Pixel Buds Pro im Test: Googles Airpod-Alternative für Android

Google Pixel Buds Pro
Pro und Contra
  • guter Klang und gute ANC
  • IPX4 zertifiziert
  • solide Akkulaufzeit
  • nur Bluetooth 5.0
  • Preis
  • 5.0

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Die Pixel Buds Pro versprechen einen tollen Klang und gutes ANC. Wir testen, ob die Bluetooth-Kopfhörer von Google ihren hohen Preis wert sind.

Google will seine Kunden komplett aus einer Hand versorgen. Sie sollten mit einem Google Pixel 6 (Testbericht) telefonieren, auf einem Chromebook (Themenwelt) arbeiten und Musik per Youtube streamen. Da fehlen nur noch wirklich gute Kopfhörer – und in diese Bresche sollen die Google Pixel Buds Pro springen. Anders als die Pixel Buds A, die es bei zahlreichen Google-Smartphones kostenlose dazu gibt, setzen die Buds Pro auf eine aktive Geräuschunterdrückung.

Damit steigt aber auch der Preis – Google dringt in die Gefilde von Audio-Marken wie Sennheiser oder Sony und natürlich zum Konkurrenten von Apple vor. Daher müssen die Google Pixel Buds Pro im Test zeigen, ob sie den hohen Preis wirklich wert sind oder ob man lieber zu anderen greift.

Die Pixel Buds Pro sind kompakte Ohrstöpsel und kommen nicht nur in knackigen Farben, sondern auch mit einem überraschend großem Transportetui. Das besteht zum Großteil aus einem Akku, sodass die Ohrstöpsel möglichst immer genügend Saft haben. Die Kopfhörer selbst sind erfreulich klein und passen gut ins Ohr.

Google setzt bei den Pixel Buds Pro auf Bluetooth 5.0. Der Standard ist zwar nicht mehr taufrisch (aktuell wäre 5.2, Cutting-Edge ist 5.3), aber dennoch für den Alltag brauchbar. Schade ist allerdings, dass Ton nur per AAC in High-Res kommt, hier wäre etwa eine LDAC-Unterstützung schön gewesen. Warum Google ausgerechnet den Lieblings-Codec des Konkurrenten Apple nutzt und nicht beispielsweise aptX, LDAC oder LHC ist ziemlich fragwürdig. Hier hätte sich auch ein modernere Bluetooth-Stack gelohnt, ab Version 5.2 kann man den Codec LC3 verwenden. Schade. Mehr zu den Codecs im Ratgeber ANC, Codecs & Bluetooth: Das muss ein guter Kopfhörer können.

Die restlichen Daten sind solide. Eine aktive Geräuschunterdrückung ist an Bord, diese unterscheidet die Pixel Buds Pro von den Pixel Buds A. Ebenso gibt es Google Fastpair und eine Multi-Point-Funktion, die man in der App an- oder ausschalten kann. Die Kopfhörer sind per IPX4 gegen Wasser geschützt. Das Etui kann man per USB-C oder kabellos über Qi aufladen. Passende Ladestationen zeigen wir in der Top 10: Kabellose Qi-Ladegeräte ab 10 Euro.

Dank Fastpair verbinden sich die Kopfhörer direkt mit einem Android-Smartphone, wenn sie noch kein Pairing aufgebaut haben. Das funktioniert auch wunderbar, während der Einrichtung kann man auch die zugehörige App installieren lassen.

Schön ist, dass man im Rahmen der App den Sitz der Kopfhörer überprüfen kann. Das hilft bei der Auswahl der richtigen Kopfhöreraufsätze. Auch gefällt uns, dass man die Kopfhörer über die „Find my Phone“ App von Android suchen kann. Allerdings funken die Geräte nicht selbst, sondern zeigen den Ort, an dem sie jeweils zuletzt verbunden waren. Sind die Kopfhörer außerhalb der Ladeschale, kann man sie zudem klingeln lassen.

Die Pixel Buds Pro setzen komplett auf eine Touch-Bedienung, halten sich dabei aber zum Glück an einfache Standards. Ein Tippen stoppt die Wiedergabe oder startet sie, zwei Tipps springen einen Titel vor, dreimal Tippen hüpft einen Titel zurück. Dazu kann man noch vorn oder nach hinten wischen, um die Lautstärke zu regeln. Das funktioniert bequem und ist einfach zu merken.

