines Raketenstarts zu sein.

Die Lüftungsschlitze sind (im vertikalen Betrieb) an der Ober- und Rückseite angebracht, womit man diese Seiten auf keinen Fall zustellen darf. Hält man seine Hand über die Öffnungen, bemerkt bei Titeln wie Spiderman: Miles Morales deutlich aufsteigende Wärme. Tests mit der Wärmekamera zeigen bei großer Last einen Anstieg von bis zu 60 Grad im Zentrum des Gerätes. Das ist immer noch sehr wenig, vor allem wenn man es mit Apple-Computern vergleicht, wo CPUs sich im 90-Grad-Bereich tummeln. Trotzdem wäre es wohl besser, die PS5 frei draußen stehenzulassen, statt sie im Schrank einzusperren.

Die neue Benutzeroberfläche übernimmt zwar die Kreuz-Navigationsstruktur der Playstation 4, wirkt durch ihre sphärische Gestaltung aber neuartig, entspannend und verheißungsvoll. Das kommt vor allem durch den Ton: Im Hintergrund ist ein (abschaltbarer) Ambient-Soundtrack zu hören, während jeder Aktivierungston mit einem Hall unterlegt ist. Man hat fast das Gefühl, man navigiert sich durch den Weltraum - besonders, weil kleine, leuchtende Partikel durch die Hintergrundgrafik schwirren. Jedes Spiel hat ein Untermenü, das durch große Bilder Lust darauf macht, direkt loszulegen. Playstation 4-Spieler werden sich mit der Navigation sofort zurechtfinden, wobei auch sie ein neues Untermenü auf der Unterseite entdecken werden.

Das kann man individuell konfigurieren und mit Funktionen belegen, die man öfter braucht. Das ist auch während eines Spiels aufrufbar, womit sich ein Äquivalent zum Home-Menü der Xbox ergibt. Aufrufbar ist es über die mittige Playstation-Taste auf dem Gamepad. Darüber hat man schnellen Zugriff auf Funktionen wie Lautstärke-Einstellungen, Freundesliste oder Mikrofon. Nett ist auch die Liste mit den zuletzt gespielten Spielen für einen schnellen Wechsel.

Die Oberfläche ist vor allem eines: Schnell. Jede Aktion, die wir durchgeführt haben, ging ohne große Verzögerungen vonstatten. Alles fühlt sich butterweich an und es ist eine Wonne, sich durch das Systemmenü zu klicken. Anzumerken ist aber, dass Kopiervorgänge zwischen internem und externem Speicher im Gegensatz zur Xbox nicht im Hintergrund geschehen. Wer ein paar GBytes verschieben möchte, muss auch ein paar Minuten auf einen Ladebalken schauen, bevor es weitergehen kann. Das geht aber ähnlich schnell vonstatten wie bei den neuen Xboxen.

Den Playstation Network-Account, den man schon auf der Playstation 3, 4 und Vita verwendet hat, kann man auch auf der Playstation 5 weiterbenutzen. Man behält also alle seine Trophys und digitalen Käufe.

Die Playstation 5 wird mit einer internen SSD mit 825 GByte ausgeliefert. Die ist sehr schnell und verkürzt Ladezeiten auf ein Minimum. Die PS5 ist innerhalb von Sekunden hochgefahren und Ladebildschirme sind mit einem Fingerschnipp vorbei - falls man sie überhaupt noch zu Gesicht bekommt. Das Betriebssystem beansprucht einen Teil des Speichers und lässt effektiv etwa 667 GB nutzbaren Speicher übrig. Hier ergibt sich das gleiche Dilemma wie bei Xbox Series X und S: Für Next-Gen-Spiele ist das langfristig viel zu wenig! Marvels Spider-Man Remastered schluckt etwa 55 GB, das Addon Miles Morales etwa 41 GB. Installiert man sich noch PS4-Titel, kommen ähnliche Größen pro Titel dazu. Monster Hunter World: Iceborne benötigt ca. 60 GB, Until Dawn ca. 50 GB. Das klingt erst einmal wenig, aber was ist, wenn man sich dann noch Call of Duty: Cold War installieren möchte? Da wiegt allein der Singleplayer schon etwa 100 GB. Der Kriegs-Shooter ist ein Blick in die Zukunft, denn tendenziell werden große Blockbuster ungefähr diese Größenordnung beanspruchen. Allerdings muss man auch anmerken, dass die meisten Sony-exklusiven Titel in ihrem Speicherbedarf kompakter sind als Xbox-Spiele. Gears of War 5 oder die Halo-Sammlung rangieren um die 100-GB-Marke, während Sony-Titel bisher immer den Anspruch hatten, auf einer vollen Blu-Ray Platz zu finden.

