Photovoltaik-Powerstation Novoo Omni im Test: Mobile 230-V-Steckdose mit 300 W

Novoo Omni
Pro und Contra
  • klein und leicht
  • alle Arten von Anschlüssen
  • günstig
  • unbrauchbares Statusdisplay
  • lange Ladezeiten durch geringe Eingangsleistung
  • ungeschützte Anschlüsse
  • 4.0

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Der kompakte Solargenerator Novoo Omni hat eine 230-V-Steckdose, vier USB-Ports, 296 Wh Kapazität, 300 W Dauerleistung und die Möglichkeit, per Photovoltaik-Modul Strom zu erzeugen. TechStage hat den mobilen Stromspeicher getestet.

Powerstations mit 230 V versorgen elektrische Verbraucher unabhängig vom Stromnetz. Dank verschiedener Anschlussmöglichkeiten inklusive 230-V-Steckdose und einer hohen Dauerleistung bieten sich die Geräte für Freizeit, Beruf und als Notstromversorgung an. Das Aufladen der internen Akkus geschieht wahlweise per Netzteil, per 12-V-Steckdose oder mithilfe eines Photovoltaik-Panels. So bieten die Geräte eine höchstmögliche Flexibilität.

Dieser Test einer Powerstation gehört zu den Themenwelten Outdoor und Camping. Hier zeigen wir etwa Hightech-Gadgets zum Wandern, Ferngläser mit Entfernungsmesser oder erklären, worauf man beim Kauf einer Taschenlampe achten sollte.

In diesem Einzeltest geht es um eine leichte und kompakte Powerstation vom Hersteller Novoo. Das Testgerät hat uns der Onlineshop Banggood zur Verfügung gestellt, wo der Solargenerator Omni aktuell als limitiertes Angebot für 332 Euro aus einem EU-Lager erhältlich ist. Der reguläre Preis, der bei anderen Shops verlangt wird, liegt bei etwa 400 bis 500 Euro.

Die Novoo Omni ist mit Abmessungen von rund 23 x 20 x 15 cm eine der kompaktesten Powerstations, die wir bisher in der Redaktion hatten und passt so auch etwa in den Rucksack. Ähnlich klein waren bisher nur etwa die Modelle Anker Powerhouse 521 (Testbericht) oder Blitzwolf BW-PG-2 (Testbericht). Mit dem oben aufgesetzten Tragegriff lassen sich die rund dreieinhalb Kilogramm Gewicht (3400 g) bequem tragen. Schade, dass dieser nicht klappbar ist, dann wäre das Gerät noch flacher und außerdem könnte man etwa Smartphone, Kamera oder sonstige Verbraucher darauf ablegen.

Die Verarbeitung des schwarzen Kunststoff-Gehäuses mit den orangen Akzenten hinterlässt einen insgesamt ordentlichen Eindruck. Lediglich die spürbaren Übergänge der Kunststoffteile sind weniger exakt gefertigt als bei den meisten Konkurrenzprodukten. Vier weiche Gummifüße an der Unterseite sorgen für sicheren Stand.

Neben der Powerstation gehören noch ein passendes 230-V-Netzteil (18 V, 3 A), ein 12-V-Kfz-Kabel, eine knappe, mehrsprachige Anleitung und ein Zubehörtasche zum Lieferumfang.

Die Anschlüsse und Bedienelemente der Omni sind bis auf die integrierte Notleuchte alle an der Vorderseite platziert. Hier sitzen der allgemeine Power-Taster, das kleine Status-Display, der kleine Rundstecker für DC-Input (Anschluss Netzteil oder Solarpanel), die 230-V-Dose, die drei 12-V-Ausgänge (1x KFZ, 2 x Rundsteckverbinder je 10 A) und die insgesamt vier USB-Slots (2x USB-A 2,4 A, 1x USB-A 18W, 1x USB-C-PD 45 W). Zum Aktivieren der Ausgänge steht je ein Power-Taster für Wechselstrom (230 V), 12-V-Ausgänge und USB-Ports zur Verfügung. Das ist ungewöhnlich, da hier bei den meisten Geräten nur zwischen Gleich- und Wechselstrom unterschieden wird.

Was uns auffällt, sind die ungeschützten Anschlüsse (lediglich die 12-V-KFZ-Dose ist durch eine Abdeckung geschützt) und der kleine Durchmesser (3,9 mm) des Netzteil-Steckers. Der erste Punkt ist zwar ärgerlich, allerdings gibt es hier nur wenige Hersteller, die das besser lösen. Der zweite Punkt ist wichtig bei der Wahl eines geeigneten Solarpanels (Ratgeber). Hier sollte man genau auf die Spezifikationen achten, alle bisher getesteten Powerstations benötigen deutlich dickere Stecker. Mit günstigen No-Name-Panels ist man am besten beraten. Diese kommen in der Regel zusammen mit einem ganzen Satz an Adaptern zum Kunden.

