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Philips Hue White & Color Ambiance Starter-Kit im Test
Pro und Contra
  • zuverlässiges System
  • hochwertige Komponenten
  • viele kompatible Produkte
  • vergleichsweise teuer
Rating:
  • 4.0
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Wer an App-gesteuerte LED-Lampen denkt, dem fällt in aller Regel der Name Hue (englisch, „ Hjuu“ ausgesprochen) ein. Das System von Philips stellt nämlich auf der einen Seite den Methusalem, für viele aber auch die Messlatte dar. In jedem Fall ist Hue aber das bekannteste App-gesteuerte Lampen-System in Deutschland. Für das Philips-System ist eine Vielzahl an Komponenten erhältlich, die von verschiedenen Lampentypen (E27, E14, GU10) und Farbtypen (White, White Ambiance, White and Colour) über Zubehör wie Bewegungsmelder und Dimmer bis hin zu Tisch- und Wandleuchten und einem LED-Strip reicht. Wir haben uns das „Philips Hue White and Color Ambiance E27 10W Starter-Kit“ angesehen und zeigen, was man damit anstellen kann.

Die Einrichtung des Hue-Systems fällt einfach aus. Die drei Lampen werden in passende E27-Fassungen geschraubt und die Stromversorgung sichergestellt (Einschalten!). Dann schließt man die „Hue Bridge“ genannte Kommandozentrale per Netzwerkkabel an den Router an und lädt sich die Hue App für sein Smartphone oder Tablet. Die Philips-App gibt es sowohl für iOS als auch Android, getestet haben wir mit einem Nexus 5X unter Android 7. Die Einrichtung läuft ganz einfach ab. Nach dem Start der App wird die Bridge gesucht und nach einem Tipp auf die „Link“-Taste verbunden. Anschließend sucht man die Lampen und verbindet sie ebenfalls. Bei uns war dann erstmal ein Update für die Bridge fällig. Und als das fertig war, kam gleich das nächste Update, dieses Mal für die Lampen. Na gut, hilft ja nichts. Nervt aber ungefähr so sehr wie ein Windows-PC, auf dem man einfach nur eine Webseite öffnen will – und der dann erst sich selbst, dann Java und und dann Flash aktualisieren will.

Die Bridge fühlt sich wertig und gut verarbeitet an und besitzt ein modernes, klares Styling mit blauen LEDs. Die muss man in der Wohnung also nicht unbedingt verstecken. Sollte man auch nicht, schließlich erfolgt die Kommunikation zu den eigentlichen Birnen per Funk.

Die Lampen fühlen sich ebenfalls gut verarbeitet und überraschend schwer an. Das Design mit den abgeflachten Birnenköpfen ist allerdings Geschmackssache. Immerhin sehen Kenner so sofort, dass es sich um Hue-Lampen handelt.

Der Funktionsumfang der App ist fast überwältigend: Es dauert eine Weile, bis man alles gefunden hat. Insgesamt ist die Bedienung aber intuitiv. So findet sich neben jedem Raum ein Ein-/Aus-Schalter. Ein Tipp schaltet sofort alle Hue-Leuchten in diesem Bereich aus; möchte man nur die Leuchtstärke der Lampen auf die Schnelle anpassen, tippt man auf den schmalen unscheinbaren Balken unten an – schon wird’s heller oder dunkler.

Den Ein-/Aus-Schalter gibt’s übrigens auch für das komplette „Haus“. Wer einkaufen geht, kann hier per einfachen Tipp alle Lampen auf einmal ausschalten. An der Stabilität der App hatten wir im Test nichts auszusetzen, manche Funktionen haken allerdings etwas. Größere Aussetzer gab es nicht.

Die Lampen lassen sich nach Registrierung bei „Mein Hue“ auch per Cloud aus der Ferne steuern. Die Anmeldung ist mit ein paar Klicks erledigt – wenn man seine „Glühbirnen“ denn ins Internet hängen will. Dafür gibt es dann auch einigen Komfort. So lassen sich die Lampen beim Verlassen des Hauses automatisch aus- und beim Heimkommen ebenso automatisch wieder einschalten. Wer nicht zuhause weilt, aber aus Furcht vor Einbrechern nicht möchte, dass das ganze Haus dunkel ist, macht einfach Licht – auch vom Urlaub an der Adria aus.

Die eigentliche Hue-App ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. Unter „Empfohlene Apps“ findet sich eine Reihe von Apps, die teils kostenpflichtig sind, aber noch weitere Features mitbringen. All 4 hue etwa bietet tiefergehende Möglichkeiten als die Hue-App von Philips, man kann Überblendzeiten auf die Zehntelsekunde festlegen oder Fehlerprotokolle einsehen. Allerdings ist hier erst mal Einarbeiten gefragt, da die App nicht unbedingt selbsterklärend ist. Interessant finden wir auch Hue Disco, das die Lampen im Takt der Musik blitzen und zucken lässt oder Hue Labs, wo es interessante neue Funktionen zum Ausprobieren gibt – etwa ein Candlelight-Effekt.

Daneben versteht sich Hue dank des offenen ZigBee LightLink-Standards auch mit einer Vielzahl von „Friends of Hue“ wie IFTTT, Homekit, Amazon Echo, SmartThings und so weiter. Mit passender Zusatzhardware wie dem Amazon Echo Dot könnt Ihr Eure Leuchten dann auch per Sprachkommando aktivieren.

Für diesen Test haben wir das Hue White and Color Ambiance Starter Kit bestellt. Es enthält zwei E27-Leuchten, die farbiges Licht sowie weiß mit unterschiedlichen Farbtemperaturen abstrahlen können, sowie eine Bridge von Netzwerk auf das kabellose ZigBee-Protokoll, mit dem die Lampen angesprochen werden. Es gibt Starter-Kits alternativ auch mit GU10-Fassung, die 230-Volt-Halogenlampen ersetzen sowie, deutlich günstiger, in einer rein weißen Version mit einstellbarer Farbtemperatur, aber ohne RGB-Licht.

Wer die Bridge bereits hat, kann sich die Leuchten auch einzeln dazukaufen. Die folgenden Modelle strahlen sowohl weiß als auch in bunt:

Nicht überall muss es buntes Licht sein. Wer teilweise nur auf weißes Licht setzt und RGB für Farbakzente verwendet, kann viel Geld sparen. Diese „Birnen“ leuchten nur weiß, haben aber eine einstellbare Farbtemperatur:

Philips bietet mit seinem Einsteigerset mit drei Lampen eine vergleichsweise teure, aber praxistaugliche Lösung. Im Test gab es keine großen Probleme, Bridge und Lampen funktionierten zuverlässig, die Verarbeitung ist auf hohem Niveau. Toll ist die Unterstützung diverser Drittanbieter wie IFTTT oder Amazon Echo.

Uns stören nur ein paar Hakeleien in der App, die auf die kürzliche Überarbeitung zurückzuführen sein dürften. Alles in allem hat uns das Philips-Set gut gefallen, auch wenn es nicht ganz billig ist.

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