Die Funktionen kann man alle über die Pixel Buds App anpassen und optimieren. Dort kann man auch Multipoint an- oder abschalten oder bestimmen, was bei einem langen Druck auf die Touch-Fläche geschehen soll. Wir empfehlen die Installation auch, um den Sitz der Ohrstöpsel checken zu lassen oder um die Firmware zu aktualisieren.

Ähnlich wie bei den Amazon Echo Buds (Testbericht) sind die Google Pixel Buds Pro auf die Nutzung mit dem virtuellen Assistenten optimiert, in diesem Fall nutzt man aber naheliegenderweise den Google Assistant. Die Kommunikation übers Weckwort „OK, Google“ arbeitet gut, so kann man sich etwa den Titel des aktuell spielenden Songs ansagen lassen. Wer also den virtuellen Assistenten nutzt, der kann sich hier voll austoben.

Die Google Pixel Buds Pro spielen beim Klang in der Oberklasse mit. Es macht einfach Spaß, damit seine Playlist durchzuhören. Das gilt vor allem dann, wenn man einen hochwertigen Zuspieldienst oder High-Res-Audiodateien hat. Auch ohne Codecs wie LDAC kommt Details schön zur Geltung. Der Bass ist präsent, überdeckt aber Mitten und Höhen nicht. Auch ohne dedizierten Equalizer bieten sie über alle Musikrichtungen einen ausgewogenen Klang.

Text, etwa bei Hörbüchern oder Podcasts, ist sauber hörbar. Das gilt zudem für Videos, die auch ohne aptX ohne Verzögerung im Ohr ankommen.

Die aktive Geräuschunterdrückung funktioniert gut, gerade im Büro oder der U-Bahn. Damit wird man schön von der Umgebung (oder lauten Kollegen) isoliert und kann sich auf die Arbeit konzentrieren. Wer damit draußen unterwegs ist, der wird aber schnell ein deutliches Windrauschen merken. Anders als bei den Sennheiser Momentum True Wireless 3 (Testbericht) oder den (deutlich günstigeren) Edifier Neobuds Pro S (Testbericht) gibt es keinen Anti-Wind-Modus. In dieser Preisklasse ist das schade. ANC lässt sich über ein langes Drücken auf den linken oder rechten Bud an- oder abschalten, allerdings hätten wir uns hier eine Ansage wie „ANC An“ statt eines generischen Sounds gewünscht.

Abhängig von der Lautstärke halten die Kopfhörer mit ANC zwischen sechs und sieben Stunden am Stück durch, dazu kommen zwei Ladungen aus dem Etui. Das ist ein guter Wert.

Die Pixel Buds Pro kosten um die 220 Euro UVP. Der Straßenpreis liegt aber bereits kurz nach dem Start darunter.

Die Google Pixel Buds Pro sind gute In-Ear-Kopfhörer, keine Frage. Der hohe Preis von über 200 Euro UVP schickt sie aber in Konkurrenz zu anderen High-End-Geräten, allen voran den Sennheiser Momemtum True Wireless 3 (Testbericht). Und hier fällt dann leider auf, dass Google bei vielen Kleinigkeiten gespart hat. Das fängt bei fehlenden Alternativen zu AAC an (warum kein LDAC oder LHC?), geht über das ANC (in der Preisklasse gibt es inzwischen Anti-Wind-Funktionen) bis hin zum genutzten Bluetooth.

Google hätte sich ruhig mehr trauen können, beispielsweise um die Pixel Buds Pro als Vorzeigekopfhörer für Bluetooth 5.3 und den neuen Audio-Codec LC3 zu platzieren. Das ginge auch schon mit Bluetooth 5.2 – das auch in den neuen Pixel 6 Smartphones (Testbericht) integriert ist. Hier hätte Google mal so richtig seine technischen Spielereien ausspielen und den Kunden echtes Hightech bieten können.

So sind die Google Pixel Buds Pro sehr gute Kopfhörer – die sich aber nicht wirklich von der Konkurrenz in diesem Preissegment absetzen können. Unser Tipp: Wer sie günstig in Kombination mit einem Smartphone bekommt, der kann zuschlagen. Allen anderen empfehlen wir einen Blick in die Themenwelt True-Wireless-Kopfhörer. Denn dort zeigen wir einige spannende Alternativen, etwa die Edifier Neobuds Pro (Testbericht) oder die Nothing Ear 1 (Testbericht), die deutlich günstiger sind, aber ebenfalls ANC und guten Sound bieten.

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