Wie kann man den Speicher erweitern? Zum einen lässt sich externer Speicher per USB 3.0 anschließen. Dorthin lassen sich aber nur PS4-Titel verfrachten. PS5-Spiele benötigen zwingend den internen SSD-Speicher und lassen sich auch nicht auf einer externen USB-Platte zwischenlagern. Man muss alte Titel also löschen und erneut runterladen, wenn man zu wenig Platz hat. Eine weitere Möglichkeit sind M2-SSD-Karten, für die Sony einen Platz im Gehäuse reserviert hat. Die kann man ohne Garantieverlust selbstständig nachrüsten. Aber hier sind wir wieder beim erwähnten Mystery-Faktor: Man kann nicht einfach irgendeine M2-SSD einbauen, sondern muss darauf warten, dass Sony sie von seiner Blacklist nimmt. Ist das nicht der Fall, lässt die PS5 den Betrieb nicht zu und fordert beim Booten auf, die Karte wieder auszubauen. Zum aktuellen Zeitpunkt ist Sony uns noch eine Liste mit kompatiblen Modellen schuldig. Und wenn die Auswahl klein ausfallen sollte, haben wir schon jetzt horrende Preise vor Augen.

Im Gegensatz zu Microsoft hat Sony seinen Controller umfassend überarbeitet und präsentiert ihn als DualSense. Und der hat es in sich! Man erlebt beim ersten Anfassen einen wunderbaren Aha-Moment, denn einen so anschmiegsamen Controller hatten wir noch nie in der Hand! Die glatte Oberseite für die Handballen, die leicht raue Unterseite für die Finger, die ergonomische Form, das angenehme Gewicht, die glatten und gleichzeitig reaktionsfreudigen Buttons - man verschmilzt wirklich mit diesem Controller. Es wäre nicht übertrieben zu behaupten, dass es das wertigste Gamepad ist, das aktuell auf dem Markt existiert. Wer einen zweiten Controller kaufen möchte, muss 70 Euro auf den Tisch legen. Aber das Teil ist jeden Cent wert, zumal die Ergonomie auf jede Handgröße angepasst ist. Ob man nun kleine oder große Hände hat: Im Test hatte jeder ein angenehmes Gefühl beim Halten des Controllers.

Der hohe Preis rechtfertigt nicht nur die gute Ergonomie und Verarbeitung (hier knarzt wirklich gar nichts, absolut robust!), sondern auch an das vollumfänglich überarbeitete haptische Feedback, auf die der Begriff “DualSense” hinweist. Zunächst ist die Vibrationsfunktion sehr viel feiner als beim DualShock 4-Vorgänger. Es sind nun sehr viel feinere Vibrationen, als auch größere Erschütterungen möglich, die man über das gesamte Gehäuse des Controllers spürt. Dabei wird das Pad auch nicht ratternd-laut wie der Controller der Xbox Series S und X. Komplett neu sind die Adaptive Trigger: Die Schultertasten können jetzt einen Widerstand erzeugen oder sogar ganz blockieren, wenn die Programmierer das so wünschen. Was bedeutet das? Im Spiel Deathloop zum Beispiel lässt sich der Trigger zum Schießen nicht mehr eindrücken, sobald eine Waffe klemmt. In Call of Duty: Cold War fühlt sich währenddessen jede Waffe ein wenig anders an, wenn man sie benutzt. So etwas Ähnliches hat Microsoft bei seinem Controller zwar ebenso schon auf der Xbox One umgesetzt, doch wirkt es beim DualSense ausgereifter und überzeugender.

Wie gut das haptische Feedback jetzt ist, kann man besonders bei Spider-Man: Miles Morales spüren: Durch die Spinnensinne spürt man jetzt, aus welcher Richtung die Gegner angreifen. Was der Controller ansonsten noch kann, führt das kostenlos erhältliche Astrobot´s Playroom vor: Das putzige Jump´n Run mit dem kleinen Roboter führt die Features des DualSense beeindruckend vor. Neben dem bereits bekannten Touchpad in der Mitte und einem Lautsprecher zählt dazu auch ein Mikrofon, das man über einen neuen, zusätzlichen Knopf sofort de- und aktivieren kann. Das kann man sogar zum Pusten verwenden, etwa um ein Windrad im Spiel zu bewegen. Da werden Erinnerungen an den Nintendo DS wach. Praktisch sind die LED-Lichter an der Vorderseite, die die Farbe wechseln können. Daran kann man in Multiplayer-Spielen erkennen, welcher Spieler man ist.