Die Notleuchte samt Power-Taster befindet sich seitlich am Gehäuse, was der Positionierung des Handgriffs entgegenkommt, da die Omni so im Zweifel als XXL-Taschenlampe herhält. Die LED ist zwar hell genug, um den Weg zum Zelt zu finden, sehr stark ist die Lampe allerdings nicht. Hier schneiden günstige LED-Taschenlampen (Kaufberatung) deutlich besser ab.

Die Bedienung der Novoo Omni ist dank klarer Beschriftung und übersichtlicher Aufteilung der Bedienelemente selbsterklärend und unkompliziert. Zum Ein- und Ausschalten der Omni, beziehungsweise der jeweiligen Ausgänge reicht ein mehrsekündiger Druck auf den jeweiligen Power-Taster. Gleiches gilt zum Aktivieren und Durchschalten der Lichtmodi der seitlichen LED.

Im direkten Vergleich zu vielen bisher getesteten Powerstations ist das Status-Display der Omni nicht nur klein, sondern auch wenig aussagekräftig. Das beginnt mit der Kapazitätsanzeige in 20-Prozent-Blöcken – diese ist entsprechend ungenau. Auch wie viel Leistung gerade ein- oder ausgegeben wird, ist nicht ersichtlich. In der Praxis ist dies unpraktisch. Abzuschätzen, ob das Solarpanel optimal ausgerichtet ist, ist so etwa reine Glückssache. Auch die Frage nach Restlaufzeit und aktueller Stromabgabe bleibt unbeantwortet. Zu sehen ist lediglich, ob Strom geladen wird und ob Ausgänge aktiv sind. Ob diese Strom ausgeben, ist ebenfalls nicht ersichtlich.

Vor dem ersten Aufladen testen wir die maximale Leistung der kleinen Powerstation. Dazu stecken wir verschiedene Verbraucher wie Werkzeug, Küchengeräte oder elektronische Gadgets an. Die angegebenen 300 W der 230-V-Dose leistet die Novoo Omni auch in der Praxis. Laut Strommessgerät leistet sie problemlos 293 W, auch wenn sich dann der Lüfter hörbar zuschaltet. Bei einer Abgabe unter 100 bis 150 W bleibt die aktive Kühlung stumm. Wird die angegebene Leistung von 300 W überschritten, dann deaktiviert die Powerstation umgehend den Wechselstromausgang.

Im Test können wir so zwar unseren Arbeitsplatz mit Macbook Pro, DECT-Telefon, zwei Monitoren und diversen USB-Verbrauchern mit der Powerstation versorgen, den Laserdrucker müssen wir aber abstecken. Dessen Verbrauch ist zwar im Standby-Betrieb niedrig, der Anlaufstrom und der Leistungsbedarf beim Drucken würde die Gesamtleistung schnell auf über 700 Watt katapultieren. Die so anfallenden 100 bis 120 W sind für die Powerstation kein Problem.

Auch leichtes Werkzeug wie Bohrschrauber, unsere Baumarkt-Stichsäge oder die Heißklebepistole versorgt der kleine Stromspeicher zuverlässig. Bei stärkeren Verbrauchern wie unserem Bohrhammer, einer elektrischen Handkreissäge oder dem Heißluftföhn fehlt es der Omni dann allerdings an Leistung. Bei Küchengeräten sieht es ähnlich aus. Eiswürfelbereiter und Kühlbox lassen sich zwar betreiben, Wasserkocher, Kochplatte oder Elektrogrill sind aber deutlich zu energiehungrig. Das ist wenig verwunderlich bei der Größe – moderate Verbraucher wie Ladegeräte von Notebook, Kamera, Drohne sind hingegen optimal geeignet.

Nach den ersten Leistungstests laden wir die komplett geleerten Akkus mit dem mitgelieferten Netzteil auf 100 Prozent auf und erleben eine Überraschung. Das Laden geschieht völlig lautlos, dauert allerdings unfassbar lange. Trotz der geringen Kapazität von nur 296 Wh benötigt die Novoo Omni knapp siebeneinhalb Stunden bis sie vollständig aufgeladen ist. Das ist Negativrekord! Die Ecoflow River (Testbericht) mit ebenfalls knapp unter 300 Wh braucht etwa eineinhalb Stunden und die Anker Anker Powerhouse 521 (Testbericht) mit 256 Wh benötigt immerhin weniger als vier Stunden.

Nach dem Aufladen schließen wir wieder unseren PC-Arbeitsplatz per Mehrfachsteckdose an und prüfen, wie viel Strom wir entnehmen können. In vier verschiedenen Durchläufen ziehen wir in je knapp über zwei Stunden Laufzeit zwischen 248 und 269 Wh aus der Powerstation. Im besten Fall entspricht das hinsichtlich der Kapazität einem Verlust von knapp unter zehn Prozent. Ein ausgezeichneter Wert! In der Regel beträgt die Differenz hier etwa 15 Prozent.