Sony möchte mit der Playstation 5 offenbar die Sinneserfahrungen erweitern und setzt auch bei der Akustik auf neue Entwicklungen. Mit der neuen Konsole kommt eine 3D-Audio-Engine zum Einsatz, die sich Tempest 3D AudioTech nennt. Dabei handelt es sich um virtuelles Surround, mit dem die Richtungsortung von Geräuschen in Spielen noch präziser sein soll. Der Clou: Das Feature ist mit jedem Kopfhörer nutzbar! Dazu kann man einen gewöhnlichen Kopfhörer an die 3,5 Buchse des Controllers anschließen oder ein kompatibles Headset über USB verwenden. Wie gut und vor allem räumlich das klingt, ist dann sicher von der Qualität der jeweiligen Kopfhörer abhängig, weshalb man den vollen Effekt wohl am ehesten über das offizielle Pulse 3D-Headset bekommt, die Sony zum Launch anbietet.

Und wie gut klingt Tempest? Wir finden: Fantastisch! Getestet haben wir es mit den Pulse 3D-Headset, und die Resultate sind mehr als überzeugend. Die meiste Zeit haben wir im Remake von Demon`s Souls damit verbracht und die ohnehin schon düstere Atmosphäre ist durch den 3D-Sound eine ganze Ecke einnehmender geworden. Wir konnten jedes Klappern, Knarzen, Rumpeln oder Schlürfen genau verorten. Hallige Räume mit hohen Decken wirken auf einmal furchteinflößender, und wenn Monster brüllen oder mit ihren Waffen rasseln, geht das durch Mark und Bein. Sony hat hier wirklich einen neuen Goldstandard geschaffen. Einziger Wermutstropfen: Zum Launch wird die 3D-Sound Ausgabe über Lautsprecher noch nicht unterstützt. Sony arbeitet daran und will dieses Feature dafür noch nachreichen.

Sony hat ein ähnliches Problem zum Launch wie Microsoft: Exklusive Spiele, die es wirklich nur auf den neuen Konsolen gibt, sind Mangelware. Auf der Playstation 5 gab es nur eines: Demon`s Souls. Dabei handelt es sich um ein Remake eines PS3-Klassikers, der sehr beeindruckend vorführt, was man von den kommenden PS5-Spielen erwarten kann. Den beeindruckenden Sound haben wir bereits angesprochen, aber besonders visuell haut einem das Spiel fast jedes erdenkliche moderne Grafikfeature um die Ohren. Der Schattenwurf, die hochauflösende Qualität der Materials (z. B. plastische Wandtexturen), die atmosphärische Beleuchtung mit volumetrischen Lichtern - Demon´s Souls sieht wundervoll aus, was nicht zuletzt am künstlerisch beeindruckenden Art Design liegt. Hier wird eine mittelalterliche Fantasywelt auf atmosphärisch dichte Weise dargestellt. Ob man lieber 30 fps mit allen grafischen Features haben möchte, oder lieber 60fps mit leichten visuellen Einschränkungen, kann man in den Optionen festlegen. Ehrlich gesagt sind die optischen Abstriche im 60-fps-Modus aber so gering, dass uns der Unterschied nach kurzen Zeit nicht mehr ins Auge gefallen ist.

PS4-Spiele, die ein PS5-Upgrade erhalten haben, sehen mit 4K, besseren Texturen und höherer Framerate selbstredend ebenfalls gut aus. Sackboy: A Big Adventure macht unter diesen Voraussetzungen richtig Spaß, weil das Jump`n Run super fluffig über den Bildschirm huscht. Spider-Man: Miles Morales sieht ebenfalls klasse aus: Es erschlägt einem in manchen Spielszenen geradezu mit Details und sieht wunderbar cineastisch aus. Der große Sprung gegenüber der PS4 ist hier aber noch nicht ganz so stark zu spüren wie bei Demon`s Souls. Da wir uns aber erst am Anfang dieser Konsolengeneration befinden, können wir noch viel erwarten.

Es war lange Zeit nicht klar, aber die Playstation 5 ist tatsächlich mit dem größten Teil der Playstation-4-Ludothek abwärtskompatibel. Das gilt sowohl für Spiele auf Disk als auch für digitale Käufe. Eine Handvoll Titel, die Sony offiziell aufgelistet hat, laufen gar nicht, während ein kleiner Teil derzeit noch mit geringen Kompatibilitätsproblemen zu kämpfen hat. Bei Assassins Creed: Syndicate zum Beispiel werden die Schatten auf den Gebäuden nicht richtig dargestellt. In so einem Fall gibt es immer eine kurze Warnung vor dem Start des jeweiligen Spiels zu sehen. Dass Sony Patches veröffentlichen wird, um diese Probleme in den Griff zu kriegen, halten wir für wahrscheinlich. Die anderen Spiele laufen ansonsten anstandslos.

Profitieren die alten Spiele von der neuen Hardware? Ja und nein: Ladezeiten sind grundsätzlich schneller, wenn die Spiele auf der internen SSD installiert sind. Und manche PS4-Spiele können nun in einer deutlich besseren Framerate und Auflösung laufen. Das setzt aber voraus, dass sie von Anfang an eine uncapped Framerate und dynamische Auflösung genutzt haben. Ein anspruchsvolles Spiel wie Hitman 2 fließt dann zum Beispiel ohne Performance-Einbußen über den Schirm. Einige wenige Titel haben sogar richtige PS5-Patches erhalten: Das großartige Ghost of Tsushima zum Beispiel läuft nun mit satten 60 fps statt wie zuvor noch mit 30 fps auf der PS4. Ebenso läuft nun auch das unterschätzte Zombie-Spiel Days Gone nun mit 60 fps, ohne auch nur einmal einzubrechen. Wer die Spiele noch nicht gespielt hat, aber das vorhatte, bekommt auf der PS5 nun die beste Version. Sind Framerate und Auflösung aber von den Programmierern festgelegt, tut sich nichts. The Last of Us 2 sieht aktuell auf der PS5 absolut identisch wie auf der PS4 aus. Vergleichbare automatische Verbesserungen wie bei der Xbox Series X, wie 4K oder Auto-HDR, gibt es bei der PS5 nicht. Trotzdem ist die Abwärtskompatibilität lobenswert und beeindruckend. Sie funktioniert gut und wir sind erstaunt, dass Sony diese beim Marketing nicht noch stärker betont hat.

Neben den meisten Playstation 4-Spielen lässt sich auch das Virtual-Reality-Headset Playstation VR (Testbericht) mit der neuen Playstation 5 verwenden. Dazu kann man die alte Prozessorbox anschließen und das alte Headset verwenden. Allerdings funktioniert VR nicht mit der neuen HD-Kamera, sondern man muss dazu die alte Playstation 4-Cam verwenden. Die hat einen proprietären Anschluss und ist deshalb nur über einen Kabeladapter an die PS5 anschließbar. Das bekommt man allerdings kostenlos von Sony zugeschickt, wenn man über ein Formular seine Seriennummer auf der Prozessoreinheit und seine Adresse eingibt. Wir hatten unseren Adapter nach vier Tagen in der Post.

Großartige Verbesserungen bei den Spielen darf man allerdings nicht erwarten, wenn man von schnelleren Ladezeiten absieht. Es gibt wenige Ausnahmen wie zum Beispiel Minecraft, die von besserer Framerate und höherer Sichtweite profitieren. Ansonsten sehen die meisten Spiele weitestgehend identisch aus. Da die Auflösung der PSVR ohnehin nicht besonders hoch ist, hätten wir auch keinen großen Sprung erwartet. Das Sony Virtual Reality aber nicht aufgegeben hat, finden wir ziemlich cool. Das weckt Hoffnung auf einen Nachfolger.

Die Playstation 5 ist eine erstklassig verarbeitete Konsole mit einem großartigen Controller und sinnvollen neuen Features. Die Hardware macht einen tollen Eindruck und wirkt wertig. Die ersten Spiele nutzen 3D-Sound und DualSense bereits auf beeindruckende Weise. Bei Nutzung der SSD werden Ladezeiten kürzer und relativ ruhig ist die Konsole auch noch. Ja, das fühlt sich wirklich wie ein guter Schritt nach vorne an. Dass wir dabei nicht auf unsere alten PS4-Spiele verzichten müssen und die manchmal sogar in besserer Qualität spielen können, ist ein schöner Bonus.

Kritik haben wir lediglich am verfügbaren Speicherplatz, aber das ist ein globales Problem der Next Gen-Konsolen. Früher oder später wird man sich hier externen Speicherplatz zulegen müssen, und wenn man noch PS5-Kamera, PS4-Kamera und PSVR anschließen möchte, braucht man zudem noch ein zusätzliches USB-3.0-Hub (Ratgeber). Wenn Sony die wenigen Kompatibilitätsprobleme bei PS4-Titeln noch in den Griff bekommt, kann man seine alte PS4 aber theoretisch komplett ersetzen. Ob man das jetzt tatsächlich schon machen möchte, ist ganz davon abhängig, wie sehr man Demon´s Souls oder eines der nächsten PS5-exklusives spielen möchte. Wir empfehlen einfach den Zeitpunkt abzuwarten, in dem ein heiß begehrtes Spiel erscheint. Bis dahin dürfte sich die Verfügbarkeit der Konsole gebessert haben und vielleicht hat Sony bis dahin 3D-Audio auch für Lautsprecher verfügbar gemacht. Egal wann man die Playstation 5 aber kauft: Für das Geld bekommt man in jedem Fall ein wertiges Gerät.

Alle Features der Next-Gen-Konsolen von Microsoft und Sony haben wir in diesem Ratgeber zusammengefasst. Wer einen genaueren Blick auf die Konkurrenz werfen will, wird im Test der Xbox Series S und der Xbox Series X (Testbericht) fündig.

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