Wie hoch der Umwandlungsverlust tatsächlich ausfällt, ist immer von den angeschlossenen Verbrauchern abhängig. Die geringsten Verluste gibt es beim Einsatz von 12-V-Geräten an den entsprechenden Gleichstromausgängen. Am meisten verliert man erfahrungsgemäß beim Einsatz leistungsschwacher 230-V-Verbraucher.

Die Tests mit verschiedenen mobilen Universal-Solarpanels (Ratgeber) von Xmund und Flashfish waren ebenfalls erfolgreich. Da die Omni allerdings maximal 54 W Eingangsleistung erlaubt (18 V, 3 A), dauert das Aufladen trotz 100-W-Panels und besten Wetterbedingungen einen ganzen Tag. Schade, hier sollten mindestens 100 W möglich sein, um den Akku schneller laden zu können.

Gleichzeitiges Laden und Entladen der Novoo Omni ist möglich und funktioniert im Test zuverlässig. Das ist auch gut so, denn nur so ist ein dauerhafter Einsatz fernab der Steckdose sinnvoll möglich. Beim ebenfalls sehr kompakten Modell Blitzwolf BW-PG2 (Testbericht) fehlt diese Pass-Through-Funktion, was unser größter Kritikpunkt im Test war.

Die Novoo Omni haben wir für diesen Test von Banggood zur Verfügung gestellt bekommen. Dort kostet das Gerät mit Lieferung aus einem EU-Lager derzeit 332 Euro. Der reguläre Preis der Powerstation liegt bei etwa 400 bis 500 Euro, was wir etwas zu teuer empfinden.

Die Novoo Omni ist auch bei anderen Onlineshops verfügbar. Bei Amazon und im Preisvergleich ist das Modell allerdings nicht zu finden.

Der kleine Solargenerator Novoo Omni hinterlässt einen positiven Eindruck und gefällt uns nicht nur wegen der aktuellen Preissituation, sondern primär wegen seiner kompakten Größe und dem geringen Gewicht. Die knapp 300 Wh Kapazität und 300 W Dauerleistung sind zwar vergleichsweise gering, für viele Anwendungen sind sie aber locker ausreichend. Wer plant, unterwegs Kamera, Laptop, Drohne, RC-Modelle, Kamera oder Ähnliches mit Strom zu versorgen, der bekommt hier eine kompakte Lösung, die auch in den Rucksack passt. Dank lautlosem Betrieb unter 100 W macht die Mini-Powerstation auch im Zelt oder am Arbeitsplatz eine ordentliche Figur.

Wer das Gerät unabhängig vom Stromnetz betreiben will, sollte bei der Wahl des Solarpanels auf den Durchmesser des Anschlusssteckers achten. Hier können wir günstige No-Name-Panels empfehlen. Zum einen liegen hier in der Regel passende Adapter bei, zum anderen schafft die Powerstation maximal knapp über 50 W Eingangsleistung – hier sind auch kleine und günstige Panels ausreichend. Im Test haben die verwendeten 100-W-Panels gute Ergebnisse erzielt.

Hauptkritikpunkt bei der Novoo Omni ist das wenig aussagekräftige Statusdisplays in Kombination mit der ungenauen Kapazitätsanzeige. Für den Gebrauch im Freien hätten wir uns außerdem Abdeckungen für die Anschlüsse gewünscht. Als Macbook-Nutzer wäre zudem ein stärkerer USB-PD-Port wünschenswert.

Wer Verbraucher über 300 W nutzen will, muss sich nach einer Alternative umsehen. Soll es ähnlich kompakt sein, kommen hier etwa Ecoflow River (Testbericht) mit 1800 W für 380 Euro oder Blitzwolf BW-PG1 (Testbericht) mit 500 W für 570 Euro infrage. Sollen die Verbraucher auch über lange Zeiträume versorgt werden, braucht es mehr Kapazität. Da die Auswahl von wenigen hundert bis zu mehreren tausend Wh reicht, empfehlen wir hier den Blick auf unsere Einzeltests in der Themenwelt Powerstations.

Weitere Artikel zu den Themen Outdoor und Camping zeigen unsere Themenwelten. Hier haben wir etwa Hightech-Gadgets zum Wandern getestet, Ferngläser mit Entfernungsmesser ausprobiert oder erklären, worauf man beim Kauf einer Taschenlampe achten sollte. Mehr zu Powerstations zeigen unsere Ratgeber Gadgets gegen den Blackout und Notstrom ohne Lärm: Powerstations mit Akku und 230-V-Steckdose.

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